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Die Bereitstellung bedarfsgerechter und flexibler Lern- und Arbeitsräume stellt eine zentrale Aufgabe im Management wissenschaftlicher Bibliotheken und Lernzentren dar. In diesem Kontext hat die Universitätsbibliothek des Informations-, Kommunikations- und Medienzentrums (IKMZ) der BTU Cottbus–Senftenberg einen digitalen Zwilling zum Management von Räumen konzipiert und setzt derzeit einen Prototyp im Rahmen einer Förderung des Innovationspreises für Berliner und Brandenburger Bibliotheken 20221 um.
Ein digitaler Zwilling wird per Definition als digitales Abbild von physischen und nicht-physischen Objekten, wie Räumen, Gegenständen, Personen, Prozessen und Dienstleistungen, verstanden. Im Unterschied zu anderen innovativen Darstellungstechnologien (wie z. B. Virtual und Augmented Reality (VR/AR)) zeichnet sich ein digitaler Zwilling auch dadurch aus, dass das reale Objekt mit seinem digitalen Gegenstück durch Daten- und Informationsströme verbunden ist, was eine Synchronisation beider Instanzen ermöglicht.
Durch die Integration in das bestehende Gebäudeinformationssystem mapongo2 ermöglicht der entstehende digitale Zwilling im Sinne einer Orientierungsfunktion die Identifikation und das Auffinden spezieller Lern- und Arbeitsraumangebote im 3-D-Modell des IKMZ. Er stellt zudem Informationen zur aktuellen Raumbelegung dar und verfügt über eine Buchungsfunktion für reservierbare Räume, Raumbereiche und Raumausstattung.
Der Vortrag gibt einen Einblick in die konzeptionelle Entwicklung und Umsetzung des digitalen Zwillings zum Raummanagement. Zudem werden gesammelte Erfahrungen geteilt und bestehende Herausforderungen adressiert, um gemeinsam Lösungsansätze zu generieren.
[1] http://bibliotheksforschung.de/innovationspreis/preistraegerinnen/
[2] https://btu.mapongo.de/
Innerhalb der Landesinitiative (LI) für Forschungsdatenmanagement FDM-BB agieren acht staatliche Hochschulen und mehrere außeruniversitäre Forschungseinrichtungen in Brandenburg seit 2019 kollaborativ. Im Rahmen der LI arbeitet das durch das BMBF und das MWFK des Landes Brandenburg geförderte Projekt IN-FDM-BB seit 2022 an der nachhaltigen Institutionalisierung von FDM in Brandenburg. Bei der Umsetzung und Etablierung des FDMs im Forschungsalltag spielt die Beratung von Forschenden eine zentrale Rolle. FDM übernimmt im Kontext der GWP eine wichtige Rolle und ist essentieller Bestandteil des Forschungsprozesses. Wird FDM professionell in der Praxis integriert, stellt es einen Effizienz- und Qualitätsboost für die Forschung dar. Da die Unterstützung von Forschungsprozessen mittels Beratung und Information durch wissenschaftliche Bibliotheken eine lange Tradition hat, erscheint die Einbettung eines FDM-Beratungsangebots in die Services von Bibliotheken folgerichtig. Diese Maßnahme verlangt Kompetenzaufbau unter den Mitarbeitenden, deren stete Weiterbildung und das Schaffen spezialisierter Stellen, etwa als Embedded Librarian mit Fokus auf FDM. Das Hands-on Lab soll Bibliotheksmitarbeitenden und Data Stewards die Chance des Austausches und der gemeinsamen Konzeptentwicklung auch im Hinblick auf die Ressourcenplanung bieten. Die Leitfrage: Was wird benötigt, damit Bibliotheken zu nachhaltigen Kontakt- und Servicepunkten für FDM werden? Neben Beratung und Information können auch die Bereitstellung technischer Services und Materialien sowie Dienstleistungen rund um die Publikation von Forschungsdaten Tätigkeitsfelder darstellen. Diesem Themenbereich soll sich gemeinsam angenähert werden, indem Best Practices, Bedarfe und neue Ansätze ausgetauscht werden. Die Erfahrungen aus IN-FDM-BB dienen als Beispiele und Diskussionsgrundlage. Hinsichtlich des Projektendes im September 2025 richtet sich der Blick auf die Übergabe und Bewahrung der Strukturen, Services und Materialien.
Die Landesinitiative für Forschungsdatenmanagement FDM-BB vereint seit 2019 die acht staatlichen Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen aus Brandenburg in einem gemeinsamen Netzwerk Forschungsdatenmanagement (FDM). Aus dieser Landesinitiative FDM-BB ist das 2022 gestartete und durch das BMBF und das MWFK des Landes Brandenburg geförderte Projekt IN-FDM-BB hervorgegangen, welches die Etablierung nachhaltiger und institutionalisierter FDM-Strukturen, gemeinsamer FDM-Dienste und verteilter Kompetenzschwerpunkte in Brandenburg vorantreibt.
Das Hands-on Lab startet mit einer kurzen Projektvorstellung und einem Bericht aus der Landesinitiative FDM-BB. Im weiteren Verlauf wollen wir gemeinsam die Rolle und die Möglichkeiten der Bibliotheksbeschäftigten im FDM-Prozess schärfen. Zudem können Herausforderungen und Lösungsansätze anhand von Praxisbeispielen diskutiert werden. Einen besonderen Fokus wollen wir auf die potentiellen Gemeinsamkeiten und Unterschiede bezüglich der Anforderungen an das FDM und die Bibliotheksbeschäftigten an den Hochschulen für Angewandte Wissenschaften, den Universitäten und den außeruniversitären Forschungseinrichtungen legen.
Im Rahmen eines World-Café-Formats werden wir gemeinsam verschiedene Themenbereiche im FDM-Prozess, z. B. Institutionalisierung, Qualifizierung, Berufsfelder (z.B. Data Stewards), FDM-Dienstleistungen, IT-Dienste sowie Zusammenarbeit und Vernetzung bearbeiten.
Öffentliche Arbeitssitzung der Arbeitsgemeinschaft der Hochschulbibliotheken in der Sektion 4 des dbv;
Im Rahmen mehrerer Kurzvorträge berichten Referent*innen über aktuelle Themen und Projekte in Hochschulbibliotheken. Die Themenschwerpunkte in diesem Jahr sind: Openness, Nachhaltigkeit, Fehlerkultur, forschungsnahe Services, Bibliotheksmanagementsysteme (Entwicklungen und Überblick).
Einzelvorträge:
Carola Steden (TH Ingolstadt): Bibliothek und Lehre vernetzt – ein neuer Weg der Literaturbeschaffung mit Primuss
Felix Salaske, Katrin Ockel (TH Wildau): Der iconic turn und die moderne Bibliothek: Aufbau einer Bilddatenbank an der Technischen Hochschule Wildau
Dr. Stefanie Schreiber (BTU Cottbus-Senftenberg): Institutionalisiertes und nachhaltiges Forschungsdatenmanagement in Brandenburg (IN-FDM-BB)
Lukas Burkhardt (TH Würzburg-Schweinfurt): Offenes Ende? Umsetzung von Open Science an Bibliotheken
Dr. Karin Ilg (HS Bielefeld): DEAL und HAW: wo stehen wir aktuell?