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Citizen Social Science
(2019)
Mehrgenerationenwohnen
(2019)
Die Broschüre soll ein Ratgeber und Handbuch für Interessierte sein, die in einem Mehrgenerationenwohnprojekt leben wollen. Im Mittelpunkt stehen Gruppenprozesse sowie die Herausforderungen der Selbstorganisation von Gemeinschaften. Auch für bereits bestehende Wohnprojekte kann die Broschüre Hilfestellungen und Entwicklungsanstöße liefern. Eine lebendige Hausgemeinschaft mit funktionierenden Projektstrukturen und einer unterstützenden Praxis erfordert kontinuierliches Hinterfragen und Aushandeln des gemeinsamen Zusammenlebens, der Selbstorganisation, aber auch zukünftiger Entwicklungsperspektiven. Diese Broschüre will hierzu vielfältige Anregungen geben. Sie ist das Ergebnis eines dreijährigen Praxisforschungsprojekts zu Gemeinschaft und Mehrgenerationalität in und mit selbstorganisierten Wohnprojekten an der Fachhochschule Potsdam.
Der vorliegende Leitfaden ist das Ergebnis eines dreijährigen Forschungsprojektes an der Fachhochschule Potsdam, das sich mit Prozessen der Gemeinschaftsbildung und -verstetigung in mehrgenerationalen Wohnprojekten in Brandenburg beschäftigte. Zusammen mit Akteurinnen und Akteuren aus selbstorganisierten und trägerinitiierten Mehrgenerationenwohnprojekten wurde untersucht, wie Gemeinschaft in diesen Hausprojekten hergestellt und verhandelt wird. Dieser Leitfaden richtet sich erstens an Wohnungsbaugesellschaften, die überlegen, Mehrgenerationenwohnprojekte mit in ihr Portfolio aufzunehmen, zweitens an Sozialprojekte, die an einer Stärkung des sozialen Zusammenhalts in bestehenden Wohnbausiedlungen interessiert sind und die Gemeinschaftsbildungsprozesse begleiten wollen, sowie drittens an Mieterinitiativen, Mieterinnen und Mieter, die in ihren Wohnanlagen die Gemeinschaft stärken und Intergenerationalität praktisch leben wollen. Der Schwerpunkt des Leitfadens liegt auf der schrittweisen Umsetzung eines Mehrgenerationenwohnprojektes, insbesondere auf der Gestaltung der Gruppenprozesse mit dem Ziel einer solidarischen Hausgemeinschaft.
Wahrheit und Vernunft : das Research Forum als methodologischer Rahmen partizipativer Forschung
(2021)
Peer Research ist eine partizipative Forschungsmethode und bedeutet die aktive Beteiligung der Forschungsteilnehmer_innen am Forschungsprojekt. Im Rahmen der Kinder- und Jugendforschung begegnet Peer Research der Herausforderung adulter Zurichtung des Forschungsgegenstands. Sie bietet den jungen Peer Researchern die Möglichkeit, ihre Perspektiven einzubringen und den Forschungsprozess mitzubestimmen. Die vorgestellte Studie zur Situation unbegleiteter minderjähriger Geflüchteter in Brandenburg nutzt die Peer Research-Methode, um sich der Subjektperspektive und der Lebenswelt unbegleiteter minderjähriger Geflüchteter partizipativ anzunähern. Der Beitrag berichtet aus dem konkreten Forschungsalltag des Projekts, indem beispielhaft die partizipative Erarbeitung der zentralen Forschungsthemen mit den Jugendlichen vorgestellt wird. Darüber hinaus sollen die Potentiale und Fallstricke von Peer Research anhand des Forschungsprojekts diskutiert und es soll die Frage erörtert werden, welche Erkenntnisprozesse mit anderen qualitativen Methoden nicht oder nur in Ansätzen erfolgt wären.
Ethnografie
(2020)
Ethnografie ist in der akademischen Psychologie aufgrund der Eliminierung von Subjektivität und Lebenswelt nach wie vor eine vernachlässigte Methode. Ethnografie könnte – so die These im 1. Abschnitt – durch ihre Qualifikation als Feldforschung einen Beitrag zu einer stärkeren Orientierung der Psychologie auf reale Situationen und Handlungen in gesellschaftlichen Kontexten leisten. Ohne den Status eines anerkannten Verfahrens zu haben, lassen sich im 2. Abschnitt jedoch eine Vielzahl an Bezügen auf die Ethnografie historisch herausarbeiten. Im 3. Abschnitt wird gezeigt, dass über die Feldforschung hinaus der multi-modale Einbezug des diversen Angebots an Methoden der empirischen Sozialforschung wichtig ist, um eine Kontextualisierung der Forschung in der Sozialwelt zu bewerkstelligen. Entlang der zentralen Stationen werden im 4. Abschnitt typische Herausforderungen des ethnografischen Forschungsprozesses skizziert – vor allem: Feldzugang, Forschungsrollen, Datenerhebung und -auswertung sowie das Schreiben. Ethnografie erfordert, so wird am Ende aufgewiesen, eine gesonderte (meta-)theoretische Rahmung, damit diese sich in einer genuin sozialwissenschaftlichen Psychologie verorten lässt.
Partizipative Forschung
(2020)
Um einen Überblick über den Forschungsstil der partizipativen Forschung zu ermöglichen, wird zunächst die Entstehungsgeschichte nachgezeichnet, die stark durch einen politischen Anspruch geprägt ist. Das gleichberechtigte Miteinander der unterschiedlichen Forschungspartner/innen und die Analyse der Machtstrukturen stellen zentrale Elemente dar. Die Eröffnung eines kommunikativen Raumes, in dem Perspektivenverschränkung und Selbstreflexion möglich sind, wird daher als Ort der gemeinsamen Forschung angestrebt. Dafür ist es auch notwendig, die Kontextbedingungen der Forschung kontinuierlich zu reflektieren. Sowohl Datenerhebung als auch Datenauswertung sollen im Idealfall gemeinsam stattfinden. In diesem Rahmen kann sich dann ein spiralförmiger Forschungsprozess entwickeln, der so lange fortgesetzt wird, bis ein für alle Teilnehmenden befriedigendes Ergebnis erreicht ist.
Stefan Thomas führt in seinem Beitrag in die Grundlagen ethnografischer Forschung ein, die auf eine Aneignung sozialer Lebenswelten zielt. Obwohl teilnehmende Beobachtung im Mittelpunkt ethnografischer Feldforschung steht, bedient sich diese dem gesamten Arsenal empirischer Methodik – von Gesprächen und Interviews über die Analyse von Dokumenten bis hin zu standardisierten Fragebögen. Neben praktischen Hinweisen und möglichen Problemen beim Feldzugang, der Datenerhebung und -auswertung, diskutiert Thomas insbesondere das Verhältnis von Theorie und Empirie im Rahmen einer kritischen Ethnografie. Während kritischer Psychologie häufig eine Theorielastigkeit zu eigen ist und ethnografische Forschung sich bisweilen in Trivialitäten verliert, muss es kritischer Ethnografie gerade um eine angemessene Vermittlung (kritischer) Sozial- und Gesellschaftstheorie und Empirie gehen. Ethnografie benötigt dazu den Rückgriff auf Theorie, um nicht bei der ‚Kritik des Alltags‘ stehen zu bleiben. Demgegenüber liefert die empirische Sozialwelt zugleich das normative Fundament jeder – auch sozialwissenschaftlichen – Kritik. Würde sich die Psychologie stärker zur ethnografischen Feldforschung öffnen, könnte sie nicht nur an Lebens- und Alltagsweltnähe gewinnen, sondern sich auch endlich wieder den sozialwissenschaftlichen Nachbardisziplinen annähern.
Diese Einführung in die Ethnografie wendet sich an alle Sozialwissenschaftler*innen, die ethnografisch forschen wollen. Ethnografie ist im strikten Sinne als Feldforschung zu verstehen. Ethnografisch Forschende müssen sich hinaus in die Sozialwelt wagen. Aus diesem Grund ist Ethnografie immer zuerst teilnehmende Beobachtung. Zugleich lässt sich diese im Rückgriff auf den empirischen Werkzeugkoffer durch eine Vielzahl an methodischen Zugängen erweitern. Wichtig ist zudem die Konzentration auf den Gegenstand beim Schreiben. In dem Buch werden entlang der typischen Stationen des Forschungsprozesses die Herausforderungen der ethnografischen Feldarbeit dargestellt. Die Einführung möchte gleichzeitig praktisch sein, indem konkrete Umsetzungsperspektiven aufgezeigt werden. Am Ende sollten Leser und Leserin soweit vorbereitet sein, um ein eigenes Ethnografieprojekt durchführen zu können.