ADHS im bibliothekarischen Arbeitsumfeld - Herausforderungen und Strategien der Aufgabenbewältigung von Bibliothekspersonal und Potenziale zur besseren Unterstützung
- Zwei spezifisch bibliothekarische Herausforderungen konnten im Rahmen dieser Bachelorarbeit identifiziert werden, mit denen sich ADHS-Personen konfrontiert sehen: Die große Monotonie von u.a. Erfassungsarbeiten und unstrukturierte oder unübersichtliche Anleitungen und Regelwerke zur bibliothekarischen Arbeit.
Im Umgang mit monotonen Aufgaben gaben die befragten Personen einige Strategien an: Zum besseren Überblick wird eine immer sichtbare To-Do-Liste geführt, die ständig aktualisiert wird und bei der Priorisierung von Aufgaben hilft. Große oder langwierige Aufgaben werden in kleine Schritte oder Zeiteinheiten unterteilt, um diese in eine abwechslungsreiche Aufgabenabfolge einplanen zu können. Bei der Bearbeitung stellen Fokuszeiten im digitalen Kalender mit einer Erinnerungsfunktion ein wichtiges Werkzeug im Arbeitsalltag dar. Sie markieren die ADHS-Person für das Kollegium als beschäftigt und ermöglichen ein besseres Einlassen und Fokussieren auf die Aufgabe(n). Ein Hilfsmittel, um monotone Aufgaben zu bewältigen ist die NutzungZwei spezifisch bibliothekarische Herausforderungen konnten im Rahmen dieser Bachelorarbeit identifiziert werden, mit denen sich ADHS-Personen konfrontiert sehen: Die große Monotonie von u.a. Erfassungsarbeiten und unstrukturierte oder unübersichtliche Anleitungen und Regelwerke zur bibliothekarischen Arbeit.
Im Umgang mit monotonen Aufgaben gaben die befragten Personen einige Strategien an: Zum besseren Überblick wird eine immer sichtbare To-Do-Liste geführt, die ständig aktualisiert wird und bei der Priorisierung von Aufgaben hilft. Große oder langwierige Aufgaben werden in kleine Schritte oder Zeiteinheiten unterteilt, um diese in eine abwechslungsreiche Aufgabenabfolge einplanen zu können. Bei der Bearbeitung stellen Fokuszeiten im digitalen Kalender mit einer Erinnerungsfunktion ein wichtiges Werkzeug im Arbeitsalltag dar. Sie markieren die ADHS-Person für das Kollegium als beschäftigt und ermöglichen ein besseres Einlassen und Fokussieren auf die Aufgabe(n). Ein Hilfsmittel, um monotone Aufgaben zu bewältigen ist die Nutzung von Kopfhörern mit Musik oder Podcasts. Sie schaffen eine Arbeitsatmosphäre und blenden Ablenkungen aus. Am hilfreichsten ist die Möglichkeit als Team Aufgaben anzugehen und monotone Aufgaben abzugeben oder zu tauschen, um nach den eigenen Fähigkeiten arbeiten zu können.
Hinsichtlich unstrukturierter Arbeitsanleitungen und Regelwerke im bibliothekarischen Kontext gibt mehrere Wünsche, um diese anzupassen. Eine übersichtliche Formatierung, um die Inhalte schnell erfassen zu können, zusätzliche Hintergrundinformationen zum besseren Erlernen der Abläufe durch Kontext und die Nennung von Ansprechpersonen für Rückfragen oder eine Zusammenarbeit.
Im Allgemeinen ist das Schaffen einer Vertrauensbasis sehr wichtig. Die Leitungsebene ist hier in der Verantwortung die Neurodiversität auch als Teil der eigenen Diversitätsstrategie bei der Personalentwicklung zu begreifen. Zwei Maßnahmen legen dafür das Fundament. Zum einen die Weiterbildung des gesamten Personals hinsichtlich Neurodiversität und neurodivergenten Verhaltensmustern, um zu verhindern, dass diese negativ aufgefasst werden. Und zum anderen die Etablierung eines Prozesses, im Rahmen dessen ADHS-Personen, ohne die Befürchtung negativer beruflicher Konsequenzen, ihre Diagnose offenlegen und nach Anpassungen fragen können. Die transparente Kommunikation und Dokumentation dieses Prozesses im Voraus sind wichtig, damit Personen, die sich Unterstützung holen möchten, den Ablauf im Voraus einschätzen können.
Datenbasis dieser Arbeit sind vier qualitative Interviews mit ADHS-Personen, die in Bibliotheken arbeiten und welche inhaltlich analysiert wurden. Die homogene Zusammensetzung dieser Gruppe lässt Rückschlüsse auf die bestandsbezogenen Arbeitsbereiche in Bibliotheken zu, da die Hauptverantwortlichkeiten der befragten Personen in diesem Bereich liegen. Daher gibt es Lücken, was die Herausforderungen von ADHS-Bibliothekspersonal bei menschen- und verwaltungsbezogenen Aufgabenbereichen in Bibliotheken angeht.
Weitere Forschung könnte diese schließen und des Weiteren auch auf Herausforderungen bei ADHS-Leitungspersonal, langfristige Karriereverläufe. Von besonderem Interesse sind die ADHS-spezifischen Potentiale der Kreativität und des Hyperfokus im weiteren Forschungsverlauf, die viel Raum für Innovation im Bibliothekswesen bieten.…


| Verfasserangaben: | Juliana Kleist |
|---|---|
| URN: | urn:nbn:de:kobv:525-38923 |
| übersetzter Titel (Englisch): | ADHD in the library workplace – challenges and strategies for library staff in coping with their tasks, and potential for better support |
| Verlagsort: | Potsdam |
| Gutachter*in: | Thomas Jung |
| Betreuer: | Stephan BüttnerORCIDGND |
| Dokumentart: | Bachelorarbeit |
| Sprache: | Deutsch |
| Datum der Veröffentlichung (FHP OPUS): | 02.06.2026 |
| Jahr der Erstveröffentlichung: | 2025 |
| Veröffentlichende Institution: | Fachhochschule Potsdam |
| Titel verleihende Institution: | Fachhochschule Potsdam |
| Datum der Abschlussprüfung: | 19.03.2025 |
| Datum der Freischaltung: | 03.06.2026 |
| Freies Schlagwort / Tag: | ADHS; BA Bibliothekswissenschaft; Neurodivergenz; Neuroinklusion |
| GND-Schlagwort: | Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom; Bibliothek; Bibliothekspersonal; Arbeitsplatz; Neurodiversität; Inklusion <Soziologie> |
| Seitenzahl: | 164 |
| Fachbereiche und Zentrale Einrichtungen: | FB5 Informationswissenschaften |
| DDC-Klassifikation: | 000 Informatik, Informationswissenschaft, allgemeine Werke / 020 Bibliotheks- und Informationswissenschaften |
| 300 Sozialwissenschaften / 300 Sozialwissenschaften, Soziologie | |
| Open Access: | Diamond Open Access |
| Lizenz (Deutsch): | Creative Commons - CC BY - Namensnennung 4.0 International |
