Vermittlung von Informationskompetenz, Teaching Libraries, E-Tutorials
Refine
Year of publication
Document Type
Is part of the Bibliography
- no (473)
Keywords
- Informationskompetenz (139)
- information literacy (28)
- Künstliche Intelligenz (17)
- E-Learning (16)
- Information Literacy (16)
- Information literacy (15)
- Kooperation (14)
- Teaching Library (11)
- Hochschulbibliothek (10)
- Schulung (10)
KI in der Literaturrecherche
(2026)
Wissenschaftsblogs sind ein wichtiger Bestandteil der wissenschaftlichen Kommunikationskultur. Blogs ermöglichen es Forscher:innen, ihre Forschungsergebnisse und forschungsnahe Themen schnell und offen zu kommunizieren, Diskussionen anzustoßen und Dialoge unterhalb von Kolleg:innen und zwischen Wissenschaft und Gesellschaft zu fördern. Im Gegensatz zu traditionellen Publikationsformen stehen Wissenschaftsblogs jedoch vor besonderen Herausforderungen in Bezug auf ihre Langzeitverfügbarkeit und Zitierfähigkeit. Inhalte können aufgrund technischer Veränderungen und fehlender Archivierungsstrategien verloren gehen. Zudem fehlt es häufig an standardisierten Verfahren, um Blogposts dauerhaft auffindbar und eindeutig zitierbar zu machen. Um diese Lücke zu schließen, wurde im Projekt Infra Wiss Blogs ein Anforderungskatalog für die Integration von Wissenschaftsblogs in Informationsinfrastrukturen entwickelt.
Der Anforderungskatalog basiert auf den Ergebnissen einer qualitativen Interviewstudie, die im Rahmen des Projekts Infra Wiss Blogs mit 13 Wissenschaftsblogger:innen in Deutschland durchgeführt wurde. Ziel der Studie war es, die Anforderungen von Wissenschaftsblogger:innen an eine Informationsinfrastruktur, die Wissenschaftsblogs langfristig verfügbar und zitierbar macht, zu ermitteln. Der Katalog definiert Anforderungen, die sicherstellen, dass wissenschaftliche Blogs auch langfristig als zitierfähige, überprüfbare und nachhaltige Beiträge zur wissenschaftlichen Kommunikation bestehen können.
Das Poster gibt eine Übersicht über den Anforderungskatalog. Der Anforderungskatalog besteht aus (1) funktionalen Anforderungen für eine Informationsinfrastruktur, (2) Anforderungen an den Datenschutz, (3) Anforderungen für die Aggregation der Daten und (4) Anforderungen an Schnittstellen zum Import und Export von Daten.
Der Anforderungskatalog zeigt, wie Wissenschaftsblogs anhand einer kooperativen Informationsinfrastruktur langfristig verfügbar gemacht werden können.
Kollaboratives Literaturmanagement umfasst die Fähigkeit, in Forschungsteams von der Literaturrecherche über die Quellenbewertung bis zur gemeinsamen Wissensorganisation koordiniert zusammenzuarbeiten. Diese Kompetenz gewinnt durch die digitale Transformation der Wissenschaft zunehmend an Bedeutung - insbesondere angesichts der wachsenden Verbreitung KI-generierter Inhalte, die neue Anforderungen an Quellenkritik, Transparenz und Qualitätssicherung stellen. An der KIT-Bibliothek wurde in Kooperation mit dem Schreiblabor am KIT ein E-Learning-Kurs für Forschende entwickelt, der genau hier ansetzt.
Im Mittelpunkt des Posters steht das didaktische Kernmodell des Onlinekurses Kollaboratives Literaturmanagement in der Forschung (zweisprachig Deutsch/Englisch, CC by-SA): drei aufeinander aufbauende Handlungsdimensionen - Überblicken, Mitdenken, Kommunizieren - verankert auf einem gemeinsamen Fundament des Vertrauens. In drei Lernmodulen vermittelt der Selbstlernkurs, wie Forschungsgruppen einen einheitlichen Prozess des Wissensaufbaus mit Quellen organisieren. Modul 1 schärft das Verständnis verschiedener Formen der Zusammenarbeit (Koordination, Kooperation, Kollaboration) und führt in die Handlungsdimensionen ein. Modul 2 vertieft die Gelingensbedingungen der Kollaboration und fokussiert auf das Mindset des Mitdenkens als Haltung: die Bereitschaft, die kollaborative Recherche als gemeinsames Projekt zu betrachten, Verantwortung für alle Teile zu übernehmen und wertschätzend mit Interventionen anderer umzugehen. Es wird gezeigt, wie ein für alle Teammitglieder transparenter und nachvollziehbarer Ablauf der Recherche und der Qualitätsprüfung der Quellen sichergestellt wird. Modul 3 zeigt konkrete Arbeitstechniken und -tools, mit denen der Rechercheprozess im Team effizienter wird.
Das Angebot ist ein nachnutzbares und übertragbares Beispiel dafür, wie eine zentrale Schlüsselqualifikation für moderne Forschungsprozesse systematisch in der Teaching Library gelehrt werden kann.
Die zunehmende Verbreitung KI-gestützter Tools für die Literaturrecherche stellt wissenschaftliche Bibliotheken vor neue Herausforderungen. Anwendungen wie Research Rabbit, Keenious, SciSpace & Co. versprechen niederschwellige Zugänge zu wissenschaftlicher Information und Hilfe bei der Recherche, werfen jedoch zugleich grundlegende Fragen hinsichtlich Qualität, Transparenz, Nachvollziehbarkeit und Zitierfähigkeit auf. Für Bibliothekarinnen und Bibliothekare ergibt sich daraus die Notwendigkeit, diese Tools regelmäßig systematisch zu evaluieren, um ihren Einsatz in Schulungen und Beratungskontexten fundiert reflektieren zu können.
Unser Poster präsentiert ein praxisorientiertes Evaluationsraster, das speziell für die Beurteilung KI-gestützter Recherchetools aus bibliothekarischer Perspektive entwickelt wurde und dazu dienen soll, eine regelmäßige Evaluation der oben genannten KI-Tools auf effizientem Wege zu ermöglichen. Im Zentrum stehen zehn Kriterien, darunter „Relevanz und Qualität der Treffer“, „Transparenz“ der Ergebnisgenerierung, „Serendipität“, „Reproduzierbarkeit und Dokumentation“. Ergänzend finden auch datenschutz- und urheberrechtliche Aspekte Berücksichtigung.
Neben dem Raster selbst stellt das Poster auch dessen Entwicklungs- und Erprobungsprozess dar. Das Instrument wurde in mehreren Testzyklen mit Studierenden und Mitarbeitenden im Bibliothekswesen weiterentwickelt. Ergänzend erfolgten interne Workshops an der Universitätsbibliothek Augsburg, die eine institutionelle Perspektive auf Einsatzmöglichkeiten und Grenzen des Rasters einbrachten und für eine weitere Optimierung sorgten.
Gerne möchten wir unser Evaluationsraster einem größeren Publikum präsentieren und im Rahmen der BiblioCON diskutieren. Ziel ist es, ein nachnutzbares Instrument bereitzustellen, das Bibliotheken bei der Auswahl, Bewertung und verantwortungsvollen Vermittlung von KI-Tools für die Literaturrecherche unterstützt und zur Qualitätssicherung im Kontext generativer KI beiträgt.
Generative KI verändert die wissenschaftliche Informationspraxis nachhaltig. Studierende nutzen KI-Tools zunehmend für Recherche, Textproduktion und Ideenentwicklung.
Bestehende bibliothekarische Schulungsformate reagieren darauf häufig mit isolierten Tool-Einführungen, die kritische Analyse, Bewertung und Reflexion von KI-Ergebnissen kaum berücksichtigen.
Das Poster stellt das IKKI Stufenmodel (Integration generativer KI in die Informationskompetenz) vor. Ein didaktisches Stufenmodell, das generative KI systematisch in bestehende Informationskompetenzprogramme von Hochschulbibliotheken integriert. Orientiert an der Bloom'schen Taxonomie sowie etablierten digitalen Kompetenzrahmen beschreibt IKKI eine Kompetenzprogression von A1 bis C1, die Recherche, Informationsbewertung, Analyse und Reflexion miteinander verbindet. KI wird dabei nicht als Zusatzthema behandelt, sondern als integraler Bestandteil wissenschaftlicher Informationspraxis verstanden.
Das Poster gliedert sich in vier inhaltliche Bereiche: (1) Problem Darstellung und Ausgangslage, (2) Modellbeschreibung und theoretische Einbettung, (3) praktische Umsetzung in bibliothekarischen Lehrformaten, (4) Transferpotenzial für andere Hochschulbibliotheken.
Die vollständige Modellausführung ist auf Zenodo publiziert und wird über einen QR-Code zugänglich gemacht.
Im Rahmen einer studentischen Projektarbeit im 6. Semester des Bachelor-Studiengangs Informationsmanagement an der Hochschule Hannover (HsH) wurden Lehr-Lern-Materialien zum Thema Forschungsdatenmanagement (FDM) erstellt. Das Projekt wird durch das Joint Lab Future Libraries & Research Data betreut, einer gemeinsamen Einrichtung der HsH und der TIB – Leibniz-Informationszentrum Technik und Naturwissenschaften mit Fokus auf Forschungsdaten/Data Science und der zukunftsorientierten Weiterentwicklung wissenschaftlicher Bibliotheken. Das Joint Lab adressiert damit sowohl Infrastruktur- und Methodenthemen, als auch einen strategisch zentralen Hebel der Kompetenzentwicklung: Qualifizierung und Nachwuchsgewinnung entlang der HsH-Studiengänge sowie die Verankerung von Open-Science-Praktiken im Hochschulalltag.
Im Beitrag werden zwei zentrale Projektergebnisse präsentiert: ein modular konzipierter Selbstlernkurs für Studierende des Studienganges Informationsmanagement und Materialien für drei Seminarsitzungen, das Lehrende der Hochschule Hannover direkt in eigene Veranstaltungen integrieren können. Darüber hinaus werden die zugrundeliegenden Ansätze, Methoden und Ressourcen systematisch erläutert. Sämtliche entwickelten Materialien wurden als Open Educational Resources (OER) publiziert und können frei genutzt, angepasst und weiterverwendet werden.
Durch den gewählten Ansatz wird eine zielgruppengerechte Vermittlung von FDM-Inhalten sichergestellt, die spezifisch auf die Bedürfnisse und Herausforderungen im Studium zugeschnitten ist. Die entwickelten Materialien bieten somit nicht nur Studierenden eine strukturierte Unterstützung bei der Organisation ihrer Forschungsdaten, sondern dienen auch Lehrenden als modular einsetzbare Ressource für eine moderne, studierendenzentrierte Vermittlung.
GenAI is changing how university students search for information. To better serve them, we need to understand students general AI literacy, as well as if and how they already use AI to find academic scholarship.
This poster provides some answers to the questions: Do students at Brandon University use AI tools to find information for their assignments? How? Why or why not?
184 surveys were collected and 48 interviews conducted in the 2025-26 school year. Preliminary results from the survey show that 65% of students use AI tools to help them find information for their assignments. The range of use is from help with brainstorming ideas, search strategies and keyword selection to suggesting and summarizing articles to use in research. Four students indicated that they had AI write them an entire assignment from resources the AI suggested, without the student changing anything.
Interestingly, data shows that most of the interviewed students did not want to use AI in any way. They see AI tool use as detrimental to their learning - hindering critical thinking and taking away the engagement with the subject matter necessary for learning. Students saw AI as crutch or shortcut not worth taking. Also, most of the interviewed students do not know how GenAI works.
With this poster I want to encourage discussion about how university students use AI tools for library research at other institutions and if attendees’ experiences are similar to my findings.
In einer sich ständig wandelnden Informations- und Wissenslandschaft transformiert sich die Bibliothek von einer reinen Wissensaufbewahrerin hin zu einer lernenden Organisation. Ziel des hands-on-Labs ist es, das Potenzial bibliothekarischer Einrichtungen als lernende Organisation zu erfassen, zu operationalisieren und gemeinsam zu diskutieren. Zunächst sollen drei vorbereitende Inputs, die aktuelle Herausforderungen, Chancen und Rahmenbedingungen skizzieren. Die Inputs werden gehalten von Patrick Schmieder vom Hauptpersonsalrat der Hochschule der Bundesagentur für Arbeit (HdBA); Dominic Funk dem Teamleiter der Bibliothek der HdbA und Nicole Grüdl-Jakobs Leitung des kommunalen Bildungszentrums Remscheid. Im Anschluss wird in Form eines World Café an drei Tischen iterativ diskutiert und Wissen, Erfahrungen sowie unterschiedliche Perspektiven geteilt. Die Thementische lauten:
1. Frage der Implementierung /Rahmenbedingung: Welche Strukturen, Prozesse und Governance-Modelle fördern eine Lernkultur in Bibliotheken? Welche Barrieren sind zu überwinden und welche Metriken dienen der Erfolgsmessung?
2. Lernformen: Welche formatspezifischen Ansätze unterstützen kollaboratives Lernen, fortlaufende Weiterentwicklung der Services und Zusammenarbeit (mit Nutzenden)? Von formellem Training bis zu informellen Lerngelegenheiten und Co-Design-Formaten.
3. Lerntypen: Welche individuellen Lernpräferenzen und -bedarfe existieren (z. B. visuell, auditiv, kinästhetisch, locus of control, autodidaktische vs. strukturiert-lernende Ansätze) und wie lassen sich diese in Bibliotheksangeboten adressieren?
Erwartete Ergebnisse sind eine Sammlung von Erfolgsfaktoren, konkrete Hinweise zur Implementierung einer Lernkultur in Bibliotheken sowie Bewusstwerden über Lernformen und –typen.
Schattenbibliotheken wie Sci-Hub werden heute millionenfach weltweit als Zugangsweg zu wissenschaftlicher Literatur verwendet, und zugleich als Grundbausteine für das Training erfolgreicher Large Language Models (LLMs) verwendet. Diese Normalisierung innerhalb kürzester Zeit wirft Fragen auf - insbesondere auch für die bibliothekarische Profession, denn diese Entwicklung betrifft ihr Geschäft, die Informationsversorgung. Die informationswissenschaftliche Auseinandersetzung läuft der stürmischen Entwicklung des Phänomens jedoch hinterher. Daher beschränkt sich dieser Vortrag darauf, zu bündeln, was wir über Schattenbibliotheken heute wissen, und welche Fragen für die bibliothekarische Forschung und Praxis offen sind. Der Vortrag wird sich insbesondere auf ein Open Educational Resource (OER) Poster der BiblioCon 2024 stützen, an dem der Vortragende mitgewirkt hat, und das kontinuierlich erweitert wird, vgl. https://doi.org/PQHD, sowie auf die Forschungspublikationen von Zakayo Kjellström, vgl. https://umu.diva-portal.org/smash/person.jsf?dswid=-8680&pid=authority-person%3A108283
Bibliotheken übernehmen eine zentrale Rolle bei der Vermittlung digitaler und informationeller Kompetenzen – eine Verantwortung, die sich im Kontext Künstlicher Intelligenz (KI) erheblich erweitert. Der Beitrag untersucht, wie Bibliotheken KI-Kompetenzen sowohl intern im Fachpersonal als auch extern bei Nutzer*innen systematisch aufbauen können. Auf Basis aktueller Praxisbeispiele und erster Implementierungsansätze werden zentrale Kompetenzfelder identifiziert: Verständnis grundlegender KI-Konzepte, kritische Bewertung algorithmischer Systeme, datenschutzrechtliche Orientierung sowie die Fähigkeit, KI-gestützte Dienste reflektiert einzusetzen. Der Beitrag zeigt, wie Bibliotheken Lernangebote, Beratungsformate und experimentelle Räume wie „AI Labs“ entwickeln können, um gesellschaftliche Teilhabe zu fördern und Medienkompetenz in eine „AI Literacy“ zu überführen. Gleichzeitig werden Anforderungen an Organisationsentwicklung, Personalqualifizierung und kooperative Netzwerke diskutiert, die für eine nachhaltige Verankerung von KI-Kompetenz notwendig sind. Ziel des Vortrags ist es, praxisnahe Handlungsempfehlungen aufzuzeigen, mit denen Bibliotheken ihre Rolle als offene Lernorte stärken und aktiv zur verantwortungsvollen Gestaltung des digitalen Wandels beitragen können.
In diesem Hands-On Lab erproben die Teilnehmenden drei Methoden-Bausteine, die im letzten Jahr in der Stadtbibliothek Bremen entstanden sind. Die technische Basis bildet der „KI-Mixer“, ein Computer, der Bild-KIs lokal nutzbar macht.
Im ersten Baustein wird die Mal-App „TagTool“ als Input genutzt und Fragen zu Urheberrecht, Kreativität und der Rolle von Künstler:innen („Wer macht hier eigentlich das Bild?“) diskutiert.
Im zweiten Baustein wird der Input einer Webcam genutzt, um die Verfremdung des eigenen Körpers durch KI zu erleben. Thematisiert werden Körperbilder und Manipulation.
Im dritten Baustein bilden Texte den Input für die Bilder. In Form eines Prompt-Battles müssen die Teilnehmenden vorgegebene Bilder möglichst genau nachprompten. Die Ergebnisse machen so Bias und Stereotype von KI sichtbar.
Das Lab ist praxisorientiert angelegt: Die Teilnehmenden schlüpfen sowohl in die Rolle der Lernenden als auch der Anleitenden, erhalten erprobte Reflexionsfragen und Ideen für Settings in Öffentlichen Bibliotheken (Kinder, Jugendliche, Erwachsene). Ziel ist es, KI-Angebote nicht nur als „Wow-Technik“, sondern als Raum für Medienkritik, Ethik und Partizipation zu gestalten.
Bibliotheken spielen traditionell eine wichtige Rolle darin, Bürger*innen mit den notwendigen Fähigkeiten auszustatten, um sich selbstbewusst in der Informationsgesellschaft zurechtzufinden. Um in einer immer komplexer werdenden digitalen Welt weiterhin als kompetente Ansprechpartner*innen fungieren zu können, benötigen Bibliothekar*innen jedoch ausreichende Unterstützung.
Im Rahmen des von der EU geförderten Projekts LIBRA.I. (www.librai.net) werden Mitarbeiter*innen von öffentlichen Bibliotheken in drei europäischen Ländern im Umgang mit KI geschult und dazu befähigt, ihren Zielgruppen ein besseres Verständnis für digitale Medien, Desinformation und die ethischen Implikationen von KI zu vermitteln.
Indem KI-Expert*innen und Bibliothekspersonal zusammengebracht werden, entstehen im gemeinsamen Austausch neue Formate, um sicherzustellen, dass KI-Kompetenz für Nutzer*innen von verschiedenen Arten von Bibliotheken und an verschiedenen Standorten zugänglich gemacht werden kann.
Im Rahmen des Projekts entsteht außerdem ein methodischer Rahmen für die Integration von KI-Formaten in bestehende Medienkompetenzprogramme an Bibliotheken. Diese handlungsleitende Publikation soll Bibliothekar*innen in ganz Europa dazu ermutigen, die für ihre Bibliothek und ihren lokalen Kontext passenden Schritte zu gehen, um den Herausforderungen durch die KI-Revolution selbstbewusst gegenüberzutreten. Sie lernen anhand von praktischen Beispielen, welche Maßnahmen sich in diesem Zusammenhang als zielführend erwiesen haben und sind dazu aufgefordert, durch eigene Beiträge an einer stetigen Weiterentwicklung der Methodologie mitzuarbeiten.
Die rapide Entwicklung von digitalen Technologien wird nicht mehr aufzuhalten sein. Bibliotheken, die sich schon jetzt mit den Möglichkeiten und den Gefahren der KI-Transformation vertraut machen, sorgen dafür, dass sie sich für die Zukunft wappnen und eine entscheidende Rolle innerhalb der neuen Medienwelt spielen können.
Dank leistungsfähiger Erkennungsverfahren stellen Bibliotheken zunehmend auch umfangreiche historische Bestände im Volltext bereit. Doch die reine Durchsuchbarkeit ersetzt keine inhaltliche Erschließung, denn ohne strukturierte Metadaten bleiben komplexe Materialien häufig unübersichtlich. Da eine manuelle Sacherschließung im großen Maßstab ressourcentechnisch oft kaum leistbar ist, bieten Large Language Models (LLMs) einen vielversprechenden Lösungsansatz zur Automatisierung.
Dieser Vortrag beleuchtet am Beispiel der frühneuzeitlichen juristischen Konsilien der Universität Tübingen, wie Bestände mithilfe von KI strukturiert aufbereitet werden können. Der Fokus liegt dabei auf der Einbindung kleinerer, frei verfügbarer LLMs in bibliothekarische Digitalisierungsworkflows.
Ein Schlüsselfaktor ist hierbei der homogene Aufbau der Konsilien. Als serielle Quellen lassen sie sich mit beispielbasiertem „Few-Shot Prompting“ besonders effektiv bearbeiten. Der Vortrag zeigt, wie diese Methode effizient skalierbare Ergebnisse liefert – robust über Jahrhunderte und sprachliche Wandel hinweg.
Konkret werden zentrale Entitäten (z. B. Auftraggeber, Angeklagter, Verhandlungsdatum) aus den maschinell erzeugten Volltexten der einzelnen Gutachten extrahiert und eine automatische Verschlagwortung durchgeführt, um eine strukturierte und thematische Suche innerhalb der Bände zu ermöglichen. Einen entscheidenden Mehrwert bietet zudem die (teil-)automatisierte Erstellung von Regesten: Durch modernisierte Zusammenfassungen der komplexen juristischen Texte werden die Inhalte auch für Nutzerinnen und Nutzer ohne Spezialkenntnisse niederschwellig zugänglich. Abschließend widmet sich der Vortrag der notwendigen Qualitätssicherung und der Frage, wie verlässlich die KI-generierten Daten sind. Es werden Strategien zur Validierung der Ergebnisse vorgestellt und diskutiert, wie diese in nachhaltige Workflows überführt werden können.
Bibliotheken arbeiten zunehmend mit KI-basierten Verfahren, etwa bei Digitalisierung und Texterkennung, in Such- und Auskunftssystemen oder in der Förderung von Informations- und Medienkompetenz. Dadurch entstehen im Arbeitsalltag Situationen, in denen KI-Ergebnisse geprüft, eingeordnet und kommuniziert werden müssen.
Das Hands-on-Lab gibt einen kompakten Forschungsüberblick zu Responsible AI – zentralen Konzepten und ethischen Standards sowie zu einem verantwortlichem Einsatz von KI in sozio-technischen Systemen. Empirische Befunde zeigen, dass die Entwicklung und Anwendung von KI mit zahlreichen Herausforderungen verbunden ist: fehlendes Normen- und Risikobewusstsein, Black-Box-Modelle, Automation Bias und Verantwortungsdiffusion sind typisch für die Nutzung von KI in sozio-technischen Systemen.
Im praktischen Teil werden konkrete Beispiele analysiert, um zu klären, wie Responsible-AI-Konzepte helfen können, KI-Anwendungen und -Ergebnisse angemessen einzuordnen und Grenzen der verfügbaren Standards sichtbar zu machen. Die Veranstaltung ist Teil der Reihe „Berufsethik in der Praxis“ und richtet sich an Fachkräfte, die eine Orientierung zu Responsible AI für ihre Arbeit suchen.
Die UB Freiberg hat ein umfassendes Multiplikatoren-Programm zum Aufbau von KI-Kompetenzen entwickelt und dafür den Sächsischen Bibliothekspreis 2025 gewonnen, der unter dem Motto „Innovative Formate der KI-Vermittlung in Bibliotheken“ ausgelobt war. Der Vortrag stellt das nachnutzbare KI-Train-the-Trainer-Konzept und die ersten Praxiserfahrungen vor.
Ziel des Multiplikatoren-Programms ist es, Bibliothekare und Bibliothekarinnen mit der Anwendung von Large Language Modellen vertraut zu machen und zugleich interne Prozesse der Bibliotheken durch den Einsatz von KI zu optimieren. Ausschlaggebend ist deshalb zunächst immer die Frage, in welcher unserer bibliothekarischen Arbeitsabläufe KI-unterstützte Automatisierung sinnvoll wäre. Erst danach erproben wir, wie die identifizierten Prozesse durch den Einsatz von LLMs optimiert werden können. Der didaktische Ansatz der Werkstatt ist stark anwendungsorientiert und kombiniert Theorie mit Praxis. Dabei wird der jeweilige Workflow wie ein Bausatz zerlegt, um KI-unterstützte Teilschritte einbinden zu können. Die einzelnen Werkstatt-Module behandeln Grundlagen wie ethische und rechtliche Aspekte der KI-Nutzung, didaktische Methoden der KI-Vermittlung sowie die Gestaltung eigener KI-gestützter Prozesse in Bibliotheken.
Das gemeinsame Experimentieren in der KI-Werkstatt zielt auf Empowerment: Die Teilnehmenden machen die bestärkende Erfahrung, mit neuen Technologien und Veränderungen am Arbeitsplatz selbstwirksam umzugehen. Sie können Prozessoptimierungen selber anstoßen und in einem geschützten Rahmen erproben. In der späteren KI-Vermittlung erleben sie sich als authentisch, da sie bereits über eigene positive Erfahrungen in der KI-Anwendung verfügen.
Lehrmaterialien und ein Trainerhandbuch für die Werkstatt werden als OER bereitgestellt und gemeinsam weiterentwickelt. Zudem wird ein Netzwerk für den Erfahrungsaustausch etabliert.
Der Ruf nach modernen "Dritten Orten" und attraktiven Lernwelten stellt Bibliotheken oft vor grosse finanzielle Hürden. Neubauten oder eine komplette Neumöblierung sind selten zeitnah realisierbar. Doch muss Raumentwicklung immer teuer sein? Dieser Vortrag beweist das Gegenteil und zeigt auf, wie durch strategisches "Möbelrücken" und intelligente Zonierung bestehender Ressourcen völlig neue Nutzungsqualitäten entstehen können.
Anhand von zwei konkreten Praxisbeispielen aus unterschiedlichen Bibliotheken wird demonstriert, wie allein durch die Umstellung des Bestandsmobiliars auf veränderte Kundenbedürfnisse reagiert wurde, ohne Budget für Neuanschaffungen.
Fallbeispiel 1 fokussiert sich auf die Aufenthaltsqualität: Durch die Schaffung eines grosszügigen Bereichs für Kinder und Jugendliche konnte nicht nur der Raum belebt, sondern auch der Veranstaltungskatalog massiv diversifiziert werden. Der neue Raum ermöglichte Kooperationen, die in der vorherigen, engen Regalstruktur undenkbar waren.
Fallbeispiel 2 widmet sich dem Thema Lernort: Hier lag der Fokus auf der Schaffung von Arbeitsplätzen. Durch die Umstrukturierung der Fläche wurde die Bibliothek zu einem Hotspot für Studierende. Die neu gewonnene Frequenz machte den Ort lebendig und erschloss eine zuvor unterrepräsentierte Zielgruppe.
Der Vortrag analysiert die "Vorher-Nachher"-Situationen, erläutert die logistischen Schritte der Umgestaltung und gibt praktische Tipps zur Analyse von Laufwegen und Sichtachsen. Er ist ein Plädoyer für den pragmatischen Wandel: Wer den Raum neu denkt, braucht oft kein neues Mobiliar, sondern nur den Mut, gewohnte Strukturen aufzubrechen.
Science Washing beschreibt die Praxis der willentlichen Vortäuschung von Wissenschaftlichkeit und ist zum Beispiel in der Kosmetikbranche ein vergleichsweise verbreitetes Phänomen. Im Gegensatz zum bekannteren und besser erforschten Konzept des Green Washing fehlt beim Science Washing bisher eine systematische und ausführliche wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Phänomen, die Literaturlage ist äußerst übersichtlich.
In unserem Vortrag möchten wir einzelne Aspekte von Science Washing genauer vorstellen. Ein Schwerpunkt des Vortrags soll die Frage sein, warum Science Washing mit demokratischen Grundwerten unvereinbar ist und als Form der willentlichen Desinformation eine potentielle Demokratiegefährdung darstellt, beispielsweise auf Grund willentlicher Irreführung und Manipulation, fehlender Transparenz und der Aushöhlung von Prinzipien des wissenschaftlichen Arbeitens.
Zudem zeigen wir in unserem Vortrag auf, warum das Thema Science Washing für Bibliotheken als Garanten für freien Zugang zu Wissen in einer demokratischen und wissensbasierten Gesellschaft eine Rolle spielt. Am Beispiel des Studiengangs „Bibliotheks- und Informationsmanagements“ an der Hochschule für den öffentlichen Dienst in Bayern erläutern wir, wie das Thema in der Ausbildung von zukünftigen Information Professionals adressiert werden kann. Aber auch darüber hinaus sehen wir Möglichkeiten, das Thema auf Grund seines demokratiegefährdenden Potentials in breitem Maße im Bibliotheksbereich zu verankern: in internen Fortbildungen für Mitarbeitende, in Informationskompetenzschulungen für Nutzende oder bei der Vermittlung der Prinzipien des wissenschaftlichen Arbeitens.
KI-Nutzung ist im Studien- und Schulalltag heute selbstverständlich. Viele wenden KI-Tools mit derselben «Learning by Doing»-Mentalität an wie sie es auch bei anderen digitalen Tools tun. Das Ausprobieren von Anwendungen ohne grossen KI-Anteil nach dem Prinzip «Trial and Error» führt oft dazu, dass man ein Tool beherrscht und seine Funktionsweise durch Erfahrung versteht. Diese Herangehensweise funktioniert bei KI-Tools jedoch nicht. Da LLM-Chatbots darauf ausgelegt sind, immer zu antworten, fehlt die typische Error-Situation, die sonst Lern- und Reflexionsprozesse auslöst. Das führt zum Eindruck, die Tools gut zu beherrschen, ohne Verständnis für Funktionsweise, Grenzen und Risiken.
Die Bereitschaft sich mit den technischen Hintergründen und der Funktionsweise eines bereits genutzten Tools auseinanderzusetzen, ist dementsprechend gering - insbesondere, wenn die Vermittlung durch Bibliotheksmitarbeitenden erfolgt («Was wissen Buchmenschen schon von KI?»).
Die Bibliothek FHNW hat ein Konzept entwickelt, das die Funktionsweise von KI niederschwellig und spielerisch vermittelt und den generierenden Charakter von LLMs sichtbar macht. Dabei geht es um einen bewusst herbeigeführten AHA-Moment: Die Erkenntnis, dass Inhalte auf Wahrscheinlichkeiten beruhen, verändert die Sicht auf die LLM-Chatbots und öffnet die Augen für die Gefahren einer unreflektierten Nutzung. Gleichzeitig werden die Grenzen und Chancen sichtbar gemacht und auch auf KI-gestützte Recherchetools erweitert.
Der Vortrag gibt einen Einblick in die didaktische Idee hinter dem Konzept und zeigt anhand praktischer Beispiele, wie Übungen und Materialien gestaltet sind. Zudem erhalten die Teilnehmenden Tipps, wie sich das Format in bestehende Bibliotheksangebote und Online-Schulungen integrieren lässt. Die entwickelten Materialien stehen über die Switch OER-Plattform zur freien Nachnutzung bereit.