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Institut
Diverse Akteure im wissenschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Bereich diskutieren Governance von Informationsinfrastrukturen unter variierenden Begriffsverständnissen. In dieser Arbeit wird mit Bezug zur Akteur-Netzwerk-Theorie untersucht, welche Fragestellungen in relevanten Strategiepapieren diskutiert, aber auch welche dabei ausgespart werden. Die Perspektive des Spiels und der Spieleerfindung eröffnen neue Ansätze für den Umgang mit der Thematik, in welcher Regeln und Handlungsmöglichkeiten erst noch und immer wieder erprobt werden müssen.
Die immer schneller voranschreitende Entwicklung und Verwendung digitaler Technologien verändert Alltagsleben, Wirtschaft und Gesellschaft. Auch vor Bibliotheken macht der digitale Wandel nicht halt. Wollen Bibliotheken ihren Benutzern bzw. Kunden weiterhin neue und attraktive Dienstleistungen anbieten sowie das kulturelle Erbe bewahren, müssen sie sich den Herausforderungen des digitalen Wandels stellen. Hierzu gehört es, Potenziale neuer Technologien zu überprüfen und Letztere gegebenenfalls zu adaptieren. Eine relativ neue Technologie, die derzeit im Trend liegt, ist das Internet der Dinge. Das Ziel der Arbeit ist es, festzustellen inwiefern diese neue Technologie bereits im Zusammenhang mit Bibliotheken gesehen wird, ob sich eine auf Bibliotheken bezogene Beschäftigung mit dem Internet der Dinge womöglich sogar schon wissenschaftlich etabliert hat und daher in Beiträgen wissenschaftlicher Fachzeitschriften zu finden ist und welche Erkenntnisse sich ggf. hinsichtlich der Potenziale und Herausforderungen des Internets der Dinge für Bibliotheken aus derartigen Beiträgen gewinnen lassen.
Vielfalt ist im Kontext der Inklusion als selbstverständliches Leitbild anzusehen, wobei sich nicht jeder Einzelne anzupassen hat, sondern eine offene Gesellschaft die Teilhabe für alle fördert. Dieser zentrale Gedanke der Inklusion verlangt neues Denken hin zu einer pluralistischen Gesellschaft. Voraussetzungen werden dabei von der Politik geschaffen. Auf nationaler Ebene ratifizierte die Bundesrepublik Deutschland im Jahr 2009 die ‚UN-Behindertenrechtskonvention‘ (UN-BRK), die als Meilenstein zur Schaffung universeller Menschenrechte für Menschen mit Behinderungen gilt. Sämtliche Glieder des föderalen Staates Deutschland sind dazu angehalten nach der Ratifizierung der UN-BRK sogenannte Aktionspläne oder Maßnahmenpakete zu implementieren. Darüber hinaus gelten lokale Teilhabepläne als Grundlage auf dem Weg zu einer inklusiven Kommune. Öffentliche Bibliotheken als Institutionen der Kommunen nehmen in dem Kontext eine bedeutende Rolle als Informationsdienstleister ein. Mit ihren Informationsdienstleistungen tragen sie wesentlich zur informationellen Grundversorgung der Bürger bei. In Bezug auf das Konzept „Bibliothek für alle“ bieten sie Dienstleistungen, die speziell auf Benutzer mit körperlichen oder geistigen Beeinträchtigungen ausgerichtet sind. Für diesen Anspruch an Öffentliche Bibliotheken erfolgt im theoretischen Teil der Arbeit eine Herleitung, indem die ÖB in einen Zusammenhang zur Inklusion gestellt wird. Ziel der vorliegenden Studie war es, anhand einer Vollerhebung unter standardisierten Bedingungen Einblicke ins Forschungsfeld zu gewinnen. Die Daten wurden einmalig erhoben. In der empirischen Forschung wurde eine Querschnittuntersuchung durchgeführt. Die aus dem theoretischen Teil hergeleiteten statistischen Zusammenhangshypothesen ziehen einen quantitativen Forschungsansatz in Form einer Online-Befragung nach sich. Die Untersuchung war letztlich nicht geeignet, um die Forschungshypothese zu bestätigen. Hierfür lassen sich mehrere Ursachen geltend machen. Der zeitliche Umfang der Untersuchung ließ lediglich eine Querschnittuntersuchung zu. Längsschnittuntersuchungen hingegen steigern bspw. durch zeitversetzte Messungen die Validität der kausal formulierten statistischen Zusammenhangshypothesen. Dabei lässt sich die Entwicklung der inklusiven Ausrichtung Öffentlicher Bibliotheken begutachten.
Forschungseinrichtungen werden regelmäßig evaluiert und müssen über ihre Forschungsaktivitäten berichten. Um die Qualität dieser Berichterstattung zu verbessern, hat der Wissenschaftsrat im Januar 2016 seine Empfehlungen zur Spezifikation des Kerndatensatz Forschung veröffentlicht. Um sich dem Themenkomplex zu nähern, erhält der Leser zunächst eine Einführung in das Thema Forschungsberichterstattung. Anschließend werden der Kerndatensatz Forschung, die Entwicklung und der Aufbau des Standards beschrieben. Die Inhalte der Empfehlungen des Wissenschaftsrates zum Kerndatensatz Forschung werden daran anschließend im Hinblick darauf untersucht, wie Bibliotheken im Zusammenhang mit dem Standard gefordert sind. Es wird aufgezeigt, welche Tätigkeitsfelder seitens der Bibliotheken besetzt werden könnten, was wiederum durch die Auswertung der Umfrage belegt werden soll. Die vorliegende Arbeit kann dem Leser als erste Orientierung für das Thema Kerndatensatz Forschung dienen. Sie kann aber auch als Ideenbörse für Angebote der Bibliothek im Rahmen des Kerndatensatzes genutzt oder als Impuls verstanden werden, neue Aufgabenfelder in der Einrichtung zu besetzen.
Design Thinking
(2018)
Ziel: Diese Arbeit ermittelt die Einsatzszenarien der Design Thinking Methode in Informationseinrichtungen. Diesbezüglich wird der aktuelle Wandlungsprozess in Bibliotheken berücksichtig und danach gefragt, ob Divergenzen zwischen den ermittelten Handlungsfeldern und den aufgezeigten Anwendungsbeispielen bestehen. Darüber hinaus soll aufgezeigt werden, ob der Einsatz der Design Thinking Methode in Informationseinrichtungen zielführend ist. Der Gegenstand der Arbeit ist demnach die Evaluation des Methodeneinsatzes.
Methode: Im Rahmen dieser Arbeit wurde die Methode des Systematic Review angewandt. Diese evidenzbasierte Methode findet erst seit wenigen Jahren verstärkten Einsatz im LIS-Bereich (Library and Information Science). Deshalb führt eine kurze historische Betrachtung in die Methodik ein, gefolgt von dem Bezug zu den Bibliotheks- und Informationswissenschaften. Vor dem Hintergrund der Forschungsfragen werden nach vordefinierten Ein- und Ausschlusskriterien die inkludierten Fachartikel ausgewertet. Die Ausführungen schließen mit der ausführlichen Recherchedokumentation.
Ergebnisse: Über den Methodeneinsatz wurden zunächst 170 potenziell relevante Treffer ermittelt. Diese Treffermenge wurde in einem iterativen Suchprozess reduziert, um abschließend 30 dokumentierte Praxisanwendungen in die Auswertung aufzunehmen. Neben der Ermittlung der Einsatzszenarien wurden Abweichungen hinsichtlich der Inhalte des Innovationsportfolios aufgezeigt und diskutiert. Die Anwendungsvielfalt der Design Thinking Methode aufzuzeigen und in diesem Zusammenhang mögliche Herausforderungen aufzudecken, könnte zukünftige Entscheidungsprozesse, in Bezug auf die Methodenauswahl, evidenzbasiert unterstützen und bestenfalls motivierend wirken, der umgebenden Komplexität positiv entgegen zu blicken.
Forschungsbeschränkungen: Die Auswahl der Dokumente begrenzte sich auf informationswissenschaftliche Fachartikel und Projektberichte. Die Praxisrelevanz stand im Vordergrund, und so wurde Literatur, die inhaltlich nur über die Design Thinking Methode berichtete, ausgeschlossen. Die Fachartikel wurden in englischer oder deutscher Sprache veröffentlicht und mussten ein Peer-Review-Verfahren durchlaufen haben.
Informationskompetenz entwickelt sich zunehmend zu einer Schlüsselqualifikation für die Meisterung gegenwärtiger Alltags- und Arbeitssituationen. Die Vermittlung von Informationskompetenz wird dabei zu einer Kernaufgabe von Bibliotheken deklariert.
Mit der vorliegenden Bachelorarbeit wird untersucht, ob sich Öffentliche Bibliotheken als kommunale Kooperationspartner der Jobcenter an der Förderung der Informationskompetenz von Arbeitslosen (ALG II) in der Bundeshauptstadt Berlin beteiligen können. Diesbezüglich wurden Experteninterviews mit den Leitungen von drei Bezirkszentralbibliotheken durchgeführt und qualitativ ausgewertet.
Richard David Lankes‘ New Librarianship verfolgt das Ziel eines partizipatorischen Bibliothekswesens, welches auf Gordon Pasks Conversation Theory fußt. Bibliotheken fördern in diesem Konstrukt die Wissensgenerierung innerhalb ihrer Community und verbessern damit gleichzeitig die Gesellschaft. Die Bibliothekarinnen nehmen im New Librarianship eine proaktive Rolle ein. Analysen deutscher Bibliotheken auf Grundlage von Lankes Theorien fehlen bisher.
Die vorliegende Arbeit schließt einen Teil dieser Lücke und beantwortet die Frage, welche Position deutsche Behördenbibliotheken im Gefüge des New Librarianships einnehmen. Ferner werden Handlungsmöglichkeiten skizziert, welche den partizipatorischen Ansatz in Behördenbibliotheken einbinden. Sie dienen als Denkanstoß und Diskussionsgrundlage für die Praxis.
Mithilfe der Fallstudie wird die konkrete Arbeitsweise von Behördenbibliotheken beleuchtet. Anhand von Beiträgen der Fachliteratur, Beobachtungen in der natürlichen Fallumgebung und Kurz-Interviews werden Services und Merkmale von Behördenbibliotheken in Hinblick auf die Forschungsfrage analysiert.
Lankes überwiegend theoretische Vorgehensweise, seine dem New Librarianship innwohnende Euphorie sowie der fehlende Bezug zu deutschen Bibliotheken erschweren die Übertragung auf die hiesige Bibliothekslandschaft. Nichtsdestotrotz formt New Librarianship eine Grundlage für die zukünftige Arbeit von Behördenbibliotheken in Deutschland.
Kontroverse Literatur der Neuen Rechten in den Beständen öffentlicher Bibliotheken in Deutschland
(2019)
Seit den letzten Jahren kommt es auf dem deutschen Buchmarkt vermehrt zum Erscheinen von sich zu Bestsellern entwickelnden Büchern, deren Inhalt als politisch rechts eingeschätzt und in der Öffentlichkeit kritisiert wird. Die Frage des Umgangs mit dieser Literatur beschäftigt derzeit nicht nur Buchmessen und Buchhandlungen, sondern auch öffentliche Bibliotheken in einem verstärkten Maße. So erscheinen seit Monaten immer wieder Beiträge zu diesem Thema über verschiedene Medienkanäle der Bibliotheksszene. Ihren vorläufigen Höhepunkt erreichte die bibliothekarische Debatte in Form von zwei Podiumsdiskussionen im Juni 2018 auf dem Bibliothekartag in Berlin, an der eine Vielzahl an Bibliothekarinnen und Bibliothekaren teilnahm. Aufgrund des differenten Meinungsbilds innerhalb der bibliothekarischen Belegschaft stellt sich die Frage, wie momentan der Stand der Bereitstellung populärer aktueller umstrittener Literatur der Neuen Rechten in den Beständen öffentlicher Bibliotheken in Deutschland ist.
Die vorliegende Arbeit soll einen Beitrag zur angeführten Diskussion leisten, indem sie sich der Beantwortung dieser Forschungsfrage anhand der Durchführung einer Untersuchung widmet. Eine entsprechende Datenerhebung existiert bisher nicht. Das Ziel ist es, mithilfe des erarbeiteten Untersuchungsergebnisses Zusammenhänge zwischen der Bereitstellung populärer aktueller umstrittener Literatur der Neuen Rechten in den Beständen öffentlicher Bibliotheken in Deutschland und dem Auswahlverfahren im Bestandsaufbau der einzelnen Bibliotheken, deren regionalen Verteilung sowie dem Auftreten von Bibliothekszensur aufzuzeigen.
Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem aktuellen Informationsverhalten der Medizinstudierenden und fokussiert sich dabei – um eine tiefergehende Analyse zu ermöglichen – auf eine Hochschule, die Charité Berlin. Das Thema wird nicht mit quantitativen Methoden behandelt, sondern durch die Analyse einzelner Fälle (qualitativ) bearbeitet. Dabei kommen Experteninterviews zum Einsatz, die anschließend mit der qualitativen Inhaltsanalyse ausgewertet werden. Die Arbeit konzentriert sich nur auf den Typ Student und schließt Ärzte und anderes Gesundheitspersonal aus, grenzt dabei jedoch nicht auf ein bestimmtes Studienjahr ein, sondern untersucht Fälle aus verschiedenen Semestern. Zudem konzentriert sich die vorliegende Untersuchung nicht auf den Gebrauch eines bestimmten Ressourcentyps oder Informationskanals, sondern untersucht den gesamten Prozess der Informationssuche. Dabei nimmt sie auch die kritische Reflektion des eigenen Verhaltens und die Gründe für derartiges Handeln, das Verständnis von Informationskompetenz sowie Selbsteinschätzungen bezüglich des eigenen Umgangs mit Informationen in den Blick. Außerdem werden die Rolle der Bibliothek aus Sicht der Studierenden und Unterstützungsbedarfe für die Informationssuche behandelt. Die Arbeit hat zum Ziel, Erkenntnisse über das momentane Informationsverhalten der Zielgruppe Studierende der Humanmedizin an der Charité Berlin zu gewinnen und Verhaltensmuster und Informationsbedarfe – auch in Bezug auf verschiedene Fachsemester - abzuleiten. Mit den gewonnenen Erkenntnissen sollen die medizinischen Bereichsbibliotheken der Charité bei der Entwicklung und Anpassung von Angeboten unterstützt werden. Die Ergebnisse können nicht als repräsentativ betrachtet werden, sind jedoch eine Basis für weiterführende Untersuchungen in diesem Forschungsfeld.
Die Mehrheit der europäischen Länder verfügt über ein Bibliotheksgesetz, welches Bibliotheken absichert. Obwohl bereits sehr viel länger Notwendigkeit gesetzlicher Regelungen für Bibliotheken diskutiert wurde, verabschiedete Deutschland bisher kein entsprechendes Gesetz.
Stattdessen ist es seit der Föderalismusreform (2006) vollständig den Ländern überlassen Kultur- und Bildungsangelegenheiten, zu denen Bibliotheken zweifellos zählen, innerhalb ihres Verwaltungsgebietes gesetzlich abzusichern. Stand jetzt wurde dies jedoch nur von fünf Bundesländern durch ein Bibliotheksgesetz bewerkstelligt. Die vorliegende Arbeit untersucht hauptsächlich anhand von Drucksachen und Plenarprotokollen, welche Faktoren eine Verabschiedung begünstigten und welche Faktoren vielleicht auch einen negativen Einfluss hatten. Die untersuchten Faktoren wurden im Vorfeld festgelegt, basierend auf reinen Vermutungen. Im ersten Abschnitt der Arbeit wird ein kurzer Überblick gegeben, was Bibliotheksgesetze sind. Dazu kommt ein kurzer Abriss der bisherigen Prozesse in den einzelnen Bundesländern. Im zweiten Abschnitt folgt die eigentliche Analyse. Untersucht werden eventuelle Auslöser einer Diskussion, aber auch an dem Prozess Beteiligte. Ebenso folgt eine Überprüfung des Inhalts von bereits existierenden Gesetzen und eingereichten Entwürfen. Zuletzt werden
Argumente der Akteure für oder gegen ein Bibliotheksgesetz genauer untersucht. Nach diesem Abschnitt folgt eine Zusammenfassung, welche Faktoren positiv einwirken und welche eher negativ.