Leseförderung, Bildungspartner Bibliothek, Schulbibliotheken, Kinder- und Jugendbibliotheksarbeit
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Der Workshop "What the Fake!?" dient als Einführung in das Thema Falschmeldungen und Desinformation und richtet sich an Schülerinnen und Schüler ohne erforderliche Vorkenntnisse. Nach einer einführenden Präsentation durchlaufen die Teilnehmenden in Kleingruppen sechs bis sieben Stationen mit einer Dauer von jeweils etwa zehn Minuten. Begleitet durch einen Actionbound sammeln sie dabei Punkte und setzen sich aktiv mit verschiedenen Aspekten von Desinformation auseinander, um diese künftig besser erkennen und einordnen zu können. Zum Abschluss des Workshops werden die gesammelten Punkte ausgewertet.
Nach dem Vorbild der IFLA und weil es auf den Sektionssitzungen des dbv seit langem ein kleines Highlight ist, bringen dbv 1 und dbv 2 Lightning Talks aus dem ÖB-Bereich auch in diesem Jahr auf die Bibliocon nach Berlin.
30 Themen in je maximal 10 Minuten (je nach Anzahl der eingereichten Themen), immer mit ein wenig Luft zur Diskussion, geben einen kleinen Einblick in innovative Projekte aus dem Bibliotheksalltag:
Mit den Lightning Talks geben wir viele Impressionen und Kurzgeschichten, die in deutschen Großstadtbibliotheken passieren, eine Bühne. Und da es häufig um Teilaspekte von Projekten geht, sind die Inputs auch in andere Kontexte sinnvoll übertragbar und wirken inspirierend für Bibliotheken, egal welcher Größe.
Dafür, dass es unterhaltsam, informativ und adaptierbar bleibt sorgen Referent*innen aus den beiden genannten Sektionen, u.a aus Frankfurt, Berlin, Hannover, Gütersloh und Augsburg. Ein Aufruf für Einreichungen mit konkreten Namen und Themen erfolgt bis zur Programm-Kommission.
Sitzungsleiter:in: Tanja Fottner (Stadtbücherei Augsburg, Augsburg, Deutschland)
- Lightning Talks aus DBV 1 und 2: Viele Stimmen, unterschiedliche Perspektiven …just a few minutes to share a story!
Referent:in: Danilo Vetter (Stadtbibliothek Pankow, Berlin, Deutschland)
- Psychische Stress- und Gefährdungspotenziale in Teams erkennen und meistern: Ein Pilotprojekt der Münchner Stadtbibliothek
Referent:in: Anke Wagner (Deutschland)
- Awarnesskuratierung am Sonntag
Stadtbibliothek Hannover - Dr. Tom Becker
Referent:in: Daniela Wiesner (Deutschland)
Referent:in: Tom Becker (Stadtbibliothek Hannover, Hannover, Deutschland)
- “Wenn du schnell gehen willst, dann gehe allein. Wenn du weit gehen willst, gehe mit anderen.”
Stadtbibliothek Köln - Anja Flicker
Referent:in: Anja Flicker (Stadtbibliothek Köln, Köln, Deutschland)
- E-Learning & Öffentliche Bibliotheken
Rendsburg/ Bibliotheken SH - Oke Simons
Referent:in: Jessica Korschewski (Deutschland)
- Standortentwicklungsstrategie der PBZ in Zürich
Zürich - Felix Hüppi
Referent:in: Felix Hüppi (Pestalozzi Bibliothek Zürich, Zürich, Schweiz)
- „HDDWas..?! – Wie baut man einen Zukunftsort?“
Bücherhallen Hamburg - Frauke Untiedt
Referent:in: Henning Humml (Deutschland)
Referent:in: Inge Emskötter (Deutschland)
- Bibliotheken und Stadtentwicklung - Difu-Projekt 'Dritte Orte als Inkubatoren für das Gemeinwesen'
Stadtbücherei Frankfurt am Main - Birgit Lotz
Justin Gentzer und Martina Grün (Zentral- und Landesbibliothek Berlin)
Referent:in: Diana Thiele (Heinrich-Böll-Bibliothek, Berlin, Deutschland)
Referent:in: Thomas Franke (Deutschland)
Referent:in: Justin Gentzer (Deutschland)
Referent:in: Martina Grün (Deutschland)
Referent:in: Carolin Becker (Deutschland)
Referent:in: Birgit Lotz (Stadtbücherei Frankfurt am Main, Frankfurt am Main, Deutschland)
- Hallo Insekt: eine Entdeckungsreise ins Insektenreich
Stadtbücherei Rüsselsheim
Referent:in: Ulrike Scheurer (Deutschland)
Referent:in: Marbel Stünkel (Deutschland)
- Prokastination als Programm: Der Tag der aufgeschobenen Dinge – eine Kooperationsveranstaltung von Stadtbücherei und VHS Augsburg
Augsburg
Referent:in: Melissa Reisenauer (Deutschland)
- Basketball trifft Buch
Stadtbücherei Frankfurt am Main
Referent:in: Elsa Namy (Deutschland)
- Der Bühnentausch - Stadtbibliothek Reinickendorf und das Museum Reinickendorf tauschen ihre Bühnen und gestalten gemeinsam Veranstaltungen am anderen Ort
Stadtbibliothek Reinickendorf Berlin
Referent:in: Petra Lölsberg (Deutschland)
- Gütersloher Jugendbuchpreis mit der Stadtbibliothek
Gütersloh - Silke Niermann
Referent:in: Silke Niermann (Gütersloh, Deutschland)
- Kultick – das Kulturticket für junge Menschen in Münster
Münster - Cordula Gladrow
Referent:in: Cordula Gladrow (Stadtbücherei Münster, Münster, Deutschland)
- Banned Books are talking back - Reading Choir
Stadtbibliothek Pankow - Danilo Vetter
Referent:in: Patricie Frehse (Stadtbibliothek Pankow, Berlin, Deutschland)
- Falling in love: Stadtentwicklung und Bibliotheken Bücherei Dresden
Bücherei Dresden - Marit Kunis
Referent:in: Marit Kunis (Städtische Bibliotheken Dresden, Dresden, Deutschland)
- Dritte Orte: Bibliotheken als Begegnungsräume für Ältere Zielgruppe Senior*innen in der Stadtbibliothek Solingen Erfahrungen der letzten Jahre in der Seniorenarbeit
Referent:in: Heike Pflugner (Deutschland)
Lesefähigkeit ist und bleibt auch in Zeiten der Digitalisierung unsere fundamentalste Kulturtechnik und damit ein zentraler Faktor für eine stabile demokratische Gesellschaft und eine funktionierende Wirtschaft. Dennoch ist sie allen Studien zufolge seit Jahren bestürzend rückläufig. Dabei tragen täglich viele in mühevoller Kleinarbeit zur Leseförderung bei: Nicht nur Mitarbeitende in Bibliotheken führen Veranstaltungen für Kinder und Jugendliche durch, auch Kitapädagog*innen und Lesepat*innen lesen vor, Lehrpersonal trainiert Lautlesen in Schulklassen, Lesementor*innen üben nachmittags mit ihren Schützlingen, Verantwortliche in Betrieben unterstützen ihre Azubis. Fast immer sind dies Einzelfall-Lösungen, einrichtungsbezogene oder bestenfalls lokale Initiativen, mit denen nie alle erreicht werden und für die keine ausreichende oder gar flächendeckende Ausstattung vorhanden ist. Wie können all diese Kräfte gebündelt werden, um der alarmierend schlechter werdenden Lesefähigkeit wirksam etwas entgegen zu setzen? Wir brauchen nicht neue Methoden, sondern die breite Anwendung der vorhandenen Erkenntnisse und die Schaffung der dafür nötigen Rahmenbedingungen. Der Vortrag will Möglichkeiten aufzeigen, die sich uns als Öffentlichem Bibliothekswesen dafür bieten und welche Anstrengungen wir dafür unternehmen müssten.
Kann Künstliche Intelligenz helfen, Kinderbücher nach diskriminierungskritischen Kriterien zu beurteilen – oder verschärft sie Vorurteile sogar? In diesem Hands-on-Lab gibt es zunächst einen kurzen Input zu Chancen und Risiken von KI beim Erkennen diskriminierender Inhalte in Kinderliteratur. Anschließend diskutieren die Teilnehmenden Pro und Contra eines solchen Einsatzes, bevor sie in Kleingruppen eigene Prompts entwickeln, mit denen KI-Systeme entlang definierter Kriterien (z. B. Rassismus, Sexismus, Stereotype) arbeiten sollen. Das Lab richtet sich an Praktikerinnen und Praktiker, die KI nicht nur kritisch reflektieren, sondern ganz konkret ausprobieren möchten, wie sich diskriminierungskritische Perspektiven in KI-Abfragen übersetzen lassen.
Empfohlene Lernziele des Hands-on Labs
Teilnehmende erkennen Chancen und Risiken des KI-Einsatzes bei der Bewertung diskriminierender Inhalte in Kinderbüchern und diskutieren ethische Implikationen.Teilnehmende formulieren eigenständig effektive Prompts für KI-Tools, die vorgegebene Kriterien wie Rassismus oder Stereotype analysieren.Teilnehmende wenden erlernte Prompts praxisnah an und reflektieren deren Grenzen für den bibliothekarischen Alltag.
Wie können Kinder aktiv an der Gestaltung ihrer eigenen Bibliothek beteiligt werden? Diese Frage stand im Zentrum eines Partizipationsprojekts in der Heinrich-Böll-Bibliothek, das die Kinderabteilung im Jahr 2023 initiiert hat. Ziel war es, die bisherige Aufstellung der Kinderbücher nach Altersgruppen aufzugeben und stattdessen eine Struktur zu entwickeln, die sich an den tatsächlichen Interessen der jungen Leserinnen und Leser orientiert.
In mehreren Workshops entwickelten Kinder gemeinsam neue Themenkategorien, die besser zu ihren Leseinteressen passen. Unterstützt wurden sie dabei von der Künstlerin Charlotte von Bausznern sowie der damaligen Leitung der Kinder- und Jugendabteilung. Es entstand ein neues Ordnungssystem, das kindliche Perspektiven ernst nimmt und die Selbstwirksamkeit der jungen Bibliotheksnutzer;innen stärkt.
Mittlerweile sind nahezu alle Kinderbücher den neuen Interessenkreisen zugeordnet und die Umräumarbeiten zur endgültigen Umsetzung stehen kurz bevor. Zum Zeitpunkt des Kongresses werden erste Rückmeldungen und Beobachtungen zur Akzeptanz und Nutzbarkeit der neuen Aufstellung vorliegen. Der Vortrag stellt den partizipativen Prozess, die daraus entstandenen Strukturen und die bisherigen Erfahrungen aus der praktischen Umsetzung vor.
Der Vortrag untersucht, wie öffentliche Bibliotheken zur Stärkung urbaner Resilienz beitragen können. Ausgangspunkt ist der globale Transformationsdruck durch die VUCA-Welt und die Herausforderungen einer „2-Grad-Plus-Welt“, die grundlegende ökologische, soziale und ökonomische Veränderungen mit sich bringt. Öffentliche Bibliotheken rücken dabei als besondere soziale Infrastrukturen in den Fokus: Sie sind konsumfreie, niedrigschwellige, für alle zugängliche Räume, die viele Menschen erreichen und in Städten häufig zu den meistbesuchten Bildungs- und Kulturorten gehören. Durch ihre lokale Verankerung in Nachbarschaften und ihre Funktion als „low-intensive meeting places“ besitzen sie ein hohes Potenzial, Gemeinschaften bzw. Communities zu stärken.
Zentrales Konzept ist die „Community Resilience“ – eine entscheidende Säule urbaner Resilienz, die durch öffentliche Infrastrukturen gefördert wird. Der Vortrag zeigt, dass Bibliotheken in Deutschland diese Rolle bislang wenig reflektiert haben, während andere Länder bereits weitergehende Modelle bzw. Aktivitäten entwickelt haben. Durch internationale Beispiele soll ein vertieftes Verständnis dieses Tätigkeitsfeldes ermöglicht werden.
Um Theorie und Praxis zu verbinden, dient die Stadtbibliothek Berlin-Pankow als Fallstudie. Auf Grundlage ihrer Leitbilder, Strategien und Konzepte wird ein praxisnaher Strategieentwurf entwickelt, der lokal wirksam ist und zugleich Ansatzpunkte für andere Bibliothekssysteme bietet.
Der Vortrag basiert auf der Masterarbeit des Verfassers, die im Frühjahr 2026 eingereicht wird.
Schulbibliotheken sind wichtige Partner der schulischen Bildung. Sie versorgen ihre Schulen nicht nur mit passenden Medien für den Unterricht, sie tragen auch entscheidend zur Leseförderung und zur Stärkung der Medien- und Informationskompetenz der Schülerinnen und Schüler bei. Gut ausgestattete und professionell geführte Schulbibliotheken sind daher ein entscheidender Faktor für den Bildungserfolg von Schülerinnen und Schülern.
Der Ausbau eines leistungsfähigen und zeitgemäßen Schulbibliothekssystems entsprechend fachlicher Standards und zeitgemäßer bibliothekspädagogischer Konzepte ist ein wichtiges Ziel der Kommission „Bibliothek und Schule" des Deutschen Bibliotheksverbands und des Netzwerks PRO Schulbibliothek, in dem Schulbibliothekar*innen und Fachberater*innen mitwirken.
In diesem Hands-on-Lab möchten wir diskutieren, ob und wie Standards für die Planung und den Betrieb von Schulbibliotheken hilfreich sind und welche Standards dazu benötigt werden. Leitfragen sind u.a.
Welche Standards gibt es bereits und wie sind diese zu bewerten?Wo und von wem werden Standards benötigt?Welche Standards sind sinnvoll und welche Zahlen sollen dort einfließen?Wie müssen Standards aufbereitet werden, damit sie Einfluss auf Politik und Planung haben und auch fachfremde Menschen mit ihnen arbeiten können?Wie können Standards genutzt werden, um in ihrem jeweiligen spezifischen Kosmos Schule mit den auf die Schulbibliothek wirkenden Anforderungen ernst genommen zu werden?Das Hands-on-Lab soll die Möglichkeit bieten, zur Entwicklung neuer Sichtweisen und Positionen zu gelangen. Die Ergebnisse sollen in die Erarbeitung neuer Standards einfließen.
Die Debatte um demokratische Bildung gewinnt aktuell stark an Bedeutung – und Bibliotheken gestalten diesen Prozess aktiv mit. Besonders im Kita- und Schulalltag ist es entscheidend, demokratisches Denken und Handeln frühzeitig zu fördern. Schularbeit in Bibliotheken sowie Schulbibliotheken leisten hierzu einen wichtigen gesellschaftlichen Beitrag.
Im Hands-on-Lab der Kommission „Bibliothek & Schule“ des Deutschen Bibliotheksverbands stellen ausgewählte Bibliotheken praxisorientierte Ansätze zur demokratischen Bildung vor. Zu den bereits zugesagten Beiträgen gehören:
„Civis – Das Demokratiespiel“ (Sabine Schumann, Münchner Stadtbibliothek)„Café am Rande der Wahrheit“ und „Raus aus der Bubble“ (Melissa Reisinger, Stadtbücherei Augsburg)„Juniorwahl in der Schulbibliothek“ (Marie Petersohn, Landkreis Elbe-Elster, Elsterschloss-Gymnasium Elsterwerda)Weitere spontane Berichte sind willkommen. Im Anschluss sind alle Teilnehmenden ausdrücklich eingeladen, eigene Beispiele, Erfahrungen und Projekte einzubringen, zu diskutieren und sich miteinander vernetzen.
Bibliotheken wollen und sollten die Lese- und Sprachförderung genauso wie die Medienkompetenzvermittlung als wichtigen Beitrag zur Erreichung der 17 Nachhaltigkeitsziele betrachten. In unserem Vortrag stellen wir Workshops der letzten drei Jahre vor, die für ihre vorbildlichen Projektideen ausgezeichnet wurden. Sie können Inspiration für die Entwicklung eigener innovativer Formate rund um digitale Medien sein. Ebenso können sie Anstoß für Diskussionen über Fördermöglichkeiten sowie Fragen nach Nachhaltigkeit und Vernetzung geben.
Im Rahmen der Preisverleihung zur "Bibliothek des Jahres in kleinen Kommunen und Regionen 2025" wurde unter anderem die herausragende Förderung der Stadtbibliothek Siegburg im Bereich der Medienkompetenzvermittlung, insbesondere im MINT-Bereich, hervorgehoben. In Kooperation mit der KJA (Katholische Jugendagentur Bonn gGmbH wurde im Jugendzentrum Deichhaus der Makerspace UFO (Unser Forschungslabor) geschaffen. Die Besonderheiten des Making-Angebots außerhalb der Räumlichkeiten der Bibliothek ermöglicht die Erschließung einer neuen Zielgruppe. Kinder und Jugendliche können sich sowohl selbstbestimmt als auch unter medienpädagogischer Anleitung kreativ mit dem Thema Making auseinandersetzen. Unter anderem stehen Technologien wie der 3D-Drucker, Lasercutter und weitere Werkzeuge für die Nutzung bereit. In diesem Talk werden die Chancen und Herausforderungen aus Sicht einer Öffentlichen Bibliothek sowie die Entwicklung des Projekts seit 2022 vorgestellt.
Im experimentellen und spielerischen Umgang mit digitalen Medien – allein oder im Team – konnten die Teilnehmenden Medienkompetenz erwerben, um die Herausforderungen von heute in die Chancen von morgen zu verwandeln. Auf diese Weise erweitern die Beispiele das klassische Bildungsverständnis um digitale und soziale Kompetenzen. Gleichzeitig zeigen sie, inwieweit Medienbildung und Medienpädagogik in Bibliotheken aktiv zur Demokratiebildung und zur gesellschaftlichen Orientierung beitragen.
Bibliotheken sollen sichere Räume für Kinder und Jugendliche sein. Zur Stärkung von Prävention und Kindeswohl hat eine Arbeitsgruppe des dbv gemeinsam mit der Kinderschutzexpertin Vera Sadowski und ausgewählten Musterbibliotheken ein verbandliches Schutzkonzept für den Bibliothekskontext erstellt, auf dessen Basis Bibliotheken eigene Schutzkonzepte für ihre Einrichtungen erarbeiten können. Wie Bibliotheken mit diesem Musterschutzkonzept und den entsprechenden Arbeitshilfen den Kinderschutz in ihren Einrichtungen stärken können, wird in diesem Vortrag vorgestellt. Die Erarbeitung des Schutzkonzepts wurde über das Programm "Start2Act" der Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung (BKJ) gefördert.
Bibliotheken sind wichtige Bildungs- und Begegnungsorte in ländlichen Räumen. Häufig sind sie eine der wenigen Orte für die Menschen, Veranstaltungen zu besuchen, sich zu treffen und auszutauschen.
Förderprogramme wie das dbv-Programm "Gemeinsam Digital! Kreativ mit Medien“ im Rahmen des BMBFSFJ-Bundesprogramms "Kultur macht stark" bieten die Möglichkeit für Bibliotheken und andere Verbände, Fördermittel für Projekte der digitalen Leseförderung für Kinder und Jugendliche von 3-18 Jahren mit erschwerten Bildungszugängen zu beantragen und somit interessante Angebote vor Ort anzubieten. Doch oftmals fehlt es gerade in kleineren Einrichtungen an zeitlichen Ressourcen, sich gute Konzepte für Veranstaltungen zu überlegen und anderseits, die Fördermittel zu beantragen und die Abrechnung zu übernehmen. Ebenso mangelt es häufig an geeignetem Fachpersonal oder Vernetzungsmöglichkeiten vor Ort.
Was tun?
Auf der Veranstaltung gehen wir auf die genannten Herausforderungen von Bibliotheken und anderen Kultur/Bildungseinrichtungen in ländlichen Regionen und Gemeinden ein. Anschließend werden Best Practice Einblicke von erfolgreich durchgeführten Projekten im ländlichen Raum als Anregungen vorgestellt, Möglichkeiten des Förderprogramms für Projektmittel im ländlichen Raum erläutert sowie Tipps und Anregungen aus der Praxis untereinander ausgetauscht.
Vertreter*innen aus Bibliotheken und anderen Einrichtungen aus ländlichen Regionen, die Veranstaltungen im Bereich der digitalen Leseförderung durchführen oder anbieten möchten und weitere Interessierte sind herzlich eingeladen.
Referentinnen: Vertreter*innen von Best-Practice-Projekten aus ländlichen Räumen und Regionen
Moderation: Anne Wellingerhof, Programmleitung "Gemeinsam Digital! Kreativ mit Medien"
Bibliotheken wollen und sollten die Lese- und Sprachförderung genauso wie die Medienkompetenzvermittlung als wichtigen Beitrag zur Erreichung der 17 Nachhaltigkeitsziele betrachten. In unserem Vortrag stellen wir Workshops der letzten drei Jahre vor, die für ihre vorbildlichen Projektideen ausgezeichnet wurden. Sie können Inspiration für die Entwicklung eigener innovativer Formate rund um digitale Medien sein. Ebenso können sie Anstoß für Diskussionen über Fördermöglichkeiten sowie Fragen nach Nachhaltigkeit und Vernetzung geben.
2022 wurde das Ferienprogramm "Hier ist was los!" der Städtischen Bibliotheken Dresden (SBD) mit dem Sonderpreis für das beste Medienbildungsangebot mit Modellcharakter im Rahmen des Medienpädagogischen Preises der Sächsischen Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien und des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus ausgezeichnet. Dieser Sonderpreis wurde initiiert, um die umfassenden Aktivitäten der SBD in Sachen Medienbildung innerhalb des Ferienprogramms als Vorbild für andere sächsische Bibliotheken auszuzeichnen. In über 800 Workshops zu den Themen Game Design, Animation, Coding, Making, Illustration und Fotografie konnten sich über 10.000 Kinder und Jugendliche in den letzten fünf Jahren ausprobieren, selbst kreativ werden und Fähigkeiten erweitern. Aufgrund eines breit ausgebauten Netzwerks an Kooperations- und Projektpartner*innern können die Angebote zielgruppen- und stadtteilbezogen stetig weiterentwickelt werden.
Im experimentellen und spielerischen Umgang mit digitalen Medien – allein oder im Team – konnten die Teilnehmenden Medienkompetenz erwerben, um die Herausforderungen von heute in die Chancen von morgen zu verwandeln. Auf diese Weise erweitern die Beispiele das klassische Bildungsverständnis um digitale und soziale Kompetenzen. Gleichzeitig zeigen sie, inwieweit Medienbildung und Medienpädagogik in Bibliotheken aktiv zur Demokratiebildung und zur gesellschaftlichen Orientierung beitragen.
Was zeigt sich, wenn nicht die Eltern, sondern die Kinder selbst gefragt werden, was ihnen in einer Bibliothek gefällt? Dies wollten Studierende des Instituts für Bibliotheks- und Informationswissenschaft der Humboldt-Universität unter der Leitung von Elke Greifeneder, Ulla Wimmer und Sarah Wildeisen herausfinden. Um die geplante Umgestaltung der Kinder- und Jugendbibliothek mit Lernzentrum in der Amerika-Gedenk-Bibliothek (ZLB) wissenschaftlich zu begleiten, führten das Projektteam insgesamt 138 qualitative Kurzinterviews mit Photovoice-Elementen mit Kindern durch - gewappnet mit Katzenhaareif, Einhornkostüm, Schatztruhe und Piratenhut. Die Interviews sollten herausfinden, was Kinder in die Bibliothek zieht, welche Orte und Medien sie besonders mögen und welche Veränderungen sie sich wünschen. Der Vortrag stellt das an den Bedürfnissen der Kinder orientierte Forschungsdesign vor und präsentiert die zentralen Ergebnisse der Studie.
DigiBound: Boundary Management von Kindern und Jugendlichen als fortgeschrittene Digitale Kompetenz
(2026)
Bibliotheken sind zentrale Lern- und Erfahrungsorte für den Umgang mit Information und Medien. Sie vermitteln Zugänge zu Wissen und Kompetenzen, um dieses Wissen zu finden, zu bewerten und verantwortungsvoll zu nutzen. Mit der Digitalisierung rücken u. a. Fragen der Medienkompetenz, der digitalen Selbstbestimmung und der reflektierten Mediennutzung in den Vordergrund. Bibliotheken sind folglich aktive Bildungsakteure, die Nutzer*innen beim souveränen Navigieren komplexer Informations- und Medienwelten unterstützen.
In diesem Sinne entwickelt, evaluiert und veröffentlicht die TIB im BMFTR-geförderten Verbundprojekt DigiBound zusammen mit der Universität Osnabrück, der Hochschule Aalen und zwei weiterführenden Schulen ein modulares Training zur Förderung digitalen Boundary Managements von Kindern und Jugendlichen. Boundary Management beschreibt die bewusste Trennung oder Vermischung von Lebensbereichen. Durch die fortschreitende Medienkonvergenz verschwimmen Grenzen zwischen Lebensbereichen von Kindern und Jugendlichen (wie Schule, Familie und Freizeit) zunehmend. Die permanente Verfügbarkeit digitaler Endgeräte erfordert digitales Boundary Management als fortgeschrittene digitale Kompetenz, um digitale und analoge Lebensbereiche reflektiert zu strukturieren, Übergänge aktiv zu gestalten und digitale Medien kontextangemessen einzusetzen. Für eine nachhaltige Integration in unterschiedliche Bildungs- und Lehrkontexte wird das Training als OER aufbereitet und in der TIB Moodle-Instanz frei zugänglich veröffentlicht.
Der Vortrag beleuchtet Boundary Management als Schlüsselkompetenz für die Navigation moderner Lebenswelten mit ihren zunehmend entgrenzten Lebensbereichen. Zudem wird thematisiert, wie Bildungsinstitutionen diese Perspektive nutzen können, um Kinder und Jugendliche in ihren digitalen Kompetenzen gezielt zu stärken. Das Training befindet sich in der Pilotierungsphase, so dass erste Ergebnisse vorgestellt werden können.
Die BibStartCard eröffnet Kindern vom ersten Schultag an den kostenfreien Zugang zu den Öffentlichen Bibliotheken Berlins sowie zu den Bücherbussen der Fahrbibliothek Mitte. Zur Einschulung erhält jedes Kind der am Projekt beteiligten zwölf Grundschulen ein Geschenkset mit der BibStartCard, einem Erstlesebuch samt Lesezeichen, einem Stundenplan, Pixie-Büchern, einer praktischen Ausweishülle und einer Emotions-Uhr. Begleitende Bibliotheksbesuche im Schuljahr führen die Kinder zudem in die nahegelegenen Bibliotheksstandorte der Stadtbibliothek Mitte ein.
Wie kann Teilhabe unabhängig vom sozialen oder sprachlichen Hintergrund der Familien gelingen? Sandra Butte und Cortina Wuthe berichten über den bisherigen Projektverlauf und stellen Ergebnisse vor, die auch nach Projektende den Familien den Zugang zu den Öffentlichen Bibliotheken Berlins erleichtern werden. Die BibStartCard unterstützt Kinder gezielt beim Leselernprozess und erleichtert den frühen Zugang zu Medien und Information.
Die BibStartCard ist Teil des EFRE-KUBIST-Projekts „Kultur und Bibliotheken im Stadtteil“, gefördert wird es durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) sowie der Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt.
Digitale Bildungsplattformen in Bibliotheken: Zugangs- und Lizenzfragen in der Lehrkräftebildung
(2026)
Im Schulalltag kommen digitale Lehrwerke, Unterrichtsmanager und digitale Plattformen mehr und mehr zum Einsatz; praktikable Lizenzangebote für Wissenschaftliche Bibliotheken gibt es dagegen bislang nicht. Dabei sind Universitätenzentrale Orte der Lehrer*innenbildung: Bereits während der dem Referendariat vorgeschalteten universitären Phase benötigen Studierende ebenso wie Lehrende bspw. während der schulpraktischen Übungsphasen umfassenden Zugang zu unterrichtsrelevantem digitalem Content, um lernwirksame Optionen der Einbindung kuratierter digitaler Medien in das eigene Unterrichtshandeln kennenzulernen und zugleich frühzeitig Kompetenzen im Umgang mit den verschiedenen Tools wie auch ihrer kritischen Bewertung aufzubauen. Gleichermaßen sind Forschende der Bildungswissenschaften auf institutionelle Zugängen zu digitalen Lehrwerksressourcen angewiesen.
Die Nachfrage nach digitalen Lehrwerksressourcen und digitalen Bildungsmedien im akademischen Umfeld ist somit unumstritten, bleibt angebotsseitig bislang jedoch strukturell unberücksichtigt. Zwischen Unterrichtspraxis, verlegerischen Interessen und bibliothekarischer Vermittlung klafft gleichsam eine Lücke.
Die VDB-Kommission für Fachreferatsarbeit möchte mit dieser Veranstaltung alle Beteiligten „an einen Tisch“ holen und die unterschiedlichen Perspektiven und Bedarfe sichtbar machen. Gemeinsam mit Vertreter*innen aus Bibliotheken, Verlagswesen und universitärer Lehrer*innenbildung soll diskutiert werden, wie Impulse für nachhaltige, praxistaugliche Lösungen gegeben werden können.
Neben den bereits verzeichneten Personen wurde auch die Teilnahme von Vertreter*innen von Bildungsmedienverlage sowie von Fachdidaktiker*innen angefragt. Eine Zusage konnte jedoch bis zum 30.11.2025 noch nicht endgültig bestätigt werden.
Scriba, Friedemann: Die Möglichkeiten des digitalen Schulbuchs - und die Wirklichkeit in der Lehrkräfteausbildung