370 Bildung und Erziehung
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Professional vision refers to professionals’ selective perception and interpretation of situation-relevant events based on professional knowledge (Goodwin, 1994). While this concept has been studied extensively in school contexts, little is known about professional vision in early childhood education, particularly in everyday educator–child interactions. This project investigates how educators’ visual attention is distributed during real world educator-child interactions and whether gaze behaviour reflects participation-oriented interactional practices. Embedded in the research project Participatory Interactions in Care and Sleep Situations (PIPS), the study combines eye-tracking data with video-based interaction analysis and questionnaire data. This doctoral project follows a cumulative design with three interrelated studies: (1) a methodological guidance paper identifying eye-tracking parameters relevant to participatory interactional quality in early childhood settings, (2) an empirical study examining correlations between participatory interaction markers and gaze behaviour during dynamic real-world situations, and (3) an analysis of the relationship between educators’ pedagogical orientations and visual attention patterns. Together, these studies aim to advance the understanding of how visual attention is distributed in highly dynamic early childhood environments and how gaze behaviour relates to interactional practices.
Die weltweite Digitalisierung der Gesellschaften hat auch für das Leben junger Menschen weitreichende Folgen. Sie werden als Konsument:innen und Nutzer:innen digitaler Technologien immer früher in ökonomische Prozesse eingebunden und scheinbar früher ‚erwachsen‘, als es das westliche Kindheitsmodell vorsieht. Auf den Online-Plattformen, in der Welt der Videospiele und im Influencer-Marketing vermischen sich Spiel, Freizeit, Arbeit und Business auf neue Weise und werfen die Frage auf, ob neue Formen von Arbeit entstehen, die im bisherigen Diskurs über Kinderarbeit nicht bedacht wurden. Der Beitrag vermittelt einen Einblick in die vielfältigen und bisher wenig untersuchten digitalen Handlungsfelder junger Menschen und lotet die darin enthaltenen Widersprüche zwischen wirtschaftlicher Ausbeutung und sozialer Emanzipation aus.
Laufzeit des Vorhabens: 1.01.2004 - 31.03.2004 ; Inhalt: Bericht der Teilprojekte und Koordinationsbericht der FH Potsdam, Bericht des Teilprojektes der FH Lausitz, Bericht des Teilprojektes der FH München, Bericht des Teilprojektes der HS Magdeburg-Stendal / Zuwendungsempfänger: FH Potsdam, Fachbereich Sozialwesen ... Verantw. für den Projektpartner FH Potsdam: Harry Hermanns
Children’s participation in early childhood education and care (ECEC) is widely recognised as a right. Yet in everyday practice it is shaped by power relations, routines and the material-temporal organisation of settings. This article examines how children’s agency, the capacity to act, negotiate and influence within social and institutional contexts, is enacted, supported or constrained in daily interactions between educators and children. Drawing on ethnographic research in three German ECEC centres implementing the Kita-Beirat (ECEC Council), the study combines participant observation, group interviews and child-led methods inspired by the Mosaic Approach. The analysis shows how interaction quality emerges through three interrelated dimensions: power dynamics, relationships and space–time, which together shape children’s possibilities for agency. These are examined through an integrated theoretical framework that brings together relational agency, Foucauldian understandings of power and socio-material perspectives on space–time. The findings show that while formal participatory structures can open spaces for children’s influence, agency is primarily realised through high-quality, participatory interactions, marked by shared attention, reciprocity and the co-construction of meaning between children and educators. Supporting agency thus requires not only procedural mechanisms for participation but also relational and reflective pedagogies that make power visible, nurture children’s contributions and open dialogue as a shared practice. The article concludes by arguing for a view of participation as lived, negotiated and ethically grounded in the co-production of meaning and practice.
Der Strukturwandel in der Landwirtschaft in Brandenburg hat dazu geführt, dass immer mehr landwirtschaftliche Betriebe vor der Nutzungsaufgabe stehen oder bereits seit Jahren brachliegen. Gleichzeitig ist im ländlichen Raum ein hohes Defizit an kulturellem Angebot festzustellen. Die Stärkung des Kulturangebots wird sowohl auf kommunaler als auch auf Bundesebene befürwortet. Zahlreiche Förderprogramme sollen den Ausbau des Kulturraums unterstützen, doch gerade die Umnutzung ehemaliger Agrargebäude stellt sowohl Kulturveranstalter als auch Planer oftmals vor eine große und scheinbar unlösbare Herausforderung. In diesem Leitfaden wird untersucht, mit welchen baurechtlichen Themen sich auseinandergesetzt werden muss, wenn in ehemals landwirtschaftlich genutzten Gebäuden Kulturveranstaltungen realisiert werden sollen und wie ein Gebäude auf seine Eignung als Veranstaltungsort überprüft werden kann. Die Einordnung der erforderlichen Ablaufschritte und Prüfkriterien soll anhand von Checklisten und Grafiken auch für semi-professionelle Nutzer möglich sein. Die schriftliche Ausarbeitung übernimmt eine erklärende Funktion und geht auf Grundlagen der Zulässigkeit sowie die baulichen Anforderungen und Genehmigungen ein. Dabei werden die drei Säulen des öffentlichen Baurechts intensiv beleuchtet.
Welche Bedeutung haben Fallbesprechungen für die Ausbildung von Handlungskompetenzen? Wie können asuistikseminare mit der Methodenlehre in der Gesamtkonzeption eines Studiengangs konsekutiv verbunden und dort verankert werden? Diesen Fragen geht Armin Schachameier nach und stellt Erfahrungen, die im systematischen Aufbau von Kasuistikmodulen eines dualen Studiengangs gesammelt wurden, vor. Seine These: Wenn das Ziel verfolgt wird, den Fall nicht nur zu verstehen und über Handlungsalternativen zu sprechen, sondern auch mehr Handlungssicherheit zu erwerben und methodische Kompetenzen einzuüben, dann müssen das Erfahren und Experimentieren wesentliche didaktische Seminarbestandteile sein.