Erfahrungen von Quereinsteiger:innen in deutschen Archiven - Eine qualitative Interviewstudie zum Berufseinstieg in Kommunalarchiven

  • Das deutsche kommunale Archivwesen ist vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und begrenzter Ausbildungskapazitäten in hohem Maße auf Quereinsteiger:innen angewiesen. Der archivfachliche Diskurs betrachtet dieses Phänomen bislang überwiegend defizitorientiert und konzentriert sich auf formale Qualifizierungsfragen, während die Perspektive der Betroffenen selbst empirisch unbearbeitet bleibt. Hier setzt die Arbeit an und untersucht die subjektiven Erfahrungen, Herausforderungen und Bewältigungsstrategien von Quereinsteiger:innen beim Berufseinstieg in Kommunalarchive. Grundlage des explorativen, qualitativen Designs bilden sieben problemzentrierte Interviews im gehobenen und höheren kommunalen Archivdienst, ausgewertet mittels strukturierender qualitativer Inhaltsanalyse nach Mayring. Die Befunde zeigen einen wiederkehrenden „Praxisschock": Eine historisch geprägte Erwartungshaltung kollidiert mit den Anforderungen in Recht, Bewertung, Records Management und digitaler Archivierung, verschärft durch fehlende Einarbeitung, dieDas deutsche kommunale Archivwesen ist vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und begrenzter Ausbildungskapazitäten in hohem Maße auf Quereinsteiger:innen angewiesen. Der archivfachliche Diskurs betrachtet dieses Phänomen bislang überwiegend defizitorientiert und konzentriert sich auf formale Qualifizierungsfragen, während die Perspektive der Betroffenen selbst empirisch unbearbeitet bleibt. Hier setzt die Arbeit an und untersucht die subjektiven Erfahrungen, Herausforderungen und Bewältigungsstrategien von Quereinsteiger:innen beim Berufseinstieg in Kommunalarchive. Grundlage des explorativen, qualitativen Designs bilden sieben problemzentrierte Interviews im gehobenen und höheren kommunalen Archivdienst, ausgewertet mittels strukturierender qualitativer Inhaltsanalyse nach Mayring. Die Befunde zeigen einen wiederkehrenden „Praxisschock": Eine historisch geprägte Erwartungshaltung kollidiert mit den Anforderungen in Recht, Bewertung, Records Management und digitaler Archivierung, verschärft durch fehlende Einarbeitung, die Isolation der Ein-Personen-Archive und einen als exkludierend erlebten Fachdiskurs. Zur Kompensation greifen die Befragten auf informelle Vernetzung und ihren akademischen Habitus zurück. Die Arbeit belegt, dass Quereinsteiger:innen erhebliche eigene Ressourcen einbringen, und leitet daraus Handlungsempfehlungen ab. Zugleich richtet sie einen Appell an das etablierte Archivwesen: Neben modularen Qualifizierungsangeboten und Mentoringprogrammen bedarf es eines Kulturwandels, der Quereinsteiger:innen nicht als Defizit, sondern als wertvollen Teil der Profession begreift.zeige mehrzeige weniger

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Metadaten
Verfasserangaben:Felix Ulrich
URN:urn:nbn:de:kobv:525-38872
übersetzter Titel (Englisch):Experiences of Career Changers in German Archives – A Qualitative Interview Study on Entry into the Profession in Municipal Archives
Verlagsort:Potsdam
Gutachter*in:Susanne FreundGND, Stefan Schröder
Betreuer:Susanne FreundGND
Dokumentart:Bachelorarbeit
Sprache:Deutsch
Datum der Veröffentlichung (FHP OPUS):29.05.2026
Jahr der Erstveröffentlichung:2026
Veröffentlichende Institution:Fachhochschule Potsdam
Titel verleihende Institution:Fachhochschule Potsdam
Datum der Abschlussprüfung:17.02.2026
Datum der Freischaltung:01.06.2026
Freies Schlagwort / Tag:BA Archiv; Quereinstieg
GND-Schlagwort:Gemeindearchiv; Personalentwicklung; Berufsanfang; Seiteneinsteiger; Praxisschock; Erfahrungswissen
Seitenzahl:50
Fachbereiche und Zentrale Einrichtungen:FB5 Informationswissenschaften
DDC-Klassifikation:000 Informatik, Informationswissenschaft, allgemeine Werke / 020 Bibliotheks- und Informationswissenschaften
Open Access:Diamond Open Access
Lizenz (Deutsch): Creative Commons - CC BY - Namensnennung 4.0 International
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