Öffentliche Bibliotheken
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BibCamp Dritter Ort
(2026)
This poster is based on my master's thesis at the swedish University of Boras, Faculty of Librarianship, Information, Education and IT. The thesis will be submitted two weeks after the poster presentation.
The central question of the thesis (and the poster) is: to what extent citizen science in public libraries promotes civic engagement and strengthens societies.
The question is analyzed using a case study, which examines three different Citizen Science projects in public libraries worldwide (Australia, Canada and Germany). The analysis is based on the Open European Citizen Science Framework. The thesis and poster may also include an adapted version of the framework, focusing on public libraries and in this particular context the success factors of citizen science.
So in general: The poster provides an overview of the findings of the thesis.
Specifically, it outlines an analysis of the three selected projects, particularly with regard to their impact regarding civic engagement and additionally will showcase an enhanced framework.
Nachhaltiger Konsum gewinnt angesichts ökologischer Krisen, Ressourcenknappheit und sozialer Folgen übermäßigen Konsums zunehmend an Bedeutung. Öffentliche Bibliotheken tragen dazu bei, indem sie neben Medien auch Alltagsgegenstände verleihen, wie im Konzept der „Bibliothek der Dinge“. Das Poster zeigt einen Ausschnitt aus der Bachelorarbeit „Die Rolle von Bibliotheken der Dinge bei der Förderung nachhaltiger Konsumpraktiken: Eine empirische Untersuchung“ von Carolin Ramona Heim. Die Einzelfallstudie wurde von Prof. Dr. Elke Greifeneder und M.A. Petra Beck betreut und geht der Frage nach, ob und wie eine Bibliothek der Dinge als Teil des Angebots öffentlicher Bibliotheken nachhaltigen Konsum fördern kann. Die Arbeit erforscht das Angebot in der Humboldt-Bibliothek in Berlin-Reinickendorf anhand 29 leitfadengestützter Interviews mit Nutzenden und einem Expert*inneninterview mit den leitenden Bibliothekar*innen. Das Poster beschreibt die Perspektiven der Institution und der Nutzenden, analysiert die gesellschaftlichen und ökologischen Effekte von Bibliotheken der Dinge und skizziert ihre politischen Einflussfaktoren. Es beinhaltet zudem ein strukturelles Ursache-Wirkungs-Modell des nachhaltigen Konsums am Beispiel der Bibliothek der Dinge, um alle beteiligten Akteure sichtbar zu machen und ihre Wechselwirkungen zu erläutern.
Unsexy. Nicht-schon-wieder! Belehrend.
Irgendwas mit Demokratie.
Okay, die Krise ist da. Überall wird gekürzt, es herrscht AfD-Angst, und, seien wir ehrlich, wir haben wenig Ahnung, wie wir die Idee unserer gemeinschaftlichen Verfasstheit wahren und weiterentwickeln wollen.
Im Verbund öffentlicher Bibliotheken Berlin gibt es Ansätze. Wir haben ein gemeinsames Verständnis zur Demokratieförderung formuliert und verabschiedet; es gibt mit „100% zum Mitreden“ einen von einer Agentur entwickelten Claim, den berlinweit alle öffentlichen Bibliotheken für demokratiefördernde Veranstaltungen nutzen können, um in der Kommunikation das D-Wort zu umschiffen.
Und: Es zündet noch nicht. Keiner rennt uns die Türen ein. 10 bis 12 Prozent der Berliner:innen nutzen die Angebote das VÖBB.
Demokratie aber braucht mehr Beteiligung. Wie kommen wir bloß ran ans Volk?
Zoom-in: Lichtenberg. 4 öffentliche Bibliotheken, verteilt von Nord nach Süd über den Bezirk. Der südlichste Standort liegt direkt neben dem Tierpark. Zu dem hat die Bibliothek auch schon seit Jahren kooperativen Kontakt. Der Tierpark hatte laut Statista im Jahr 2024 1,64 Millionen Besuchende. Im südlichsten Standort der Stadtbibliothek Lichtenberg waren hingegen weniger als 100.000 Menschen.
Also haben wir uns den Berg und den Propheten vorgenommen und versuchen im Jahr 2026 mal was Neues: Demokratieförderung vor dem Tigergehege und der Pinguinanlage mit Lesungen und anschließenden Bastel- und Kreativaktionen für kleine und große Menschen. Tierparkspaziergänge zu den kolonialen Spuren des Schlosses Friedrichsfelde und der Anlage. Eine Podcastproduktion mit Schulklassen, live abrufbar per Q-Code direkt an den Gattern.
Dies hier ist ein Erfahrungsbericht über dos und don'ts eines aufsuchenden Veranstaltungspakets mit der fetten Aufschrift „Spaß“ und dem überraschenden Inhalt Demokratieförderung.
Und ein Aufruf:
Entwickeln wir Veranstaltungen, die die Welt braucht. Brüllen wir gemeinsam mit dem Löwen hinter Gittern.
In diesem Hands-On Lab erproben die Teilnehmenden drei Methoden-Bausteine, die im letzten Jahr in der Stadtbibliothek Bremen entstanden sind. Die technische Basis bildet der „KI-Mixer“, ein Computer, der Bild-KIs lokal nutzbar macht.
Im ersten Baustein wird die Mal-App „TagTool“ als Input genutzt und Fragen zu Urheberrecht, Kreativität und der Rolle von Künstler:innen („Wer macht hier eigentlich das Bild?“) diskutiert.
Im zweiten Baustein wird der Input einer Webcam genutzt, um die Verfremdung des eigenen Körpers durch KI zu erleben. Thematisiert werden Körperbilder und Manipulation.
Im dritten Baustein bilden Texte den Input für die Bilder. In Form eines Prompt-Battles müssen die Teilnehmenden vorgegebene Bilder möglichst genau nachprompten. Die Ergebnisse machen so Bias und Stereotype von KI sichtbar.
Das Lab ist praxisorientiert angelegt: Die Teilnehmenden schlüpfen sowohl in die Rolle der Lernenden als auch der Anleitenden, erhalten erprobte Reflexionsfragen und Ideen für Settings in Öffentlichen Bibliotheken (Kinder, Jugendliche, Erwachsene). Ziel ist es, KI-Angebote nicht nur als „Wow-Technik“, sondern als Raum für Medienkritik, Ethik und Partizipation zu gestalten.
Der Vortrag untersucht, wie öffentliche Bibliotheken zur Stärkung urbaner Resilienz beitragen können. Ausgangspunkt ist der globale Transformationsdruck durch die VUCA-Welt und die Herausforderungen einer „2-Grad-Plus-Welt“, die grundlegende ökologische, soziale und ökonomische Veränderungen mit sich bringt. Öffentliche Bibliotheken rücken dabei als besondere soziale Infrastrukturen in den Fokus: Sie sind konsumfreie, niedrigschwellige, für alle zugängliche Räume, die viele Menschen erreichen und in Städten häufig zu den meistbesuchten Bildungs- und Kulturorten gehören. Durch ihre lokale Verankerung in Nachbarschaften und ihre Funktion als „low-intensive meeting places“ besitzen sie ein hohes Potenzial, Gemeinschaften bzw. Communities zu stärken.
Zentrales Konzept ist die „Community Resilience“ – eine entscheidende Säule urbaner Resilienz, die durch öffentliche Infrastrukturen gefördert wird. Der Vortrag zeigt, dass Bibliotheken in Deutschland diese Rolle bislang wenig reflektiert haben, während andere Länder bereits weitergehende Modelle bzw. Aktivitäten entwickelt haben. Durch internationale Beispiele soll ein vertieftes Verständnis dieses Tätigkeitsfeldes ermöglicht werden.
Um Theorie und Praxis zu verbinden, dient die Stadtbibliothek Berlin-Pankow als Fallstudie. Auf Grundlage ihrer Leitbilder, Strategien und Konzepte wird ein praxisnaher Strategieentwurf entwickelt, der lokal wirksam ist und zugleich Ansatzpunkte für andere Bibliothekssysteme bietet.
Der Vortrag basiert auf der Masterarbeit des Verfassers, die im Frühjahr 2026 eingereicht wird.
Wie entwickelt man eine tragfähige, identitätsstiftende und breit getragene Strategie für eine moderne öffentliche Bibliothek – und wie gelingt es, die Mitarbeitenden von Beginn an aktiv einzubeziehen? In der Stadtbibliothek Pankow haben wir diesen Weg in den vergangenen zwei Jahren gemeinsam beschritten. Ausgangspunkt war das bestehende Leitbild, das die zentralen Werte und Aufgaben der Bibliothek formuliert. Daraus entstand die Frage: Wie übersetzen wir diese Grundsätze in eine zukunftsgerichtete strategische Ausrichtung, die sowohl Orientierung bietet als auch Raum für Innovation lässt?
Ein interdisziplinäres Strategieteam mit bis zu 17 Beteiligten entwickelte dazu einen kollaborativen Prozess, der bewusst auf vielfältige Formate setzte. Mithilfe des CliftonStrengths-Stärkentests wurden individuelle Kompetenzen sichtbar gemacht und für die gemeinsame Arbeit nutzbar. Ein Booksprint half dabei, zentrale Themen schnell, kreativ und gemeinsam schriftlich zu erfassen. Spielerische Methoden wie „Hitster“ unterstützten Perspektivwechsel, Teamdynamik und das Erproben neuer Denk- und Kommunikationsräume. Diese Mischung aus analytischen, kreativen und experimentellen Ansätzen erwies sich als entscheidend, um den komplexen Entwicklungsprozess lebendig, inklusiv und produktiv zu gestalten.
Das Ergebnis ist eine Strategie, die nicht von außen vorgegeben wurde, sondern im Arbeitsbereich selbst gewachsen ist. Sie spiegelt die Vielfalt der Standorte, Teams und Aufgaben ebenso wider wie die gemeinsamen Ziele, Prioritäten und Werte der Stadtbibliothek Pankow. Im Vortrag zeigen wir, wie der Prozess aufgebaut war, welche Erkenntnisse wir auf dem Weg gewonnen haben und welche Wirkungen bereits heute sichtbar sind. Die Teilnehmenden erhalten konkrete Einblicke und methodische Impulse für eigene strategische Vorhaben in Bibliotheken – von der Idee bis zum gemeinsam erarbeiteten Ergebnis.
Vom „Warum“ zum „Wie“
Auf der vergangenen BiblioCon haben wir die These aufgestellt, dass Bibliotheken ihren gesellschaftlichen Auftrag als „Dritte Orte“ dringend in den digitalen Raum erweitern müssen – jenseits von reinen Bestandskatalogen und Social-Media-Marketing. Wir skizzierten den „Moonshot“ einer eigenen, wertebasierten Plattform für die Stadtgesellschaft.
Ein Jahr später ist aus der Vision ein konkretes Software-Projekt geworden. Dieser Beitrag holt die Idee auf den Boden der Tatsachen zurück und berichtet aus dem Maschinenraum des Verbunds der Öffentlichen Bibliotheken Berlins (VÖBB) während der Startphase.
Werkstattbericht: UX, Outreach und erste Hürden
In diesem Talk öffnen wir die „Black Box“ der Umsetzung. Wir zeigen, wie wir den abstrakten Begriff der „Digitalen Aufenthaltsqualität“ in konkrete UX-Konzepte (User Experience) übersetzen: Wie muss eine digitale Oberfläche gestaltet sein, damit sie sich nicht wie eine Verwaltungssoftware anfühlt, sondern wie ein lebendiger Ort der Begegnung?
Wir diskutieren unsere Outreach-Strategie: Wie gelingt es, lokale Communities, die bisher in analogen Räumen oder auf kommerziellen Plattformen wie WhatsApp und Nebenan.de agieren, für ein neues, gemeinwohlorientiertes Angebot zu gewinnen?
Live-Experiment statt Frontalvortrag
Das Herzstück dieser Session ist eine interaktive Live-Demo. Wir werden nicht nur Screenshots zeigen, sondern das Publikum aktiv einbinden. Gemeinsam simulieren wir im Saal einen „Digitalen Dritten Ort“. Bringen Sie Ihre Smartphones oder Tablets mit – wir laden Sie ein, die Plattform in Echtzeit zu testen, die Funktionalitäten kritisch zu prüfen und Teil des ersten großen Publikumstests zu werden.
Dieser Beitrag richtet sich an alle, die wissen wollen, wie die digitale Transformation von Bibliotheken aussehen kann und die bereit sind, digitale Souveränität nicht nur zu fordern, sondern praktisch zu erproben.
Bibliotheken aus kleinen Kommunen und Regionen, die es auf die "Shortlist" der "Bibliothek des Jahres in kleinen Kommunen und Regionen 2025" geschafft haben, berichten aus Ihrer Praxis und zeigen, was auch mit wenig Ressourcen möglich ist. BürgermeisterInnen aus den entsprechenden Kommunen sind ebenfalls eingeladen und bringen die kommunalpolitische Perspektive ein.
Die Session bietet im Rahmen eines World-Cafés Möglichkeit zum direkten Dialog, Erfahurngsaustausch und Peer-Learning. Good Practices sollen genauso zum Thema werden wir Herausforderungen und Möglichkeiten ihrer Überwindung. Die ausgezeichneten Häuser werden so für Interessierte zugänglich und Vernetzung angestoßen. Es soll Mut gemacht und Bibliotheken dazu motiviert werden, erprobte gute Konzepte anderer nachzunutzen und neue Wege zu gehen.
Teilnehmende Referent*innen: Bibliotheksleitende der Endrunde „Bibliothek des Jahres in kleinen Kommunen und Regionen 2025“ mit kommunalpolitischen Vertreter*innen aus den jeweiligen Kommunen.
Die Veranstaltung nimmt die sehr positive Resonanz der Durchführung des Formates in 2023 und 2024 auf und entwickelt das Format weiter.
Unter der Überschrift „Haus der Demokratie | Verbunden. Verantwortlich. Zukunftsfähig.“ entwickelt das Dezernat VII (Kultur und Bildung) der Landeshauptstadt Hannover seit Mitte 2025 einen fachbereichsübergreifenden strategischen Überbau für die kommunale Demokratiearbeit. Im Zentrum steht kein neues Einzelprojekt, sondern ein interner Orientierungsrahmen: Gemeinsam definierte Handlungsfelder für alle beteiligten Fachbereiche werden mit spezifischen Standortbestimmungen für jede Einrichtung verknüpft – prototypisch erprobt am Beispiel der Stadtbibliothek Hannover.
Der Vortrag zeigt, wie die Stadtbibliothek ihre bisherigen Aktivitäten in diesen Rahmen einordnet und darüberhinaus konkrete Entwicklungsfelder ableitet. Es wird in dem Vortrag aufgezeigt, welche Entwicklungsfelder wie definiert wurden und wie aus dieser Bestandsaufnahme Maßnahmen abgeleitet werden, um sie quantitativ (Menge), qualitativ (Güte) und systematisch (Pflege) zu stärken. So kann nicht nur die einzelne Einrichtung sondern darüberhinaus das sich stetig im Umbau befindende 'Haus der Demokratie' weiterentwickelt werden.
Bei Vibe Coding wird Code nicht klassisch programmiert, sondern in natürlicher Sprache „erpromptet“. Die Wünsche und Anforderungen werden als Text formuliert und eine KI erzeugt den entsprechenden Programmcode.
Im Hands-on Lab lernen die Teilnehmenden Vibe Coding als Möglichkeit kennen, kleine digitale Helfer für den Bibliotheksalltag zu entwickeln. Nach einem kurzen Impuls anhand eines Beispiels gehen sie in die praktische Phase über. IN Kleingruppen erzeugen die Teilnehmenden mithilfe eines KI-Assistenten Codebausteine, die sie direkt als WordPress-Plugin ausprobieren können.
Abschließend werden die Ergebnisse vorgestellt und besprochen. Was hat gut funktioniert? Wo lagen die Grenzen oder Probleme? Lässt sich Vibecoding in den Bibliotheksalltag integrieren?
Im Mittelpunkt steht dabei ein iteratives Vorgehen. Die Teilnehmenden verfeinern ihre Prompts schrittweise und prüfen die Ergebnisse. Dafür sollten sie lediglich grundlegende PC-Kenntnisse, Offenheit zum Ausprobieren und die Bereitschaft zum gemeinsamen Problemlösen mitbringen.
Die Stadtteilbibliothek Gorbitz ist eine von neun Open-Library-Bibliotheken Dresdens und fungiert in einem sozial herausgeforderten Stadtteil als zentraler Kultur- und Bildungsort. Der Vortrag beschreibt das Konzept der vernetzten Stadtteilarbeit, das gezielt niedrigschwellige Angebote und Kooperationen mit Kitas, Grundschulen und weiterführenden Schulen integriert. Ziel ist es, Kindern und Jugendlichen über einen langfristigen Bildungspfad stabile Zugänge zu Medien und Kultur zu bieten.
Kernbestandteile sind regelmäßige Präsenz im Stadtteil, kulturelle Veranstaltungen wie Puppentheater sowie kreative Bastel- und Zeichenworkshops und die enge Zusammenarbeit mit lokalen Partnern. Diese Maßnahmen sollen Hemmschwellen abbauen, Teilhabe ermöglichen und die Bibliothek als verlässlichen Treffpunkt im Quartier etablieren.
Anhand konkreter Praxisbeispiele wird gezeigt, wie Herausforderungen wie schwankende Ausleihzahlen, jugendliche Gruppen oder begrenzte kulturelle Infrastruktur im Team adressiert werden. Der Beitrag verdeutlicht, wie kontinuierliche Kooperation, niedrigschwellige Angebote und flexible Organisation die Bibliothek zu einem stabilisierenden Anker im Quartier machen und welche Rückschlüsse sich für vergleichbare Stadtteile ziehen lassen.
Bibliotheken wollen und sollten die Lese- und Sprachförderung genauso wie die Medienkompetenzvermittlung als wichtigen Beitrag zur Erreichung der 17 Nachhaltigkeitsziele betrachten. In unserem Vortrag stellen wir Workshops der letzten drei Jahre vor, die für ihre vorbildlichen Projektideen ausgezeichnet wurden. Sie können Inspiration für die Entwicklung eigener innovativer Formate rund um digitale Medien sein. Ebenso können sie Anstoß für Diskussionen über Fördermöglichkeiten sowie Fragen nach Nachhaltigkeit und Vernetzung geben.
Im Rahmen der Preisverleihung zur "Bibliothek des Jahres in kleinen Kommunen und Regionen 2025" wurde unter anderem die herausragende Förderung der Stadtbibliothek Siegburg im Bereich der Medienkompetenzvermittlung, insbesondere im MINT-Bereich, hervorgehoben. In Kooperation mit der KJA (Katholische Jugendagentur Bonn gGmbH wurde im Jugendzentrum Deichhaus der Makerspace UFO (Unser Forschungslabor) geschaffen. Die Besonderheiten des Making-Angebots außerhalb der Räumlichkeiten der Bibliothek ermöglicht die Erschließung einer neuen Zielgruppe. Kinder und Jugendliche können sich sowohl selbstbestimmt als auch unter medienpädagogischer Anleitung kreativ mit dem Thema Making auseinandersetzen. Unter anderem stehen Technologien wie der 3D-Drucker, Lasercutter und weitere Werkzeuge für die Nutzung bereit. In diesem Talk werden die Chancen und Herausforderungen aus Sicht einer Öffentlichen Bibliothek sowie die Entwicklung des Projekts seit 2022 vorgestellt.
Im experimentellen und spielerischen Umgang mit digitalen Medien – allein oder im Team – konnten die Teilnehmenden Medienkompetenz erwerben, um die Herausforderungen von heute in die Chancen von morgen zu verwandeln. Auf diese Weise erweitern die Beispiele das klassische Bildungsverständnis um digitale und soziale Kompetenzen. Gleichzeitig zeigen sie, inwieweit Medienbildung und Medienpädagogik in Bibliotheken aktiv zur Demokratiebildung und zur gesellschaftlichen Orientierung beitragen.
Mit ihrer digitalen Strategie gestaltet die Münchner Stadtbibliothek den digitalen Wandel in allen Bereich aktiv mit. Eines der sieben darunter gefassten Ziele ist die Weiterentwicklung intelligent vernetzter Systeme, wozu auch die Umsetzung eines papierlosen Workflows für die Bereitstellung bestellter Medien zählt. Über den internen Leihverkehr der Münchner Stadtbibliothek, der 26 Bibliotheksstandorte + Magazin umfasst, werden jährlich im Durchschnitt 460.000 Medienbestellungen bearbeitet.
In Zusammenarbeit mit it@M, dem städtischen IT-Dienstleister der Münchner Stadtbibliothek, wurde 2025 die LIMOS-App entwickelt, die es den Kolleg*innen ermöglicht, die Bestellprozesse auf komfortable Art auf mobilen Endgeräten zu verwalten (LIMOS = Library Media Ordermanagement System). Durch die Digitalisierung dieses papierbasierten und zeitintensiven Prozesses arbeitet die Münchner Stadtbibliothek nun nachhaltiger, ressourcenschonender sowie effizienter und reduziert nicht zuletzt Fehlerquellen.
Im November 2025 startete die Pilotphase des Projekts mit sehr großem Erfolg an zwei ausgewählten Standorten, und ab Februar 2026 ist der Rollout an allen Standorten geplant.
Die Umsetzung des Projekts erfolgte agil und von Beginn an in Zusammenarbeit mit UX/UI-Designer*innen zur Betonung der User Centricity.
Der LIMOS-Sourcecode wird über die Github-Plattform der Landeshauptstadt München als Open Source zur Verfügung gestellt werden.
Demokratische Desillusionierung, Desinformation und sinkende Beteiligung – insbesondere unter jungen und sozioökonomisch benachteiligten Menschen – gefährden den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Fake News verbreiten sich rasant über soziale Medien und untergraben das Vertrauen in demokratische Institutionen. Sprachbarrieren und geringe Medienkompetenz verstärken die Distanz zu politischen Prozessen zusätzlich. Bei der letzten Bundestagswahl unterstützten 15 % der Bremer Wähler die AFD. Die zentrale Herausforderung liegt in der Förderung von Dialog, Toleranz und kritischem Denken. Mit dem Projekt „Demokratorium – Reden. Zuhören. Verstehen.“ Entwickelt die Stadtbibliothek Bremen in Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung ein Workshop-Format, das grundlegende demokratische Kompetenzen fördert. In fünf aufeinander aufbauenden Modulen erhalten die Teilnehmenden praxisnahe Schulungen in Gewaltfreier Kommunikation, Argumentationstoleranz, Medienkompetenz und Gesprächstechniken gegen populistische und diskriminierende Rhetorik. Die Workshops finden zwischen Oktober 2025 und August 2026 an drei der Bremer Bibliotheksstandorte statt. Ermöglicht wird die Durchführung durch The Europe Challenge, einem europäischen Förderprogramm der European Cultural Foundation. Das Programm unterstützt Bibliotheken europaweit dabei, gemeinsam mit ihren Communities Lösungen für ökologische, soziale und demokratische Herausforderungen zu entwickeln. Bibliotheken werden dabei als Orte des Dialogs, der Partizipation und der gemeinschaftlichen Innovation gestärkt.
In vielen Kommunen rückt für Bibliotheken die Frage in den Vordergrund, wie sie auch Menschen erreichen können, die ihre Angebote bisher kaum nutzen – sei es aufgrund sozialer, kultureller oder struktureller Barrieren.
Aufsuchende Arbeit und Community-Management spielen dabei eine zentrale Rolle: Sie helfen, Barrieren abzubauen, Zielgruppen sichtbar zu machen und Beziehungen im Stadtteil zu gestalten. Entscheidend sind verlässliche Kooperationen mit unterschiedlichen Partnern, die lokale Bedarfe kennen, einen eigenen Zugang zur Zielgruppe mitbringen und gemeinsam Verantwortung übernehmen.
In diesem Hands-on-Lab geben wir Einblicke in unsere Erfahrungen im vielfältigen Bezirk Neukölln: Wir zeigen, aus welchen Gründen wir Partnerschaften entwickeln, wie wir Menschen außerhalb der Bibliothek erreichen und wie wir Teilhabe und Beteiligung stärken – auch ohne spezialisiertes Outreach-Personal und trotz begrenzter räumlicher Ressourcen. Community-Management verstehen wir dabei als kontinuierliche Beziehungsarbeit: zuhören, vernetzen und gemeinsam gestalten.
Unsere teilhabeorientierte Bibliotheksarbeit nutzt Partnerschaften zudem bewusst, um die Vielfalt der Stadtgesellschaft sichtbar zu machen – gerade dort, wo die Bibliothek sie (noch) nicht vollständig abbildet.
Im Mittelpunkt des Labs stehen die Perspektiven der Teilnehmenden. Gemeinsam werden Fragen, Erfahrungen und Herausforderungen erörtert: Welche Kooperationen tragen wirklich? Wie lassen sich unterschiedliche Zielgruppen vor Ort erreichen? Welche Chancen und Grenzen hat Outreach in verschiedenen kommunalen Kontexten? Durch diesen Austausch entsteht ein Raum des gemeinsamen Lernens, in dem neue Ideen für aufsuchende Bibliotheksarbeit, Community-Arbeit und lokale Teilhabe entwickelt werden können.
Bibliotheken sind wichtige Bildungs- und Begegnungsorte in ländlichen Räumen. Häufig sind sie eine der wenigen Orte für die Menschen, Veranstaltungen zu besuchen, sich zu treffen und auszutauschen.
Förderprogramme wie das dbv-Programm "Gemeinsam Digital! Kreativ mit Medien“ im Rahmen des BMBFSFJ-Bundesprogramms "Kultur macht stark" bieten die Möglichkeit für Bibliotheken und andere Verbände, Fördermittel für Projekte der digitalen Leseförderung für Kinder und Jugendliche von 3-18 Jahren mit erschwerten Bildungszugängen zu beantragen und somit interessante Angebote vor Ort anzubieten. Doch oftmals fehlt es gerade in kleineren Einrichtungen an zeitlichen Ressourcen, sich gute Konzepte für Veranstaltungen zu überlegen und anderseits, die Fördermittel zu beantragen und die Abrechnung zu übernehmen. Ebenso mangelt es häufig an geeignetem Fachpersonal oder Vernetzungsmöglichkeiten vor Ort.
Was tun?
Auf der Veranstaltung gehen wir auf die genannten Herausforderungen von Bibliotheken und anderen Kultur/Bildungseinrichtungen in ländlichen Regionen und Gemeinden ein. Anschließend werden Best Practice Einblicke von erfolgreich durchgeführten Projekten im ländlichen Raum als Anregungen vorgestellt, Möglichkeiten des Förderprogramms für Projektmittel im ländlichen Raum erläutert sowie Tipps und Anregungen aus der Praxis untereinander ausgetauscht.
Vertreter*innen aus Bibliotheken und anderen Einrichtungen aus ländlichen Regionen, die Veranstaltungen im Bereich der digitalen Leseförderung durchführen oder anbieten möchten und weitere Interessierte sind herzlich eingeladen.
Referentinnen: Vertreter*innen von Best-Practice-Projekten aus ländlichen Räumen und Regionen
Moderation: Anne Wellingerhof, Programmleitung "Gemeinsam Digital! Kreativ mit Medien"