Doing Fathering im Strafvollzug

  • Die vorliegende Studie untersucht, wie inhaftierte Väter im Spannungsfeld institutioneller Kontrolle, innerpsychischer Auseinandersetzung und familiärer Bindung ihr Verständnis und ihre Praxis von Vaterschaft (‚doing fathering‘) aushandeln. Im Zentrum steht die Analyse narrativer Selbstpositionierungen, die in Gruppendiskussionen mit zehn inhaftierten Vätern aus drei Justizvollzugsanstalten erhoben wurden. Die Auswertung folgt einem qualitativ-rekonstruktiven Zugang entlang dreier analytischer Zugriffsebenen: bildhaften Metaphern (Makro), kollektiven Erzählmustern (Meso) und individuellen Narrationen (Mikro). Die Ergebnisse zeigen ein Ringen um eine fürsorgliche Identität in vier miteinander verwobenen Erzählmustern: Bewegungen zwischen Strafe und Schaden, Ringen um Selbstverantwortung in doppelter Liminalität, Selbstbeschuldigung und fürsorgliche Schonung, Ohnmacht in relevanten Beziehungsmomenten. Die Studie betont die Bedeutung narrativer und symbolischer Aushandlungsprozesse für die psychosoziale Stabilisierung und legt nahe,Die vorliegende Studie untersucht, wie inhaftierte Väter im Spannungsfeld institutioneller Kontrolle, innerpsychischer Auseinandersetzung und familiärer Bindung ihr Verständnis und ihre Praxis von Vaterschaft (‚doing fathering‘) aushandeln. Im Zentrum steht die Analyse narrativer Selbstpositionierungen, die in Gruppendiskussionen mit zehn inhaftierten Vätern aus drei Justizvollzugsanstalten erhoben wurden. Die Auswertung folgt einem qualitativ-rekonstruktiven Zugang entlang dreier analytischer Zugriffsebenen: bildhaften Metaphern (Makro), kollektiven Erzählmustern (Meso) und individuellen Narrationen (Mikro). Die Ergebnisse zeigen ein Ringen um eine fürsorgliche Identität in vier miteinander verwobenen Erzählmustern: Bewegungen zwischen Strafe und Schaden, Ringen um Selbstverantwortung in doppelter Liminalität, Selbstbeschuldigung und fürsorgliche Schonung, Ohnmacht in relevanten Beziehungsmomenten. Die Studie betont die Bedeutung narrativer und symbolischer Aushandlungsprozesse für die psychosoziale Stabilisierung und legt nahe, Vaterschaft im Strafvollzug nicht nur als Risiko- oder Resozialisierungsfaktor, sondern als dynamischen Entwicklungsprozess zu verstehen. Pädagogische Angebote sollten Räume eröffnen, in denen Ambivalenzen zugelassen werden und väterliche Sorge als Ausdruck reflexiver Selbstverantwortung begleitet wird.zeige mehrzeige weniger

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Verfasserangaben:Karsten KrauskopfORCIDGND, Friederike Lorenz-SinaiORCIDGND
DOI:https://doi.org/10.62350/JZOF8251
ISBN:978-3-68921-010-6
ISSN:0931-5020
Titel des übergeordneten Werkes (Deutsch):Empirische Pädagogik : Zeitschrift zu Theorie und Praxis erziehungswissenschaftlicher Forschung
Untertitel (Deutsch):Selbstpositionierungen in doppelter Liminalität
Verlag:Verlag Empirische Pädagogik
Verlagsort:Landau in der Pfalz
Dokumentart:Wissenschaftlicher Artikel
Sprache:Deutsch
Jahr der Erstveröffentlichung:2025
Veröffentlichende Institution:Fachhochschule Potsdam
Datum der Freischaltung:11.03.2026
GND-Schlagwort:Gefangener; Generativität <Psychologie>; Liminalität; Vaterschaft
Jahrgang:39
Ausgabe / Heft:4
Erste Seite:398
Letzte Seite:416
Fachbereiche und Zentrale Einrichtungen:FB1 Sozial- und Bildungswissenschaften
DDC-Klassifikation:100 Philosophie und Psychologie / 150 Psychologie
300 Sozialwissenschaften / 360 Soziale Probleme, Sozialdienste
Open Access:Gold Open Access
Lizenz (Deutsch): Creative Commons - CC BY-NC-SA - Namensnennung - Nicht kommerziell - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International
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