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Fiskalregel oder Fiskalchaos
(2026)
Die europäischen Regeln zur Begrenzung der Staatsverschuldung haben sich nicht bewährt. Das Regelwerk ist zu komplex, die Überwachung und Durchsetzung unterliegt politischen Einflussnahmen und eine wirkungsvolle Sanktionierung findet nicht statt. Wir analysieren vor diesem Hintergrund die generelle Effektivität fiskalischer Regeln. Dafür werten wir zunächst die Literatur zu diesem Thema aus. Daran anschließend stellen wir die Chronologie der Fiskalregeln in der EU seit Ende der 1980er Jahre dar und gehen dabei auch auf die jüngste Reform des Stabilitäts- und Wachstumspaktes ein. Nach diesen Ausführungen leiten wir eine einfache Regel in Übereinstimmung mit dem AEUV her, die dann für Simulationsrechnungen generell und mit den aktuellen Regelungen verwendet wird. Diese Regel setzt am Kernproblem der zu hohen Staatsverschuldung an, ist dem politischen Bewertungsprozess weitgehend entzogen, bewahrt die fiskalische Souveränität der Mitgliedsländer und ist transparent und kontrollierbar. Sie ist flexibel und prinzipiell in der Lage, übermäßig hohe Schuldenquoten innerhalb eines überschaubaren Zeitraums abzubauen.
Die Wirtschaft und das wirtschaftliche Handeln befinden sich in einer umfassenden Transformation. Die Krise hat einen Wandel verschärft, der sich bereits vor der Pandemie abzeichnete: Die Digitalisierung greift in Geschäftsmodelle ein und verändert unser Arbeiten von Grund auf.
Während Technik unser Leben und unsere Arbeit reichhaltiger, effizienter und nachhaltiger machen soll, wirkt sich die Digitalisierung gleichzeitig ambivalent auf das Miteinander der Menschen in den Unternehmen aus.
Das digitale Potenzial bedarf der verantwortlichen und empathischen Gestaltung durch die Unternehmen.
Differenzierungen, was ökonomisch, sozial
sowie kulturell nutzt und wo Gefahren bestehen,
werden erforderlich. Die Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter stehen dabei als Individuen mit eigenständigem Wert im Mittelpunkt aller unternehmerischen Überlegungen – auch derjenigen, die mit der Digitalisierung einhergehen.
Vor diesem Hintergrund verändert sich auch Führung: Zum einen verlagert sie sich zunehmend in den virtuellen Raum, zum anderen sind erweiterte Fähigkeiten und andere Führungspersönlichkeiten gefragt, als dies noch vor wenigen Jahren der Fall
war. Führung qua Amt wird vielen, insbesondere den jüngeren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, nicht gerecht, bisher bestehende Hierarchien werden in Frage gestellt. Eine moderne, werteorientierte Leitung setzt positive Erwartungen. Sie inspiriert, befähigt und motiviert ideell, individuell und intellektuell. Transformationskompetenz ergänzt somit traditionelle Leitungskompetenzen und ist
eine wesentliche Voraussetzung, die Herausforderungen der Zukunft zu meistern und mit Ambiguität sowie wachsender Komplexität im Sinne des Unternehmens und der Menschen umzugehen. Hier haben viele Unternehmen branchenunabhängig Nachholbedarf. Dass dem so ist, liegt auch daran, dass Führungsstrukturen über Jahre gewachsen und entsprechend gefestigt worden sind. Hier gilt es, nachzusteuern.