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Mehr als zwei Jahre nach der Veröffentlichung von ChatGPT ist Künstliche Intelligenz (KI) ein omnipräsentes Thema für Kolleg:innen der „Teaching Library“. In diesem Hands-on Lab möchten wir die Rolle, die KI-Tools in Schulungen zur Informationskompetenzvermittlung spielen, näher beleuchten. Da mittlerweile immer mehr Schulungsangebote zum Thema KI an Bibliotheken angeboten werden, lädt das Hands-on Lab zum Praxisaustausch ein. Die Session startet mit einem kurzen Inputvortrag, in dem einerseits auf bereits existierende Vermittlungsangebote zu KI und wissenschaftlichem Arbeiten an den Bibliotheken der Organisator:innen eingegangen wird, und andererseits die bisherigen Erkenntnisse und die Desiderate bei der Vermittlung von KI-Kompetenz anhand aktueller Publikationen und Tagungsberichte skizziert werden. An moderierten Thementischen in Form eines World-Cafés diskutieren Kolleg:innen aus wissenschaftlichen und öffentlichen Bibliotheken anschließend folgende Fragestellungen:
Was sind „best practices“ bzw. „worst practices“ aus der Schulungspraxis?Welche KI-Tools werden mit welchen Schulungsmaterialien geschult?Zielgruppen und Evaluation: Wie sprechen wir die Zielgruppen an?Bevor wir in die Diskussion starten, möchten wir den Teilnehmenden des Hands-on Labs die Gelegenheit geben, noch ein weiteres Thema für das World-Café einzubringen („Bar-Camp-Gedanke“). Danach gibt es in drei Gesprächsrunden Gelegenheit, die Fragestellungen an den Thementischen mit Kolleg:innen zu vertiefen. Im Anschluss werden die Ergebnisse der Thementische im Plenum vorgestellt und von den Organisator:innen dokumentiert sowie den Teilnehmenden zur Verfügung gestellt. Das Hands-on Lab richtet sich vor allem an Kolleg:innen mit Praxiserfahrung im Bereich KI-Schulungen oder an Kolleg:innen, die eine solche Schulung in Zukunft durchführen möchten.
Digitale Teilhabe ist ein zentrales Element der modernen Gesellschaft, das auf selbstbestimmter, souveräner und datenschutzkonformer Mediennutzung basiert. Bedenken hinsichtlich der Datensicherheit können jedoch zu einer vermeidbaren Exklusion führen, da unsichere Datenpraktiken sowohl im privaten als auch im wissenschaftlichen Kontext das fundamentale Recht auf Zugang, Befähigung und Partizipation gefährden. Die Sessionchairs Ulrike Wuttke und Timo Steyer werden Herausforderungen und Erkenntnisse aus der praktischen Auseinandersetzung mit dem Thema wissenschaftliches Datentracking im Rahmen eines Seminar mit Bachelorstudierenden der Bibliothekswissenschaft an der Fachhochschule Potsdam präsentieren und zur Diskussion einladen.
Auf der öffentlichen Sitzung der Gemeinsamen Kommission Informationskompetenz werden aktuelle Projekte vorgestellt und über die Aktivitäten der Kommission berichtet. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Preisverleihung an die Gewinner*innen des diesjährigen Best-Practice-Slam Informations- und Medienkompetenz und die Präsentation ihrer Beiträge. Im Rahmen der Sitzung besteht auch die Möglichkeit, sich mit der IK-Community über aktuelle Entwicklungen auszutauschen.
Seit dem Wintersemester 2021/22 bieten die TU9-Bibliotheken ein gemeinsames digitales Angebot an Kursen zu forschungsnahen Themen, zu Aspekten des wissenschaftlichen Arbeitens und zur Informationskompetenzvermittlung an: Das Konzept hinter diesem Angebot beruht auf der Öffnung von existierenden Kursangeboten, die wenig bis keine ortsspezifische Ausrichtung beinhalten. Dabei profitiert die neue Kooperation von der pandemiebedingten Ausweitung digitaler Angebote an den TU9-Bibliotheken. Studierende der beteiligten Hochschulen haben so die Möglichkeit auch an anderen Kursen teilzunehmen, die nicht an „ihrer“ Universitätsbibliothek angeboten werden. Es wird es auch ermöglicht, Inhalte kennenzulernen, die nicht zum Standortangebot der wissenschaftlichen Bibliotheken gehören. Zu nennen wäre hier z.B. Text und Data Mining. Die beteiligten Bibliotheken profitieren von der Kooperation zum einen durch die Möglichkeit neue Themen in ihr Portfolio aufzunehmen und zum anderen können die Bibliotheken den Studierenden zusätzliche Termine bei starknachgefragten Kursen anbieten. Dies trifft u.a. auf das Angebot zu Literaturverwaltungsprogrammen zu. Das Poster wird anhand von Statistiken Einblicke geben, welche zusätzlichen Teilnehmerzahlen durch die Vernetzung erreicht wurden, welche Themen dabei besonders gut nachgefragt waren und wie sich die einzelnen Themenportfolios der Bibliotheken ergänzt haben.
Das Poster wird aber auch dazu genutzt, um den organisatorischen Rahmen der Vernetzung, die Potentiale aber auch die Hindernisse und noch nicht genutzten Potentiale der Vernetzung darzustellen. Das Poster ist daher auch als Lessons-Learned zu verstehen und ist als Einladung gedacht, um über die Vorteile und Aufwände von Vernetzungsangeboten im Bereich der Informationskompetenz in die Diskussion zu kommen.
Die Verlagslandschaft hat sich in den letzten Jahren radikal gewandelt. Inzwischen liegt der Fokus der großen, globalen Verlagshäuser nicht mehr auf klassischen Publikationsdienstleistungen - vielmehr erwirtschaften sie den Großteil ihrer Gewinne im Geschäftsbereich Data Analytics (siehe DFG 2021 https://doi.org/10.5281/zenodo.5900759). Einige dieser Global Player bieten inzwischen ganze sogenannte Workbenches an, die alle Phasen des wissenschaftlichen Forschungsprozesses umfassen. Angesichts dieser Entwicklungen sollen im Hands-On Lab “Datentracking im wissenschaftlichen Workflow” die aktuell drängendsten Herausforderung für wissenschaftliche aber auch öffentliche Bibliotheken im Bereich des Schutzes der digitalen Souveränität bzw. des individuellen und kollektiven Datenschutzes der Nutzenden, aber auch der eigenen Mitarbeiter*innen, sowie Lösungsansätze herausgearbeitet werden. Im MIttelpunkt stehen Frage wie, was Bibliotheken bzw. Bibliothekar*innen tun können, um z. B. Hoheit über die eigenen Daten und die Daten der Nutzenden zu bewahren, welche Art von Tracking tolerierbar ist, welche Formen der Aufklärung notwendig sind und wo sich Alternativen anbieten. Hierfür ist nach einer kurzen theoretischen Einleitung in die Thematik durch Expert*innen wie Dr. Renke Siems, Dr. iur. Raffaela Kunz, Konrad Förstner eine Show & Tell Session zum Thema Datentracking geplant sowie eine partizipative Erarbeitung thematischer Schwerpunkte an Thementischen. An den Thementischen sollen internationale Lösungsvorschläge, wie z. B. der SPARC Roadmap Community Owned Infrastructure, kurz vorgestellt und mit aktuellen Vorschlägen von nationalen Akteuren wie der Allianz der Wissenschaftsorganisationen, dem Rat für Informationsinfrastrukturen, dem Wissenschaftsrat oder der DFG abgeglichen werden. Nach dem Hands-On Lab können die Teilnehmenden bei Interesse weiterhin aktiv an der Ergebnissicherung und weiteren Schritten mitarbeiten.
Die öffentliche Arbeitssitzung der gemeinsamen Kommission Informationskompetenz eröffnet die Möglichkeit zu aktuellen Projekten und Fragestellungen der Kommission in den Austausch zu treten. In diesem Jahr wird im Rahmen der Sitzung auch die Preisverleihung des Best-Practice-Wettbewerbs einen Schwerpunkt bilden: „Mittendrin statt nur dabei – partizipative Formate an Bibliotheken“ lautete das Motto.
Ein weiteres Schwerpunktthema ist diesmal das Verhältnis von Informationskompetenzförderung und Bibliothekspädagogik. Der Deutsche Bibliotheksverband dbv hat vor einiger Zeit die AG Bibliothekspädagogik ins Leben gerufen, die den Stellenwert der Bibliothekspädagogik in Ausbildung und Praxis verbessern soll. Mit Blick auf Träger, politische Entscheider*innen und Praktiker*innen soll das Profil der Bibliothekspädagogik geschärft werden um eine breitere Anerkennung und Förderung bibliothekspädagogischer Praxis an öffentlichen und wissenschaftlichen Bibliotheken zu erreichen.
Wie ist das Verhältnis von "Informationskompetenz" und „Bibliothekspädagogik“? Welche Chancen bietet eine bibliothekspädagogische Debatte? Diese offenen Fragen sollen im Rahmen der öffentlichen Sitzung mit der Community diskutiert werden.
Die Wandlung der globalen Wissenschaftsverlage zu Top-Playern des Geschäftsbereichs Data Analytics und ihre intransparenten Praktiken werden zunehmend als Problem für Informationsfreiheit und -sicherheit wahrgenommen. Es stellt sich daher die Frage, wie Bibliotheken bzw. Bibliothekar*innen darüber informieren sowie zum Schutz der digitalen Souveränität der Nutzenden und zur Stärkung gerechter Informationsmärkte (equitable information markets) beitragen können.
Auf der 111. Bibliocon zeigte das Lab “Datentracking im wissenschaftlichen Workflow” (https://doi.org/10.5282/o-bib/5958) den Bedarf an Aufklärung und praktikablen Handlungsanweisungen für entsprechende Informationsangebote. Hierfür müssen Initiativen zusammengeführt, Lücken identifiziert und Materialien zu einem didaktisch unterlegten, actionablen Wissensschatz geformt werden.
Das Lab beginnt mit einer Rekapitulation der Ausgangslage (U. Wuttke, T. Steyer) und einem Impuls von Y. Fadeeva zu Science Tracking und den Vermittlungsformaten, mit denen sie die Inhalte an Studierende vermittelt. R. Altschaffel lädt in einem interaktiven, technologischen Impuls dazu ein, Datentracking zu identifizieren und zu unterbinden, insb. durch eine Lab-interne-Probierstation, an der Teilnehmende selbst das Tracking auf Verlagsseiten und Gegenmaßnahmen austesten können. A. Petschenka steuert einen Impuls zur Sichtweise der Bibliotheksdidaktik auf die Vermittlung bei. Auch sollen studentische Stimmen und Leistungen einbezogen werden.
Im partizipativen Hauptteil werden die Umsetzungsszenarien für Informationsangebote konkretisiert und die Ergebnisse gesammelt. Die Diskussion wird von Parametern, wie Zielgruppe, Lernzielen, Inhalten, Formaten geleitet. Anschließend werden die für die Umsetzung benötigten Bedarfe ermittelt und eine Roadmap für die zukünftige Arbeit an den anvisierten OER (Content Buffet, Arbeitsgruppen) gestaltet, um diese zur Verfügung zu stellen und gemeinsam mit Unterstützung der Community zu vervollständigen
Durch den radikalen Wandel der Verlagslandschaft liegt der Fokus der globalen Verlagshäuser nicht mehr auf klassischen Publikationsdienstleistungen - vielmehr erwirtschaften sie den Großteil ihrer Gewinne im Geschäftsbereich Data Analytics (siehe DFG 2021 https://doi.org/10.5281/zenodo.5900759). Einige dieser Global Player bieten inzwischen sogenannte Workbenches an, die alle Phasen des wissenschaftlichen Forschungsprozesses umfassen, aktiv das Verhalten der User auf diesen Plattformen tracken und die Daten kommerziell weiterverarbeiten. Angesichts dieser Entwicklungen sollen in diesem Hands-On Lab die aktuell drängendsten Herausforderung für wissenschaftliche aber auch öffentliche Bibliotheken im Bereich des Schutzes der digitalen Souveränität bzw. des individuellen und kollektiven Datenschutzes der Nutzenden, sowie der eigenen Mitarbeiter*innen, sowie Lösungsansätze thematisiert werden.
Geschehen soll dies anhand eines analogen Spiels, dessen Prototyp von Studierenden der FH Potsdam unter der Leitung von Prof. Dr. Ulrike Wuttke entwickelt wurde. Das Spiel wurde von letztgenannter im Rahmen ihrer Transferprofessur und im Kontext der Task Force der Allianz der Wissenschaftsorganisationen “Datentracking und Digitale Nutzungsspuren: Schritte zur Transparenzschaffung” weiterentwickelt und soll nun in der präfinalen Version mit der Community getestet werden.
Das Spiel “Digital Footprint - Choose your own adventure” wurde für die Zielgruppe (internationale) Early Career Researcher als Teil eines Workshops zum Data Tracking entwickelt und ist deswegen auf Englisch gehalten. Es lädt zur Diskussion zum Hinterlassen von Datenspuren beim Erstellen einer wissenschaftlichen Publikation und den damit verbundenen Schritten ein. Nach Impulsen zu den Hintergründen des Datentrackings und der Motivation zur Spielentwicklung wird das Spiel in mehreren Gruppen gespielt. Es schließen sich Diskussion- und Feedbackrunde an. Das Spiel wird nach der BiblioCon als OER bereitgestellt.
Auf der öffentlichen Sitzung der Gemeinsamen Kommission Informationskompetenz werden aktuelle Projekte vorgestellt und über die Aktivitäten der Kommission berichtet. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Preisverleihung an die Gewinner*innen des diesjährigen Best-Practice-Slam Informations- und Medienkompetenz und die Präsentation ihrer Beiträge. Auch werden in zwei Vorträge der organisatorische Aufbau, die Angebote und die Herausforderungen der Informationskompetenz an jeweils einer deutschen Bibliothek vorstellt und diskutiert.
Im Rahmen der Sitzung besteht ferner die Möglichkeit, sich mit der IK-Community über aktuelle Entwicklungen auszutauschen.