Kollektive Führung und Partizipation in Theaterbetrieben
- Collective leadership wird im Kultursektor intensiv erprobt, im deutschsprachigen Raum besonders auffällig in öffentlich geförderten Theaterbetrieben. Dort übernehmen Gruppen von mindestens drei Personen gemeinschaftlich künstlerische und teilweise auch administrativ-finanzielle Leitungsaufgaben. Aufbauend auf Forschungen zu kollektiven Führungsmodellen und Traditionslinien der Theatergeschichte – etwa dem Einzelintendanten-Modell und dem Mitbestimmungstheater der 1960er/70er Jahre – diskutiert der Aufsatz eine Fallstudie zum Theater Basel. Hier wird kollektive Leitung sowohl auf der Ebene der Theatergenossenschaft als auch innerhalb der Schauspiel-Sparte, der Basler Compagnie, praktiziert. Die Vierer-Leitung der Compagnie erprobt mit dem Ensemble zudem partizipative Formate. Der Aufsatz vertritt die These, dass dieses Führungsmodell mit aktuellen soziopolitischen Diskursen verflochten ist. Es spiegelt das agonistische Modell Chantal Mouffes (20134) wider, das Konflikte nicht unterdrückt, sondern als produktiven Streit zwischenCollective leadership wird im Kultursektor intensiv erprobt, im deutschsprachigen Raum besonders auffällig in öffentlich geförderten Theaterbetrieben. Dort übernehmen Gruppen von mindestens drei Personen gemeinschaftlich künstlerische und teilweise auch administrativ-finanzielle Leitungsaufgaben. Aufbauend auf Forschungen zu kollektiven Führungsmodellen und Traditionslinien der Theatergeschichte – etwa dem Einzelintendanten-Modell und dem Mitbestimmungstheater der 1960er/70er Jahre – diskutiert der Aufsatz eine Fallstudie zum Theater Basel. Hier wird kollektive Leitung sowohl auf der Ebene der Theatergenossenschaft als auch innerhalb der Schauspiel-Sparte, der Basler Compagnie, praktiziert. Die Vierer-Leitung der Compagnie erprobt mit dem Ensemble zudem partizipative Formate. Der Aufsatz vertritt die These, dass dieses Führungsmodell mit aktuellen soziopolitischen Diskursen verflochten ist. Es spiegelt das agonistische Modell Chantal Mouffes (20134) wider, das Konflikte nicht unterdrückt, sondern als produktiven Streit zwischen legitimen Positionen versteht. Theaterbetriebe deantagonisieren solche Konflikte u. a. durch die Einführung von Ensemblesprecher:innen mit Informations- und Beratungsrechten gegenüber der Leitung.…


| Verfasserangaben: | Julia GlesnerGND |
|---|---|
| DOI: | https://doi.org/10.1515/9783111602080-012 |
| ISBN: | 9783111602080 |
| Titel des übergeordneten Werkes (Deutsch): | Theater: Zwischen Krisen : Institutionelle Transformationsdynamiken in den darstellenden Künsten der Gegenwart |
| Untertitel (Deutsch): | Eine Fallstudie zur Basler Compagnie |
| Verlag: | De Gruyter |
| Verlagsort: | Berlin |
| Herausgeber*in: | Axel Haunschild, Bianca Michaels, Jens Roselt, Gerald Siegmund |
| Dokumentart: | Teil eines Buches (Kapitel) |
| Sprache: | Deutsch |
| Jahr der Erstveröffentlichung: | 2026 |
| Veröffentlichende Institution: | Fachhochschule Potsdam |
| Datum der Freischaltung: | 13.02.2026 |
| GND-Schlagwort: | Kollektive Führung; Management; Organisationswandel; Partizipation; Theater |
| Erste Seite: | 239 |
| Letzte Seite: | 253 |
| Fachbereiche und Zentrale Einrichtungen: | FB2 Stadt | Bau | Kultur / Kulturarbeit |
| DDC-Klassifikation: | 000 Informatik, Informationswissenschaft, allgemeine Werke / 060 Verbände, Organisationen, Museen |
| Open Access: | Gold Open Access |
| Lizenz (Deutsch): | Creative Commons - CC BY - Namensnennung 4.0 International |
