020 Bibliotheks- und Informationswissenschaften
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This handbook aims to support higher education institutions with the integration of FAIR-related content in their curricula and teaching. It was written and edited by a group of about 40 collaborators in a series of six book sprint events that took place between 1 and 10 June 2021. The document provides practical material, such as competence profiles, learning outcomes and lesson plans, and supporting information. It incorporates community feedback received during the public consultation which ran from 27 July to 12 September 2021.
Gedenkstätten heute
(2025)
»In einer vielfach im Umbruch befindlichen […] Erinnerungskultur stellt sich heute auch die Frage, ob die Gedenkstättenarbeit einer Neuorientierung bedarf. Ist das Selbstverständnis noch auf der Höhe der Zeit? Oder gar: Wozu und wie lange brauchen wir diese Bildungseinrichtungen noch?« Diesen Impuls setzte Harald Schmid im Rahmen einer Gedenkstättenkonferenz vor rund zehn Jahren. In Anlehnung an Wolfgang Benz sah er die einst ablehnende Haltung der bundesrepublikanischen Mehrheitsgesellschaft zur (selbst)kritischen Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus als Ausgangspunkt der »Gedenkstättenbewegung« – ihre frühere »kritische Funktion« sei jedoch in einer zunehmend »konsensualen Erinnerungskultur« aufgelöst. Unser Projekt hat daran angelehnte Fragen zum Ausgangspunkt genommen: Wie werden diese Einschätzung und die Entwicklungen von Gedenkstättenarbeit, ihre gesellschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen durch Gedenkstättenexpert:innen gegenwärtig beurteilt? Welche Spannungen bestehen zwischen öffentlicher Förderung und inhaltlicher Unabhängigkeit? Vor welchen Herausforderungen steht eine kritische Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus heute? Wie tief ist ein kritisches Geschichtsbewusstsein in der Gesellschaft eigentlich verankert und verinnerlicht? Wie können Gedenkstätten auf antidemokratische Positionen und rechtsextreme Ideologien in der Gesellschaft reagieren?
Datenschutz
(2026)
Der Vision von OER zum Trotz agieren Lehrende bei der Materialerstellung weitgehend isoliert. Es fehlt ein Überblick über thematisch verwandte offene Materialien und damit die Möglichkeit, sich an vorhandenen Ressourcen zu orientieren. Klassischen Suchmechanismen in OER-Repositories fehlt es an Möglichkeiten, den konkreten Bedarf einer Lehr-Lern-Situation adäquat abzubilden – zumal die dafür nötigen Metadaten in der Praxis überwiegend fehlen oder inkonsistent sind. Der vorliegende Beitrag verfolgt einen alternativen Ansatz: Anstelle schlagwort- oder formularbasierter Suche werden Ähnlichkeitsmaße genutzt, um thematisch verwandte OER-Materialien automatisch zu identifizieren. Parallel dazu werden mittels KI-basierter Verfahren Metadaten (Titel, Autorenschaft, Schlagwörter, Dewey-Klassifikation) extrahiert, die eine Orientierung in den Ergebnissen und die Anbindung an bibliothekarische Nachweisinstrumente ermöglichen. Grundlage sind die unter einer freien Lizenz im sächsischen OPAL-Lern-Managementsystem verfügbaren Materialien. Der Beitrag beschreibt die vollständige Daten-Pipeline für Aggregation, Vorverarbeitung, Metadatenextraktion und Ähnlichkeitsanalyse. Verschiedene Methoden der Ähnlichkeitsbewertung werden implementiert und evaluiert. Die Umsetzung erfolgt mit freien
LLMs auf lokalen Rechnern. Ein interaktiver Graph demonstriert als Proof-of-Concept, wie Ähnlichkeitsstruktur und Metadaten zusammenwirken, um eine explorative Suche in heterogenen OER-Beständen zu ermöglichen.
Zwei spezifisch bibliothekarische Herausforderungen konnten im Rahmen dieser Bachelorarbeit identifiziert werden, mit denen sich ADHS-Personen konfrontiert sehen: Die große Monotonie von u.a. Erfassungsarbeiten und unstrukturierte oder unübersichtliche Anleitungen und Regelwerke zur bibliothekarischen Arbeit.
Im Umgang mit monotonen Aufgaben gaben die befragten Personen einige Strategien an: Zum besseren Überblick wird eine immer sichtbare To-Do-Liste geführt, die ständig aktualisiert wird und bei der Priorisierung von Aufgaben hilft. Große oder langwierige Aufgaben werden in kleine Schritte oder Zeiteinheiten unterteilt, um diese in eine abwechslungsreiche Aufgabenabfolge einplanen zu können. Bei der Bearbeitung stellen Fokuszeiten im digitalen Kalender mit einer Erinnerungsfunktion ein wichtiges Werkzeug im Arbeitsalltag dar. Sie markieren die ADHS-Person für das Kollegium als beschäftigt und ermöglichen ein besseres Einlassen und Fokussieren auf die Aufgabe(n). Ein Hilfsmittel, um monotone Aufgaben zu bewältigen ist die Nutzung von Kopfhörern mit Musik oder Podcasts. Sie schaffen eine Arbeitsatmosphäre und blenden Ablenkungen aus. Am hilfreichsten ist die Möglichkeit als Team Aufgaben anzugehen und monotone Aufgaben abzugeben oder zu tauschen, um nach den eigenen Fähigkeiten arbeiten zu können.
Hinsichtlich unstrukturierter Arbeitsanleitungen und Regelwerke im bibliothekarischen Kontext gibt mehrere Wünsche, um diese anzupassen. Eine übersichtliche Formatierung, um die Inhalte schnell erfassen zu können, zusätzliche Hintergrundinformationen zum besseren Erlernen der Abläufe durch Kontext und die Nennung von Ansprechpersonen für Rückfragen oder eine Zusammenarbeit.
Im Allgemeinen ist das Schaffen einer Vertrauensbasis sehr wichtig. Die Leitungsebene ist hier in der Verantwortung die Neurodiversität auch als Teil der eigenen Diversitätsstrategie bei der Personalentwicklung zu begreifen. Zwei Maßnahmen legen dafür das Fundament. Zum einen die Weiterbildung des gesamten Personals hinsichtlich Neurodiversität und neurodivergenten Verhaltensmustern, um zu verhindern, dass diese negativ aufgefasst werden. Und zum anderen die Etablierung eines Prozesses, im Rahmen dessen ADHS-Personen, ohne die Befürchtung negativer beruflicher Konsequenzen, ihre Diagnose offenlegen und nach Anpassungen fragen können. Die transparente Kommunikation und Dokumentation dieses Prozesses im Voraus sind wichtig, damit Personen, die sich Unterstützung holen möchten, den Ablauf im Voraus einschätzen können.
Datenbasis dieser Arbeit sind vier qualitative Interviews mit ADHS-Personen, die in Bibliotheken arbeiten und welche inhaltlich analysiert wurden. Die homogene Zusammensetzung dieser Gruppe lässt Rückschlüsse auf die bestandsbezogenen Arbeitsbereiche in Bibliotheken zu, da die Hauptverantwortlichkeiten der befragten Personen in diesem Bereich liegen. Daher gibt es Lücken, was die Herausforderungen von ADHS-Bibliothekspersonal bei menschen- und verwaltungsbezogenen Aufgabenbereichen in Bibliotheken angeht.
Weitere Forschung könnte diese schließen und des Weiteren auch auf Herausforderungen bei ADHS-Leitungspersonal, langfristige Karriereverläufe. Von besonderem Interesse sind die ADHS-spezifischen Potentiale der Kreativität und des Hyperfokus im weiteren Forschungsverlauf, die viel Raum für Innovation im Bibliothekswesen bieten.
Das deutsche kommunale Archivwesen ist vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und begrenzter Ausbildungskapazitäten in hohem Maße auf Quereinsteiger:innen angewiesen. Der archivfachliche Diskurs betrachtet dieses Phänomen bislang überwiegend defizitorientiert und konzentriert sich auf formale Qualifizierungsfragen, während die Perspektive der Betroffenen selbst empirisch unbearbeitet bleibt. Hier setzt die Arbeit an und untersucht die subjektiven Erfahrungen, Herausforderungen und Bewältigungsstrategien von Quereinsteiger:innen beim Berufseinstieg in Kommunalarchive.
Grundlage des explorativen, qualitativen Designs bilden sieben problemzentrierte Interviews im gehobenen und höheren kommunalen Archivdienst, ausgewertet mittels strukturierender qualitativer Inhaltsanalyse nach Mayring. Die Befunde zeigen einen wiederkehrenden „Praxisschock": Eine historisch geprägte Erwartungshaltung kollidiert mit den Anforderungen in Recht, Bewertung, Records Management und digitaler Archivierung, verschärft durch fehlende Einarbeitung, die Isolation der Ein-Personen-Archive und einen als exkludierend erlebten Fachdiskurs. Zur Kompensation greifen die Befragten auf informelle Vernetzung und ihren akademischen Habitus zurück.
Die Arbeit belegt, dass Quereinsteiger:innen erhebliche eigene Ressourcen einbringen, und leitet daraus Handlungsempfehlungen ab. Zugleich richtet sie einen Appell an das etablierte Archivwesen: Neben modularen Qualifizierungsangeboten und Mentoringprogrammen bedarf es eines Kulturwandels, der Quereinsteiger:innen nicht als Defizit, sondern als wertvollen Teil der Profession begreift.
Das Verständnis von bibliothekarischer Arbeit ergibt sich erst nach tie-fen Einblicken in den Berufsalltag. Das stellt sowohl eine Herausforderung für Einrichtungen dar, die Ausbildungsstellen besetzen müssen, wie zugleich auch für die Ausbildungsinteressierten, die sich der Komplexität und Herausforderun-gen der bibliothekarischen Arbeit nicht bewusst sind. Außerdem sind Besetzungs-verfahren im öffentlichen Sektor zunehmend von Vorgaben und Zeitläufen ge-prägt, die es schwer machen, die besten Kandidat*innen für Ausbildungsstellen zu finden. Daher sind Maßnahmen des Recruitings verstärkt Teil der Stellenbeset-zungsverfahren. Darüber hinaus haben Einrichtungen während der Ausbildungszeit vielfäl-tige Möglichkeiten, ihre Auszubildenden für ihre Einrichtung zu begeistern und somit eine langfristige Arbeitsbeziehung auf- und auszubauen. Im ersten Kontakt entscheidet sich aber häufig bereits, wer in welcher Einrichtung eine Ausbildung genießen kann. Der Beitrag stellt Maßnahmen des Recruitings für Fachangestellte für Medien- und Informationsdienste vor, wie sie in drei öffentlichen Großstadt-Bibliotheken ein-gesetzt werden. Obwohl teilweise unterschiedliche Rahmenbedingungen vorliegen, können bereits Ableitungen möglicher Best-Practices getroffen werden. Auch die Sicht der Auszubildenden auf das Recruiting wird skizziert. Schließlich wird die Sichtweise des Partners Berufsberatung exemplarisch aufgegriffen, um eine Gesamtansich auf das Recruiting, auch privatwirtschaftlicher Belange, zu erhalten.