Refine
Document Type
- Bookcollection (1)
- Doctoral Thesis (1)
- Preprint (1)
Language
- German (3)
Has Fulltext
- yes (3)
Keywords
- District Heating (1)
- Environmental Heat (1)
- Nachhaltigkeit (1)
- Path Dependencies (1)
- Regulatory Barriers (1)
- Stadtentwicklung (1)
- Stadtplanung (1)
- Stadtviertel (1)
- Städtebau (1)
- Transformation (1)
Institute
Systeminnovationen für Nachhaltige Entwicklung [s:ne] - Transfer als Lernprozess in der Region
(2020)
Der Beitrag fasst die zentralen Erfahrungen und Ergebnisse des Projekts „Systeminnovationen für Nachhaltige Entwicklung (s:ne) – Transfer als Lernprozess in der Region“ zusammen.
Das Projekt wurde im Rahmen der Bund-Länder-Initiative „Innovative Hochschule“ von 2018 bis 2022 an der Hochschule Darmstadt durchgeführt.
Ziel des Vorhabens war es, gemeinsam mit Akteuren aus Wirtschaft, Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft systemische Innovationsprozesse für eine nachhaltige Entwicklung zu initiieren und zu gestalten.
Kern des Ansatzes ist der Aufbau einer fachbereichsübergreifenden Innovations- und Transformationsplattform, die als lernendes System organisiert ist und inter- sowie transdisziplinäre Zusammenarbeit strukturell verankert. Die im Projekt gewonnenen Erfahrungen zeigen, dass solche Strukturen die Entwicklung gemeinsamer Problemperspektiven, die Formulierung transdisziplinärer Forschungsfragen sowie die Erarbeitung praxisrelevanter Lösungsansätze unterstützen können. Zugleich wird deutlich, dass interdisziplinäre Zusammenarbeit voraussetzungsvoll ist und durch disziplinäre Routinen, institutionelle Rahmenbedingungen und fehlende Anreize begrenzt werden kann. Erfolgreiche Transformationsprozesse erfordern daher neben geeigneten Kooperationsstrukturen insbesondere die Förderung von Integrationskompetenzen, Gelegenheiten für experimentelles Lernen sowie unterstützende institutionelle Rahmenbedingungen. Der Beitrag leitet daraus Ansatzpunkte für die Weiterentwicklung transdisziplinärer Forschung im Hochschulkontext ab.]
"Jede Stadt hat ihre Mollerstadt" war ein geflügelter Satz im Forschungsprojekt "s:ne", dem Transferprojekt, aus dem diese Publikation hervorgegangen ist.
Tatsächlich haben viele deutsche Städte ähnliche Quartiere. Im Zweiten Weltkrieg zerbombt, wieder aufgebaut im Stil und mit den niedrigen Standards der Nachkriegszeit. Mit einer kleinteiligen Parzellenstruktur und heterogener Eigentümerschaft in einer innerstädtischen Eins-B-Lage - wo Wohnen anders als in der benachbarten "City" noch eine zentrale Rolle spielt.
Diese Quartiere sind in die Jahre gekommen. Sie haben aber eine besondere Bedeutung auch und gerade im Hinblick auf eine nachhaltige Stadtentwicklung im Sinne der Stadt der kurzen Wege.
Die Dissertation untersucht die Transformation der Fernwärmeerzeugung in Deutschland mit dem Ziel, bis 2045 eine nachhaltige und treibhausgasneutrale Versorgung zu erreichen. Vor dem Hintergrund der klimapolitischen Zielsetzungen des Bundes-Klimaschutzgesetzes und der zentralen Rolle der Fernwärme in der Wärmewende analysiert die Arbeit bestehende Transformationsplanungen, entwickelt ein ökologisch nachhaltiges Zielszenario und leitet Handlungsempfehlungen für Politik und Praxis ab.
Im ersten Schritt wird ein umfassendes Zielbild für eine nachhaltige Fernwärmeerzeugung im Jahr 2045 entwickelt. Dabei werden verschiedene Erzeugungstechnologien – darunter grüne Gase, Biomasse, Abwärme, Power-to-Heat, Geothermie und Solarthermie – hinsichtlich ihrer ökologischen Auswirkungen, Ressourceneffizienz und Klimawirkung bewertet. Die Analyse zeigt, dass insbesondere die Nutzung von Ab- und Umweltwärme, unter Zuhilfenahme von Großwärmepumpen, zentrale Bausteine einer nachhaltigen Fernwärmeversorgung darstellen, während der Einsatz von Biomasse und Wasserstoff aufgrund begrenzter Verfügbarkeit und konkurrierender Nutzungsansprüche nur in begrenztem Umfang sinnvoll ist.
Darauf aufbauend erfolgt eine empirische Erhebung des Status quo der Transformationsplanungen deutscher Fernwärmeversorger. Die Ergebnisse zeigen Diskrepanzen zwischen den geplanten Maßnahmen und dem entwickelten Zielbild, insbesondere hinsichtlich des weiterhin hohen gasbasierten Einsatzes und einem unzureichenden Hochlauf von Großwärmepumpen.
In einem dritten Schritt wird auf Basis eines Fallstudienvergleich bei fünf Fernwärmeversorgern die Entscheidungslogiken und Einflussfaktoren auf die Transformationsstrategien untersucht. Dabei zeigt sich, dass Pfadabhängigkeiten, regulatorische Unsicherheiten und ein inkonsistentes Förderregime zentrale Hemmnisse für eine nachhaltige Transformation darstellen. Die Arbeit schließt mit konkreten Handlungsempfehlungen zur Anpassung der regulatorischen Rahmenbedingungen, zur gezielten Förderung nachhaltiger Technologien und zur Stärkung der kommunalen Wärmeplanung. Sie leistet damit einen wissenschaftlich fundierten Beitrag zur Gestaltung einer ökologisch und ökonomisch tragfähigen Fernwärmewende in Deutschland.