Refine
Document Type
Is part of the Bibliography
- no (8)
Keywords
- Open Access (3)
- Diamond Open Access (2)
- Finanzierung (1)
- KOALA (1)
- Koala (1)
- Konsortien (1)
- Non-APC (1)
- Offene Infrastrukturen (1)
- Publikationsdienste (1)
- SeDOA (1)
Language
- German (8)
Am 1. Oktober 2019 startete das vom Wissenschaftsministerium über die Digitale Hochschule NRW (DH.NRW) geförderte Vorprojekt openaccess.nrw. Bis Ende 2020 untersucht ein Konsortium aus drei Universitäten (Bielefeld, Duisburg-Essen, Siegen), zwei Fachhochschulen (FH Bielefeld, TH Köln) und dem Hochschulbibliothekszentrum des Landes NRW (hbz) die Servicebedarfe der NRW-Hochschulen im Bereich Open Access. Die Hochschulbibliothek der FH Bielefeld koordiniert das Projekt.openaccess.nrw zielt darauf ab, die Voraussetzungen, Bedarfe und Umsetzungsoptionen für die Implementierung einer landesweiten digitalen Servicestruktur der NRW-Hochschulen und des hbz im Bereich Open Access zu klären. Anhand qualitativer und quantitativer Erhebungen wird beleuchtet, welche Open-Access-Services im NRW-Hochschulbereich bereits vorhanden sind und wie diese genutzt werden. Aufbauend auf den Ergebnissen der Erhebungen werden in einem zweiten Schritt Empfehlungen für ein Portfolio zentral oder dezentral bereitzustellender Services erarbeitet. Diese können (technische) Infrastrukturservices ebenso umfassen wie Dienstleistungen im Bereich Information, Beratung und Qualifizierung. Die angestrebte Servicestruktur forciert nachhaltig die Grundidee des Open Access, Forschungsergebnisse unmittelbar zur Verfügung zu stellen und weltweit besser sichtbar zu machen. Zugleich wird sie Forschende konkret dabei unterstützen, die Open-Access-Anforderungen von nationalen und internationalen Forschungsförderern zu erfüllen. Mit openaccess.nrw wird eine Brücke geschlagen zur NRW-Landesdigitalstrategie, in der die Entwicklung einer Landesstrategie zur Förderung von Open Access und Open Science unter Einbeziehung der DH.NRW vorgesehen ist.Im Vortrag wird ein Einblick in die ersten Ergebnisse der Bedarfserhebung gegeben und der aktuelle Stand des Vorprojekts vorgestellt.
Bibliothekskonsortien erleichtern die gemeinschaftliche Finanzierung von Publikationen durch Bibliotheken. In der Vergangenheit hat sich dieses Modell auf das Subskriptionssystem bezogen: Viele Bibliotheken nehmen gemeinsam an einem Verlagsvertrag teil, das Konsortium dient der einfacheren Abwicklung. Doch das Konsortialmodell kann auch zur Finanzierung von Open-Access-Publikationen genutzt werden. Die gemeinschaftliche Finanzierung durch wissenschaftliche Bibliotheken stellt auch eine Alternative zu rein outputbasierten Modellen dar. Die Anknüpfung an traditionelle Konsortialstrukturen und die Einbeziehung von Institutionen, aus denen heraus vergleichsweise wenig publiziert wird, können die Open-Access-Transformation weiter voranbringen. Im Vortrag werden die Herausforderungen eines solchen Ansatzes sowie mögliche Lösungsansätze dargelegt. In dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekt KOALA (Konsortiale Open-Access-Lösungen aufbauen), das die Technische Informationsbibliothek (TIB) und das Kommunikations-, Informations-, Medienzentrum (KIM) der Universität Konstanz durchführen, wird ein Finanzierungsmodell entwickelt und mindestens ein Open-Access-Konsortium für Periodika aufgebaut. In diesem Rahmen führen die Projektpartner weitere Analysen durch und begleiten die Umstellung von Periodika auf Open Access. Zusätzlich entsteht ein zentraler Helpdesk für Herausgeber*innen, die Unterstützung bei der Open-Access-Umstellung oder bei der Suche nach einer nachhaltigen Finanzierung benötigen. Die durch KOALA geschaffene Infrastruktur ermöglicht eine faire und nachhaltige Finanzierung qualitätsgesicherter Open-Access-Publikationen. Sie trägt dazu bei, finanzielle Hürden für Autor*innen abzubauen und damit die Teilhabe an Open-Access-Publikationen zu erleichtern. Der Vortrag dient der Diskussion über die Rahmenbedingungen und konkreten Aspekte von Open-Access-Konsortien im Umfeld wissenschaftlicher Bibliotheken.
Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Projekt KOALA (Konsortiale Open-Access-Lösungen aufbauen) hat 2022 erfolgreich ein Open-Access-Finanzierungsmodell ohne Kosten für Autor*innen entwickelt und zwei Konsortien zur Finanzierung von Zeitschriften und Schriftenreihen aufgebaut. Das Modell knüpft an Erfahrungen aus dem traditionellen Konsortialbetrieb an, der durch neue Aufgaben, Anforderungen an Publikationen, Konsorten und Konsortialführung erweitert wurde. Im Projekt wurden zahlreiche Gespräche mit Redaktionen, Herausgeber*innen, Verlagen und Bibliotheken geführt und dadurch vielfältige Einblicke in die Bedürfnisse auf beiden Seiten gewonnen. Gemeinschaftliche Finanzierung von Open-Access-Publikationen kann gelingen, wenn die Institutionen und Akteure auf beiden Seiten eng kooperieren und sich abstimmen. KOALA nimmt dabei eine Mittler-und Koordinationsrolle zwischen unterschiedlichen Denkweisen, Workflows und Begrifflichkeiten ein. Dies ist entscheidend, um arbeitsfähige Kooperationsstrukturen zu etablieren, gemeinsame Standards festzusetzen und schließlich eine gemeinschaftliche Open-Access-Finanzierung aufzubauen. Die durch KOALA geschaffene Infrastruktur ermöglicht eine faire und nachhaltige Finanzierung qualitätsgesicherter Open-Access-Publikationen. Sie trägt dazu bei, finanzielle Hürden für Autor*innen abzubauen und damit die Teilhabe an Open-Access-Publikationen zu erleichtern.
In unserem Vortrag stellen wir die Ergebnisse aus dem Projekt KOALA vor, berichten wir über die Erfahrungen und geben Ausblick auf mögliche Ansätze zur Weiterentwicklung des Modells.
KOALA wurde von April 2021 bis Januar 2023 durch die Technische Informationsbibliothek (TIB) und das Kommunikations-, Informations-, Medienzentrum (KIM) der Universität Konstanz durchgeführt. Die aufgebaute Dienstleistung wird an der TIB dauerhaft angeboten.
Wie können forschungsnahe Dienste strategisch in Bibliotheken verankert werden, um zugleich Stabilität und Innovation zu ermöglichen? Der Vortrag präsentiert die Ergebnisse zweier aufeinander aufbauender Workshops der VDB-Kommission für forschungsnahe Dienste, die diese Frage adressierten. Im ersten Workshop Ende 2024 erarbeiteten die Teilnehmenden mithilfe des Konzepts der Ambidextrie (der Beidhändigkeit im Handeln einer Einrichtung, die das Bestehende sichert und gleichzeitig die Zukunft gestaltet), wie sich innovationsorientierte Entwicklungsarbeit und effizienzorientierter Routinebetrieb organisatorisch verbinden lassen und welche Schritte dafür notwendig sind. Die anschließende Zukunftswerkstatt bei der BiblioCon 2025 ergänzte diese strukturelle Perspektive. Ausgehend von utopischen hin zu realistischen Zukunftsszenarien für forschungsnahe Dienste: von einem flächendeckend, FAIRen Forschungsdatenmanagement über ein ausschließlich Diamond-OA-basiertes Publikationssystem bis hin zu verantwortungsbewussten und verlagsunabhängigen bibliometrischen Analysen und KI-gestützten Serviceformen. Der Vortrag stellt diese Ergebnisse zusammenhängend vor und skizziert einen strategischen Orientierungsrahmen für die Weiterentwicklung und Integration forschungsnaher Dienste.
Technologische Entwicklungen, neue Bedürfnisse von Nutzenden und neue Anforderungen von Forschenden erzeugen einen zunehmenden Innovationsdruck auf Bibliotheken. Die Anforderungen, denen die Arbeit in den forschungsnahen Diensten dabei unterworfen ist, engen die Perspektive im Berufsalltag oft auf die Weiterentwicklung bestehender Services und die Überwindung unmittelbarer Hindernisse ein. Im Gegensatz dazu will diese Zukunftswerkstatt mittel- und langfristige Entwicklungsperspektiven der forschungsnahen Services erkunden und fragen, wie die Bibliothekswelt aussehen würde, wenn die Ziele, die forschungsnahe Dienste verfolgen, erreicht wären. Dabei bieten sich verschiedene Fragestellungen an:
* Wie sähe eine Zusammenarbeit mit Forschenden aus, wenn diese ihre Forschungsdaten selbst effizient und FAIR managen? Wie könnten zukünftige Services selbst den FAIR-Kriterien entsprechen?
* Wie sähe das wissenschaftliche Publikationswesen aus, wenn zu 100 % Open Access publiziert würde? Was würde das für Diamond OA und kommerzielle Verlage bedeuten?
* Welche Anwendungsfelder würden sich für Bibliometrie ergeben, wenn diese von der Forschungsbewertung getrennt würde? Welche neuen Indikatoren für Forschungsbewertung sind unter dieser Voraussetzung denkbar?
* Wie würden forschungsnahe Dienste mit voller Unterstützung durch KI aussehen? Welche Dienste könnten automatisiert werden, welche neuen Dienste könnten sich etablieren?
* Welche Aufgaben würden im Fachreferat als forschungsnahe Dienste übernommen werden?
* ...
Ziel ist es, in Kleingruppen die Vision eines Idealzustands für diese oder andere eingebrachte Themen in einem offenen Brainstorming-Verfahren zu entwickeln und im Plenum zu präsentieren. In einem zweiten Schritt werden die entwickelten Visionen kritisch reflektiert, indem Herausforderungen und Möglichkeiten ausgelotet sowie relevante Ansätze und Akteure berücksichtigt werden.
Institutionelle Publikationsangebote für Forschende und Lehrende stellen inzwischen eine Kernaufgabe vieler wissenschaftlicher Bibliotheken dar. Als bewusste Alternative zu gewinnorientierten, kommerziellen Wissenschaftsverlagen stellen sie die Interessen der Wissenschaft in den Vordergrund. Dazu zählen neben dem Prinzip der Offenheit faire und transparente Kostenmodelle sowie die Abkehr von ausschließlich quantitativen Indikatoren zur Bewertung wissenschaftlicher Qualität.
Um sich als Verlag in der kompetitiven Landschaft des wissenschaftlichen Publizierens zu etablieren, spielt die Qualitätssicherung als Werkzeug des Reputationsaufbaus eine entscheidende Rolle. Dies möchten wir am Beispiel des noch jungen Verlages Berlin Universities Publishing (BerlinUP) aufzeigen.
Auf dem Poster werden die wesentlichen Aspekte des Reputationsaufbaus vorgestellt: Governance, Werteorientierung, Qualitätssicherung, Branding, Kommunikation, Kooperation und Nachhaltigkeit. Einen Schwerpunkt bilden dabei die formalen, technischen, inhaltlichen und ethischen Kriterien der Qualitätssicherung für wissenschaftliche Publikationen. Die Qualitätssicherung beginnt bei BerlinUP mit einer umfassenden Publikationsberatung. Darauf aufbauend praktiziert der Verlag abhängig von den jeweiligen Publikationsarten verschiedene Begutachtungsverfahren. Das Poster erläutert die Begutachtungsverfahren und stellt unterstützende Tools und Maßnahmen vor, wie Kriterienkataloge, Checklisten und die KI-Richtlinie des Verlags.
Die Servicestelle Diamond Open Access (SeDOA) startete im Mai 2025 und wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert. SeDOA verfolgt das Ziel, die Effizienz des Diamond-Open-Access-Publizierens in Deutschland durch bessere Koordinierung und Sichtbarkeit von vorhandenen, dezentralen Publikationsinfrastukturen zu steigern, zentrale Informationen bereitzustellen sowie Innovationen zu fördern. Durch das Projekt soll Diamond-Open-Access-Publizieren fest in der wissenschaftlichen Fachkommunikation etabliert und als Alternative zum kommerziellen OA-Publizieren gestärkt werden. SeDOA bildet das deutsche Diamond Capacity Centre und stärkt damit als Teil des europäischen Netzwerks European Diamond Capacity Hub (EDCH) die internationale Zusammenarbeit.
Im Vortrag werden die Ergebnisse des ersten Projektjahrs vorgestellt. Dazu gehören:
• der Aufbau des “Distribution Hub” zur Weitervermittlung von bereits bestehenden Services und eigenen Publikationsdienstleistungen
• Services zur Verbesserung von Publikationsdienstleistungen
• der Aufbau von Beratungs- und Unterstützungsangeboten für Wissenschaftler:innen, Herausgeber:innen und Redaktionen sowie für Infrastruktureinrichtungen
• die Erstellung von Infomaterialien und Durchführung von Workshops
• die nationale und internationale Vernetzung
• die Arbeit an einer zentralen Datenbank (Registry) für Diamond-OA-Zeitschriften
• der Aufbau des SeDOA Innovation Lab
Außerdem gehen wir darauf ein, welche Herausforderungen die Koordination eines Verbundprojekts mit 15 Partnern mit sich bringt und welche Strukturen aufgebaut wurden, um diesen zu begegnen.
Im Mai 2025 ist das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte Projekt Servicestelle Diamond Open Access (SeDOA) gestartet. Ein Ziel von SeDOA ist es, vorhandene Publikationsinfrastrukturen für Diamond Open Access (DOA) sichtbar zu machen und zwischen Angeboten und Bedarfen aus der Community zu vermitteln. Dafür baut SeDOA einen Distribution Hub auf, der als Plattform für Informationen, Beratung und Vermittlung von Publikationsservices dient. Wir nehmen Bedarfe der Community auf, recherchieren Lösungsansätze auf nationaler und internationaler Ebene und befördern Entwicklungen, um Publikationen im DOA als zukunftsweisende Publikationsform zu bewerben.
Im geplanten Hands-on Lab bieten wir ein Austauschformat zwischen SeDOA und institutionellen Publikationsdienstleistern im DOA-Kontext an. Das SeDOA-Team wird durch Vertreter*innen verschiedener Arbeitspakete repräsentiert.
Zur Einführung werden zunächst der Workflow zur Aufnahme von Publikationsdienstleistern in den Distribution Hub sowie konsolidierte Angebote vorgestellt, die bereits über SeDOA vermittelt werden. Zudem wird gezeigt, welche Publikationsdienstleistungen durch Autor*innen oder Herausgeber*innen angefragt werden. Im Anschluss werden gemeinsam mit den Teilnehmenden Themen identifiziert, die an Thementischen in Kleingruppen erörtert werden. Mögliche Themen für den Austausch umfassen u.a.: Anforderungen von SeDOA an Basisdienste und kostenpflichtige Zusatzdienste, wissenschaftliche und technische Qualitätssicherung, Workflow-Unterstützung, Ideen für Innovation, Reputationsaufbau. Anbieter von Publikationsdienstleistungen erhalten Anregungen und Beratung zum Vermittlungsangebot von SeDOA oder zu ihrem Publikationsangebot. Die Ergebnisse werden im Plenum zusammengeführt und diskutiert. Die Learnings zur Ausgestaltung und Optimierung des Distribution Hub fließen in die Weiterentwicklung ein und kommen so der DOA-Community zugute.