Bibliotheksbau und -einrichtung
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To commemorate the centenary of the destruction of the KU Leuven Library in 1914, the Goethe-Institut Brüssel, the British Council Brussels, the University of Leuven (KU Leuven) and the Université catholique de Louvain (UCL, Louvain-la-Neuve) organised a three day international conference on the challenging topic: What do we lose when we lose a library?
The burning or destruction of books—and material heritage—is a symbol of so much more. What does a community lose, what does a city or country lose, when a library is burned to ashes?
2026 wird zum dritten Mal der ABI Technik-Preis für nachhaltigen Archiv- und Bibliotheksbau verliehen. Nachhaltigkeit im Sinne des ABI Technik-Preises umfasst sowohl die Einfügung in die Stadt, die Gestaltung des Freiraums, das bauliche Konzept als auch den Bau als solchen (Energiebilanz, Materialeinsatz u. a.).
Die Anforderungen an Archiv- und Bibliotheksgebäude sowie die dazugehörige Technik und das Facility Management wandeln sich laufend. Die Herausgeberinnen und Herausgeber von ABI Technik und der Verlag de Gruyter wollen vorbildlich gestaltete Bauten mit nachhaltiger Architektur und Gebäudetechnik sowie interessantem und innovativem Innen-Design mit dem ABI Technik-Preis noch mehr Sichtbarkeit verschaffen.
Der Ruf nach modernen "Dritten Orten" und attraktiven Lernwelten stellt Bibliotheken oft vor grosse finanzielle Hürden. Neubauten oder eine komplette Neumöblierung sind selten zeitnah realisierbar. Doch muss Raumentwicklung immer teuer sein? Dieser Vortrag beweist das Gegenteil und zeigt auf, wie durch strategisches "Möbelrücken" und intelligente Zonierung bestehender Ressourcen völlig neue Nutzungsqualitäten entstehen können.
Anhand von zwei konkreten Praxisbeispielen aus unterschiedlichen Bibliotheken wird demonstriert, wie allein durch die Umstellung des Bestandsmobiliars auf veränderte Kundenbedürfnisse reagiert wurde, ohne Budget für Neuanschaffungen.
Fallbeispiel 1 fokussiert sich auf die Aufenthaltsqualität: Durch die Schaffung eines grosszügigen Bereichs für Kinder und Jugendliche konnte nicht nur der Raum belebt, sondern auch der Veranstaltungskatalog massiv diversifiziert werden. Der neue Raum ermöglichte Kooperationen, die in der vorherigen, engen Regalstruktur undenkbar waren.
Fallbeispiel 2 widmet sich dem Thema Lernort: Hier lag der Fokus auf der Schaffung von Arbeitsplätzen. Durch die Umstrukturierung der Fläche wurde die Bibliothek zu einem Hotspot für Studierende. Die neu gewonnene Frequenz machte den Ort lebendig und erschloss eine zuvor unterrepräsentierte Zielgruppe.
Der Vortrag analysiert die "Vorher-Nachher"-Situationen, erläutert die logistischen Schritte der Umgestaltung und gibt praktische Tipps zur Analyse von Laufwegen und Sichtachsen. Er ist ein Plädoyer für den pragmatischen Wandel: Wer den Raum neu denkt, braucht oft kein neues Mobiliar, sondern nur den Mut, gewohnte Strukturen aufzubrechen.
Schulbibliotheken sind wichtige Partner der schulischen Bildung. Sie versorgen ihre Schulen nicht nur mit passenden Medien für den Unterricht, sie tragen auch entscheidend zur Leseförderung und zur Stärkung der Medien- und Informationskompetenz der Schülerinnen und Schüler bei. Gut ausgestattete und professionell geführte Schulbibliotheken sind daher ein entscheidender Faktor für den Bildungserfolg von Schülerinnen und Schülern.
Der Ausbau eines leistungsfähigen und zeitgemäßen Schulbibliothekssystems entsprechend fachlicher Standards und zeitgemäßer bibliothekspädagogischer Konzepte ist ein wichtiges Ziel der Kommission „Bibliothek und Schule" des Deutschen Bibliotheksverbands und des Netzwerks PRO Schulbibliothek, in dem Schulbibliothekar*innen und Fachberater*innen mitwirken.
In diesem Hands-on-Lab möchten wir diskutieren, ob und wie Standards für die Planung und den Betrieb von Schulbibliotheken hilfreich sind und welche Standards dazu benötigt werden. Leitfragen sind u.a.
Welche Standards gibt es bereits und wie sind diese zu bewerten?Wo und von wem werden Standards benötigt?Welche Standards sind sinnvoll und welche Zahlen sollen dort einfließen?Wie müssen Standards aufbereitet werden, damit sie Einfluss auf Politik und Planung haben und auch fachfremde Menschen mit ihnen arbeiten können?Wie können Standards genutzt werden, um in ihrem jeweiligen spezifischen Kosmos Schule mit den auf die Schulbibliothek wirkenden Anforderungen ernst genommen zu werden?Das Hands-on-Lab soll die Möglichkeit bieten, zur Entwicklung neuer Sichtweisen und Positionen zu gelangen. Die Ergebnisse sollen in die Erarbeitung neuer Standards einfließen.
Warum in neue Möbel investieren, wenn man Bestehendes aufwerten kann? Gerade in Zeiten knapper Kassen wird es immer wichtiger, vorhandene Ressourcen als Chance zu sehen. Alte Möbel und Bestände sind mehr als nur „Altlasten“ – sie bieten die Grundlage, Bibliotheksräume funktional, einladend und flexibel neu zu denken - und ihnen ein frisches Gesicht zu verleihen. Digitale Planungswerkzeuge können dabei unterstützen, Raumstrukturen zu überdenken, Laufwege zu optimieren und Aufenthaltsbereiche gezielt zu gestalten.
Anwendungsorientierte Beispiele zeigen, wie Bestandsmöbel durch Stirnseitenverkleidungen, Einhausungen oder neue Ständer in Kombination mit vorhandenen Fachböden wirkungsvolle neue Raumwirkungen entfalten. Das Cradle-to-Cradle-Prinzip sorgt dafür, Möbel so zu konzipieren, dass ihre Materialien nach langer Lebensdauer sortenrein recycelt und in den Produktionskreislauf zurückgeführt werden können.
Dieses Zusammenspiel von kreativer Nutzung vorhandener Ressourcen, nachhaltigem Materialeinsatz und reflektierter Planung eröffnet Bibliotheken völlig neue Möglichkeiten: Räume wirken modern, die Aufenthaltsqualität steigt und gleichzeitig werden Ressourcen geschont. Ein praxisnaher Ansatz, der zeigt, wie analoge Räume intelligent, nachhaltig und inspirierend gepimpt werden können.
Die Schleswig-Holsteinische Landesbibliothek (SHLB) wurde nach einem umfangreichen, als Public Private Partnership durchgeführten Umbauprojekt unter der Leitung des Architekten Aat Vos im September 2025 nach fünfjähriger Planungs- und Bauphase wiedereröffnet. Ein initialer Designworkshop legte die Ziele des Projekts fest: Einerseits sollte die Infrastruktur modernisiert und barrierefreie Zugänge geschaffen, andererseits das historische Speichergebäude als "Kulturspeicher" in seiner ursprünglichen Bedeutung erhalten, jedoch in einen offenen, demokratischen Raum mit einem hohen Maß an Aufenthaltsqualität überführt werden.
Der zuvor kleine und abgeschlossene Lesesaal wurde zu einer sich über zwei Geschosse erstreckenden Freifläche mit akustischer Zonierung erweitert, auf der unterschiedliche, flexibel nutzbare Tische und Sitzmöbel angeordnet sind. Zentrale Elemente der Neugestaltung sind transparente Schaumagazine, die als architektonische Schnittstellen zwischen Magazin, Ausstellung und öffentlich zugänglicher Werkstatt fungieren. Das neu geschaffene Forum bildet als zentraler Veranstaltungsraum das räumliche Herzstück des Baus: Es inszeniert historische Buchbestände und museale Objekte in einem atmosphärischen Setting und schafft eine räumlich-immersive Verbindung von Landesgeschichte und Öffentlichkeit. Mit Hilfe von RFID-UHF-Technologie werden die Bestände gesichert und zur Selbstverbuchung bereitgestellt. Ein einheitliches Farb- und Lichtkonzept verbindet die Räume und erzeugt einen einladenden und gleichzeitig identitätsstiftenden Ort, ein öffentliches „Wohnzimmer“ für Schleswig-Holstein. Das gesamte Gestaltungskonzept wurde nicht nur in den öffentlichen, sondern auch in den internen Bereichen fortgeführt.
Der Vortrag stellt das neue Gesicht der SHLB vor, erläutert die räumlichen Strategien und beleuchtet die baulichen und organisatorischen Herausforderungen der Umsetzung im Spannungsfeld zwischen Archivbibliothek und Drittem Ort.
Willkommen in der Bibliothek - Eine inklusive Eingangssituation. Zugänge als Einladung gestalten!
(2026)
Der Eingang einer Bibliothek ist weit mehr als eine funktionale Tür. Er ist Schwelle, Bühne und erste Botschaft zugleich – ein Raum, in dem sich Orientierung, Inklusion und Willkommenskultur verdichten. Wer die Eingangssituation ernst nimmt, gestaltet nicht nur einen Durchgang, sondern öffnet Perspektiven. Sichtachsen, intuitive Wegeführung, Licht- und Materialwahl erzeugen eine sich auftuende Perspektive im Raum, die Besucher*innen leitet, einlädt und Sicherheit vermittelt. Als Innenarchitektinnen beschäftigen wir uns mit der gestalterischen Schnittstelle zwischen Gebäude und Nutzen und entwickeln Räume, die nicht nur funktionieren, sondern Haltung vermitteln. Bibliotheken sind für uns „Orte für alle“ – Third Places, offen, niedrigschwellig und sozial. Damit diese Qualitäten schon am Eingang spürbar werden, braucht es eine Gestaltung, die Atmosphäre, Orientierung und Nutzbarkeit verbindet. Wir zeigen, wie Nutzerzentrierung und Barrierefreiheit die Eingangssituation prägen: Sie beginnt im Außenraum, setzt sich über den Übergang an der Tür fort und entfaltet ihre Wirkung im Foyer, wo Orientierung, Service und sozialer Kontakt zusammenkommen. Die Schwelle wird so zum multisensorischen Erlebnis, inklusive Orientierung und erster Begegnung – von Servicepoint über Garderobe und Kinderwagenstellplätze bis zu Orientierungssystemen. Wir beleuchten die drei Ebenen der Inklusion: physisch (Zugänglichkeit, Wegeführung), kognitiv (verständliche Orientierung) und sozial-emotional (Atmosphäre, Gastfreundschaft, Sichtbarkeit von Diversität). Praxisbeispiele verdeutlichen, wie Gestaltung Willkommenskultur sichtbar macht und typische Zielkonflikte – Sicherheit vs. Offenheit, Technik vs. Mensch, Normen vs. Identität – gelöst werden können. Unser Beitrag lädt dazu ein, Eingangssituationen nicht nur als funktionale Schnittstelle, sondern als identitätsstiftenden sozialen Raum zu begreifen, der Besucher*innen schon an der Schwelle wirklich willkommen heißt.
Ist eine Raumgestaltung, die eine vielfältige Nutzung ermöglicht, bloß ein ideales Prinzip, das nur mit unrealistischen Ressourcen zu realisieren wäre? Ob Ideal und die Realität tatsächlich im Gegensatz stehen, bedarf der Überprüfung, wie an einem Beispiel vorgestellt werden soll.
Der Hauptlesesaal der Zentral- und Landesbibliothek Berlin am Standort der Berliner Stadtbibliothek ist einheitlich mit Arbeitstischen bestückt. Mit dieser Gestaltung ist der Lesesaal genau auf die Bedürfnisse der Hauptbesuchergruppe der BStB ausgerichtet: Hochschulstudierende in Berlin, die einen Arbeitsplatz zum Lernen und Schreiben mit dem Laptop benötigen und den Lesesaal jeden Tag auch vollständig belegen. Unter dieser Dominanz der Arbeitstische leidet allerdings die Atmosphäre für diejenigen, die sich, anders als die meisten Besucher*innen, ausgiebig Zeit mit den Medien nehmen möchten. Die dominante Raumgestaltung verdrängt so unbeabsichtigt eine andere erwünschte Nutzung des Lesesaals. Allerdings bestand Unsicherheit, wie groß der Bedarf für eine andere Nutzung des Lesesaals tatsächlich ist. Denn im aktuellen Zustand des Lesesaals lässt sich dieser nicht beobachten. Der Saal funktioniert auch so gut.
Um den Bedarf zu ermitteln haben wir probeweise die Raumgestaltung verändert und Leseecken mit lockereren Sitzmöbeln an den Bücherregalen eingerichtet. Unser Ziel war es, einen kleinen Teil des Raums für diejenigen bereitzustellen, die anders sitzen und verweilen möchten. Dies wurde mit bereits vorhandenen Möbeln umgesetzt. Parallel dazu wurden die Nutzenden befragt. So hat sich herausgestellt, dass die neuen Leseecken zu einem Raum wurden, in dem die Möglichkeit einer anderen Nutzung sichtbar wurde und das Recht auf diese Artikulierung fand.
Im Vortrag wird vorgestellt, wie die neuen Leseecken der Zentral- und Landesbibliothek Berlin auf unkomplizierte Weise entstanden sind, und inwiefern hier das Recht auf vielfältige Nutzung eines öffentlichen Raums verhandelt wurde.
Bau und Gestaltung wissenschaftlicher Spezialbibliotheken stehen selten im Fokus fachlicher Diskussionen, doch auch sie sind Orte, deren Rolle und Funktion angesichts der Digitalisierung und veränderter Bedarfe der Nutzer:innen hinterfragt wird. Das vielzitierte Konzept des „Dritten Ortes“ (Ray Oldenburg) betont die soziale Aufenthaltsqualität, passt jedoch nur begrenzt zu den Anforderungen einer wissenschaftlichen Spezialbibliothek.
Der Vortrag schlägt daher das four spaces-Modell (Jochumsen, Rasmussen, Skot-Hansen, 2012) als theoretisch-methodische Alternative vor. Seine vier Raumqualitäten – learning space, inspiration space, meeting space, performative space – verbinden soziale und arbeitsbezogene Aspekte und ermöglichen eine differenzierte Bedarfserhebung.
In qualitativen Leitfadeninterviews und Workshops mit Wissenschaftler:innen am Max-Planck-Institut für empirische Ästhetik (Frankfurt/M.) wurde untersucht, wie diese Qualitäten in einer Neugestaltung der Institutsbibliothek realisiert werden können. Geschätzt werden weiterhin klassische Merkmale wie eine konzentrierte Arbeitsatmosphäre und ein gut kuratierter Freihandbestand. Gleichzeitig zeigt sich ein Bedarf nach flexibler Infrastruktur (Telefonkabinen, Dockingstations) für digitale Arbeitsprozesse. Auch soziale und interaktive Elemente – etwa spontane Meetings – sind erwünscht, müssen jedoch mit einer ruhigen Arbeitsumgebung vereinbar sein. Zusätzliche Funktionen wie „kreative Pausen“ oder Inspiration durch Ausstellungen und Bestand werden positiv bewertet.
Die Analyse verdeutlicht, dass das four spaces-Modell im Vergleich zum „Dritten Ort“ spezifischere und praxisrelevante Hinweise für die Gestaltung einer Spezialbibliothek in einem Forschungsinstitut liefern kann. Als flexibles Planungs- und Kommunikationsinstrument eröffnet es zudem das Potenzial, übertragbare Empfehlungen für kleinere wissenschaftliche Einrichtungen zu formulieren.
Mit dem Oberbegriff der Bestandserhaltung wird ein Bündel von Maßnahmen bezeichnet. Teil der Bestandserhaltung sind die Restaurierung konkreter Einzelstücke, aber auch Massenverfahren, die großen Sammlungen zugute kommen, beispielsweise Trockenreinigung und Schutzverpackungen. Als Grundlagen sind weiter unabdingbar Magazinhygiene und Integrated Pest Management. Mehr und mehr an Wichtigkeit gewinnt die Notfallvorsorge, um künftige Katastrophen besser bewältigen zu können, beispielsweise Schäden durch Unwetter. All dies erfordert langfristige Konzepte. Die Kommission Bestandserhaltung des Deutschen Bibliotheksverbandes beschäftigt sich mit all diesen Themen und möchte Aspekte ihrer Arbeit in einer öffentlichen Arbeitssitzung sichtbar machen. Schwerpunkte ihrer Tätigkeit sind die Erarbeitung von Handreichungen, die Organisation von Fortbildungen sowie die Zusammenarbeit mit den archivischen Bestandserhaltungsgremien und anderen bundesweiten Akteuren wie der Koordinierungsstelle für die Erhaltung des schriftlichen Kulturguts (KEK) oder Blue Shield. Thematisiert werden in der öffentlichen Arbeitssitzung die Notfallvorsorge einschließlich Notfallverbünden, die Bestandserhaltungskonzeption des Landesbibliothekszentrums Rheinland-Pfalz als Fallbeispiel sowie der Umgang mit Schenkungen und Nachlässen aus Sicht der Bestandserhaltung.
Schmidt, Björn: Neues von der Förderlinie der KEK: Das neue Förderprogramm „Schriftliches Kulturgut erhalten“
Die gesetzlichen Rahmenbedingungen für Inklusion sind mit der UN-Behindertenrechtskonvention, dem Behindertengleichstellungsgesetz (BGG) und der Barrierefreien Informationstechnik-Verordnung (BITV 2.0) längst geschaffen. Als öffentliche Einrichtung sind wir verpflichtet, unsere Angebote und Räume zugänglich zu gestalten.
Im Arbeitsalltag ist die Umsetzung dann doch nicht so selbstverständlich. Inklusion gelingt dann, wenn sie in allen Arbeitsbereichen von Beginn an in den einzelnen Prozessen und Projekten mitgedacht wird.
Was braucht es also, um „Mehr Verbindlichkeit im Bereich Inklusion“ zu erreichen? Im gleichnamigen Impulsprojekt erarbeiteten Mitarbeitende der Sächsischen Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden fünf Handlungsfelder und in diesen konkrete Maßnahmen, um diese Verbindlichkeit zu erreichen.
Wir beschäftigten uns mit der Frage, wie Mitarbeitende für das Thema sensibilisiert werden können. Wie erreichen unsere Informationen zu inklusiven Services und Gegebenheiten vor Ort unsere Nutzende, ohne dass sie lange danach suchen müssen? Wie schaffen wir möglichst viele Wege Barrieren zu melden? Unsere Antworten und Ergebnisse, aber auch den Weg im Projekt möchte dieser Vortrag skizzieren und darüber in den gemeinsamen Austausch kommen.
Intelligente Medienboxen und deren architektonische Adaption in der Deutschen Nationalbibliothek
(2026)
Die Deutsche Nationalbibliothek mit ihren Standorten in Leipzig und Frankfurt a.M., deren Gebäude unterschiedlichen Epochen und Stilrichtungen entstammen, unterzog sich innovativen Prozessanpassungen hinsichtlich der Bereitstellung analoger Medien und installierte insgesamt 3.000 sogenannte intelligente Medienboxen. Während es in Leipzig bei der Renovierung des historischen Lesesaals von großer Bedeutung war, den Charme des Gebäudes gemäß den Denkmalschutzbestimmungen zu bewahren, konzentrierten sich die Bemühungen in Frankfurt darauf, den Charakter der moderneren Bibliotheksarchitektur zu erhalten. Vorrangiges Ziel war es, einen niedrigschwelligen, zeitgemäßen und inklusiven Zugang zu Wissen und kulturellem Erbe zu ermöglichen und gleichzeitig eine hohe Aufenthaltsqualität für alle Nutzenden zu gewährleisten. Den Anforderungen der digitalen Transformation wurde mit maßgeschneiderten Boxensystemen sowohl hardware- als auch softwareseitig Rechnung getragen (von denen einige sogar über integrierte Sitzgelegenheiten verfügen), die einen effizienten und selbstbedienten Bereitstellungservice von Pflichtexemplaren in den Lesesälen ermöglichen – ein Novum für eine Präsenzbibliothek, insbesondere Nationalbibliothek, die damit neue Maßstäbe etabliert, nachnutzbar für andere Bibliotheken. Intuitive Bedienstationen interagieren standortübergreifend in einem System außergewöhnlicher Größenordnung, das automatisch nicht nur zwischen Bereitstellung und bestandsschonender Rückgabe unterscheidet, sondern erstmals auch die archivgerechte Zwischenlagerung einer großen Bandbreite an Medientypen ermöglicht; eine RFID-Codierung ist dafür nicht erforderlich. Für die Bedürfnisse von Nutzenden mit Behinderung wurden spezifische architektonische und vollautomatische softwareseitige Vorkehrungen integriert. Das Projekt gelang dank hervorragender Zusammenarbeit zwischen Architekten, Ingenieuren, Bibliothekspersonal und IT-Spezialisten sowie durch die Einbeziehung von Nutzenden und Designern.
Alljährlich auf der BiblioCon zeichnet der Team Award Information Professionals (TIP) bis zu drei
studentische Teamleistungen aus, die einen innovativen Beitrag zur konkreten Lösung von Fragestellungen der digitalen Transformation in der Berufspraxis von Bibliotheken und Informationseinrichtungen liefern.
Der Preis wird von b.i.t. Online, Schweitzer Fachinformationen, der Ausbildungskommission der Deutschen Gesellschaft für Information und Wissen (dgi) und der Konferenz der bibliotheks- und informationswissenschaftlichen Hochschulen und Ausbildungseinrichtungen (KIBA, Sektion 7 des dbv) verliehen.
Antragsberechtigt sind studentische Projektteams an bibliotheks- und informations-wissenschaftlichen Hochschulen und Ausbildungseinrichtungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Die Projektarbeit darf nicht länger als ein Jahr zurückliegen. Das Forschungsvorhaben muss in Fragestellung, Zielsetzung, methodischem Vorgehen und Ergebnissen stets den praktischen Anwendungsbezug für Bibliotheken und Informationseinrichtungen aufzeigen.
b.i.t. Online, Schweitzer Fachinformationen und KIBA leisten mit der Auslobung des TIP Award einen Beitrag zur studentischen Nachwuchsförderung und geben den jungen Bibliothekarinnen und Bibliothekaren ein Forum, sich in der bibliothekarischen Community zu präsentieren sowie ihre Flexibilität und Offenheit für zukünftige technologische Herausforderungen in der Bibliothekslandschaft schon als Studierende zu zeigen und diese mit zu gestalten.
Im Namen der Veranstaltenden bitte ich daher freundlich um die Zuteilung eines Raumes für die Verleihung des TIP Award.
- Frag doch mal die Kinder! Wie Kinder den Bibliotheksraum wahrnehmen / Yara Kramer, Henriette Dymke, Julia Stützer, Katrin Ockel, Sarah Krüger, Anna Schwerdtel, Natalia Napiontek, Michelle Jäke, Line Gugeler, Miriam Pagel, Ulla Wimmer und Elke Greifeneder
- DataQuest - ein interaktiver Einstieg in SQL / Johanna Hirsch, Lily Stadler, Antonia Lindner, Anne Rupprecht
Das Orientierungssystem blindFind ermöglicht es für Menschen mit starker Sehbehinderung wichtige Zielpunkte in Gebäuden selbstständig zu erreichen. Grundlage des Systems ist die App blindFind und dazugehörige Boxen die an relevanten Punkten im Gebäude angebracht werden. Die Boxen geben Umgebungsinformationen an die App über Bluetooth aus. Ich stelle das System und unsere Erfahrungen damit an der SLUB in Dresden in meinem Beitrag vor und gebe Gelegenheit für Fragen und Anregungen.
Jede einzelne Bücherei ist eine Bereicherung für die Gesellschaft, Stadt, Gemeinde oder Nachbarschaft. Für viele Orte scheint die Hürde, eine Bücherei zu eröffnen, neu zu gründen und nachhaltig aufzubauen, zu groß und unüberwindbar.
Um welche Herausforderungen es sich hierbei handeln könnte, wie man mit wenig Mitteln eine Bücherei von Grund auf aufbaut und wie man das ganz ohne oder mit nur wenig Unterstützung durch Gemeinde oder Pfarre schafft, wird in dieser Präsentation erklärt.
In einem Vortrag werden die Vorteile einer Bibliotheksgründung verknüpft mit den Herausforderungen dargestellt und auf den speziellen Fall der Gründung einer Bibliothek mit Verein als Trägerschaft und allen Vor- und Nachteilen erläutert. Dabei werden weiters folgende Themen behandelt: Voraussetzungen zur Gründung einer Bibliothek, mögliche Kooperationen, nachhaltiges Wachstum, kreative Lösungen, Grenzen/Möglichkeiten.
Die Bereitstellung bedarfsgerechter und flexibler Lern- und Arbeitsräume stellt eine zentrale Aufgabe im Management wissenschaftlicher Bibliotheken und Lernzentren dar. In diesem Kontext hat die Universitätsbibliothek des Informations-, Kommunikations- und Medienzentrums (IKMZ) der BTU Cottbus–Senftenberg einen digitalen Zwilling zum Management von Räumen konzipiert und setzt derzeit einen Prototyp im Rahmen einer Förderung des Innovationspreises für Berliner und Brandenburger Bibliotheken 20221 um.
Ein digitaler Zwilling wird per Definition als digitales Abbild von physischen und nicht-physischen Objekten, wie Räumen, Gegenständen, Personen, Prozessen und Dienstleistungen, verstanden. Im Unterschied zu anderen innovativen Darstellungstechnologien (wie z. B. Virtual und Augmented Reality (VR/AR)) zeichnet sich ein digitaler Zwilling auch dadurch aus, dass das reale Objekt mit seinem digitalen Gegenstück durch Daten- und Informationsströme verbunden ist, was eine Synchronisation beider Instanzen ermöglicht.
Durch die Integration in das bestehende Gebäudeinformationssystem mapongo2 ermöglicht der entstehende digitale Zwilling im Sinne einer Orientierungsfunktion die Identifikation und das Auffinden spezieller Lern- und Arbeitsraumangebote im 3-D-Modell des IKMZ. Er stellt zudem Informationen zur aktuellen Raumbelegung dar und verfügt über eine Buchungsfunktion für reservierbare Räume, Raumbereiche und Raumausstattung.
Der Vortrag gibt einen Einblick in die konzeptionelle Entwicklung und Umsetzung des digitalen Zwillings zum Raummanagement. Zudem werden gesammelte Erfahrungen geteilt und bestehende Herausforderungen adressiert, um gemeinsam Lösungsansätze zu generieren.
[1] http://bibliotheksforschung.de/innovationspreis/preistraegerinnen/
[2] https://btu.mapongo.de/
Die Lage der ETH-Bibliothek im Hauptgebäude der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich ist ausgezeichnet: Das Hauptgebäude befindet sich im Zentrum der Stadt Zürich, in der Nachbarschaft zahlreicher Bildungs- und Kulturinstitutionen. Die Kundschaft ist gut durchmischt, neben Forschenden, Lehrenden und Studierenden ist der Anteil der Besucher*innen aus der interessierten Öffentlichkeit gross.
Dieser Positionierung und Frequentierung wurden die Kundenbereiche in ihrer physischen Repräsentanz bisher nicht gerecht. Bei Ankunft im Bibliotheksstockwerk fühlte man sich bisher "lost in space". Es fehlte an so vielem: Einem ansprechenden Foyer, einem umfassenden Orientierungs- und Navigationsangebot zu Räumlichkeiten, Beständen sowie Dienstleistungen, einer kuratierten Bestandspräsentation, einer Vielfalt an Arbeitsplätzen entsprechend der Lernanlässe der Studierenden und einem barrierefreien Zugang sowie einer barrierefreien Theke.
Über 5 Jahre hinweg wurde immer wieder mittels Befragungen und Bedarfsanalysen eruiert, welche Anforderungen durch eine Neugestaltung erfüllt werden sollten. Mit Hilfe von Prototypen und Pilotprojekten konnten kleine und grosse, bauliche und organisatorische Veränderungen umgesetzt werden. So wurde die Grundlage für eine Neugestaltung der Kundenbereiche geschaffen, die Ende 2024 endlich umgesetzt werden konnte.
Nun erstrahlt die ETH-Bibliothek in neuem Glanz, mit mehr verfügbarer Fläche, einer Vielfalt von Arbeitsplätzen, einer neuen Theke, einem neuen Beleuchtungskonzept, neuer Signaletik, verbesserter Akustik und verbesserter Barrierefreiheit.
Der Vortrag veranschaulicht entlang eines Vorher-Nachher-Vergleichs die Projektphasen der Analyse, der Konzeption sowie der Realisierung. Es werden Herausforderungen von Finanzierung, Denkmalschutz, feuerpolizeilichen und weiteren gesetzlichen Vorgaben diskutiert und kreative Lösungsansätze vorgestellt, die zum Erfolg des Projektes beigetragen haben.
Bibliotheksräume: Strategien und Lösungsvorschläge aus Mitglieds-Bibliotheken der AjBD und der APBB
(2025)
Bibliotheksräume: Strategien und Lösungsvorschläge aus Mitglieds-Bibliotheken der Arbeitsgemeinschaft für juristisches Bibliotheks- und Dokumentationswesen (AjBD) und der Arbeitsgemeinschaft der Parlaments- und Behördenbibliotheken (APBB)
Die gemeinsame Arbeitssitzung der APBB und AjBD thematisiert die Bewältigung von vielfältigen Herausforderungen in Bibliotheken als Ort im realen und virtuellen Raum. Neben der Herausforderung, einen hybriden Bestand zugänglich zu machen, spielen sich wandelnde Bedürfnisse der Nutzerinnen und Nutzer, Vorgaben zur Barrierefreiheit und zur nachhaltigen Raumbewirtschaftung sowie ein stetig wachsender Kostendruck und die oft damit einhergehende Notwendigkeit von räumlichen Anpassungen eine immer stärkere Rolle.
In Kurzvorträgen aus den Mitgliedsbibliotheken beider Arbeitsgruppen werden Erfahrungen, Fragestellungen und Lösungsansätze aus der Praxis aufgezeigt. Dabei sollen Strategien in Bibliotheken unterschiedlicher Größenordnungen und Trägerschaften vorgestellt werden. Die anschließende Diskussion im Plenum richtet sich ebenso wie die Vorträge ausdrücklich an bibliothekarische Kolleginnen und Kollegen (m/w/d) aller Bibliothekstypen. Sie wird von Hildegard Hansing (APBB) und Martina Kuth (AjBD) moderiert.
Unter dem Titel "So baut man heute" möchte die gemeinsame Baukommission von dbv und VDB in einer öffentlichen Arbeitssitzung vier aktuelle Bauprojekte aus der Bibliothekslandschaft vorstellen. Kolleg*innen aus dem In- und Ausland präsentieren herausragende und inspirierende Projekte und deren Konzeption in baulichen wie gestalterischen Aspekten und geben Anregungen für den Bibliotheksbau der Gegenwart und der Zukunft. Vorgestellte Bibliotheks- und Lernzentrumswelten sind das Ende 2023 eröffnete InformatiKOM des KIT Karlsruhe, die ebenfalls 2023 neu bezogene Universitätsbibliothek der TU Bergakademie Freiberg, die Ernst Abbe-Bücherei Jena - im Frühjahr 2024 eröffnet - sowie das House of Science und das neue Projekt eines House of Letters der Universität Riga, womit auch das BID-Partnerland 2025-2028 Lettland eine innovative Campusentwicklung präsentieren wird.
Vorstellen werden die Projekte:
1) Arne Upmeier (KIT Karlsruhe): InformatiKOM Karlsruhe
2) Dr. Julia Meyer: Bibliothek der TU Bergakademie Freiberg - Erfahrungen nach dem ersten Jahr im Neubau
3) Katja Müller (Ernst Abbe-Bücherei Jena): Ernst Abbe-Bücherei Jena
4) Mārīte Saviča (Universitätsbibliothek Riga, Lettland): Campusentwicklung der Universität Riga, Lettland
Kuratiert und moderiert wird der Veranstaltungsblock von der gemeinsamen Baukommission von dbv und VDB, durch die Veranstaltung leiten Lena Berg und Tatjana Mrowka.
Steht eine Neugestaltung von Bibliotheksräumen und –services an, stellt sich schnell die Frage, ob und wie man Nutzende in diesen Prozess mit einbinden sollte. User Experience (UX) bietet dazu eine Vielzahl von Methoden an, deren Schwierigkeitsgrad und Aufwand variieren. Doch was davon ist gut in den vollgepackten Bibliotheksalltag integrierbar und liefert sinnvolle, nachhaltige Ergebnisse?
In unserem Vortrag geht es nicht nur darum, warum die Einbindung von Nutzenden eine sehr gute Idee ist, sondern auch darum, wie man dies praktisch gestaltet. Es werden Projekte der UB Hildesheim mit unterschiedlichen Rahmenbedingungen vorgestellt, in denen verschiedene UX-Methoden erfolgreich eingesetzt und deren Ergebnisse umgesetzt wurden.