Der vorliegende Bericht dokumentiert die Ergebnisse der Forschungswerkstatt „Suchthilfe”, die im Rahmen der Bachelorstudiengänge “Soziale Arbeit” und “Soziale Arbeit in der Kinder- und Jugendhilfe” an der Hochschule Landshut im Sommersemester 2025 stattgefunden hat. Das Ziel war eine Bestandsaufnahme aktueller Herausforderungen der Suchthilfe in Bayern. Die Schwerpunkte lagen hierbei auf den Themen Digitalisierung, Fachkräftemangel und Diversität.
Zu diesem Zweck wurden mehrere Träger der Suchthilfe in Bayern kontaktiert und im Rahmen von Praxistagen mit Hospitationen besucht. Insgesamt haben n=8 Praxistage in drei Einrichtungen stattgefunden, sowie n=5 leitfadengestützte Expert*inneninterviews mit Fachreferent*innen der freien Wohlfahrtspflege, Einrichtungsleitungen und Praktiker*innen. Die Interviews wurden mit der inhaltlich strukturierenden Qualitativen Inhaltsanalyse nach Kuckartz und Rädiker (2022) ausgewertet.
Im Ergebnis zeigt sich zum einen die prekäre Lage bezüglich der Finanzierung, wobei Digitalisierung als besonders kostenintensiv beschrieben wird. Berichtet wurde zudem eine zunehmende (Problem-)Vielfalt der Klient*innen, das eine diverse und fachübergreifende Belegschaft unabdingbar mache. Darüber hinaus habe sich die Suchthilfe in Deutschland auf die Zielgruppe des mittleren Alters spezialisiert, was dazu führe, dass Randgruppen wie z.B. Unter 18-jährige, Menschen in höherem Alter oder Menschen mit Behinderung vernachlässigt werden. Um dem Fachkräftemangel im Handlungsfeld der Suchthilfe zu überwinden, sei eine gute Vernetzung und Kooperation mit Hochschulen ebenso wichtig wie ein wertschätzendes Arbeitsklima, um Fachkräfte zu gewinnen und langfristig zu binden.
Policy Paper home and care
(2023)
Ziel des Projektes home and care war die Erprobung einer innovativen Antwort auf die besonderen Herausforderungen von müttergeführten Einelternfamilien bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie auf den andauernden Fachkräftemangel im Care-Bereich. Durch die Implementierung eines gemeinschaftlichen Wohnprojekts von alleinerziehenden Müttern im Care-Bereich (Pflege und Kinderbetreuung) sollte der Vereinbarkeit dieser Aspekte Rechnung getragen und die Inklusion alleinerziehender Mütter in Landshut gefördert werden.
An der Umsetzung des Vorhabens arbeiteten acht Projektpartner*innen zusammen: Fachakademie für Sozialpädagogik Seligenthal, Hl. Geistspitalstiftung, Hochschule Landshut, Klinikum Landshut, LAKUMED, Stadt Landshut, ZAK e.V. und ZAK-Kinderstiftung.
Durch das vorliegende Policy Paper sollen andere europäische Kommunen ermutigt werden, Projekte zu erproben, die ähnliche Ziele wie home and care verfolgen. Dabei sollen sie von den in Landshut gemachten Erfahrungen lernen und profitieren können.
Kernanliegen und Ziel des Projektes „home and care“ ist die Entwicklung und Erprobung einer innovativen und übergreifenden Antwort auf die Herausforderungen des andauernden Arbeitskräftemangels im Care-Bereich (Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen und Kinderbetreuung) sowie der finanziellen Benachteiligung und organisatorischen Herausforderungen von müttergeführten Einelternfamilien bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie.
Die Abschlussevaluation beinhaltet die Bewertung und Analyse der operativen Umsetzung des Wohnprojektes in seiner Praxisphase durch die quantitative und qualitative Befragung der Bewohner*innen zu drei Messzeitpunkten. Zentrale Interessenskategorien waren hierbei:
a) Effekte auf das Familienleben
b) Die Reduktion des Armutsrisikos von Alleinerziehenden im urbanen Raum (u.a. Arbeitszeitumfang und Einkommen)
c) Die Effekte der flexiblen Kinderbetreuung
d) Die Beschaffenheit der Sozialkontakte (Mütter und Kinder)
e) Die Möglichkeit von Weiterbildung für alleinerziehende Mütter
f) Die Lebensqualität (u.a. bezogen auf das Einkommen und Freizeitgestaltung)
Insgesamt zeigen die Ergebnisse ein heterogenes Bild. Einerseits bietet home and care den Frauen eine Verbesserung ihrer beruflichen und finanziellen Situation und gibt ihnen durch bezahlbaren Wohnraum Sicherheit. Zudem kann das Projekt deutlichen Erfolg in der kurzfristigen Verbesserung der Lebensqualität der teilnehmenden Ein-Eltern-Familien verbuchen.
Andererseits wurde eine solch offensichtliche Besserung in anderen Lebensbereichen, wie den sozialen Kontakten oder dem Wohlbefinden der Kinder nicht erreicht. Insbesondere der Aspekt der Freizeit nimmt einen negativen Verlauf während der Teilnahme am Projekt. Das innovative Tür-an-Tür-Konzept wird von den Bewohnerinnen zwiespältig beurteilt. Zum einen wird die theoretische Überlegung eines Angebots von Kinderbetreuung in Randzeiten willkommen geheißen. Zum anderen ist die operative Umsetzung davon mit vielen Konflikten verbunden und nur wenige Wohnpartnerschaften gelingt eine regel- und planmäßige Nutzung der Zwischentür. Die kontroversen Rückmeldungen macht die Notwendigkeit zur Entwicklung alternativer Konzepte deutlich, die den Anspruch einer Kinderbetreuung in Randzeiten gewährleisten können.
Letztendlich ist eine dauerhafte Unterstützung, Begleitung und Beratung der BewohnerInnen notwendig, um das Potenzial des Projekts auszuschöpfen und um eine langfristige Verbesserung in der Lebenssituation von Ein-Eltern-Familien zu erreichen.
Der vorliegende Bericht dokumentiert die Ergebnisse der Forschungswerkstatt „PARSEL” – partizipative Selbsthilfeentwicklung, die im Rahmen des 6. Semesters der Bachelorstudiengänge “Soziale Arbeit” und “Soziale Arbeit in der Kinder- und Jugendhilfe” an der Hochschule Landshut im Sommersemester 2026 stattgefunden hat.
Ziel des partizipativen Forschungsprojekts PARSEL war es, gemeinsam mit Selbsthilfeaktiven, Fachkräften der Selbsthilfekoordination und Studierenden als Co-Forschende die Selbsthilfe in Niederbayern weiter zu entwickeln. Dabei sollen Erkenntnisse über Stärken und Schwächen gewonnen, Ideen gesammelt und Veränderungen angestoßen werden, die die Selbsthilfeangebote verbessern. Langfristig kann dadurch Gesundheit und Wohlbefinden gefördert und gesundheitliche Chancengleichheit gestärkt werden.
Am 22. April 2026 und am 13. Mai 2026 fanden jeweils Treffen in der Hochschule Landshut statt, an denen in Kleingruppen Studierende gemeinsam mit Selbsthilfeaktiven mit der partizipativen Methode des Community Mappings Weiterentwicklungspotentiale zunächst gesammelt (1. Treffen) und dann vertieft diskutiert haben (2.Treffen). Die Ergebnisse des zweiten Treffens sind für diesen Abschlussbericht in Bild und Textform aufbereitet. Am 10. Juni 2026 wurden diese Zwischenergebnisse mit Selbsthilfeaktiven und Akteuren der Selbsthilfe im Rahmen einer partizipativen Fokusgruppe diskutiert. Das Protokoll, Fotos und ein Bericht über die Fokusgruppe sind ebenfalls Bestandteil dieses Abschlussberichts.
Im Anhang finden sich die erarbeiteten Materialien für Selbsthilfeaktive und die Selbstshilfe Kontaktstelle Niederbayern zur freien Verwendung unter Angabe der Urheber.
Damit dienen der Bericht und der Anhang der Dokumentation der geleisteten Arbeit und zeigen den Impact dieser partizipativen Forschung auf.