TK 3: Orte
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- 2026 (44)
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- Aufenthaltsqualität (2)
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Der Ruf nach modernen "Dritten Orten" und attraktiven Lernwelten stellt Bibliotheken oft vor grosse finanzielle Hürden. Neubauten oder eine komplette Neumöblierung sind selten zeitnah realisierbar. Doch muss Raumentwicklung immer teuer sein? Dieser Vortrag beweist das Gegenteil und zeigt auf, wie durch strategisches "Möbelrücken" und intelligente Zonierung bestehender Ressourcen völlig neue Nutzungsqualitäten entstehen können.
Anhand von zwei konkreten Praxisbeispielen aus unterschiedlichen Bibliotheken wird demonstriert, wie allein durch die Umstellung des Bestandsmobiliars auf veränderte Kundenbedürfnisse reagiert wurde, ohne Budget für Neuanschaffungen.
Fallbeispiel 1 fokussiert sich auf die Aufenthaltsqualität: Durch die Schaffung eines grosszügigen Bereichs für Kinder und Jugendliche konnte nicht nur der Raum belebt, sondern auch der Veranstaltungskatalog massiv diversifiziert werden. Der neue Raum ermöglichte Kooperationen, die in der vorherigen, engen Regalstruktur undenkbar waren.
Fallbeispiel 2 widmet sich dem Thema Lernort: Hier lag der Fokus auf der Schaffung von Arbeitsplätzen. Durch die Umstrukturierung der Fläche wurde die Bibliothek zu einem Hotspot für Studierende. Die neu gewonnene Frequenz machte den Ort lebendig und erschloss eine zuvor unterrepräsentierte Zielgruppe.
Der Vortrag analysiert die "Vorher-Nachher"-Situationen, erläutert die logistischen Schritte der Umgestaltung und gibt praktische Tipps zur Analyse von Laufwegen und Sichtachsen. Er ist ein Plädoyer für den pragmatischen Wandel: Wer den Raum neu denkt, braucht oft kein neues Mobiliar, sondern nur den Mut, gewohnte Strukturen aufzubrechen.
Vom „Warum“ zum „Wie“
Auf der vergangenen BiblioCon haben wir die These aufgestellt, dass Bibliotheken ihren gesellschaftlichen Auftrag als „Dritte Orte“ dringend in den digitalen Raum erweitern müssen – jenseits von reinen Bestandskatalogen und Social-Media-Marketing. Wir skizzierten den „Moonshot“ einer eigenen, wertebasierten Plattform für die Stadtgesellschaft.
Ein Jahr später ist aus der Vision ein konkretes Software-Projekt geworden. Dieser Beitrag holt die Idee auf den Boden der Tatsachen zurück und berichtet aus dem Maschinenraum des Verbunds der Öffentlichen Bibliotheken Berlins (VÖBB) während der Startphase.
Werkstattbericht: UX, Outreach und erste Hürden
In diesem Talk öffnen wir die „Black Box“ der Umsetzung. Wir zeigen, wie wir den abstrakten Begriff der „Digitalen Aufenthaltsqualität“ in konkrete UX-Konzepte (User Experience) übersetzen: Wie muss eine digitale Oberfläche gestaltet sein, damit sie sich nicht wie eine Verwaltungssoftware anfühlt, sondern wie ein lebendiger Ort der Begegnung?
Wir diskutieren unsere Outreach-Strategie: Wie gelingt es, lokale Communities, die bisher in analogen Räumen oder auf kommerziellen Plattformen wie WhatsApp und Nebenan.de agieren, für ein neues, gemeinwohlorientiertes Angebot zu gewinnen?
Live-Experiment statt Frontalvortrag
Das Herzstück dieser Session ist eine interaktive Live-Demo. Wir werden nicht nur Screenshots zeigen, sondern das Publikum aktiv einbinden. Gemeinsam simulieren wir im Saal einen „Digitalen Dritten Ort“. Bringen Sie Ihre Smartphones oder Tablets mit – wir laden Sie ein, die Plattform in Echtzeit zu testen, die Funktionalitäten kritisch zu prüfen und Teil des ersten großen Publikumstests zu werden.
Dieser Beitrag richtet sich an alle, die wissen wollen, wie die digitale Transformation von Bibliotheken aussehen kann und die bereit sind, digitale Souveränität nicht nur zu fordern, sondern praktisch zu erproben.
Im Jahr 2021 wurde durch den Berliner Senat ein gesamtstädtisches Bibliotheksentwicklungskonzept beschlossen, das Standards für die Arbeit der Öffentlichen Bibliotheken im Land Berlin formuliert hat und seither als strategisches Grundlagenpapier für die Entwicklung der Bibliotheken und ihrer Leistungen für die Bürgerinnen und Bürger wirkt. Nach nunmehr fünf Jahren – in denen es eine Wiederholungswahl mit anschließendem Regierungswechsel gab, eine Phase der Haushaltskonsolidierung eingeläutet wurde, Berlin die Verantwortlichkeiten in der zweistufigen Verwaltung neu geordnet hat und die gesellschaftlichen Herausforderungen nicht weniger werden – soll ein Blick auf die Implementierung und Umsetzung dieses gesamtstädtischen Konzepts geworfen werden.
Ausgehend vom Bibliotheksentwicklungskonzept 2021-2025 wird resümiert, was in der Zwischenzeit erreicht wurde, woran gerade gearbeitet wird, welche es Desiderate gibt und wie es weitergehen soll. Dabei gibt der Vortrag Einblicke in die Prozesse und Instrumente ministerieller bzw. gesamtstädtischer Steuerung in einem Politikfeld, das traditionell zum Kanon der freiwilligen kommunalen Aufgaben gehört.
Die Besuchszahlen nicht weniger wissenschaftlicher Bibliotheken sind noch nicht auf dem Niveau vor der Coronapandemie. Das gilt auch für die SLUB Dresden. Die Ursachen dafür sind komplex, örtlich spezifisch und liegen oft nicht in der Hand der jeweiligen Bibliothek. Dennoch kann einiges dafür getan werden, Bibliotheksbesuche zu stimulieren. Dieser Vortrag zeigt beispielhaft 7 verschiedene Angebote und Maßnahmen, die besuchsstimulierende oder zumindest – so der interne Projekttitel – besuchserhaltende Wirkung entfalten sollten an der SLUB Dresden und wie sich seitdem dort die Besuchszahlen entwickelt haben.
Die Ergebnisse der beiden vorangegegangenen Out of Bib-Studien auf dem Campus der TU Hamburg haben uns 2024 und 2025 viele interessante Erkenntnisse geliefert. Neben Gründen, warum auf dem Campus gelernt wird und nicht in der Bibliothek, erhielten wir in den Interviews auch viele Anhaltspunkte darüber was in der Bibliothek geschätzt oder vermisst wird.
Das wollten wir genauer wissen. Waren das Einzelmeinungen von Studierenden, die auf dem Campus oder in der Bibliothek lernen? Oder treffen die Wünsche auch auf viele andere Studierende der TU Hamburg zu? Für diesen Abgleich wählten wir mit einem Online-Fragebogen eine quantitative Erhebungsmethode, um einen größeren Teilnehmendenkreis zu erreichen. Der Plan ging auf und knapp 500 Personen beteiligten sich.
Fokus der Umfrage waren Fragen zur Universitätsbibliothek als Lernort. Was wird neben Strom, Tisch und Stuhl auf jeden Fall benötigt? Wo ist der Bedarf höher als das vorhandene Angebot? In den Studien gab es viele Rückmeldungen zu benötigten Gruppenräumen zu Kleingruppen anstelle von großen Seminarräumen. Gerade diese räumlichen Wünsche interessierten uns aufgrund von möglichen Umbaumaßnahmen und dem Start von Open Library in der Bibliothek besonders.
Erstmalig konnten wir unsere qualitativen Forschungsergebnisse nicht nur durch die gemeinsame Erhebung mit mehreren Bibliotheken validieren, sondern zusätzlich durch die Online-Befragung im Herbst 2025 quantitativ bestätigen. Diese Kombination verschiedener Untersuchungen ermöglichte uns, einzelne Trends im Kontext zu hinterfragen. Mit diesem Wissen wollen wir die Attraktivität der Bibliothek weiter verbessern, um den Studierenden der TUHH einen Lernort zu bieten, der ihre Wünsche und Bedarfe erfüllt.
3D-Modelle bieten als digitale Zwillinge physischer Orte vielfältige Potenziale für die Wissensvermittlung. Durch ihren immersiven und interaktiven Charakter sind sie bestens an moderne bibliotheksdidaktische Konzepte anschlussfähig. Der Vortrag präsentiert hierzu drei Anwendungsfälle und reflektiert anhand dieser die Chancen und Herausforderungen dieses Präsentationsformats.
(1) Nicht öffentlich zugängliche Orte können durch ein virtuelles Modell für die Allgemeinheit erfahrbar gemacht werden. Ein Modell der Klosterbibliothek Marienthal dient als Beispiel für einen zentralen Ort historischen Wissens, zu dem auf diese Weise ein freier Zugang geschaffen wird.
(2) Nur vorübergehend existierende Orte können durch digitale Zwillinge archiviert und (virtuell) begehbar gehalten werden, wie am Beispiel der Ausstellung Die süße Kunst im Buchmuseum der SLUB Dresden vorgestellt wird.
(3) Mit dem Selbstlernmodul Sprachgeschichte(n) des Deutschen wird exemplarisch die Anreicherung virtueller Modelle mit zusätzlichen Materialien für didaktische Zwecke vorgestellt. Dieses basiert auf mehreren miteinander vernetzten Modellen, die durch im Modell verankerte Audio- und Videomaterialien zu einer immersiven, digitalen Lernumgebung ausgebaut wurden.
Die Vorteile der vorgestellten Anwendungsfälle sind vielfältig: Orte des Wissens werden jederzeit und von überall zugänglich gemacht. Das erhöht nicht nur die Flexibilität für Nutzende, sondern baut auch Barrieren ab. Der immersive Charakter der Modelle sowie deren Anreicherung mit zusätzlichen Materialien hat darüber hinaus großes didaktisches Potenzial. Die Freiheit, sich selbständig durch ein digitales Modell zu bewegen sowie die damit verbundene Immersion wird von vielen Nutzenden als motivierend beschrieben. Sowohl Motivation als auch die Kopplung spezifischer Inhalte an visuelle bzw. räumliche Anker befördern nachweislich eine effektive Wissensvermittlung, weswegen hier für eine Nutzung im Bibliothekswesen geworben werden soll.
Die Stadtteilbibliothek Gorbitz ist eine von neun Open-Library-Bibliotheken Dresdens und fungiert in einem sozial herausgeforderten Stadtteil als zentraler Kultur- und Bildungsort. Der Vortrag beschreibt das Konzept der vernetzten Stadtteilarbeit, das gezielt niedrigschwellige Angebote und Kooperationen mit Kitas, Grundschulen und weiterführenden Schulen integriert. Ziel ist es, Kindern und Jugendlichen über einen langfristigen Bildungspfad stabile Zugänge zu Medien und Kultur zu bieten.
Kernbestandteile sind regelmäßige Präsenz im Stadtteil, kulturelle Veranstaltungen wie Puppentheater sowie kreative Bastel- und Zeichenworkshops und die enge Zusammenarbeit mit lokalen Partnern. Diese Maßnahmen sollen Hemmschwellen abbauen, Teilhabe ermöglichen und die Bibliothek als verlässlichen Treffpunkt im Quartier etablieren.
Anhand konkreter Praxisbeispiele wird gezeigt, wie Herausforderungen wie schwankende Ausleihzahlen, jugendliche Gruppen oder begrenzte kulturelle Infrastruktur im Team adressiert werden. Der Beitrag verdeutlicht, wie kontinuierliche Kooperation, niedrigschwellige Angebote und flexible Organisation die Bibliothek zu einem stabilisierenden Anker im Quartier machen und welche Rückschlüsse sich für vergleichbare Stadtteile ziehen lassen.
Bibliotheken sollen sichere Räume für Kinder und Jugendliche sein. Zur Stärkung von Prävention und Kindeswohl hat eine Arbeitsgruppe des dbv gemeinsam mit der Kinderschutzexpertin Vera Sadowski und ausgewählten Musterbibliotheken ein verbandliches Schutzkonzept für den Bibliothekskontext erstellt, auf dessen Basis Bibliotheken eigene Schutzkonzepte für ihre Einrichtungen erarbeiten können. Wie Bibliotheken mit diesem Musterschutzkonzept und den entsprechenden Arbeitshilfen den Kinderschutz in ihren Einrichtungen stärken können, wird in diesem Vortrag vorgestellt. Die Erarbeitung des Schutzkonzepts wurde über das Programm "Start2Act" der Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung (BKJ) gefördert.
Design for Democracy – Die Stadtbücherei Frankfurt am Main als Teil der World Design Capital 2026
(2026)
Was kann Design leisten – für die Gesellschaft, für unser Miteinander und für die Demokratie? Mit dieser Frage beschäftigen sich die Stadt Frankfurt am Main und die Region Rhein-Main als World Design Capital 2026 (WDC). Alle zwei Jahre vergibt die World Design Organization diesen Titel im Rahmen eines weltweiten Bewerbungsverfahrens an eine Stadt oder Region mit dem Ziel, aktuelle wirtschaftliche, soziale und ökologische Herausforderungen aus der Perspektive des Designs anzugehen. Gemäß dem Motto Design for Democracy: Atmospheres for a better life zeigt das Programm der World Design Capital 2026 Frankfurt Rhein/Main, wie Gestaltung nachhaltige Entwicklung fördert, neue Formen urbanen Wohnens und Arbeitens ermöglicht, Mobilität und Bildung neu denkt, umweltbewusstes Produzieren und Konsumieren unterstützt – und macht damit eine ganze Region zum Labor für die lebenswerte, demokratische Zukunft. Der weite Designbegriff versteht sich als Hebel für die Transformation von Gesellschaft, Wirtschaft und Politik, stärkt unser soziales Miteinander und macht Werte des Zusammenlebens erlebbar. Für die Stadtbücherei Frankfurt am Main bietet das Programm eine ganze Reihe von Anknüpfungspunkten: die Gestaltung lebendiger Diskursräume unter Beteiligung der Stadtgesellschaft, die Förderung von Aufenthaltsqualität und von Begegnung im öffentlichen Raum, die Verbesserung der Zugänglichkeit von Kultur- und Bildungsräumen für alle Menschen. Als konkretes Projekt gestaltet die Stadtbücherei im Rahmen von WDC 2026 eine LeiseLounge in der Zentralbibliothek und greift damit einen vielfach geäußerten Wunsch ihrer Besucher*innen nach einem Ruheort in der hektischen Innenstadt von Frankfurt auf. In Kooperation mit Studierenden der Hochschule Darmstadt und in Rückkopplung mit den Besucher*innen entsteht ein inklusiver Raum für Ruhe, Konzentration und aktive Entspannung.
Comics und Graphic Novels haben sich in den letzten Jahrzehnten als wichtige Primärquellen für die Wissenschaft etabliert. Ihre überregionale Bereitstellung fällt damit auch in den Aufgabenbereich der Fachinformationsdienste (FID), die an ihren Einrichtungen bereits bestehende Comicsammlungen erweitern oder Sammlungen mit bestimmten z. B. regionalen Schwerpunkten neu aufbauen. Damit wird nicht nur auf aktuelle Forschungsinteressen reagiert, sondern zukünftige Forschung oft überhaupt erst ermöglicht. Der Interdisziplinarität wissenschaftlicher Fragestellungen in diesem Bereich trägt dabei u.a. die verstärkte Zusammenarbeit einzelner FID im FID-Netzwerk Rechnung.
Ausgehend von ihren Comicsammlungen gehen der FID Anglo-American Culture und der FID Romanistik in diesem Vortrag auf Herausforderungen und Lösungsansätze bei der Erwerbung, Erschließung und Auffindbarkeit von Comics und Graphic Novels ein. Außerdem wird von der Zusammenarbeit mit dem Netzwerk ‚Comics in wissenschaftlichen Bibliotheken‘ berichtet, das sich u.a. die Aufgabe gestellt hat, die verstreuten Sammlungen an deutschen Bibliotheken und Archiven zu kartieren. Als Beispiel für die Vernetzung mit der Forschungsgemeinschaft und die Einbindung bedarfsorientierter Erwerbung wird schließlich das Melden von Kaufvorschlägen über eine Zotero-Gruppen-Bibliographie vorgestellt.
Warum in neue Möbel investieren, wenn man Bestehendes aufwerten kann? Gerade in Zeiten knapper Kassen wird es immer wichtiger, vorhandene Ressourcen als Chance zu sehen. Alte Möbel und Bestände sind mehr als nur „Altlasten“ – sie bieten die Grundlage, Bibliotheksräume funktional, einladend und flexibel neu zu denken - und ihnen ein frisches Gesicht zu verleihen. Digitale Planungswerkzeuge können dabei unterstützen, Raumstrukturen zu überdenken, Laufwege zu optimieren und Aufenthaltsbereiche gezielt zu gestalten.
Anwendungsorientierte Beispiele zeigen, wie Bestandsmöbel durch Stirnseitenverkleidungen, Einhausungen oder neue Ständer in Kombination mit vorhandenen Fachböden wirkungsvolle neue Raumwirkungen entfalten. Das Cradle-to-Cradle-Prinzip sorgt dafür, Möbel so zu konzipieren, dass ihre Materialien nach langer Lebensdauer sortenrein recycelt und in den Produktionskreislauf zurückgeführt werden können.
Dieses Zusammenspiel von kreativer Nutzung vorhandener Ressourcen, nachhaltigem Materialeinsatz und reflektierter Planung eröffnet Bibliotheken völlig neue Möglichkeiten: Räume wirken modern, die Aufenthaltsqualität steigt und gleichzeitig werden Ressourcen geschont. Ein praxisnaher Ansatz, der zeigt, wie analoge Räume intelligent, nachhaltig und inspirierend gepimpt werden können.
MeMo (MedienpädagogikMobil)
(2026)
Outreach-Arbeit wird im Bibliotheksalltag immer wichtiger. Die Stadtbibliothek Friedrichshain-Kreuzberg hat in diesem Zusammenhang bereits 2021 mit der Planung eines neuen innovativen mobilen Angebotes begonnen, das dann im Sommer 2025 erfolgreich vollendet werden konnte.
Es handelt sich um ein nachhaltiges Fahrzeug namens MeMo (MedienpädagogikMobil), einen elektrifizierten Iveco Daily mit zusätzlichen Solarpanels auf dem Dach. Es ist ausgestattet mit Beamer, Greenscreen-Leinwand, Smartboard im Außenbereich und vielem mehr und lässt sich mit wenigen Handgriffen für unterschiedliches Szenarios umbauen.
Das Ziel ist, innovative Formate im Bereich der Medienkompetenzvermittlung direkt vor Ort in öffentlichen, sozialen, pädagogischen und kulturellen Einrichtungen sowie bei Initiativen und Vereinen des Bezirks durchzuführen, unabhängig von den Bibliotheksstandorten.
Equipment und Knowhow wird vom zweiköpfigen Team mitgebracht.
Die Workshops mit dem Schwerpunkt Medienproduktion ermöglichen allen Zielgruppen von 5 bis 99 Jahren, selbst kreativ zu werden und eigene Projekte wie Trickfilme, Greenscreen-Fotografie in Kombination mit generativer KI, selbst designte Games und mehr zu verwirklichen.
Im Vortrag sollen Meilensteine und Hürden von der Idee bis zur Umsetzung beschrieben werden.
Mit dabei ist der Designer Michael Hilgers, der den gesamten Prozess kompetent und engagiert begleitet hat.
Das E-Mobil „MeMo“ nimmt außerdem teil an der Präsentation der Fahrbibliotheken auf dem Außengelände und kann dort besichtigt und ausprobiert werden.
Die Bedeutung von Comicsammlungen für die Forschungscommunity wächst in Deutschland stetig. Deutlich wird dies u.a. an den zunehmenden Austauschformaten zu Comic(-sammlungen) in der Wissenschaftslandschaft, an denen FIDs, Bibliotheken und Museen wie der Dortmunder schau+raum: comic + cartoon vermehrt teilnehmen. Dieser Bedeutung in Teilen konträr gegenüberstehend ist die oft schlechte Sichtbarkeit der Sammlungsbestände im D-A-CH-Raum: Vorhandene Sammlungen sind aufgrund von Materialbeschaffenheiten oder erschwerten Katalogisierungsbedingungen bisher nur in Teilen durch Kataloge oder Datenbanken sichtbar. Um Forschenden Einblick in die Sammlungs- und Bestandvielfalt an den Institutionen bieten zu können, scheint die Wikipedia eine niedrigschwellige Möglichkeit, gewünschte Sichtbarkeit zu erhöhen. Forschenden kann so eine Übersicht zu Bestandsorten und ggf. konkreten Inhalten geboten werden. Anstoß zur Umsetzung eines Wiki-Eintrags zum Thema „Comicsammlungen an wiss. Einrichtungen im D-A-CH-Raum“ war das DFG-geförderte Austauschtreffen interessierter Einrichtungen 2025, bei denen unterschiedliche Interessenkreise wie FIDs, ÖBs, WBs und Kulturstätten sowie Wissenschaftler*innen der Comicforschung zugegen waren. Den teilnehmenden Instanzen fehlte eine gemeinsame Informationsplattform, die barrierefrei institutionelle Bestände sichtbar macht. Die Wikipedia ermöglicht sowohl eine weitgreifende Sichtbarkeit und lässt zugleich niedrigschwellig Teilnahmemöglichkeiten zu.
Der Vortrag soll 1. die Entwicklung aufzeigen, die über den Eintrag in der Wikipedia hinweg bereits für Sichtbarkeiten gesorgt haben, 2. Teilnahmemodalitäten klären, sowie 3. weiterführend die zukünftigen Optionen aufzeigen, durch Wikipedia eine umfassendere Darstellung einzelner Sammlungen zu ermöglichen. Damit wird eine sinnvolle Ergänzung zu den Beiträgen des schau+raums und der FIDs geboten, die darlegen, welche Bedeutung Comicforschung und damit der Umgang mit Comicbeständen für den D-A-CH-Raum haben.
Wie gestalten öffentliche Bibliotheken die Stadt mit? Wie und mit wem kooperieren sie – und welche Räume entstehen dadurch? Wie können sie aktiv zur Belebung des öffentlichen Raums beitragen?
Der Vortrag zeigt, wie öffentliche Bibliotheken aktiv zur Stadtentwicklung beitragen. Sie bieten Raum für zivilgesellschaftliche Initiativen, stellen sich als Diskursort für kooperative Stadtentwicklungsprozesse zur Verfügung und nutzen selbst partizipative und koproduktive Ansätze, beispielsweise bei Bauprojekten oder bei der Öffnung für neue Zielgruppen.
Aus Sicht der Stadtplanung liegt ihr Potenzial darin, dass sie mit ihrem Angebot und ihrer konzeptionellen Ausrichtung präzise auf die Bedingungen ihres Umfelds reagieren und dafür mit sehr unterschiedlichen Partnern kooperieren. So können sie zu sozialen Knotenpunkten in sehr verschiedenen räumlichen Kontexten werden – von der Kleinstadt bis zur Metropole.
Damit sie ihr Potential entfalten können, sind neben inhaltlichen auch räumliche Aspekte von Belang. Anhand von Beispielen wird gezeigt, wie öffentliche Bibliotheken durch ihre Präsenz im Erdgeschoss, offene Raumkonzepte und die Bespielung der Außenräume eine neue Art von Raum und erweiterte Formen von Öffentlichkeit produzieren.
Der Vortrag lädt dazu ein, darüber zu diskutieren, wie öffentliche Bibliotheken als kooperative Akteure die Stadt von morgen mitgestalten können – und welche Handlungsmöglichkeiten sich daraus für Planung, Kommunalpolitik und Bibliotheksleitungen ergeben.
Was zeigt sich, wenn nicht die Eltern, sondern die Kinder selbst gefragt werden, was ihnen in einer Bibliothek gefällt? Dies wollten Studierende des Instituts für Bibliotheks- und Informationswissenschaft der Humboldt-Universität unter der Leitung von Elke Greifeneder, Ulla Wimmer und Sarah Wildeisen herausfinden. Um die geplante Umgestaltung der Kinder- und Jugendbibliothek mit Lernzentrum in der Amerika-Gedenk-Bibliothek (ZLB) wissenschaftlich zu begleiten, führten das Projektteam insgesamt 138 qualitative Kurzinterviews mit Photovoice-Elementen mit Kindern durch - gewappnet mit Katzenhaareif, Einhornkostüm, Schatztruhe und Piratenhut. Die Interviews sollten herausfinden, was Kinder in die Bibliothek zieht, welche Orte und Medien sie besonders mögen und welche Veränderungen sie sich wünschen. Der Vortrag stellt das an den Bedürfnissen der Kinder orientierte Forschungsdesign vor und präsentiert die zentralen Ergebnisse der Studie.
Schulprogramme und Lernkonzepte haben einen großen Einfluss auf Räume, Einrichtung und Angebote ihrer Schulbibliotheken. Die Konzeption einer Schulbibliothek muss sich an den Bedürfnissen der jeweiligen Schule ausrichten, wenn die Schulbibliothek als aktiver Bestandteil in Schulleben und Unterricht eingebunden werden will.
Von Lernorten, Unterrichtsmöglichkeiten bis hin zum Safe-Place und Treffpunkt haben Schulbibliotheken viele verschiedene Funktionen für Schüler*innen, Lehrkräfte und den Ganztag. Daraus leiten sich verschiedene Ziele und Aufgaben ab: Sie reichen von Leseförderung, Vermittlung von Recherche- und Informationskompetenz, Support für den Unterricht bis hin zur Förderung der Chancengleichheit durch Zugang zu Informationen und Medien.
Jede Schule ist anders – und jede Schule hat andere Bedürfnisse. An diese müssen sich Schulbibliotheken anpassen und diese als ihre eigenen Grundlagen adaptieren und umsetzen. „Die Standard-Schulbibliothek“ gibt es nicht. Daher ist es schwer, einheitliche Standards für die Ausstattung und Einrichtung von Schulbibliotheken zu entwickeln, die für alle Schulbibliotheken gelten können.
Anhand von Beispielen aus Schleswig-Holstein werden individuelle Wege aufgezeigt, wie sich Schulbibliotheken, in ihren Kosmos Schule einfügen. Viele dieser Best Practice-Beispiele haben das „Qualitätssiegel für Schulbibliotheken in Schleswig-Holstein 2025“ erhalten.
Die Schleswig-Holsteinische Landesbibliothek (SHLB) wurde nach einem umfangreichen, als Public Private Partnership durchgeführten Umbauprojekt unter der Leitung des Architekten Aat Vos im September 2025 nach fünfjähriger Planungs- und Bauphase wiedereröffnet. Ein initialer Designworkshop legte die Ziele des Projekts fest: Einerseits sollte die Infrastruktur modernisiert und barrierefreie Zugänge geschaffen, andererseits das historische Speichergebäude als "Kulturspeicher" in seiner ursprünglichen Bedeutung erhalten, jedoch in einen offenen, demokratischen Raum mit einem hohen Maß an Aufenthaltsqualität überführt werden.
Der zuvor kleine und abgeschlossene Lesesaal wurde zu einer sich über zwei Geschosse erstreckenden Freifläche mit akustischer Zonierung erweitert, auf der unterschiedliche, flexibel nutzbare Tische und Sitzmöbel angeordnet sind. Zentrale Elemente der Neugestaltung sind transparente Schaumagazine, die als architektonische Schnittstellen zwischen Magazin, Ausstellung und öffentlich zugänglicher Werkstatt fungieren. Das neu geschaffene Forum bildet als zentraler Veranstaltungsraum das räumliche Herzstück des Baus: Es inszeniert historische Buchbestände und museale Objekte in einem atmosphärischen Setting und schafft eine räumlich-immersive Verbindung von Landesgeschichte und Öffentlichkeit. Mit Hilfe von RFID-UHF-Technologie werden die Bestände gesichert und zur Selbstverbuchung bereitgestellt. Ein einheitliches Farb- und Lichtkonzept verbindet die Räume und erzeugt einen einladenden und gleichzeitig identitätsstiftenden Ort, ein öffentliches „Wohnzimmer“ für Schleswig-Holstein. Das gesamte Gestaltungskonzept wurde nicht nur in den öffentlichen, sondern auch in den internen Bereichen fortgeführt.
Der Vortrag stellt das neue Gesicht der SHLB vor, erläutert die räumlichen Strategien und beleuchtet die baulichen und organisatorischen Herausforderungen der Umsetzung im Spannungsfeld zwischen Archivbibliothek und Drittem Ort.
Citizen Science – die aktive Zusammenarbeit von Bürger*innen mit der Wissenschaft als Forschungsmethode – ist ein Partizipationsformat, das bislang überwiegend in Uni- und Hochschulbibliotheken sowie anderen wissenschaftlichen Bibliotheken Anwendung findet.
Als eine der ersten öffentlichen Büchereien in Deutschland hat das Team der Stadtteilbücherei Unterrath Ende 2025 die Einrichtungen eines Citizen Science Labors konzipiert und in Kooperation mit verschiedenen Forschungseinrichtungen implementiert.
Öffentliche Büchereien bieten sich als Lernorte, Orte des Entdeckens und Experimentierens, und als Orte der Teilhabe am gesellschaftlichen Wandel für Citizen Science Projekte in optimaler Weise an, und können durch ihre Nähe zu Menschen und ihre Niedrigschwelligkeit dazu beitragen, Wissenschaft und Forschung einem erweiterten Kreis an Interessierten nahezubringen.
Die Neuorientierung des Profilangebots mit einem Fokus auf die niedrigschwellige Vermittlung von wissenschaftlichen Themen ist die Grundlage für das Projekt, eine räumliche Änderung schuf die Option für die Umsetzung.
Bürger*innen in Düsseldorf und Umgebung werden eingeladen, verschiedene Forschungsprojekte kennenzulernen, sich zu informieren, etwas über Forschungsmethoden zu erfahren und selbst einen Beitrag zur Datenerhebung und Erkenntnisgewinn leisten zu können. Das Bibliotheksteam fungiert dabei als Vermittler und kann als Multiplikator die Bürger*innen bei der Teilnahme begleiten. In Kooperation mit Forschungseinrichtungen werden Testkits sowie Infomaterialien zur Verfügung gestellt.
Ob es um die Erforschung der Bodenqualität oder um Transkribieren von alten Handschriften oder die Erfassung von Wildbestand geht – das Team setzt auf eine Vielfalt an verschiedenen Forschungsprojekten.
In diesem Vortrag berichten die Referentinnen von ihrer Idee, der Umsetzung, die Anforderungen, sowie die Erfahrungen des Citizen Science Labor in der Stadtteilbücherei Unterrath der Stadtbüchereien Düsseldorf.
Ist eine Raumgestaltung, die eine vielfältige Nutzung ermöglicht, bloß ein ideales Prinzip, das nur mit unrealistischen Ressourcen zu realisieren wäre? Ob Ideal und die Realität tatsächlich im Gegensatz stehen, bedarf der Überprüfung, wie an einem Beispiel vorgestellt werden soll.
Der Hauptlesesaal der Zentral- und Landesbibliothek Berlin am Standort der Berliner Stadtbibliothek ist einheitlich mit Arbeitstischen bestückt. Mit dieser Gestaltung ist der Lesesaal genau auf die Bedürfnisse der Hauptbesuchergruppe der BStB ausgerichtet: Hochschulstudierende in Berlin, die einen Arbeitsplatz zum Lernen und Schreiben mit dem Laptop benötigen und den Lesesaal jeden Tag auch vollständig belegen. Unter dieser Dominanz der Arbeitstische leidet allerdings die Atmosphäre für diejenigen, die sich, anders als die meisten Besucher*innen, ausgiebig Zeit mit den Medien nehmen möchten. Die dominante Raumgestaltung verdrängt so unbeabsichtigt eine andere erwünschte Nutzung des Lesesaals. Allerdings bestand Unsicherheit, wie groß der Bedarf für eine andere Nutzung des Lesesaals tatsächlich ist. Denn im aktuellen Zustand des Lesesaals lässt sich dieser nicht beobachten. Der Saal funktioniert auch so gut.
Um den Bedarf zu ermitteln haben wir probeweise die Raumgestaltung verändert und Leseecken mit lockereren Sitzmöbeln an den Bücherregalen eingerichtet. Unser Ziel war es, einen kleinen Teil des Raums für diejenigen bereitzustellen, die anders sitzen und verweilen möchten. Dies wurde mit bereits vorhandenen Möbeln umgesetzt. Parallel dazu wurden die Nutzenden befragt. So hat sich herausgestellt, dass die neuen Leseecken zu einem Raum wurden, in dem die Möglichkeit einer anderen Nutzung sichtbar wurde und das Recht auf diese Artikulierung fand.
Im Vortrag wird vorgestellt, wie die neuen Leseecken der Zentral- und Landesbibliothek Berlin auf unkomplizierte Weise entstanden sind, und inwiefern hier das Recht auf vielfältige Nutzung eines öffentlichen Raums verhandelt wurde.
Die Inanspruchnahme klassischer Auskunftsdienste in wissenschaftlichen Bibliotheken verzeichnet einen signifikanten Rückgang. Exemplarisch dokumentieren die Zahlen der Bibliothek der HafenCity Universität Hamburg einen Rückgang von 56% zwischen Juli 2022 (n=194) und Juli 2024 (n=88). Parallel zu diesem quantitativen Rückgang zeigt sich eine qualitative Verschiebung der Anfrageinhalte: Informationsbedürfnisse manifestieren sich zunehmend in technischen Support-Anfragen (VPN-Installation, Druckprobleme, WLAN-Konnektivität, Selbstverbuchungssysteme), während inhaltliche Rechercheanfragen sich auf Known-Item-Searches und E-Book-Zugriffe reduzieren. Zudem tauchen KI-generierte, in der Realität nicht existierende Literaturhinweise auf.
Diese Entwicklung wirft grundlegende Fragen zur Zukunft bibliothekarischer Auskunftstätigkeit auf: Welche Implikationen ergeben sich für die verbleibenden Informationsdienste? Wie können Bibliotheken ihre Services bedarfsgerecht transformieren – und ist dies überhaupt wünschenswert? Welche Kompetenzprofile benötigen Mitarbeitende in diesem veränderten Kontext? Sind Bibliothekar*innen noch die adäquaten Ansprechpartner*innen für diese Anfragentypen?
Der Vortrag diskutiert Zukunftsszenarien für bibliothekarische Informationsdienste im Spannungsfeld von KI-gestützten Recherchetools und Multi-Faktor-Authentifizierung. Dabei wird ein besonderer Fokus auf die damit verbundenen räumlichen sowie personellen Transformationsprozesse gelegt. Ziel ist es, mögliche Strategien und Maßnahmen zu identifizieren, die Bibliotheken dabei unterstützen, ihre Dienste zukunftsfähig zu gestalten.