Die Sicherstellung der Benutzbarkeit von regulären Beständen in Magazinen und erst recht die Bewahrung von historischen Altbeständen ist eine fortlaufende Aufgabe für Bibliotheken. Dabei wird jedoch aus Ressourcengründen meist nach dem Ursache-Wirkungs-Prinzip gehandelt. Erst wenn Schadensfälle auftreten werden die Rahmenbedingungen (z.B. Temperatur, Luftfeuchtigkeit) näher betrachtet. Dies erfolgt zumeist mit personellem Aufwand und nicht automatisiert oder mit hohen Kosten für kommerzielle Produkte. Der Vortrag soll in diesem Kontext die Einsatzmöglichkeiten des kostengünstigen Mini-Computers Raspberry PI an der Universitätsbibliothek Bamberg vorstellen und Erfahrungswerte aufzeigen. Dabei wird auch auf eine verteilte, standortübergreifende Architektur mit mehreren Raspberry PI´s eingegangen.
Der Horizon Report 2014 für Bibliotheken weist dem Themengebiet „Semantisches Web und Linked Data“ besondere Bedeutung zu und prognostiziert in diesem Bereich eine Vielzahl an technologischen Entwicklungen. Daher bietet sich für Bibliotheken und ihre Katalogdaten die Möglichkeit, sich strategisch als wertvolle Informationsressource zu positionieren. Neben der kompletten Nachnutzung von Bibliotheksdaten durch Austauschformate, wie MARCXML oder RDF/XML, kann für innovative Webanwendungen jedoch bereits ein erheblicher Mehrwert in einer dauerhaften und bestmöglichen Verlinkung auf Treffer(listen) eines Online-Katalogs bestehen. Um diese Entwicklung zu fördern wurde die OpenSearch-Schnittstelle des Gateway Bayern von der BVB-Verbundzentrale auf Basis des OpenURL Standards entwickelt. Damit realisiert diese Schnittstelle ein softwareunabhängiges und somit persistentes Interface für sogenannte "Deep Links" ins Gateway Bayern. Mit Hilfe dieser Verlinkungen können externe Webanwendungen Suchanfragen auslösen und Benutzer so auf entsprechende Treffer(listen) im Gateway Bayern führen. Im Rahmen einer Projektarbeit wurde diese Schnittstelle nun analysiert, erweitert und umfassend dokumentiert. Das vorliegende Poster gibt daher einen Überblick über die Funktionsweise und den Funktionsumfang der OpenSearch-Schnittstelle und zeigt mögliche Einsatzszenarien auf. (Posterpräsentation; Raum: Ausstellung; 27. und 28. Mai 2015: 12:15 Uhr - 13:15 Uhr)
Spätestens seit der Einführung von Apples Siri im Jahr 2014 forschen alle großen Internetkonzerne an intelligenten, digitalen Sprachassistenten. So sind neben Siri mittlerweile auch der Google Assistant, Microsoft Cortana und Amazon Alexa auf dem Markt. Insbesondere Amazon gelang es mit den Echo-Geräten, größere Marktanteile für sich zu gewinnen und die Technik in viele Haushalte zu integrieren. In einem solchen "Smart Home" lassen sich vernetzte Geräte (Lampen, Heizung, Jalousien) durch Alexa steuern oder Informationen aus unterschiedlichen Quellen einfach per Sprachsteuerung abrufen. In diesem Kontext liegt die Idee nahe, Alexa auch als "Sprachausgabe" für unsere Bibliotheksysteme zu nutzen. Um dies zu realisieren, erweitern wir die Fähigkeiten von Alexa durch einen sogenannten "Skill" für unsere Bibliothek.
In der überregionalen Literaturversorgung vollzieht sich durch die Transformation der Sondersammelgebiete (SSG) in Fachinformationsdienste für die Wissenschaft (FID) ein vielschichtiger Wandel. So fordert die DFG in ihren Förderrichtlinien, dass sich die FID nicht nur konsequent an den Bedürfnissen der Wissenschaftler orientieren, sondern sich auch von den Grundaufgaben wissenschaftlicher Bibliotheken abgrenzen und einen Mehrwert gegenüber bestehenden Services anbieten. Dies bedeutet in letzter Konsequenz auch die Abwendung vom Ideal einer größtmöglichen Vollständigkeit der Bestände hin zu einem selektiven Bestandaufbau entlang der e-only-policy der DFG, nach der die elektronische Version eines Werkes gegenüber der gedruckten Form bevorzugt werden soll. Die durch diese Paradigmenwechsel notwendig gewordene Neuorientierung stellt die antragstellenden Bibliotheken jedoch vor große Herausforderungen. Daher soll der vorliegende Beitrag die bisherigen Entwicklungen und Zielsetzungen in der Förderpolitik der DFG analysieren und helfen, die aktuellen Geschehnisse einzuordnen. Darauf aufbauend werden die wesentlichen FID-Richtlinien anhand eines Modells dargestellt und kritisch reflektiert. Abschließend wird eine Maßnahme aufgezeigt, die im Sinne einer Profilierung insbesondere die Vermittlung von Informationskompetenz adressiert und eine Einbindung von Fachreferenten und Fachreferentinnen in die FID-Förderung skizziert.
Zum Wintersemester 2019/20 hat die Universität Bamberg ein Forschungsinformationssystem (FIS) auf Basis von DSpace-CRIS eingeführt. In enger Zusammenarbeit zwischen Universitätsbibliothek, Rechenzentrum und Dezernat Forschungsförderung und Transfer ist ein umfassendes System entstanden, das alle Forschungsaktivitäten an der Universität Bamberg vernetzt. Das FIS enthält Projekte, Auszeichnungen, Preise und Profile der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität und verknüpft sie mit Publikationen und Forschungsdaten. Damit erfüllt es zugleich die Funktion als Publikationsserver und Universitätsibibliografie und wurde mit mehr als 3.400 Volltexten und über 43.000 bibliografischen Daten aus dem Vorgängersystem OPUS gefüllt.Das FIS ist an das zentrale Identitätsmanagement der Universität über Shibboleth angebunden. Publikationen und bibliografische Daten können über ein Formular eigegeben oder aus externen Quellen (Datenbanken, B3Kat, DNB, LOC, CrossRef) übernommen werden und sind mit Normdaten (GND für Personennamen; ZDB für Zeitschriftentitel) verknüpft. Von zentraler Bedeutung für die Ansetzungs- und Verweisungsformen der Personennamen im FIS ist die GND. Weitere Services wie ORCID, SHERPA/RoMEO und die Bereitstellung als Linked Open Data (LOD) sind implementiert. Publikationslisten können automatisiert in beliebigen Zitationsstilen in die Webseiten der Universität eingebunden werden. Zudem bildet das FIS die zentrale Arbeitsumgebung zur Publikation von Monografien im Universitätsverlag sowie zur Verwaltung der Universitätsbibliografie und stellt eine Grundlage für die leistungsorientierte Mittelvergabe dar. Der Vortrag stellt die Konzeption dieses durch seine umfassende Vernetzung in Deutschland einzigartigen Forschungsinformationssystems vor und gibt zahlreiche Praxisbeispiele.
Bibliotheken befinden sich in einem stetigen Wandel. Neue Konzepte wie "Makerspace" oder "Learning environment" werden diskutiert und beeinflussen, ebenso wie der technische Wandel (z.B. von Magnetstreifen hin zu RFID), die Ausstattung und die angebotenen Dienstleistungen unserer Häuser.Doch wie können wir diese neuen Angebote, im Rahmen unserer Möglichkeiten, zielgruppenspezifisch bewerben und vermitteln?Um diese Frage zu beantworten, wird unsere Bibliothek im Wortsinn zum Drehort. Im Rahmen einer Kooperation mit dem Lehrstuhl für Kommunikationswissenschaft an der Universität Bamberg tauchen Studierende in alle relevanten Arbeitsbereiche einer Erklärfilmproduktion ein: von der inhaltlichen Konzeption über die Rollenverteilung innerhalb einer Filmcrew bis zum tatsächlichen Dreh und abschließendem Videoschnitt. Die Bibliothek schlägt Themen vor, begleitet das Drehteam (Feedback, organisatorische Unterstützung) und veröffentlicht die fertigen Erklärfilme auf ihrem eigenen YouTube-Kanal.Während die Studierenden wichtige medienpraktische Erfahrungen sammeln und auch bei Bewerbungen auf dieses Projekt verweisen können, ist es der Bibliothek möglich, durch die Videos ihre Services auf Augenhöhe (von Studierenden für Studierende) zu erklären und so die "Vor-Ort-Erfahrung" zu verbessern.
Stärkere Nutzerzentrierung und moderne Öffentlichkeitsarbeit auf Social-Media-Kanälen rücken verstärkt in den Fokus von Bibliotheken. Um diesen Themen professionell und qualitativ hochwertig zu begegnen, müssen die eigenen Services fortlaufend überprüft und gegebenenfalls erweitert werden. Dabei ist es vorteilhaft auf neue Entwicklungen nicht nur passiv zu reagieren, sondern proaktiv vorzugehen und damit auch immer wieder neue Dienste zu testen. So hat sich unter Studierenden in den letzten Jahren die App Jodel etabliert. Sie wird verwendet, um anonym kurze Gedanken, Fragen, Bilder, Witze, etc. zu "jodeln". Für Bibliotheken ist in dieser App tatsächlich schon ein Platz vorgesehen: In vielen größeren Städten existiert bereits ein eigener Channel "bibstatus", in dem sich unsere BibliotheksnutzerInnen gegenseitig über die Auslastung des Lesesaals informieren - natürlich unregelmäßig, denn wer macht sich diese Arbeit schon ständig?Wir machen uns diese Arbeit! So arbeiten Bibliotheken bereits an (semi-)automatisierten Lesesaalampeln oder erfassen die Auslastung in einer anderen Form. Allein, dass es diesen Channel in Jodel gibt, zeigt: Unser Service ist nicht nah genug an den Studierenden.Das Programm "BibJodel" setzt an dieser Stelle an und macht die Bibliothek an einer von jungen Leuten häufig genutzten Stelle deutlich sichtbarer. Mit dem StartUp hinter Jodel wurde dafür ausgehandelt, dass alle Bibliotheken in Deutschland ohne weitere Verträge einen API-Key anfordern können, um diesen Channel zu bespielen.Diesen Key dürfen Bibliotheken nutzen, um mit dem "BibJodel"-Tool automatisiert Lesesaalauslastung mit JSON-Dateien im Channel zu jodeln, per Freitext auf Schulungen und Events hinzuweisen u.v.m.. Warum es keine Bedingungen für den Key gibt? Bibliotheken und Ihren Informationen wird schlicht vertraut.Besserer Services für Studierende, moderneres Image für Bibliotheken, kostenlos und mit dem Tool "BibJodel" einfach zu bedienen! Auf geht´s - Jodelahüitiii!
Die Universität Bamberg hat ein Forschungsinformationssystem (FIS) auf Basis von DSpace-CRIS eingeführt. In enger Zusammenarbeit zwischen Universitätsbibliothek, Rechenzentrum und Dezernat Forschungsförderung u. Transfer ist ein umfassendes System entstanden, das alle Forschungsaktivitäten an der Universität Bamberg vernetzt darstellt. Das FIS enthält Projekte, Auszeichnungen, Preise und Profile der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität und verknüpft sie mit Publikationen und Forschungsdaten. Damit erfüllt es zugleich die Funktion als institutionelles Repositorium und Universitätsbibliografie. Das FIS ist an das zentrale Identitätsmanagement der Universität über Shibboleth angebunden. Publikationen und bibliografische Daten können über ein Formular eingegeben oder aus externen Quellen (Datenbanken, B3Kat, DNB, LOC, CrossRef) übernommen werden und sind mit Normdaten (GND für Personennamen; ZDB für Zeitschriftentitel) verknüpft. Von zentraler Bedeutung für die Ansetzungs- und Verweisungsformen der Personennamen im FIS ist die GND. Weitere Services wie ORCID, SHERPA/RoMEO und die Bereitstellung als Linked Open Data (LOD) sind implementiert. Publikationslisten können automatisiert in beliebigen Zitationsstilen in die Webseiten der Universität eingebunden werden. Zudem bildet das FIS die zentrale Arbeitsumgebung zur Open-Access-Publikation von Monografien im Universitätsverlag sowie zur Verwaltung der Universitätsbibliografie und stellt eine Grundlage für die leistungsorientierte Mittelvergabe dar. Der Vortrag stellt die Konzeption dieses durch seine umfassende Vernetzung in Deutschland einzigartige Forschungsinformationssystem vor und gibt zahlreiche Praxisbeispiele.
Was haben Kühe mit Forschungsdatenmanagement gemein? Bibliografie und FIS als Sprungbrett zum FDM
(2023)
In der aktuellen Standortbestimmung der DINI AG FIS wird empfohlen, das Management von Forschungsdaten und -informationen eng miteinander zu verzahnen. Denn zumeist fehlen zu Beginn des Aufbaus eines institutionellen Forschungsdatenmanagements (FDM) die notwendigen Forschungsinformationen (z. B. zu Projekten und Veröffentlichungen). Dieser fehlende Überblick erschwert in Folge die passgenaue Entwicklung von Services.
Idealerweise wird daher in einem ersten Schritt eine bestehende Universitätsbibliografie um Forschungsdaten erweitert und vorhandene Expertise ausgebaut. Ein FIS bietet darüber hinaus die einzigartige Möglichkeit, bibliografische Angaben von Forschungsdaten und Publikationen mit Einrichtungen, Personen sowie Projekten zu vernetzen und transparent nach außen darzustellen. Während sich an einer Universität in der Regel die Forschungsförderung um die Darstellung der Projekte in einem FIS bemüht und Einrichtungen sowie Personen ggf. automatisiert aus dem Identity Management übernommen werden können, liegen der Aufbau und die Pflege einer Bibliografie in der Regel bei der jeweiligen Bibliothek. Diese Datengrundlage stellt den Ausgangspunkt für statistische Auswertungen aller Art dar, sei es im Kontext der Forschungsberichterstattung (KDSF) oder der Leistungsorientierten Mittelvergabe (LOM).
Anhand des Bamberger Forschungsinformationssystems, auf Basis von DSpace-CRIS, möchten wir in unserem Vortrag näher auf die Integration von Forschungsdaten in unsere Bibliografie eingehen. Außerdem möchten wir anhand eines Forschungsprojektes Erfahrungen und Workflows im FIS präsentieren, die das Zusammenspiel mit Forschungsdatenrepositorien umfassen. Zudem werden mit den vielfältigen Verknüpfungsmöglichkeiten innerhalb des FIS und einem automatischen Datenexport auf die Website Best-Practice-Beispiele vorgestellt, die Forschende dazu motivieren sollen, ihre Forschungsaktivitäten im FIS zu verzeichnen.
Mit dem Umstieg auf das Next-Generation-Bibliothekssystem FOLIO hat sich auch VuFind als neuer Open-Source-OPAC im Bibliotheksverbund Bayern (BVB) etabliert.
In den ersten Verbundbibliotheken erfolgte die Einführung beider Systeme parallel. So wurden interne Arbeitsabläufe aufgrund von FOLIO neu gestaltet, während sich gleichzeitig die Rechercheoberfläche für die Nutzenden durch VuFind stark veränderte. Infolgedessen mussten beispielsweise interne wie externe Schulungsangebote zeitgleich vorbereitet werden. Diese Parallelität stellte auch in den Arbeitsgruppen des Verbundes eine Herausforderung dar, da beide Systeme aufwändig konfiguriert und migriert werden müssen.
Um diese Herangehensweise zu flexibilisieren, entschied sich die Universitätsbibliothek Bamberg in Abstimmung mit der BVB-Verbundzentrale für ein gestuftes Vorgehen: Im September 2025 wurde, noch auf Basis des Altsystems SISIS (OCLC), der OPAC von TouchPoint auf VuFind umgestellt. Erst im Februar 2026 folgte dann der Wechsel des Bibliothekssystems. Nach dem Umstieg auf VuFind ergaben sich für die Nutzenden keine weiteren Veränderungen. Dadurch konnten sich die Kolleginnen und Kollegen in Bamberg gemeinsam mit der Verbundzentrale auf die Migration zu FOLIO konzentrieren, Arbeitsprozesse optimieren sowie interne Schulungsangebote vorbereiten und durchführen.
Der Vortrag skizziert den Projektverlauf, berichtet über die gesammelten Erfahrungen der Universitätsbibliothek Bamberg und stellt die nächsten Schritte der BVB-Verbundzentrale dar.
In Zeiten cloudbasierter Bibliothekssysteme wie Alma und FOLIO stehen RFID-Anwender vor neuen Herausforderungen bei der Integration dieser Technik und für Bibliotheken ohne RFID steht mehr denn je die Frage nach der „richtigen“ RFID-Technik im Fokus. Doch welche Frequenz ist die richtige? HF oder UHF? Dieser Frage soll in einem praxisorientierten Zwiegespräch nachgegangen werden.
Ausgehend von den Erfahrungen der Universitätsbibliotheken Bamberg und Dortmund werden typische Einsatzszenarien vorgestellt und anschließend diskutiert. Dabei werden auch Anforderungen an die Dienstleister (Hardware/Software) von Bibliotheken formuliert.
Diskutiert werden dabei unter anderem folgende Themen:
Anwendungsbeispiele aus der Praxis: Wie unterscheiden sich die Einsatzmöglichkeiten in den beiden Systemen (z.B. Selbstverbuchung, Diebstahlsicherung, Inventur, Stellrevision, Fernleihe)?
Integration in Bibliothekssysteme: Wie lassen sich HF- und UHF-Lesegeräte in FOLIO und Alma integrieren? Welche Herausforderungen treten auf?
Lesereichweite und Präzision: Welche Technik ist besser für dichte Regale oder hohe Sicherheitsanforderungen geeignet?
Kosten-Nutzen-Analyse: Welche Technologie ist kosteneffizienter, insbesondere für Bibliotheken, die RFID-Technik neu einführen wollen?
Zukunftsperspektiven: Wie lassen sich HF- und UHF-RFID-Technologien in cloudbasierte Bibliothekssysteme integrieren? Welche Rolle spielen Automatisierung und die fluide Bibliothek?
Welche Rolle spielen bei all diesen Fragen Eigenentwicklungen? Wofür brauchen wir Dienstleister bei diesem Thema?
Die Podiumsdiskussion soll einen umfassenden Einblick in die aktuellen Möglichkeiten der RFID-Technik geben und Bibliotheken ohne RFID bei der Entscheidungsfindung unterstützen. Ziel ist es, eine praxisnahe Orientierungshilfe zu bieten, in der Anwender beider Funktechniken vertreten sind und gleichzeitig den Austausch über Erfahrungen und Best Practices zu fördern.
Von Bamberg nach Barcelona : Das Forschungsinformationssystem (FIS) als Basis für Open Science
(2025)
Die Universität Bamberg hat 2019 ein Forschungsinformationssystem (FIS) auf der Basis von DSpace-CRIS eingeführt, das alle Forschungsaktivitäten an der Universität Bamberg offen und vernetzt darstellt. Das FIS enthält Publikationen, Forschungsdaten, Projekte, Auszeichnungen, Preise und Profile der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität und verknüpft diese Daten miteinander.
Mit dem FIS fördert die Universität Bamberg die Offenheit und Zugänglichkeit von Forschungsergebnissen und Forschungsinformationen, um eine verantwortungsvolle Forschungsbewertung und Open Science zu unterstützen. Es steht umfassend im Einklang mit den 2024 formulierten Zielen der Barcelona-Erklärung, zu dessen Erstunterzeichnern die Universität Bamberg gehört.
Das FIS ist ein System, das die Offenheit von Forschungsinformationen ermöglicht. Es ist an der Universität Bamberg der Standard für die Verzeichnung von Forschungsinformationen mit dem entsprechenden Bekenntnis zum nachhaltigen Betrieb dieser Infrastruktur. Die beteiligten Einrichtungen und Personen arbeiten bereits auf verschiedenen Ebenen zusammen und sind offen für weitere Kooperationen. Damit erfüllen wir in vielen Aspekten bereits die Selbstverpflichtungen der Deklaration.
Dieser Beitrag stellt die Open-Science-Infrastruktur und die Konzeption des FIS im Geiste der Barcelona-Erklärung an der Universität Bamberg dar. Er gibt eine Standortbestimmung hinsichtlich der in Bamberg erreichten Umsetzung der Barcelona-Erklärung und zeigt Herausforderungen und Entwicklungspotentiale zur weiteren Förderung von Open Science auf, die im Anschluss diskutiert werden können.
Die Einführung von Folio als Next-Generation-Bibliothekssystem bringt auch den Wechsel hin zu einem neuen OPAC mit sich. Im Bibliotheksverbund Bayern (BVB) fiel die Entscheidung hier auch auf eine Open-Source-Lösung: VuFind.
Der Service wird vom Leibniz-Rechenzentrum (LRZ) in einem Kubernetes-Cluster betrieben. An der Softwareentwicklung können sich Bibliotheken unter Moderation der Verbundzentrale beteiligen. Als Basis dient dabei der unveränderte Original-Quellcode des VuFind-Projekts. Anpassungen bzw. Erweiterungen am Quellcode werden im sogenannten „BvbModule“ umgesetzt, welches verbundweit einheitlich ist. Lediglich Layoutanpassungen und Konfiguration sind auf Ebene der einzelnen Einrichtungen individualisierbar. Diese Anpassungen kann jede Einrichtung entweder selbst vornehmen oder von der Verbundzentrale umsetzen lassen.
Der gesamte Quellcode und die Konfigurationsdateien werden zentral in GitLab verwaltet, was eine kollaborative und transparente Entwicklung ermöglicht. VuFind-Instanzen werden daraus automatisiert gebaut und bereitgestellt. Statt eines individuellen Indexes wird ein zentraler Index auf Basis des B3Kat eingebunden.
Der Vortrag stellt die gewählte Struktur und insbesondere die Zusammenarbeit aus Sicht einer beteiligten Bibliothek und ihrer Verbundzentrale dar.
Im Lokalsystem der Universitätsbibliothek Bamberg befinden sich sechs über die Stadt verteilte Teilbibliotheken, ein Außenmagazin und die Bibliothek der Erzdiözese. Nutzer können Medien eines anderen Standorts an ihren Wunschstandort bestellen. Dies führt zu einer sehr hohen Zahl standortübergreifender Bestellungen: 2025 wurden über 75.000 Bestellungen in eine andere Bibliothek zur Abholung transportiert. Bisher löste jede Eingangsverbuchung einer Bestellung im Bibliothekssystem SISIS automatisch den Druck eines Bereitlegungszettels aus - zusätzlich zum bereits fürs Ausheben gedruckten Bestellzettel.
Mit dem Umstieg auf das browserbasierte FOLIO sind für diesen Druck pro Medium zusätzliche Mausklicks nötig. Dies würde den Arbeitsablauf in der Benutzung deutlich verlangsamen. In Bamberg wurde der Prozess deshalb grundlegend überdacht: Der separate Bereitlegungszettel entfällt, die Bereitstellung erfolgt ausschließlich mit einem neu gestalteten Bestellzettel, Quittungen werden nur noch per E-Mail versendet. Der Prozess wird in Abstimmung mit den betroffenen Kollegen schlanker, effizienter und papiersparender, ohne mit den gewohnten Abläufen völlig zu brechen.
Technisch wird dies über eine leichtgewichtige Eigenentwicklung auf einem Ubuntu-Server (PHP, REST-Anbindung an FOLIO, MySQL, CUPS) umgesetzt. Bestellzettel werden in HTML/CSS generiert und per Chrome-Engine in PDFs überführt. Automatische Druckläufe in größeren Intervallen mit deutlich verbesserter Vorsortierung pro Standort reduzieren die manuelle Sortierarbeit; eine einfache Weboberfläche ermöglicht es dem Theken- und Magazinpersonal, Fehldrucke selbstständig neu anzustoßen.
Der Vortrag stellt die Ausgangslage und Überlegungen vor und während der Entwicklung, die technische Architektur sowie die Erfahrungen aus den ersten Monaten im Echtbetrieb vor. Perspektivisch soll beim Bestell- und Ausleihprozess ganz auf Papier verzichtet werden. Der Vortrag zeigt einen wichtigen Zwischenschritt auf dem Weg dorthin.
Mit der Barcelona Declaration on Open Research Information (2024) und dem neuen Programm zur Förderung von Reallaboren zu Forschungsinformationen in der Wissenschaft durch das BMFTR (2025) rücken Forschungsinformationssysteme (FIS) weiter ins Zentrum wissenschaftlicher Infrastrukturen. Bibliotheken agieren dabei längst nicht mehr nur als Betreiberinnen von Repositorien, die FIS mit Daten versorgen: Sie sind zunehmend strategisch und operativ in die Planung, den Aufbau und Betrieb institutioneller FIS eingebunden.
Mit der FIS-Landkarte haben wir (die DINI AG FIS gemeinsam mit der KFiD) bereits ein wichtiges Informations- und Vernetzungstool als Orientierungshilfe geschaffen, die auf der BiblioCon 2025 vorgestellt wurde. Mit dem „Praxisleitfaden zur Einführung eines Forschungsinformationssystems“ möchten wir nun den nächsten Schritt gehen.
Unabhängig von Größe oder Hochschultyp bzw. außeruniversitären Forschungseinrichtung stellen sich dazu erstaunlich ähnlichen Praxisfragen, die regelmäßig an uns herangetragen werden. Sie reichen von der Ausgestaltung geeigneter Governance-Strukturen für Entscheidungen zur Einführung und zum Betrieb von Forschungsinformationssystemen über Zeit-, Ressourcen- und Personalplanung sowie die Gestaltung der Software- und Schnittstellenlandschaft bis hin zu Fragen der Datenqualität, der Metadatenstandards und der Akzeptanz bei Forschenden und in Verwaltungseinheiten.
Im Hands-On-Lab stellen wir den Entwurf des Praxisleitfadens, in dem wir diese Fragen adressieren, erstmals vor und möchten diesen anschließend mit den Teilnehmenden diskutieren. Bringen Sie also ihre konkreten praxisrelevanten Fragen mit, damit wir gemeinsam den Leitfaden bedarfsgerecht schärfen können.