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(2026)
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(2026)
Provocation has long been used in HCI to challenge audiences’ assumptions about technology. However, designers and researchers themselves operate within implicit assumptions that shape the technologies they imagine - invisible constraints that limit what futures we design for. In this paper, we introduce self-provocation as a complementary concept that turns the disruptive impulse inward to make designers’ familiar thinking patterns strange through self-imposed constraints. Our approach builds on avant-garde artistic movements (Surrealism, Oulipo, Fluxus) and critical practices in HCI embracing speculation, anti-solutionism, and non-determinism as epistemic forces, focusing on process over outcomes. We provide a framework dividing self-provocation methods into two levels building on defamiliarization and estrangement. Self-provocation functions analytically - understanding boundaries of current design imaginaries - and generatively - fostering creative friction to explore alternative possibility spaces. We present two self-provocation strategies and the methods we developed for them, and demonstrate through two case studies how these can be implemented in practice.
Der Vision von OER zum Trotz agieren Lehrende bei der Materialerstellung weitgehend isoliert. Es fehlt ein Überblick über thematisch verwandte offene Materialien und damit die Möglichkeit, sich an vorhandenen Ressourcen zu orientieren. Klassischen Suchmechanismen in OER-Repositories fehlt es an Möglichkeiten, den konkreten Bedarf einer Lehr-Lern-Situation adäquat abzubilden – zumal die dafür nötigen Metadaten in der Praxis überwiegend fehlen oder inkonsistent sind. Der vorliegende Beitrag verfolgt einen alternativen Ansatz: Anstelle schlagwort- oder formularbasierter Suche werden Ähnlichkeitsmaße genutzt, um thematisch verwandte OER-Materialien automatisch zu identifizieren. Parallel dazu werden mittels KI-basierter Verfahren Metadaten (Titel, Autorenschaft, Schlagwörter, Dewey-Klassifikation) extrahiert, die eine Orientierung in den Ergebnissen und die Anbindung an bibliothekarische Nachweisinstrumente ermöglichen. Grundlage sind die unter einer freien Lizenz im sächsischen OPAL-Lern-Managementsystem verfügbaren Materialien. Der Beitrag beschreibt die vollständige Daten-Pipeline für Aggregation, Vorverarbeitung, Metadatenextraktion und Ähnlichkeitsanalyse. Verschiedene Methoden der Ähnlichkeitsbewertung werden implementiert und evaluiert. Die Umsetzung erfolgt mit freien
LLMs auf lokalen Rechnern. Ein interaktiver Graph demonstriert als Proof-of-Concept, wie Ähnlichkeitsstruktur und Metadaten zusammenwirken, um eine explorative Suche in heterogenen OER-Beständen zu ermöglichen.
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(2026)
Professional vision refers to professionals’ selective perception and interpretation of situation-relevant events based on professional knowledge (Goodwin, 1994). While this concept has been studied extensively in school contexts, little is known about professional vision in early childhood education, particularly in everyday educator–child interactions. This project investigates how educators’ visual attention is distributed during real world educator-child interactions and whether gaze behaviour reflects participation-oriented interactional practices. Embedded in the research project Participatory Interactions in Care and Sleep Situations (PIPS), the study combines eye-tracking data with video-based interaction analysis and questionnaire data. This doctoral project follows a cumulative design with three interrelated studies: (1) a methodological guidance paper identifying eye-tracking parameters relevant to participatory interactional quality in early childhood settings, (2) an empirical study examining correlations between participatory interaction markers and gaze behaviour during dynamic real-world situations, and (3) an analysis of the relationship between educators’ pedagogical orientations and visual attention patterns. Together, these studies aim to advance the understanding of how visual attention is distributed in highly dynamic early childhood environments and how gaze behaviour relates to interactional practices.
Die weltweite Digitalisierung der Gesellschaften hat auch für das Leben junger Menschen weitreichende Folgen. Sie werden als Konsument:innen und Nutzer:innen digitaler Technologien immer früher in ökonomische Prozesse eingebunden und scheinbar früher ‚erwachsen‘, als es das westliche Kindheitsmodell vorsieht. Auf den Online-Plattformen, in der Welt der Videospiele und im Influencer-Marketing vermischen sich Spiel, Freizeit, Arbeit und Business auf neue Weise und werfen die Frage auf, ob neue Formen von Arbeit entstehen, die im bisherigen Diskurs über Kinderarbeit nicht bedacht wurden. Der Beitrag vermittelt einen Einblick in die vielfältigen und bisher wenig untersuchten digitalen Handlungsfelder junger Menschen und lotet die darin enthaltenen Widersprüche zwischen wirtschaftlicher Ausbeutung und sozialer Emanzipation aus.
Das Verständnis von bibliothekarischer Arbeit ergibt sich erst nach tie-fen Einblicken in den Berufsalltag. Das stellt sowohl eine Herausforderung für Einrichtungen dar, die Ausbildungsstellen besetzen müssen, wie zugleich auch für die Ausbildungsinteressierten, die sich der Komplexität und Herausforderun-gen der bibliothekarischen Arbeit nicht bewusst sind. Außerdem sind Besetzungs-verfahren im öffentlichen Sektor zunehmend von Vorgaben und Zeitläufen ge-prägt, die es schwer machen, die besten Kandidat*innen für Ausbildungsstellen zu finden. Daher sind Maßnahmen des Recruitings verstärkt Teil der Stellenbeset-zungsverfahren. Darüber hinaus haben Einrichtungen während der Ausbildungszeit vielfäl-tige Möglichkeiten, ihre Auszubildenden für ihre Einrichtung zu begeistern und somit eine langfristige Arbeitsbeziehung auf- und auszubauen. Im ersten Kontakt entscheidet sich aber häufig bereits, wer in welcher Einrichtung eine Ausbildung genießen kann. Der Beitrag stellt Maßnahmen des Recruitings für Fachangestellte für Medien- und Informationsdienste vor, wie sie in drei öffentlichen Großstadt-Bibliotheken ein-gesetzt werden. Obwohl teilweise unterschiedliche Rahmenbedingungen vorliegen, können bereits Ableitungen möglicher Best-Practices getroffen werden. Auch die Sicht der Auszubildenden auf das Recruiting wird skizziert. Schließlich wird die Sichtweise des Partners Berufsberatung exemplarisch aufgegriffen, um eine Gesamtansich auf das Recruiting, auch privatwirtschaftlicher Belange, zu erhalten.
As accuracy and performance increasingly dominate interactive systems, the temporal processes through which human understanding develops often recede into the background. Reasoning unfolds gradually through action, inspection, hesitation, and revision. In this paper, we investigate how embodied reasoning during physical calculation can be made perceptible by attending to how people act, look, and pause while interacting with a material artifact. We present a hybrid sensing prototype centered on a physical abacus that combines gaze, head movement, and bead manipulation to respond to moments of inspection as they emerge. Rather than displaying information continuously or inferring cognitive states, the system briefly surfaces numerical feedback when interaction patterns indicate checking or reflection. Findings suggest that usefulness depended less on what information was shown and more on when it appeared. We argue for interaction aligned with human sense-making rhythms, in which system responses follow observable reasoning activity without directing or accelerating it.
Deutschland steht vor der Herausforderung, inklusive Bildungsstrukturen für junge Geflüchtete bereitzustellen. Dies betrifft nicht zuletzt das Ausbildungssystem. In unserem Reallaborprojekt laeneAs (Ländliche Bildungsumwelten junger Geflüchteter in der beruflichen Ausbildung) fokussierten wir Bildungsbarrieren und Möglichkeiten der Praxistransformation für junge Auszubildende mit Fluchterfahrung in ländlichen Regionen. Theoretisch und methodologisch basiert unsere Studie auf der begrifflichen und konzeptionellen Darstellung von „Bildungsumwelten“ als formale, informelle und non-formale Vernetzungen mit den Lebenswelten von Auszubildenden. Die Ergebnisse von laeneAs verweisen auf drei wesentliche Bereiche relevanter Barrieren, die in den Reallaboren ko-konstruiert wurden: infrastrukturelle und kulturelle Barrieren, Alltagsprobleme, die sich in Berufsschulen und Betrieben zeigen und restriktive Einwanderungspolitiken. Aufbauend auf der Darstellung und Diskussion dieser Barrieren zeigen wir konkrete Beispiele gemeinsamer Praxisinnovation auf. Möglichkeiten und Grenzen der ko-konstruktiven Bildungstransformation verdeutlichen sich in laeneAs. Ein Verständnis für die interagierenden und miteinander verwobenen Barrieren in den Bildungsumwelten ist zentral, um überhaupt die Komplexität der wirksamen negativen Mechanismen adäquat zu erfassen und Praxistransformation entsprechend zu gestalten. Mit Blick auf die Adressierung strukturell verankerter Bildungsbarrieren, Praxisentwicklung ohne ausreichende Ressourcen und Transformationsbarrieren durch institutionelle Logiken und Konservatismen, zeigen sich Grenzen der Praxistransformation. Durch eine forschungsstrukturell umgesetzte Ressourcenausstattung auf Seiten der Praxispartner*innen könnten Praxis- und Erkenntnisziele sowie die nachhaltige Etablierung der Praxisinnovationen besser in Einklang gebracht werden.