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Die Debatte um Sexismus und Rassismus wird in der deutschen Gesellschaft und Filmproduktion stetig lauter. Doch wie steht es um das intersektionale Erleben dieser Diskriminierungsformen? Wie manifestieren sie sich im Berufsalltag der deutschen Filmproduktionslandschaft? Welche Maßnahmen können ergriffen werden, um Diskriminierungsmuster abzubauen? Zur Beantwortung dieser Fragen wurden neun qualitative Expertinnen*interviews durchgeführt und mithilfe der intersektionalen Mehrebenenanalyse ausgewertet sowie erfolgreiche internationale Diversitäts- und Antirassismusinitiativen und -maßnahmen auf Ebene der Filmförderung analysiert. Es zeigt sich, dass der Berufsalltag von Schwarzen Cis-Frauen* und Cis-Frauen* of Color von intersektional erfahrener Diskriminierung geprägt ist, die nicht nur ihre gesellschaftliche Stellung und ihre Identitätsentwicklung beeinflusst, sondern auch ihren Zugang zu Anerkennung, Macht und Ressourcen. Um systemische Benachteiligung abzubauen, werden Veränderungspotenziale und Handlungsoptionen für die deutsche Filmbranche insgesamt und die deutsche Filmförderung im Besonderen aufgezeigt.
Pädagogische Fachkräfte, die in medienpädagogischen Kontexten mit Jugendlichen arbeiten, müssen sich Wissen über deren Medienwelten aneignen, um lebensweltorientiert Medienkompetenz fördern zu können. Die Medienwelten Jugendlicher sind dynamisch, komplex und vielfältig. Um das Konzept der Lebensweltorientierung im Rahmen der Medienkompetenzförderung nachhaltig umsetzen zu können, brauchen pädagogische Fachkräfte Handlungsstrategien, um Zugang zu den Medienwelten ihrer Zielgruppe zu erlangen. Im Zuge dieser Arbeit wurde daher untersucht, welche Bedeutung das Konzept der Lebensweltorientierung für in der Medienkompetenzförderung aktive pädagogische Fachkräfte hat und welche Handlungsstrategien sie besitzen, um sich Wissen über die Medienwelten Jugendlicher anzueignen. Auf eine qualitative Untersuchung aus dem Frühjahr 2020 aufbauend, wurde ein standardisierter Online-Fragebogen entwickelt, mit dem 80 im medienpädagogischen Bereich engagierte pädagogische Fachkräfte befragt wurden. Die Ergebnisse legen nahe, dass dem Konzept der Lebensweltorientierung in der Medienpädagogik eine sehr große Bedeutung beigemessen wird. Die befragten Fachkräfte haben dabei insgesamt wenig Schwierigkeiten sich Wissen über die Medienwelten Jugendlicher anzueignen. Dabei spielt insbesondere die direkte Interaktion mit Jugendlichen eine herausragende Rolle. Auch der Austausch mit medienpädagogischen (Fach)- Kolleg*innen und der Online-Recherche wird große Bedeutung zugeschrieben. Bedarfe zeigen sich vor allem hinsichtlich der Zeit, die ihnen für die Wissensaneignung und Lebensweltorientierung zur Verfügung steht.
Gegenüber dem massenmedialen Diskurs wird im Social Web durch politische Webvideos eine Gegenöffentlichkeit geschaffen von zivilgesellschaftlichen Akteur:innen und marginalisierten Gruppen, um ihre politischen Positionen in den Vordergrund zu rücken. Politische Webvideos sind dabei ein wirkungsvolles Instrument für Aufklärung, Anprangerung von Missständen, zur Konstruktion kollektiver Identität(en) sowie als Mittel, um Zeug:innenenschaft abzulegen. In dieser Arbeit wird untersucht, wie das Medienkollektiv Leftvision sich diese neue Art von Videoaktivismus zunutze macht, um dessen Diskurspositionen der Kapitalismuskritik zu vermitteln und einen Gegenjournalismus voranzutreiben. Für die Untersuchung werden einzelne Videos sowie ein Interview mit Mitgliedern von Leftvision mithilfe des Framing-Ansatzes nach Entman und Teilen der Kritischen Diskursanalyse ausgewertet.
Influencer*innen der Identitären Bewegung : Rechtsextremes Framing und Agenda-Setting auf YouTube
(2021)
Die deutschsprachige rechtsextreme Szene ist auf YouTube aktiv. Rechtsextreme In-fluencer*innen veröffentlichen regelmäßig Videos, in denen sie politische Themen aufgreifen. Diese Arbeit analysiert anhand der Erkenntnisse der Framing- und Agenda-Setting-Theorie fünf Videos von Influencer*innen der rechtsextremen Identitären Bewegung mittels qualitativer Inhaltsanalyse. Dadurch kann einerseits aufgezeigt werden, dass die betrachteten In-fluencer*innen die Kernthemen ihrer rechtsextremen Organisation, wie z.B. Migration oder die politische Linke als Gegner, ansprechen. Außerdem verwenden sie Stilmittel, die sonst aus der kommerziellen YouTube-Szene sowie dem Journalismus bekannt sind. Auch Humor und Ironie wird häufig verwendet. Abschließend wird der Versuch unternommen einen Master Frame der Identitären Bewegung zu definieren, der sich in allen betrachteten Videos finden lässt. Diese Ergebnisse bieten nicht nur einen Einblick in die Kommunikationsstrategien rechtsextremer Gruppierungen, sondern auch wichtige Anknüpfungspunkte für die praktische Arbeit gegen Rechts.
Die vorliegende Arbeit betrachtet die Coming-of-Age-Serie Sex Education und analysiert anhand von zehn ausgewählten Protagonist*innen der dritten Staffel die diskursive Einbettung von Entwicklungsaufgaben und der Verhandlung sexueller Identität in der filmischen Wirklichkeit. Dazu greift die Arbeit auf die von Wiedemann (2018) entwickelte Methodik der Diskursanalyse als Verfahren einer sozialwissenschaftlichen Filmanalyse zurück. Die explorative Analyse der diskursiven Formationsregeln legt die Vermutung nahe, dass die Serie Sex Education eine sexualpädagogische Dimension aufweist, die an den gesellschaftlichen Diskurs sexueller Diversität und Exploration anknüpft. Diese eröffnet die gewinnbringende Perspektive, dass die Entwicklung und der Ausdruck der sexuellen Identität individuellen Aushandlungsprozessen unterliegen, gesellschaftlichen Raum und normative Akzeptanz erfordern und der Lebensraum der Schule eine enorme Bedeutung für diese haben. Darüber hinaus offeriert die Serie ein realitätsnahes Bild von Heranwachsenden des 21. Jahrhunderts, die sich mit zahlreichen Herausforderungen des Erwachsenwerdens konfrontiert sehen. Insofern kann die Serie als aufklärerische Instanz eingeordnet werden, die ein enormes Potenzial für die Begleitung jugendlicher Identitätsfindung darstellt.
Die Zielsetzung der vorliegenden Bachelorarbeit liegt darin, anhand eines Medienkompetenzprojektes herauszufinden, welche Chancen und Möglichkeiten sich in der Vermittlung von Medienkompetenz in der Offenen Jugendarbeit ergeben. Theoretisch setzt sich die Arbeit dabei u.a. mit der Begriffsdefinition von Medienkompetenz nach Dieter Baacke auseinander. Untersucht wird dabei ein Filmprojekt, welches in zwei Jugendeinrichtungen im ländlichen Raum Brandenburgs, über ein ganzes Jahr durchgeführt wurde. Kinder und Jugendliche produzierten unter Anleitung Dokumentarfilme. Die Untersuchung erfolgte über qualitative Methoden in Form einer Projektdokumentation, Gruppendiskussionen und Evaluationsbögen. Die Ergebnisse zeigen auf, dass die Chancen und Möglichkeiten für die Teilnehmer*innen eines solchen Projektes nicht nur in der Aneignung von praktischen Fähigkeiten und praxisorientiertem Wissen liegt, sondern auch in der Ausbildung von Grundfähigkeiten, u.a. im Bereich der sozialen Kompetenzen. Die Bachelorarbeit ist sowohl für Studierende im Bereich der Medienwissenschaft, als auch im Bereich der Sozialpädagogik interessant.
Die Lebenswelt von Grundschulkindern der Generation Z wird heute (2017) von einer Vielfalt an (digitalen) Medien durchdrungen. Allein zur Filmrezeption stehen ihnen neben Fernseher, und PC/Laptop auch Smartphone und Tablet zur Verfügung. Filme finden sie 'kinderleicht' auf Youtube, Netflix, Amazon und Co. Welche Motive haben Kinder angesichts dessen also heute noch, sich Filme im Kino anzuschauen? Die vorliegende Arbeit beschreibt die aktuelle Situation der deutschen Kinobranche und ihres jungen Publikums und liefert auf Basis von leitfadengestützten Gruppeninterviews empirische Erkenntnisse über die Nutzungsmotive von Kindern im Alter von 8 bis 11 Jahren für das Kino. Sozialisations- und Mediensozialisationstheorie sowie der Uses- and- Gratifications-Ansatz bilden den theoretischen Hintergrund für diese Arbeit.
Diese Arbeit ist eine Annäherung an das Phänomen „Netflix-Effekt“. Das Kompositum wird kontextabhängig in ganz unterschiedlichen Bereichen, von Wirtschaft, Technik und Mediennutzung, definiert. Diese Themen werden auf den Begriff Netflix-Effekt projiziert und können im Rückgriff auf die Cultural Studies als soziokulturell-historisch bedingt beschrieben werden. Theoretischer Hintergrund der Arbeit ist das „Portals“-Traktat zu Online-Bewegtbild- Plattformen (vgl. Lotz 2017). Der Netflix-Effekt ist somit ein Marker für Entwicklungen, die lose mit der Firma Netflix in Zusammenhang gestellt werden. Die Methode der Wissenssoziologischen Diskursanalyse (WDA) nach Rainer Keller hilft, den Kontext herzustellen und die Begriffsbenutzung kritisch zu untersuchen. In der Arbeit soll letztlich aber keine eigene Begriffsdefinition vorgeschlagen werden, sondern die derzeit kursierenden Definitionsansätze bzw. Begriffsverwendungen festgehalten werden.