060 Verbände, Organisationen, Museen
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This paper contributes to policy analysis in the field of digital cultural policy by investigating how one of the leading cultural policy factors in Federal Republic of Germany (FRG), the regional governments, intend to strategically shape the digital transformation processes in the cultural sector. Methodologically, the study undertakes a meta-analysis of the strategic statements on digital transformation in the cultural sector adopted by the regional governments, focusing on two regions (Schleswig-Holstein and Hamburg) that were the first to adopt strategy papers for this policy area.
The analysis itself focusses on their approach to build the nexus of culture, information and communication technologies, and policies as well as their process design. Beyond the realm of German politics, this study offers an insight into the tactical dimension of policy-making.
Collective leadership wird im Kultursektor intensiv erprobt, im deutschsprachigen Raum besonders auffällig in öffentlich geförderten Theaterbetrieben. Dort übernehmen Gruppen von mindestens drei Personen gemeinschaftlich künstlerische und teilweise auch administrativ-finanzielle Leitungsaufgaben. Aufbauend auf Forschungen zu kollektiven Führungsmodellen und Traditionslinien der Theatergeschichte – etwa dem Einzelintendanten-Modell und dem Mitbestimmungstheater der 1960er/70er Jahre – diskutiert der Aufsatz eine Fallstudie zum Theater Basel. Hier wird kollektive Leitung sowohl auf der Ebene der Theatergenossenschaft als auch innerhalb der Schauspiel-Sparte, der Basler Compagnie, praktiziert. Die Vierer-Leitung der Compagnie erprobt mit dem Ensemble zudem partizipative Formate. Der Aufsatz vertritt die These, dass dieses Führungsmodell mit aktuellen soziopolitischen Diskursen verflochten ist. Es spiegelt das agonistische Modell Chantal Mouffes (20134) wider, das Konflikte nicht unterdrückt, sondern als produktiven Streit zwischen legitimen Positionen versteht. Theaterbetriebe deantagonisieren solche Konflikte u. a. durch die Einführung von Ensemblesprecher:innen mit Informations- und Beratungsrechten gegenüber der Leitung.
Vier von zehn Museen in Deutschland haben einen inhaltlichen Schwerpunkt auf Orts- und Regionalgeschichte, insgesamt waren es 2020 bundesweit 2.981. Die Museen erfüllen damit gemeinsam mit den Kommunalarchiven eine wichtige Aufgabe bei der Dokumentation der örtlichen Gesellschaft und Lebenswirklichkeit. Häufig geraten diese beiden Institutionen beim Sammeln von Unterlagen miteinander in Konkurrenz oder stehen zumindest vor der Entscheidung, wo die zur Übernahme / zum Ankauf anstehende Unterlage besser aufgehoben wäre. Die vorliegende Masterarbeit will die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Kommunalarchiven und Stadtgeschichtlichen Museen herausarbeiten, die Konkurrenzen bei der Überlieferungsbildung analysieren und Möglichkeiten zur Kooperation aufzeigen. Ziel der Masterarbeit ist es, eine Bewertungsmatrix zu entwickeln, die Archiven und Museen helfen soll, zu einer sachlich fundierten Entscheidung bei der Aufnahme von Sammlungsgut zu gelangen. Dabei soll nicht nur die Archivperspektive eingenommen werden, sondern die Aspekte möglichst auch aus der Museumsperspektive betrachtet werden. Die Matrix soll die Konkurrenz im Bereich des Sammlungserwerbs versachlichen und auf eine fachliche Basis stellen. Sie will Empfehlungen geben, die nicht zwischen den beiden Polen Museum und Archiv entscheidet, sondern nur fragt nach dem Vorhandensein von geeigneten Ressourcen.
Im vorliegenden Artikel werden Praktiken des Kuratierens vor dem Hintergrund ihrer algorithmischen, d.h. berechenbaren, und Ökonomie-strategischen Potentiale diskutiert. Eingenommen wird eine medienphilosophische Perspektive, aus der heraus das Kuratieren angelehnt an Heideggers Denkbegriff zu einem ästhetischen Denken dekonstruiert und an die Fähigkeit zur Krise geknüpft wird. Dem gegenüber wird ein berechnender Modus des Kuratierens positioniert, der sich von kalkulierbaren Strategien der Selbstoptimierung und der Selbsterhaltung im Sinne einer ,Care-Arbeit’ ableitet. Über Formen der Opazität, hier als Undurchlässigkeit gemeint, werden Kurationsformen – unter dem Gesichtspunkt des kuratorischen Wissens (Konzeptideen, Künstler*innen-Kontakte, Raumzugriffe etc.) – und Algorithmen – als Verschleierungstaktik von Unternehmensstrategien – parallelisiert. Vorgeschlagen wird ein Open-Access-Modell, das über digitale Netzwerke Formen kuratorischer Kollaboration ermöglicht und opake Prozesse in mehrfacher Hinsicht transparenter gestaltet.
This paper introduces a visualization technique designed to uncover iconographic patterns prevalent within a collection while at the same time allowing close viewing of these particular details. Challenging an institutionalized understanding of overview and detail as inherently opposed, the intention of this research is to develop a visualization method that accounts for the iconographic abundance of a collection and encourages its casual exploration. Expanding digitization efforts have led to a growing number of rich cultural heritage datasets that are successively being published online. At the same time scholars are exploring the potential of computational methods to expand the scale and scope of art history. In this context, data visualization is often equated with a distanced perspective diminishing the intricate and intriguing details of individual artifacts. In collaboration with a museum of applied and decorative arts, we have devised a novel interface concept for the exploration of image collections such as historical glass plate negatives. Inspired by photographic plates on a light table, the resulting Close-up Cloud translates the art historical method of close viewing into the digital by combining it with a dynamic representation of quantitative iconographic patterns across an entire image collection.
Scholz, da Costa Oliveira und Dörk widmen sich in ihrem Beitrag Erfahrungen mit digitalen Werkzeugen im Kontext ethnologischer Sammlungen sowie den Herausforderungen, die sich bei der Berücksichtigung unterschiedlicher Wissenspraktiken in der Zusammenarbeit mit Heritage Communities stellen. Ausgehend von dem Projekt Sharing Knowledge (2014-2020), das im Ethnologischen Museum (Staatliche Museen zu Berlin/ Stiftung Preußischer Kulturbesitz) stattfand, wird argumentiert, dass die Trägheit von Infrastrukturen und die Erforschung ihrer Funktionsweise - d.h. die Entschlüsselung der Meistererzählungen und Ausschlussmechanismen hinter musealen Wissenspraktiken - entscheidende Schlüssel darstellen zur Entwicklung von Werkzeugen und Taktiken, um eben diese Trägheit zu umgehen und zu untergraben. Während der erste Teil des Papiers dem Beispielprojekt kritische Aufmerksamkeit schenkt, schlägt der zweite Teil neue Methoden vor, um Infrastrukturen zu entwickeln, die Relationalität und Pluralität zulassen.
Der Beitrag spürt der Frage nach, auf welche Weise sich künstlerische und kuratorische Prozesse sowie die Vermittlungsarbeit unter dem Einfluss postdigitaler Künste verändern. Auf Basis einer begriffstheoretischen Analyse, einer qualitativen Interviewstudie mit digital arbeitenden Künstler*innen und Kurator*innen sowie einer Clusteranalyse postdigitaler Kunstbeispiele wird eine Handreichung zu Bedarfen zeitgenössischer Kunst- und Ausstellungsproduktion entwickelt. Die analysierten Handlungsempfehlungen werden entlang des zentralen Arguments empathischer Feedbackschleifen im Ausstellen konzipiert.
un/natural surrogates
(2021)
The visual essay is an extension of the 2019 online exhibition un/natural surrogates which was created as part of the research project "Postdigital Art Practices in Cultural Education". The essay contrasts thirteen artworks from that show with thirteen newly selected artworks from the last seventy years, based on aesthetic similarities, parallels in the subject matter, and other related characteristics of the works. In doing so, an ahistorical story without -isms is offered.
Im Land Brandenburg gibt es eine Initiative zur Verbesserung der Beteiligung kleinerer Einrichtungen des kulturellen Erbes an der digitalen Präsentation. Diese gründet sich auf vier Säulen. Die erste ist der kulturspartenübergreifende »Arbeitskreis Brandenburg. digital«, der sich strategischer und konzeptioneller Grundlagenarbeit annimmt. Fachverbände bilden die zweite Säule und entwickeln kooperative Projekte. Größere Institutionen bilden zur Umsetzung der Projekte mit ihrer Kompetenz und Infrastruktur die dritte Säule. Als vierte Säule unterstützt die »Koordinierungsstelle Brandenburg-digital« die Kooperationspartner in Fragen der Planung und Umsetzung der Projekte. Mit Fördermitteln des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg werden die Umsetzungen der Projekte und der Betrieb der Koordinierungsstelle ermöglicht.