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Das vorliegende Rahmenkonzept adressiert die Herausforderungen zum Erhalt des digitalen kulturellen Erbes im Land Brandenburg. Es wird ein explizit kulturspartenübergreifender Ansatz vorgestellt, welcher für alle Institutionen offen sein soll. Das Konzept basiert auf inhaltlicher Ebene auf den Anforderungen der einzelnen Kultursparten im Umgang mit digitalem Kulturgut. Auf der technischen Ebene werden u.a. das OAIS-Referenzmodell und andere etablierte Standards, für die infrastrukturelle Umsetzung vorausgesetzt. Organisatorisch wird davon ausgegangen, dass die potentiell hunderte von Einrichtungen im Land Brandenburg durch eine regionale Verbundorganisation zusammengefasst und über eine Ebene der Datenaggregation an ein zentrales Digitale Magazin angebunden werden müssen.
Das Konzept enthält grundsätzliche Aussagen zum digitalen Kulturerbe und digitaler Archivierung. Zudem werden sowohl Beispiele für Lösungsansätze in anderen Bundesländern vorgestellt, als auch praxisbezogene Beispiele für Volumenabschätzungen gegeben.
Mit dem Rahmenkonzept legt der Arbeitskreis Brandenburg.digital die Erweiterung des Digitalisierungskonzeptes „Die digitale Präsentation von Kulturerbe im Land Brandenburg“ von 2014 um die Komponente der digitalen Archivierung vor.
While digitalization opens up new possibilities for cultural heritage and tourism it also brings new challenges. Initiatives such as “Europeana”, an internet portal for cultural heritage within the European Union, support institutions with the display of their collections. National initiatives complement these efforts. This report describes initiatives and projects for generating and sustaining digital cultural heritage resources in the German state of Brandenburg. With the cultural heritage distributed throughout the state and managed by hundreds of institutions, the task of digitalization is a common challenge for all of these institutions. Digitalization and digital sustainability is limited by shortcomings in areas of human resources, knowledge and IT infrastructure. In light of these limitations, the cultural heritage community addresses challenges with an interdisciplinary approach. It is based on a collaborative model with four levels: (1) a statewide strategy of an interdisciplinary task force; (2) cooperative projects; (3) cooperative IT infrastructure; and (4) an overall coordination. The priorities are: (1) creating and displaying digital content; (2) establishing best practices and workflows; (3) developing cooperative infrastructures for sustainment. Since 2012, several projects have been implemented based on that collaborative model. More than 50 participating institutions benefited from cooperative planning, managing, digitizing and digital presentation. With regard to the third priority, the task force’s next step is finding solutions for digital preservation. Considering the lack of funding and resources in the cultural heritage sector, options for creating and sustaining digital resources are limited. Digital cultural heritage requires interdisciplinary thinking, cooperative initiatives, reliable IT infrastructures and additional funding.
Im Land Brandenburg gibt es eine Initiative zur Verbesserung der Beteiligung kleinerer Einrichtungen des kulturellen Erbes an der digitalen Präsentation. Diese gründet sich auf vier Säulen. Die erste ist der kulturspartenübergreifende »Arbeitskreis Brandenburg. digital«, der sich strategischer und konzeptioneller Grundlagenarbeit annimmt. Fachverbände bilden die zweite Säule und entwickeln kooperative Projekte. Größere Institutionen bilden zur Umsetzung der Projekte mit ihrer Kompetenz und Infrastruktur die dritte Säule. Als vierte Säule unterstützt die »Koordinierungsstelle Brandenburg-digital« die Kooperationspartner in Fragen der Planung und Umsetzung der Projekte. Mit Fördermitteln des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg werden die Umsetzungen der Projekte und der Betrieb der Koordinierungsstelle ermöglicht.
In this article we describe a concept for the digital preservation of the cultural heritage of smaller cultural institutions without their own infrastructure, in order to preserve and use digital objects in the long term. For this purpose, a digital archive will be extended by a pre-ingest component, which will aggregate the digital objects of the cultural institutions and provide access to the archived information. The proposed system for distributed digital preservation can be described by an extended Open Archive Information System (OAIS) reference model—the Outer-Inner OAIS (OO-IO) model. In the Federal state of Brandenburg there are about 340 archives, museums and libraries. Most of them are rather small but of great significance for cultural heritage. The digital preservation of data and information is therefore one of the biggest challenges. Unfortunately, smaller institutions often lack the knowledge and the resources to meet this challenge. The described approach supports these cultural and research institutions in their efforts to preserve cultural heritage.
Im Bestand des Archivs und der Bibliothek der Kirchenprovinz Sachsen in Magdeburg befinden sich zwölf Kirchenbücher der ehemaligen Wallonisch-Reformierten Gemeinde Magdeburg. Diese enthalten Eintragungen aus dem Zeitraum von 1734 bis 1942. Zum Ende des Zweiten Weltkrieges kam es zu mehreren Luftangriffen auf Magdeburg mit schweren Schäden im gesamten Stadtgebiet, bei denen auch kirchliche Gebäude beschädigt wurden. Im Zuge der vielen daraus resultierenden Brände wurden auch die Kirchenbücher stark geschädigt. Nach Bergung wurden die Objekte über 70 Jahre im landeskirchlichen Archiv verwahrt. Der Zustand ließ weder eine inhaltliche Erschließung noch eine Nutzung jeglicher Art zu.
Ende 2012 wurde an der Fachhochschule Potsdam die Koordinierungsstelle Brandenburg-digital eingerichtet. Sie wird durch das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg gefördert. Ihre Hauptaufgabe besteht darin, brandenburgische Digitalisierungsprojekte beratend zu unterstützen. Ein Arbeitskreis Brandenburg.digital, mit Vertretern aller Kultursparten, bildet die Basis eines Kooperations- und Kompetenznetzwerks für die Vermittlung von Kultureinrichtungen an regionale Kooperationspartner. Neben der regionalen Verankerung bestehen kooperative Verbindungen zu Einrichtungen in anderen Bundesländern und zum Netzwerk der Deutschen Digitalen Bibliothek.
Brandenburg.digital
(2016)
Im Land Brandenburg liegt die Überlieferung des kulturellen Erbes zum wesentlichen Teil im Aufgabenbereich von mehr als 80 Archiven1, 140 Bibliotheken und 150 Museen. Diese Zahlen beziehen sich zumeist auf Einrichtungen mit fest angestelltem Personal. Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl von ehrenamtlich betriebenen Einrichtungen. Beispielgebend hierfür nennt der Museumsverband des Landes Brandenburg e.V. (MVB) eine Gesamtzahl von 400 Museen für das Jahr 2009.
Auf der Denkmalliste des Landes Brandenburg befinden sich über 24000 Objekte. Größere zusammenhängende Bestände bzw. Sammlungen sind in relativ wenigen Institutionen vorhanden, wie dem Brandenburgischen Landeshauptarchiv, dem Kunstmuseum Dieselkraftwerk Cottbus (dkw.), der Stadt- und Landesbibliothek Potsdam (SLB) oder der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG). Diese Situation resultiert aus den politischen Neuordnungen nach 1945 und 1990 mit der Ausgliederung Berlins und damit vieler historischer Bestände aus Brandenburg.
Vor diesem Hintergrund und mit Blick auf das Subsidiaritätsprinzip können der Landtag und das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur (MWFK) des Landes Brandenburg nur für die landeshoheitlichen Teile am Kulturerbe politische Rahmenvorgaben oder Zielsetzungen für die Digitalisierung festlegen. In der „Kulturpolitischen Strategie 2012“ finden sich daher grundsätzliche Aussagen zur Digitalisierung, wie die Förderung der kulturellen Teilhabe der Brandenburgerinnen und Brandenburger oder die Sicherung und Stär-kung der kulturellen Infrastruktur.
Da das Land Brandenburg als Kulturland insbesondere durch die Diversität der im Land verteilten Einrichtungen und Kulturgüter gekennzeichnet ist, liegt die digitale Präsentation dieser Diversität auch im Interesse des Landes.
Die sich in immer kürzeren Zyklen verändernden digitalen Rahmenbedingungen bieten Kultureinrichtungen neue Chancen und stellen gleichzeitig große Herausforderungen für die damit verbundenen Anpassungsprozesse dar. Jede Kultureinrichtung hat dabei einen individuellen, konkreten Handlungsrahmen, in welchem die kulturelle Aufgabe realisiert wird, so auch die Bibliotheken. Im Land Brandenburg wurden kulturpolitische Rahmenbedingungen auf strategischer und konzeptioneller Ebene neu ausgerichtet. Mit einer neuen Förderlinie steht ein umfassendes Förderwerkzeug zur Verfügung. Für die Förderung von Digitalisierungsmaßnahmen spielen dabei institutionelle Digitalstrategien eine Schlüsselrolle. Der Beitrag ordnet die Richtlinie in diesem Kontext kurz ein.
KEW@T ist ein anwendungsorientiertes Forschungsprojekt zur Verknüpfung von digitalen Inhalten aus den Bereichen digitales Kulturerbe und Kulturtourismus am Beispiel des Landes Brandenburg. Das Projekt, welches in Kooperation mit der Tourismus Marketing Brandenburg GmbH durchgeführt wurde, wird aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und des Landes Brandenburg gefördert.