621 Angewandte Physik
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Mit den nationalen Klimazielen und der Energiewende verändert sich die Nutzungscharakteristik des historisch gewachsenen Stromversorgungssystems. Die Versorgungsstruktur wird immer mehr bestimmt durch dezentrale fluktuierende Einspeisungen aus erneuerbaren Energieanlagen und die zunehmende Elektrifizierung verschiedener Sektoren äußert sich in einem deutlich verändertem Verbrauchsverhalten. Die Elektrifizierung des Verkehrssektors stellt einen wichtigen Baustein zur Erreichung der Klimaziele dar, die damit einhergehenden hohen Lastanforderungen sind jedoch eine Herausforderung für die bestehenden Stromnetze. Um den zukünftigen hohen Bedarf an Ladeenergie über die bestehende Netzinfrastruktur decken zu können, bzw. diese nur im notwendigen Maße auszubauen, bedarf es intelligenter Lösungen zur Flexibilisierung der Netznutzung.
In dieser Arbeit wird eine netzorientierte Ladesteuerung für Elektrofahrzeuge beschrieben, in der sowohl die Bedürfnisse der Fahrzeugnutzer, des Ladeinfrastrukturbetreibers als auch des Netzbetreibers Berücksichtigung finden. Der Fokus liegt hierbei auf zentralen Großladesystemen. Ziel ist es, die Ladekapazitäten in den bestehenden Netzen zu erhöhen und den Netzausbau auf ein Minimum zu begrenzen. Hierfür werden clusterbasierte und anreizorientierte Bewertungsverfahren eingesetzt, die eine wirtschaftliche Interpretation der Netzauslastung ermöglichen.
Für die Umsetzung wird ein zweischichtiges Simulationsmodell entwickelt, mit dem auf der einen Seite das Stromnetz abgebildet, simuliert und die Netzauslastung wirtschaftlich bewertet werden kann und auf der anderen Seite intelligente Ladeinfrastrukturen, ihre Steuerung und ein realistisches Mobilitäts- und Ladeverhalten nachgebildet werden können. Die wirtschaftliche Bewertung der Netzauslastung basiert auf dem temperaturabhängigen Lebensdauerverzehr zentraler Netzbetriebsmittel, wie Transformatoren und Kabel, und der sich daraus ableitenden rechnerischen Wertminderung. Für das soziotechnische Ladeinfrastrukturmodell und die Abbildung eines realistischen Mobilitäts- und Ladeverhaltens werden die Daten der Studie „Mobilität in Deutschland 2017“ statistisch aufbereitet und die relevanten Informationen abgeleitet.
Die Bewertung der Steuerung hinsichtlich ihres Einflusses auf einen technoökonomischen Betrieb von Lade- und Netzinfrastruktur erfolgt anhand eines realen Netzmodells. Es werden drei Ladeinfrastrukturen für verschiedene Nutzungscharakteristiken im Netzmodell implementiert. Diese Anwendungsfälle stellen innerstädtisches Kurzzeitparken, Parken am Arbeitsplatz und wohnungsnahes Parken dar. Weiter werden drei Szenarien für unterschiedliche Durchdringungsgrade an Elektrofahrzeugen und eine abweichende Anzahl an Ladepunkten je Ladeinfrastruktur definiert. In der Ergebnisanalyse werden charakteristische Kenngrößen, wie Auslastung von Betriebsmitteln, rechnerische Lebensdauer und Wertminderung für die drei Anwendungsfälle und Szenarien dargelegt, miteinander verglichen und so der Einfluss der netzorientierten Steuerung auf den Betrieb von Lade- und Netzinfrastruktur aufgezeigt.
Verbrauchsfern erzeugter Strom aus regenerativen Energien kann über große Distanzen am wirtschaftlichsten mittels der Hochspannungsgleichstromübertragung (HGÜ) transportiert werden. Die HGÜ führt zu einer veränderten elektrischen Belastung der Hochspannungskomponenten. Transiente Übergangsvorgänge bestimmen die elektrischen Feldverteilungen. Bei der Berechnung elektrischer Feldverteilungen in Isoliersystemen für die Hochspannungsgleichstromübertragung (HGÜ) mit Hilfe der Finiten-Elemente-Methode (FEM) wurden die dielektrischen Eigenschaften bisher in Form von Permittivitäten und parameterabhängigen Leitfähigkeiten berücksichtigt. Langsame Polarisationsvorgänge werden dabei nicht berücksichtigt. Für die Berechnung komplexer Isoliersysteme durch die FEM ist deshalb die Beschreibung der langsamen Polarisationsvorgänge im Isolierstoff durch Differentialgleichungen wünschenswert, die direkt in die FEM einbezogen werden und mit denen je nach Bedarf sowohl einzelne Polarisationsmechanismen als auch ihre Überlagerungen berücksichtigt werden können. In dieser Arbeit werden hierfür auf Basis des bekannten Debye-Ansatzes, und in Analogie zum Netzwerkmodell, zusätzlich zu den Gleichungen, die Verschiebungs- und Leitungsströme beschreiben, weitere Differentialgleichungen direkt in die FEM einbezogen, welche die feld- und temperaturabhängigen Polarisationsströme individuell abbilden. Die Materialfunktionen und ihre Parameter werden durch Messung von Polarisations- und Depolarisationsströmen (PDC) ermittelt. Durch die Implementierung von beliebigen Polarisationsmechanismen in einem FEM-Programm wurde eine Lücke der Berechnungsmöglichkeiten von komplexen, auch dreidimensionalen Isoliersystemen geschlossen, in denen oftmals stationäre oder transiente Temperaturgradienten vorliegen und in denen sich transiente elektrische Feldverteilungen ausbilden. Zur Verifizierung des beschriebenen Berechnungsverfahrens werden transiente Potentialverläufe an den Steuerbelägen von entsprechend modifizierten Hochspannungsdurchführungen unter Gleich- und Umpolspannungen sowie unter thermischen Gradienten gemessen. Dabei kann eine bisher nicht erreichte Übereinstimmung der transienten und stationären Potentialverläufe zwischen FEM-Simulation und Messung erzielt werden. Auswirkungen auf Prüf- und Belastungsszenarien werden anhand von Simulationen diskutiert.
An optical measuring method is presented, with which it is possible to measure and evaluate reflective cylindrical surfaces using a combination of deflectometry and subsequent reconstruction of the surface. The system is set up and tested on rolling elements of cylindrical roller bearings. However, it is not limited to this use case and can be applied to other cylindrical specular surfaces. The system distinguishes itself from existing test methods through the combination of high-resolution three-dimensional defect measurement with a very short recording time, and offers the possibility of introducing tolerance limits in the production of cylindrical specular surfaces. With this method, it is possible to record a defect with the dimensions of 1.3 mm by 1.8 mm within 5 s and to reconstruct the absolute depth. The resolution of the system is below 10 μm in both X- and Y-direction, and is therefore sufficiently accurate to detect typical surface defects such as scratches, dents, or deformations. To validate the measured values of the system, the results of an artificially generated 10.35 μm deep defect location were compared with those of a highly accurate mechanical stylus measurement.
Untersuchung von Materialeigenschaften additiv gefertigter Proben abhängig von der relativen Dichte
(2020)
Paraffine als Phasenwechselmaterialen in der elektrischen Isolierung von Hochspannungsbauteilen
(2016)
Nowadays, additive manufacturing processes are becoming more and more appealing due to their production-oriented design guidelines, especially with regard to topology optimisation and minimal downstream production depth in contrast to conventional technologies. However, a scientific path in the areas of quality assurance, material and microstructural properties, intrinsic thermal permeability and dependent stress parameters inhibits enthusiasm for the potential degrees of freedom of the direct metal laser melting process (DMLS). Especially in quality assurance, post-processing destructive measuring methods are still predominantly necessary in order to evaluate the components adequately. The overall objective of these investigations is to gain process knowledge make reliable in situ statements about component quality and material properties based on the process parameters used and emission values measured. The knowledge will then be used to develop non-destructive tools for the quality management of additively manufactured components. To assess the effectiveness of the research design in relation to the objectives for further investigations, this pre-study evaluates the dependencies between the process parameters, process emission during manufacturing and resulting thermal diffusivity and the relative density of samples fabricated by DMLS. Therefore, the approach deals with additively built metal samples made on an EOS M290 apparatus with varying hatch distances while simultaneously detecting the process emission. Afterwards, the relative density of the samples is determined optically, and thermal diffusivity is measured using the laser flash method. As a result of this pre-study, all interactions of the within factors are presented. The process variable hatch distance indicates a strong influence on the resulting material properties, as an increase in the hatch distance from 0.11 mm to 1 mm leads to a drop in relative density of 57.4%. The associated thermal diffusivity also reveals a sharp decrease from 5.3 mm2/s to 1.3 mm2/s with growing hatch distances. The variability of the material properties can also be observed in the measured process emissions. However, as various factors overlap in the thermal radiation signal, no clear assignment is possible within the scope of this work.
In the context of the optimization of stationary gas turbines, the surface temperatures of the turbine blades have to be measured by a non-contact technique using radiation thermometers during operation of the turbine. Nowadays turbine blades are protected by thermal barrier coatings. The infrared-optical properties of these coatings require the usage of the MIR or LWIR region for non-contact measurement of the surface temperatures. For performing such measurements and for properly analyzing the derived data, the transmission and absorption spectra of the combustion gas mixture within the turbine were determined at the local conditions during operation of the turbine. Therefore, subject of this work is the measurement of the transmission spectra of carbon dioxide and water vapor at high temperatures and high pressures to identify a wavelength range, which is almost free of absorption and emission effects. In …
In the last decade many different additive manufacturing (AM) technologies for metal, plastic or ceramic processing raise from research to commercialization. As a result, AM grows into different business areas and transforms structures and processes. Hence, the contribution tends to show the change in added values though the availability of different additive manufacturing technologies based on a technology screening and market research. Regarding the named purpose, a broad market research of 83 companies and 339 printer models has been conducted to find patterns of AM technology market share and regions to structure indicators such as accuracy by processed material classes with a specified AM method. Printing materials as metal, plastic, ceramic and carbon have been considered. The categorization is done by the AM principles: power bed fusion, material extrusion, vat photopolymerization and …
The temperature of high voltage equipment is often the limiting factor when transmitting electrical energy because the electrical insulation can get severely aged when the temperature is exceeding a certain limit. Hence, cooling has to be improved or heat generation must be reduced to avoid damage of the insulation. In this paper a new method was examined by investigating electrically insulating phase change materials which are able to store latent heat during a phase change from the solid to liquid state in times of high energy demand. To verify the electrically insulating properties of paraffins, one class of phase change materials, a special test cell was designed allowing the determination of breakdown voltage of phase change materials. The measurements on one paraffin sample proved the promising electrical insulating properties and it was shown that the breakdown voltage in the liquid state is comparable …
Kerntechnik
(2009)