Bayessche Welten

  • Digitale Technologien verändern die Art und Weise, wie Wissen in der Sozialen Arbeit gewonnen, verarbeitet und genutzt wird. Eine wichtige Rolle für solche Technologien spielen bayessche statistische Verfahren, die wesentlich auf Vorannahmen aus unterschiedlichen Quellen beruhen, welche dynamisch angepasst und kontrolliert werden. Diese Verfahren erzeugen eine Trennung zwischen dem Partikularen – individuellen Daten und Fallverläufen – und dem Universellen – übergeordneten Mustern und Entscheidungsmodellen –, was Folgen für die sozialarbeiterische Theorie und Praxis hat. Der Blick über den Tellerrand zieht Parallelen zum theologischen Konzept der Gottebenbildlichkeit und dessen Rezeptionsgeschichte. Es zeigt sich, dass hier ähnliche Mechanismen wirksam waren und es bis heute sind. Die Interpretation des biblischen Begriffs der Gottebenbildlichkeit führte über Jahrhunderte zu einer Dissoziation zwischen allgemeinen Menschenbildern und konkreten gesellschaftlichen Zugehörigkeiten. Diese Parallele macht deutlich, dass digitaleDigitale Technologien verändern die Art und Weise, wie Wissen in der Sozialen Arbeit gewonnen, verarbeitet und genutzt wird. Eine wichtige Rolle für solche Technologien spielen bayessche statistische Verfahren, die wesentlich auf Vorannahmen aus unterschiedlichen Quellen beruhen, welche dynamisch angepasst und kontrolliert werden. Diese Verfahren erzeugen eine Trennung zwischen dem Partikularen – individuellen Daten und Fallverläufen – und dem Universellen – übergeordneten Mustern und Entscheidungsmodellen –, was Folgen für die sozialarbeiterische Theorie und Praxis hat. Der Blick über den Tellerrand zieht Parallelen zum theologischen Konzept der Gottebenbildlichkeit und dessen Rezeptionsgeschichte. Es zeigt sich, dass hier ähnliche Mechanismen wirksam waren und es bis heute sind. Die Interpretation des biblischen Begriffs der Gottebenbildlichkeit führte über Jahrhunderte zu einer Dissoziation zwischen allgemeinen Menschenbildern und konkreten gesellschaftlichen Zugehörigkeiten. Diese Parallele macht deutlich, dass digitale Entwicklungen nicht nur technische, sondern auch machtpolitische und normative Dimensionen haben. Als Synthese der Erkenntnisse aus beiden Perspektiven plädiert der Beitrag für eine kritisch-reflexive Auseinandersetzung der Sozialen Arbeit mit dissoziierenden Elementen in Digitalisierungsprozessen. Neben begriffs-, technologie- und systemkritischen Analysen erfordert diese eine theoretisch angemessene Selbstreflexion, um digitale Dissoziationen und ihre gesellschaftlichen Folgen sichtbar zu machen und kritisch zu begleiten.zeige mehrzeige weniger

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Verfasserangaben:Bernhard KohlORCID
DOI:https://doi.org/10.60049/zi3shvq3
ISBN:978-3-936978-09-4
Titel des übergeordneten Werkes (Deutsch):#BlickVomTellerrand : Die Bezugsdisziplinen der Sozialen Arbeit und ihre Perspektiven auf die Digitalisierung
Untertitel (Deutsch):Eine theologische Perspektive auf Digitalisierungsprozesse in der Sozialen Arbeit
Verlag:socialnet Verlag
Verlagsort:Bonn
Herausgeber*in:Daniela Cornelia Stix, Julius Späte, Helene Schammer
Dokumentart:Teil eines Buches (Kapitel)
Sprache:Deutsch
Jahr der Erstveröffentlichung:2025
Veröffentlichende Institution:Fachhochschule Potsdam
Datum der Freischaltung:11.03.2026
GND-Schlagwort:Digitalisierung; Glaube; Gottebenbildlichkeit; Sozialarbeit
Erste Seite:343
Letzte Seite:364
Fachbereiche und Zentrale Einrichtungen:FB1 Sozial- und Bildungswissenschaften
DDC-Klassifikation:000 Informatik, Informationswissenschaft, allgemeine Werke / 000 Informatik, Wissen, Systeme
200 Religion / 230 Christentum, Christliche Theologie
300 Sozialwissenschaften / 300 Sozialwissenschaften, Soziologie
Open Access:Diamond Open Access
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