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Forschungsdatenmanagement ist ein informationswissenschaftliches Thema, das kontinuierlich an Bedeutung gewinnt. Zur Abgrenzung von Arbeitsschwerpunkten für Informationswissenschaftler/innen wurde ein aktuelles Stellenanzeigenkorpus mit Bezug zum Forschungsdatenmanagement (FDM) ausgewertet und in einem erweiterten Forschungsdatenlebenszyklus verortet. Dieser Praxisrepräsentation wurde eine Literaturanalyse gegenübergestellt. Die abschließende Zusammenführung und Auswertung innerhalb des Forschungsdatenlebenszyklus zeigt eine hohe Kongruenz der Schwerpunktverteilung zwischen Theorie und Praxis.
Die Landesinitiative Forschungsdatenmanagement in Brandenburg (FDM-BB), ein Verbund der acht forschenden staatlichen Hochschulen Brandenburgs, verfolgt seit 2019 das Ziel, nachhaltiges Forschungsdatenmanagement in Brandenburg zu institutionalisieren. Dazu wurde zu Projektbeginn eine Umfeldanalyse regionaler und (inter-)nationaler Forschungsdaten-Initiativen und Projekte sowie eine Bedarfserhebung zum Forschungsdatenmanagement an den einzelnen Hochschulen durchgeführt. Basierend auf diesen umfassenden Vorarbeiten konkretisierte die Landesinitiative Handlungs- und Implementierungsempfehlungen für das FDM in Brandenburg. Zur Verankerung eines institutionalisierten und nachhaltigen Forschungsdatenmanagements in Brandenburg ist ein Projektantrag gestellt worden, der eine anteilige Förderung durch BMBF und MWFK vorsieht. Innerhalb der Projektlaufzeit sollen, koordiniert durch die Landesinitiative FDM-BB, insbesondere lokale FDM-Kompetenzen an den einzelnen Hochschulen aufgebaut und verstetigt sowie kooperative FDM-Dienstleistungen und IT-Dienste bereitgestellt werden.
Digitale Forschungsdaten gewinnen zunehmend an Bedeutung und stellen neue Herausforderungen an wissenschaftliche Einrichtungen und ihre Forschenden. Der Begriff Forschungsdatenmanagement umfasst alle Aktivitäten, die mit der Aufbereitung, Speicherung, Archivierung und Veröffentlichung von Forschungsdaten verbunden sind. Da der Umgang mit Forschungsdaten generische, fachliche, rechtliche und technische Aspekte betrifft, erfordert es eine Begleitung der Forschenden durch ein umfangreiches Spektrum an Services, von Information und Beratung bis hin zu fachspezifischen Standards und IT-Infrastrukturen.
Im vorliegenden Bericht werden zunächst die Ausgangslage und die Begrifflichkeiten rund um Forschungsdatenmanagement geklärt und anschließend die wichtigsten nationalen und internationalen Strategien und Entwicklungen vorgestellt. Dabei bilden Richtlinien und Empfehlungen für Forschungsdaten(management) den Handlungsrahmen für alle Beteiligte hin zu einem nachhaltigen Forschungsdatenmanagement. Bundeslandinitiativen schaffen die Grundlage und unterstützen den Kulturwandel zu offenen Daten.
Eine Forschungsdaten-Strategie für Brandenburg muss die Bedeutung von digitalen Forschungsdaten als wissenschaftliches Gut in den Vordergrund stellen, indem dafür das Bewusstsein geschaffen wird und konkrete Vorgaben und Leitlinien auf Landes- und Einrichtungsebene vereinbart werden. Gute wissenschaftliche Praxis wird durch eine geeignete Infrastruktur unterstützt, welche die heterogenen Bedarfe und Voraussetzungen aller Beteiligten berücksichtigt. Ziele sollten die Institutionalisierung von Forschungsdatenmanagement an den Hochschulen und Kooperationen zwischen den Einrichtungen Brandenburgs sein.
Dieser Bericht nimmt die Institutionalisierung von Forschungsdatenmanagement (FDM) an den staatlichen Hochschulen Brandenburgs in den Blick. Er soll zur Beantwortung der folgenden Fragen beitragen: Warum wird FDM dort institutionalisiert? Wie wird FDM dort institutionalisiert? Welche Herausforderungen für eine weitere Institutionalisierung bestehen und wie kann ihnen begegnet werden? Zur Erhebung des Status Quo und zur Identifikation von Anforderungen und Weiterentwicklungspotenzialen wurde deshalb eine Organisationsuntersuchung durchgeführt. Untersuchung ist neben der Einhaltung wissenschaftlicher und professioneller Standards auch dem Anwendungsbezug der Ergebnisse, deren Anwendbarkeit im Kontext und der Partizipation der Beteiligten verpflichtet. Da es sich um ein für die betrachteten Einrichtungen noch vergleichsweise neues Themengebiet handelt, wurde ein exploratives Forschungsdesign unter Einsatz qualitativer Methoden gewählt. Grundlage der Ergebnisse sind ein Auftaktworkshop unter Beteiligung der Hochschulen, eine Dokumentenanalyse und 16 leitfadengestützte Expert*innen-Interviews auf Arbeits- und Leitungsebene der brandenburgischen Hochschulen. Die Ergebnisse werden anhand von vier Handlungsbereichen strukturiert vorgestellt: Relevanz von FDM und Institutionalisierung an den Hochschulen; Technologie und Infrastruktur; Personal und Qualifizierung; Organisation, Kooperation und Finanzierung. Dabei stellt der Bericht sowohl den Status Quo als auch die Ziele der Hochschulen sowie die Wünsche an eine Landesinitiative vor.
Im Projekt „Forschungsdatenmanagement in Brandenburg (FDM-BB)“ wurden grundlegende Erkenntnisse bezüglich der Anforderungen und des Status Quo im Bereich Forschungsdatenmanagement (FDM) an den acht brandenburgischen Hochschulen generiert mit dem Ziel, daraus konkrete Handlungs- und Implementierungsempfehlungen für Brandenburg abzuleiten.
Mit Hilfe von spezifischen Umfragen (FactSheets, FDM-Palette) an den Hochschulen und Interviews mit den anderen geförderten FDM-Bundeslandinitiativen konnte eine Priorisierung der nächsten Schritte auf dem Weg hin zu einem institutionellen und nachhaltigen Forschungsdatenmanagement identifiziert werden, die jeweils in den Verantwortungsbereichen der folgenden drei Akteursgruppen liegen: Ministerium für Wirtschaft, Forschung und Kultur in Brandenburg (MWFK), die einzelne Hochschule und für gemeinsame Maßnahmen die kooperative Umsetzung durch (fast) alle Hochschulen.
Zusätzlich wurden Implementierungsempfehlungen erarbeitet, wie der lokale Kompetenzaufbau an den einzelnen Hochschulen in Brandenburg, die kooperative Bereitstellung landesweit relevanter IT-Dienste und Dienstleistungen sowie die Koordinierung FDM-BB.
Ziel ist auch, für Brandenburg gemeinsam eine Forschungsdatenstrategie zu formulieren, die alle brandenburgischen Einrichtungen einbezieht und mit Hilfe von kooperativ verteilten Verantwortlichkeiten dem (noch) sehr dynamischen Thema Forschungsdatenmanagement gerecht werden kann.
Es ist mittlerweile national und international anerkannt, dass ein professionelles Forschungsdatenmanagement die Nachvollziehbarkeit und Nachnutzbarkeit von Forschungsdaten verbessert. Während Forschende hierzu auf eine stetig wachsende Zahl an Schulungs- und Qualifizierungsangeboten zurückgreifen können, sind Angebote für Studierende immer noch rar. Auch Qualifizierungsarbeiten für Master- und auch Bachelorabschlüsse nutzen und/oder produzieren Forschungsdaten, welche einen professionellen Umgang erfordern. Daher entwickelte die Landesinitiaitive Forschungsdatenmanagement in Brandenburg (FDM-BB), ein Verbund der acht forschenden staatlichen Hochschulen Brandenburgs, im Rahmen des Projektes IN-FDM-BB ein Konzept für einen Zertifikatskurs zum Forschungsdatenmanagement für Studierende. Basierend auf diesem Konzept fand der erste Zertifikatskurs im März 2023 als einwöchige Online-Spring-School statt. Elf Dozent*innen mit unterschiedlichem beruflichem Hintergrund (Forschung und Lehre, Forschungsservice, Bibliothek) betreuten im Rahmen dieses ersten Zertifikatskurses 30 Studierende, deren Leistung, je nach Prüfungsform, mit 2, 3, oder 4 ECTS anrechenbar war. Das Poster stellt das Schulungskonzept mit den zugrunde liegenden Konzepten vor und liefert einen ersten Erfahrungsbericht aus der Spring-School 2023.
Digital qualifiziertes Personal ist die Grundlage für eine zukunftsfähige Wissenschaftslandschaft. Die Omnipräsenz von digitalen Daten und Informationen, von Tools für Kommunikation und Kollaboration stellt nicht nur Wissenschaft und Forschung vor neue Herausforderungen, sondern die gesamte Gesellschaft. Überall bedarf es digitaler Kompetenzen, um mit den Möglichkeiten der digitalen Transformation bewusst und mündig umgehen zu können. Hier bietet die Informationswissenschaft gemeinsam mit der Informatik als Basiswissenschaft für alle Wissenschaften Ansätze und Lösungen, so zum Beispiel im Bereich Data Science und Data Stewardship. Basierend auf einem Diskussionspapier (Attallah et al., 2020) widmeten sich 19 Expert*innen im Kontext eines Interview-Podcasts der AG 6 „Digital qualifiziertes Personal“ der Allianz der Wissenschaftsorganisationen diesem komplexen Thema. Die 15 durchgeführten (Doppel-) Interviews bildeten die Basis für die Datengrundlage und wurden explorativ und softwaregestützt qualitativ analysiert. Ziel war die ergebnisoffene, aber möglichst umfängliche Abbildung und Analyse der von den Expert*innen angesprochenen Handlungsfelder, um unter anderem folgende Forschungsfragen beantworten zu können: Welche Kompetenzen werden für die digitale Qualifikation in den Wissenschaftsorganisationen benötigt? Welche Möglichkeiten und Verantwortlichkeiten für eine Kompetenzvermittlung gibt es? Welchen Beitrag können die Informationswissenschaften leisten?
Forschungsdatenmanagement (FDM) ist in der Fläche angekommen und in aller Munde. Überall in Deutschland, Europa und international werden FDM-spezifische Dienste und Services aufgebaut. Solche Strukturen auch an kleineren und mittleren Hochschulen dauerhaft anzubieten, ist aus unterschiedlichen Gründen herausfordernd und geht nur in enger Kooperation. Der Artikel beschreibt, wie die Hochschulen in Brandenburg den Weg hin zu einer Institutionalisierung von FDM beschreiten in einem Spannungsfeld, welches sich wie folgt darstellen lässt: So gemeinsam wie möglich - doch mit den lokalen Spezifika weiter im Blick.
Im Kontext der Digitalisierung und des Fachkräftemangels sehen sich Einrichtungen der Allianz der Wissenschaftsorganisationen mit Kernherausforderungen konfrontiert, die sie jetzt und in absehbarer Zukunft bewältigen müssen. Hochschulen und Forschungseinrichtungen sind in ihrer internationalen Wettbewerbsfähigkeit auf gut ausgebildetes Fachpersonal angewiesen. Um das deutsche Wissenschaftssystem zukunftssicher in der digitalen Transformation weiterzuentwickeln, hat die Schwerpunktinitiative “Digitale Information” der Allianz der Wissenschaftseinrichtungen die Arbeitsgruppe „Digital Qualifiziertes Personal” eingerichtet. Die Zielsetzung, adäquate Lösungsansätze für die identifizierten Qualifikationsfragen sowie zukunftsweisende Strategien zur Begegnung etwaiger Defizite in der Qualifikation der Mitarbeitenden zu entwickeln, hat die Arbeit der AG über fünf Jahre geprägt.
Das vorliegende Papier ist eine Zusammenschau der (Arbeits-)Ergebnisse. Der Schwerpunkt liegt auf der Diskussion von „Digitalen Kompetenzen“ und deren Bedeutung für die Bereiche Aus- und Weiterbildung sowie für Tätigkeiten in Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Dazu wird auf ein dreigliedriges Kompetenzmodell zurückgegriffen, welches von der Arbeitsgruppe entwickelt wurde.
Ein professionelles Forschungsdatenmanagement verbessert die Nachvollziehbarkeit und Nachnutzbarkeit von Forschungsdaten. Forschende können eine wachsende Zahl an Schulungs- und Qualifizierungsangeboten zum Forschungsdatenmanagement nutzen, um den professionellen Umgang mit Daten zu erlernen. Schulungsangebote richten sich meist an Promovierende, wissenschaftliches und forschungsunterstützendes Personal. Für Bachelor- und Masterstudierende gibt es kaum Angebote, obwohl Forschungsdaten häufig bereits im Rahmen von Abschlussprojekten und -arbeiten Grundlage ihrer Fragestellungen sind. Die Landesinitiative Forschungsdaten- management in Brandenburg (FDM-BB), ein Verbund der acht forschenden staatlichen Hochschulen Brandenburgs, entwickelte daher im Rahmen des Projekts IN-FDM-BB ein Konzept für einen Zertifikatskurs zum Forschungsdatenmanagement für Studierende. Der erste Zertifikatskurs wurde im März 2023 als einwöchige Online-Spring School mit 30 Studierenden und elf Dozierenden mit unterschiedlicher beruflicher Expertise (Forschung und Lehre, Forschungsservice, Bibliothek) durchgeführt und ist, je nach Prüfungsleistung, mit 2 bis 4 ECTS / Leistungspunkten anrechenbar. Der Artikel beschreibt organisatorische, formale, technische, didaktische und inhaltliche Aspekte des Zertifikatskonzepts und liefert einen ersten Erfahrungsbericht.