@inproceedings{Hartmann2010, author = {Hartmann, J{\"u}rgen}, title = {Optische Hochtemperaturmesstechnik f{\"u}r die Thermometrie, Radiometrie und Photometrie}, publisher = {Sensoren und Messsysteme 2010 - 15. ITG/GMA-Fachtagung}, year = {2010}, abstract = {Die Temperaturmessung {\"u}ber die emittierte W{\"a}rmestrahlung ist seit {\"u}ber hundert Jahren ein innovatives Feld der Messtechnik und der Grundlagenphysik. Ein erster H{\"o}hepunkt war Gustav Kirchhoffs theoretisches Prinzip eines Schwarzen K{\"o}rpers mit idealen - von Material und Form unabh{\"a}ngigen - Emissionseigenschaften f{\"u}r W{\"a}rmestrahlung. Diese fr{\"u}hen Entwicklungen gipfelten in Max Planck's ber{\"u}hmtem Strahlungsgesetz, das die Emission von W{\"a}rmestrahlung exakt beschreibt und den Beginn der modernen Quantenphysik einleitet. Die quantitative Messung von W{\"a}rmestrahlung erfordert die Kenntnis von Quellen- und Detektoreigenschaften. Im Bereich der Erzeugung von W{\"a}rmestrahlung werden noch heute die gleichen Prinzipien benutzt wie zu Zeiten Plancks, d. h. es werden technologisch weiter entwickelte Hohlraumstrahler zur Realisierung Schwarzer K{\"o}rper eingesetzt. Im Bereich der Detektion von W{\"a}rmestrahlung haben sich jedoch durch die Entwicklung der Halbleitertechnik grunds{\"a}tzlich andere physikalische Prinzipien durchgesetzt. W{\"a}hrend zu Plancks Zeiten thermische Empf{\"a}nger eingesetzt wurden, finden im Hochtemperaturbereich heute - neben thermischen Empf{\"a}ngern - fast ausschließlich photoelektrische Empf{\"a}nger Anwendung. Einen weiteren entscheidenden Schritt in Richtung h{\"o}chster Genauigkeit bedeutete die Entwicklung eines elektrischen Substitutionsradiometers bei sehr tiefen Temperaturen, des so genannten Kryoradiometers. Die Erfindung des Kryoradiometers als prim{\"a}rer Detektorstandard Ende der 1970er Jahre erm{\"o}glichte die Messung optischer Strahlungsleistung mit einer relativen Unsicherheit von unter 10-4. Basierend auf diese Strahlungsleistungsmessung ist heute die Kalibrierung der spektrale Empfindlichkeit von Detektoren mit relativen Unsicherheiten bis zu 10-4 m{\"o}glich. Moderne Halbleiterempf{\"a}nger liefern einen strahlungsleistungsproportionalen Photostrom. Zur Messung der W{\"a}rmestrahlung {\"u}ber einen weiten Temperatur- und Wellenl{\"a}ngenbereich m{\"u}ssen Photostr{\"o}me von fA bis mA mit kleinster Unsicherheit bestimmt werden. Das stellt hohe experimentelle Anforderungen an die elektrische, geometrische und optische Messtechnik. Der Beitrag beschreibt kurz die historische Entwicklung der optischen Temperaturmessung {\"u}ber die ausgesandte W{\"a}rmestrahlung und geht dann auf die experimentellen und physikalischen Grundlagen dieser Methode ein. Abschließend werden M{\"o}glichkeiten zur Implementierung der im Metrologielabor erreichbaren niedrigen Messunsicherheiten in den praktischen messtechnischen Alltag vorgestellt.}, language = {de} }