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Deutschland steht vor der Herausforderung, inklusive Bildungsstrukturen für junge Geflüchtete bereitzustellen. Dies betrifft nicht zuletzt das Ausbildungssystem. In unserem Reallaborprojekt laeneAs (Ländliche Bildungsumwelten junger Geflüchteter in der beruflichen Ausbildung) fokussierten wir Bildungsbarrieren und Möglichkeiten der Praxistransformation für junge Auszubildende mit Fluchterfahrung in ländlichen Regionen. Theoretisch und methodologisch basiert unsere Studie auf der begrifflichen und konzeptionellen Darstellung von „Bildungsumwelten“ als formale, informelle und non-formale Vernetzungen mit den Lebenswelten von Auszubildenden. Die Ergebnisse von laeneAs verweisen auf drei wesentliche Bereiche relevanter Barrieren, die in den Reallaboren ko-konstruiert wurden: infrastrukturelle und kulturelle Barrieren, Alltagsprobleme, die sich in Berufsschulen und Betrieben zeigen und restriktive Einwanderungspolitiken. Aufbauend auf der Darstellung und Diskussion dieser Barrieren zeigen wir konkrete Beispiele gemeinsamer Praxisinnovation auf. Möglichkeiten und Grenzen der ko-konstruktiven Bildungstransformation verdeutlichen sich in laeneAs. Ein Verständnis für die interagierenden und miteinander verwobenen Barrieren in den Bildungsumwelten ist zentral, um überhaupt die Komplexität der wirksamen negativen Mechanismen adäquat zu erfassen und Praxistransformation entsprechend zu gestalten. Mit Blick auf die Adressierung strukturell verankerter Bildungsbarrieren, Praxisentwicklung ohne ausreichende Ressourcen und Transformationsbarrieren durch institutionelle Logiken und Konservatismen, zeigen sich Grenzen der Praxistransformation. Durch eine forschungsstrukturell umgesetzte Ressourcenausstattung auf Seiten der Praxispartner*innen könnten Praxis- und Erkenntnisziele sowie die nachhaltige Etablierung der Praxisinnovationen besser in Einklang gebracht werden.
Praktiker*innenhandbuch: Gute Praxis für eine gelingende Berufsausbildung geflüchteter Menschen
(2024)
Introduction: As a result of the large-scale arrivals of refugees and migrants, Germany is facing the challenge of providing inclusive education pathways not at least for a successful integration into the labor market. In our research project laeneAs (Ländliche Bildugnsumwelten junger Geflüchteter in der beruflichen Ausbildung/The Rural Educational Environments of Young Refugees in Vocational Training), we focus on educational barriers and good practices within the vocational education and training system (VET) for refugees in rural counties. In particular, racism and discrimination are significant barriers to refugee participation in society and education. Our contribution addresses the following research question: How is educational inclusion discussed and defined in and through real-world labs among stakeholders in four rural districts: social workers, educators, policymakers, administration, and young refugees?
Methods: We initiated real-world labs as a space for collaborative research, reflection, and development to promote inclusive pathways for young refugees in vocational education and training in four research sites. We used futures labs as a method to identify key challenges and develop action plans as an activating method with stakeholders and refugee trainees. Our data consisted of audio recordings of group discussions in the real-world future labs, which were analyzed using deductive content analysis.
Results: The analysis identified the following areas as important barriers to education and for practice transformation: (1) infrastructural and cultural barriers; (2) day-to-day problems in vocational schools and companies (3) restrictive immigration policies and regulations.
Discussion: Educational barriers are imbedded in a contradictory immigration regime with reciprocal effects so that refugee trainees have difficulties in completing their education and further their social inclusion. On the other side of this contradictory immigration regime, social work and social networks provide fundamental support in obtaining a vocational qualification.
Partizipative Forschung adressiert Co-Forschende im Feld als Expert:innen sozialer Handlungspraxen und lebens- und alltagsweltlciher Wissensbestände und lädt zur methodischen und inhaltlichen Mitgestaltung von Forschung ein. Die gemeinsame Wissensgenerierung von akademischen Berufsforschenden und (von Rassismuss betroffenen) Co-Forschenden zeigt sich herausfordernd, da intersektionale Machthierarchien auch diese Interaktionen durchdringen. Partizipative Rassismusforschung brigt dennoch eine Chance, durch die Eröffnung kommunikativer Räume erweiterte Erkenntnisse zu den Strukturbedingungen von Rassismus zu generieren und Ermächtigungsprozesse bei Co-Forschenden anzustoßen. Der Beitrag zeigt zentrale Merkmale partizipativer Rassismusforschung auf und diskutiert wesentliche Herausforderungen und Möglichkeiten solcher auf gegenseitige Artikulation und Verständigung basierender Wissensprozesse.