230 Christentum, Christliche Theologie
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Institut
Bayessche Welten
(2025)
Digitale Technologien verändern die Art und Weise, wie Wissen in der Sozialen Arbeit gewonnen, verarbeitet und genutzt wird. Eine wichtige Rolle für solche Technologien spielen bayessche statistische Verfahren, die wesentlich auf Vorannahmen aus unterschiedlichen Quellen beruhen, welche dynamisch angepasst und kontrolliert werden. Diese Verfahren erzeugen eine Trennung zwischen dem Partikularen – individuellen Daten und Fallverläufen – und dem Universellen – übergeordneten Mustern und Entscheidungsmodellen –, was Folgen für die sozialarbeiterische Theorie und Praxis hat. Der Blick über den Tellerrand zieht Parallelen zum theologischen Konzept der Gottebenbildlichkeit und dessen Rezeptionsgeschichte. Es zeigt sich, dass hier ähnliche Mechanismen wirksam waren und es bis heute sind. Die Interpretation des biblischen Begriffs der Gottebenbildlichkeit führte über Jahrhunderte zu einer Dissoziation zwischen allgemeinen Menschenbildern und konkreten gesellschaftlichen Zugehörigkeiten. Diese Parallele macht deutlich, dass digitale Entwicklungen nicht nur technische, sondern auch machtpolitische und normative Dimensionen haben. Als Synthese der Erkenntnisse aus beiden Perspektiven plädiert der Beitrag für eine kritisch-reflexive Auseinandersetzung der Sozialen Arbeit mit dissoziierenden Elementen in Digitalisierungsprozessen. Neben begriffs-, technologie- und systemkritischen Analysen erfordert diese eine theoretisch angemessene Selbstreflexion, um digitale Dissoziationen und ihre gesellschaftlichen Folgen sichtbar zu machen und kritisch zu begleiten.