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Keywords
- Borosilicate glass (1)
- Citizen Science (1)
- Estate cataloguing (1)
- Glass corrossion (1)
- Glazing of Papyri (1)
- Nachlasserschließung (1)
- Natriumchloridablagerungen (1)
- Papyri (1)
- Papyrus conservation (1)
- Papyrusrestaurierung (1)
Language
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Die auch heute gängige Aufbewahrung historischer Papyrusfragmente ist ihre Fixierung zwischen zwei Glasplatten. Doch zeigen sich in vielen Sammlungen Natriumchloridablagerungen auf der Innenseite der historischen Glasplatten. Deren Ursprung zu identifizieren, um sie zukünftig vermeiden zu können, war Ausgangspunkt eines 2016/17 von der SuUB Bremen in Zusammenarbeit mit dem Restaurator Jörg Graf (UB Leipzig) und der HTWK Leipzig durchgeführten Projekts.Das Vorhaben "Die Bremer Papyri glasklar" wurde von der Koordinierungsstelle für die Erhaltung des schriftlichen Kulturguts (KEK) an der Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz gefördert. Gegenstand war die Sammlung "Bremer Papyri" (2. Jhd. n.Chr.), der älteste Bestand der SuUB Bremen. Ziele waren die Reinigung und Neuverglasung der Papyri; ihre anschließende Unterbringung in adäquaten Schutzkartonagen; die Erforschung der Materialeigenschaften des zeitgenössisch für die Verglasung verwandten Materials; und schließlich die Vermittlung der Projektergebnisse in einer Wanderausstellung.Das Forschungsprojekt erbrachte den Nachweis: Die Natriumchloridablagerungen auf den Innenseiten historischer Papyrusverglasungen lassen sich wesentlich auf die Art des verwandten Glases zurückführen. Diese Ergebnisse haben weitreichende Folgen für Papyrussammlungen in ganz Deutschland. Der projektierte Vortrag stellt Ausgangslage, Zielsetzung und Ergebnisse des Projekts vor.
In der Staats- und Universitätsbibliothek Bremen befinden sich ca. 80 Nachlässe und mehrere tausend Autographen. Diese sind nur teilweise in der übergeordneten Nachlassdatenbank Kalliope nachgewiesen. Wie in anderen Bibliotheken fehlen auch hier die Kapazitäten, um einen adäquaten, vollständigen Nachweis zu gewährleisten. Kreative Lösungen mussten entwickelt werden!
Der Lösungsansatz kam aus der Kooperation mit den Wissenschaftlern: Ausgewählte historische Nachlässe werden von Studierenden der Geschichtswissenschaften an der Universität Bremen teils physisch geordnet sowie formal und inhaltlich erschlossen. Die Nachlasserschließung wird im Rahmen regulärer Proseminare im Handschriftenlesesaal der SuUB Bremen unter Anleitung durch die historischen Sammlungen durchgeführt. Den Studierenden werden dabei nicht nur grundlegende paläographische Fähigkeiten und historische Kenntnisse sowie Einblicke in die Arbeit mit originalen Handschriften vermittelt, die für Bachelorstudierende keinesfalls selbstverständlich sind. Auch lernen sie das Berufsfeld Bibliothek, das Regelwerk RNAB und die Gemeinsame Normdatei kennen. Die Seminare tragen zur Grundbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses in Bibliotheken bei und lösen zugleich zentrale Herausforderungen der Erschließung historischer Bestände angesichts knapper Ressourcen.
Der projektierte Vortrag stellt Risiken und Nebenwirkungen der Nachlasserschließung mit Studierenden vor. Die Bibliothek gewinnt dabei... es wird im Vortrag zu zeigen sein, ob sie am Ende überhaupt etwas gewinnt und ob eine Adaption lohnenswert wäre.