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Die Basisklassifikation (BK) ist ein etabliertes Klassifikationssystem zur Sacherschließung in Bibliotheken und Informationseinrichtungen. Ihre klare Struktur und breite Anwendbarkeit machen sie seit Jahrzehnten zu einem zentralen Werkzeug für die systematische Ordnung von Wissen. Doch die letzte Überarbeitung liegt über 10 Jahre zurück – die Anforderungen an moderne Erschließungssysteme und die Schwerpunkte in der aktuellen Forschung haben sich grundlegend verändert.
Der Vortrag stellt den aktuellen Relaunch-Prozess der BK vor, der auf drei zentralen Säulen basiert:
Wissenschaftliche Aktualisierung: Anpassung an neue Forschungsfelder und Interdisziplinarität sowie die Überwindung eurozentristischer Perspektiven.Technologische Integration: Vorbereitung der BK für die automatisierte Erschließung, wie den Digitalen Assistenten DA-3.Strukturelle Konsistenz: Erhalt der Notationslogik zur Sicherstellung maschineller Verarbeitbarkeit.Anhand konkreter Beispiele – etwa der Notwendigkeit neuer Klassen für die Ukraine, die Geschichte der Schweiz, performative Kunstformen und der Interdisziplinarität der Quantentechnologien – wird gezeigt, wie verbundübergreifende, redaktionelle Arbeit, technologische Innovation und wissenschaftlicher Diskurs zusammenwirken, um ein zukunftsfähiges Klassifikationssystem zu gestalten.
Die stetig wachsende Datenflut der digitalen Welt stellt Forschungseinrichtungen vor die Herausforderung, Informationen gezielt zugänglich zu machen. Dabei leisten Klassifikationssysteme wie die Basisklassifikation (BK) einen entscheidenden Beitrag. Die BK ist eines der am häufigsten verwendeten Systeme im deutschsprachigen Raum für bibliothekarische Ressourcen wie Kataloge oder Repositorien.
Ein wesentlicher Schwachpunkt der BK liegt bislang in der ausschließlichen Verwendung deutschsprachiger Klassenbezeichnungen, was ihre Einbettung in internationale Informationsumgebungen erheblich einschränkt.
Um dieses Potenzial zu erweitern, initiierte die Verbundzentrale des GBV (VZG) und die Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen (SUB Göttingen) das BK-Übersetzungsprojekt.
Ziel ist es, die deutschen Klassenbenennungen zunächst ins Englische zu übersetzen und anschließend in die Normdaten zu integrieren. Hierbei kamen sowohl computergestützte Verfahren als auch das Fachwissen von Expert*innen zum Einsatz.
Jede Klassenbenennung wurde mithilfe verschiedener computerunterstützter Algorithmen übersetzt. Darüber hinaus wurden automatisch weitere Informationen aus dem K10plus-Katalog sowie aus Wikipedia als Hilfsmittel gesammelt, um ein optimales Ergebnis zu erzielen. Die Ergebnisse wurden anschließend von Fachexpert*innen zur Überprüfung bewertet.
Die Fachexpert:innen orientieren sich an Übersetzungsrichtlinien, die in Zusammenarbeit mit dem Fachinformationsdienst Anglo-American Culture (FID AAC) erstellt wurden. Insgesamt haben fast 50 Fachpersonen (viele Fachreferent*innen) aus mehr als 20 Bibliotheken und weiteren Institutionen an dem Projekt mitgewirkt. Viele von ihnen sind in Leibniz-Zentren, FIDs oder NFDI-Konsortien tätig.
Die Präsentation gibt Einblick in den Projektansatz, den Übersetzungs- und Qualitätssicherungsprozess sowie die ersten Ergebnisse und Perspektiven für die zukünftige Weiterentwicklung der BK im internationalen Kontext.