Partizipation in der Praxis
Refine
Year of publication
- 2019 (5)
Document Type
Is part of the Bibliography
- no (5)
Keywords
- Partizipation (2)
- Ethnologie (1)
- Lernortentwicklung (1)
- Machstrukturen (1)
- Participation (1)
- Stadtplanung (1)
- digital literacy (1)
- digitale Kompetenzen (1)
- ethnology (1)
- learning environment development (1)
Language
- German (5)
Gefördert vom Bayerischen Wirtschaftsministerium untersucht der Forschungsverbund Zukunft der Demokratie, wie Partizipations- und Entscheidungsverfahren so gestaltet werden können, dass sie in der Gesellschaft auf mehr Akzeptanz stoßen. Um den Praxisbezug zu sichern und Ergebnisse wirksam in gesellschaftliche Prozesse einfließen zu lassen, sollengesellschaftliche Akteur*innen im Dialog mit der Wissenschaft stehen. In Würzburg werden der Lehrstuhl für Psychologische Ergonomie der Julius-Maximilians-Universität und die Stadtbücherei in diesen Dialog gehen. Ziel des gemeinsamen Projektes (Start: Herbst 2018, Laufzeit 4 Jahre): die bürgerzentrierte Entwicklung von technologiebasierten Lösungsansätzen für Partizipation auf kommunaler Ebene. Besonderer Fokus liegt auf dem neuen Stadtteil Hubland, die dort gerade entstehende Stadtteilbücherei wird Durchführungsort sein.Die neue Stadtteilbücherei hat sich zum Ziel gesetzt, die Menschen im Stadtteil zu vernetzen, Dialog zu fördern, Kooperation und aktive Teilhabe zu unterstützen - für eine lebendige Stadtteilgesellschaft. Wir arbeiten mit Design Thinking, um die Bedürfnisse der Menschen zu erkennen und in den Mittelpunkt zu stellenZiele und Vorgehensweisen des Lehrstuhls und der Stadtbücherei sind einander sehr ähnlich, die Kooperation verspricht daher eine Win-Win-Situation: Die Forscher*innen finden in der Stadtteilbücherei für ihr Vorhaben den Ort, die Infrastruktur und die Menschen, an dem und mit denen ihre Forschung "in the wild" stattfinden kann. Und die Stadtteilbücherei kann gleich zu Beginn mit diesem äußerst interessanten Projekt die ihr besonders wichtigen Themen angehen und den Bürger*innen so attraktive und spannende Aktivitäten bieten.Die Förderung von Demokratie und politischer Partizipation ist ein brandaktuelles Thema. Wir sind sehr gespannt, welche Erfahrungen wir für die Stadtbücherei Würzburg machen und was wir daraus entwickeln können. Wir berichten von ersten Erkenntnissen nach 1/2 Projektjahr.
In dem Vortrag geht es darum, Erfahrungen und Entwicklungsperspektiven des Formats "Themenraum" der ZLB zur Diskussion zu stellen. Der Themenraum ist eine interdisziplinäre Medienpräsentationen (digital und analog) zu aktuellen kulturellen oder gesellschaftspolitischen Themen und wir bemühen uns, ihn immer partizipativer zu gestalten. Wir möchten die Weiterentwicklung der Nutzer*innen-Partizipation besonders am Themenraum "Bibliothek findet Stadt - Stadt findet Bibliothek". In diesem Themenraum präsentierten wir das Thema "Partizipation" und "Stadt mitgestalten" im Allgemeinen und boten konkret eine Plattform, auf der sich 16 städtische Projekte präsentieren konnten, die innovative Konzepte für partizipative Stadtgestaltung anbieten. Andererseits stellten wir unsere eigene Zukunftsfrage zur Diskussion, indem wir mit den Besucher*innen in einen Austausch traten, wie sich die ab 2026 entstehende "zukünftige ZLB" am Blücherplatz wünschen. Unsere Leitfrage lautete "Was brauchst Du für eine Bibliothek, um die Welt zu verändern?" Mit dieser Frage wandten wir uns aber nicht ausschließlich an ZLB-Nutzer*innen , sondern auch mit zwölf "Satelliten" in allen Berliner Bezirken an alle Besucher*innen des Verbunds und mit einem mobilen Themenraum" in Gestalt eines Lastenrads (mit Dialogmöglichkeit) auch an Nicht-Nutzer*innen auf Märkten, Stadtteilfesten oder vor Shopping-Malls. Nicht zuletzt war der Themenraum auch ein partizipatives Projekt in der Belegschaft: Die Betreuung des Themenraums erfolgte durch ein Team, viele der Elemente des Themenraums wurden breit zur Diskussion gestellt und die "Wünschbar" und der mobile Themenraum wurden durch Mitarbeiter*innen betreut. Was haben wir gemeinsam für die partizipativ gestaltete Medienpräsentation gelernt? Welche neuen Impulse für Stadtentwicklung und Bibliotheksneubauten können wir aus dem Themenraum "Bibliothek findet Stadt" mitnehmen und weiterentwickeln? Diese Fragen möchten wir zur Diskussion stellen.
'Live fast', 'play dirty', 'get naked', 'ein ganzes halbes Jahr und Life ist strange', das sind Titel, die die JungenMedienJury (JMJ) zu ihren Favoriten gewählt hat. Seit 2004 gibt es das Projekt mit dem Ziel, den kritischen Medienkonsum Jugendlicher zu fördern und ihre Diskussionsfähigkeit zu schulen. Für Bibliotheken ist die junge Zielgruppe allerdings nicht einfach zu erreichen und zu binden. In Frankfurt machen trotzdem jedes Jahr rund 60 Jugendliche zwischen 13 und 16 Jahren mit. Ein halbes Jahr lang setzen sich die jungen Kritiker mit ihren Medien auseinander. Jugendromane, Filme, Games, Comics und Mangas: insgesamt rund 100 aktuelle Neuerscheinungen stehen auf dem Prüfstand. Neben den Jurytreffen organisiert die Stadtbücherei ein ausgefeiltes Begleitprogramm. Die Jugendlichen besuchen den hr, Verlage, Software-Entwickler, ein Trickfilmstudio oder die Buchmesse. Workshops und Expertengespräche liefern Hintergrundinformationen zur Medienbranche. Die rasante Entwicklung der digitalen Welt verändert gerade auch den Medienalltag und den Medienkonsum von Jugendlichen. Nach 14 erfolgreichen JMJ-Jahren geht es der Stadtbücherei Frankfurt nun darum, das Projekt fit für die nächsten Jahre zu machen. Dabei geht es von der veränderten Ansprache Jugendlicher bis zur Etablierung neuer Jurys, von innovativen, flexiblen Veranstaltungsformaten bis zur Integration soziale Netzwerke. Nach einem intensiven Prozess der Neukonzeption startet die Stadtbücherei im März 2019 mit der 15. JungenMedienJury.
In Bibliotheken nehmen Projekte, die Nutzerinnen und Nutzer einzubinden - gerade bei Entwicklungsprojekte - immer mehr zu. Im Rahmen der Versuche, sich zu offeneren Einrichtungen zu entwickeln, werden diese meist unter dem Schlagwort «partizipativ» gefasst, auch wenn sie sehr unterschiedlich ausfallen: Umfragen, Fokus-Gruppen, Umfragen, Design Thinking-Projekte, Congintive Mapping u.a.. Gleichzeitig: Je mehr solcher Projekte durchgeführt werden, um so mehr werden in Bibliotheken Stimmen laut, die sich eher enttäuscht von den konkreten Ergebnissen zeigen. Die nach partizipativen Projekten aufgebauten Angebote, die umgebauten Räume, die angebotenen Veranstaltungen erfüllen kaum die in sie gesteckten Erwartungen, auch wenn sie nicht ganz scheitern.Hauptthese des Vortrags ist es, dass dies strukturell angelegt ist. Was in diesen Projekten als Partizipation verstanden wird, ist sehr eng gefasst und beachtet auch nicht die Machtbeziehungen, die in solchen Projekten reproduziert werden. Bibliotheken geraten hier in die gleichen Probleme, in die z.B. die Ethnologie geriet, als sie sich partizipativer Forschung öffnete und stossen auf die gleichen Einschränkungen, wie Stadtentwicklungsprojekte, die partizipativ aufgegleist wurden. Der Vortrag soll (a) zeigen, welche Problem und Fallstricke dies sind, (b) den recht einfachen «Partizipations»-Begriff in Bibliotheksprojekten kritisieren und (c) auf der Basis der Erfahrungen aus ethnologischer Forschung und Stadtentwicklung vorschlagen, wie Bibliotheken anders partizipative Mitarbeit ermöglichen können. Grundsätzlich könnten Bibliotheken nämlich besser gestaltet werden und erfolgreichere Partizipations-Projekte durchführen, wenn breiter und reflektierter über die Frage diskutiert wird, was Partizipation in Bibliotheken sein soll und sein könnte. Der Vortrag wird die Diskussion auf eine praktische Ebene beziehen, also zeigen, was Bibliotheken konkret tun können (oder nicht können).
Ende 2016 startete das Projekt Digital Creative Space an der SUB Göttingen mit dem Ziel einen innovativen Lernort zur Förderung digitaler Kompetenzen der Studierenden durch kollaborativ nutzbare Lernumgebungen zu entwickeln.Die Rückmeldungen der Studierenden und Lehrenden zur ersten Ideenskizze waren eher verhalten, entsprach das Lernortkonzept nicht den gewohnten, eher basal ausgestatteten Einzel- und Gruppenarbeitsplätzen.Um den Studierenden den Freiraum zu geben, mit der SUB und anderen Partnern der Universität die Fläche nach ihren Bedürfnissen zu gestalten, wurde der Digital Creative Space zu einer Experimentierfläche mit einem initial begrenzten, aber innovativen Angebot, bei dem rund 65% der Fläche zunächst unbebaut für weiteres Wachstum und neue Angebote zur Verfügung stehen.Bewegliche Raumelemente zonieren die Experimentierfläche, die Kombination aus Multitouchtischen mit spezieller Software zum digitalen kollaborativen Arbeiten bieten die Möglichkeit zur Erprobung.Ein Partizipations- und Evaluationsprozess bildet die Basis der Weiterentwicklung des physischen Raums und der digitalen Angebote.Welche Raumelemente, welche Hard- und Software und welche Möblierungsszenarien gewählt wurden, welche Methoden zur Beteiligung genutzt und welche davon sinnvoll für die Gestaltung eingesetzt werden konnten, wie der Gesamtprozess und das Raumangebot angenommen wurden, welche Rückmeldungen es gab und welche weiteren Ideen von Seiten der Nutzenden an das Projektteam herangetragen wurden, sind Inhalt dieses Vortrags.