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DFNconf, WebEx, Big Blue Botton, Jitsi ... Wir alle sind spätestens seit Beginn der COVID19-Pandemie vermutlich mit zahlreichen Videokonferenztools vertraut. Online-Meetings haben die Zusammenarbeit innerhalb der Bibliotheken und mit Partnerinstitutionen massiv erleichtert. Nicht ganz so leicht war es dagegen, die Kommunikation mit den Nutzenden lebendig zu halten, da diese gewöhnlich weniger planbar, sondern vor allem spontan und situativ stattfindet. Mit sozialen Medien können Bibliotheken und ihre Nutzenden trotz geschlossener Einrichtungen und Home Office-Tätigkeit auch weiterhin aufeinandertreffen. Doch welche sonstigen positiven Effekte und welche konkrete Verbreitung haben soziale Netzwerke in Bibliotheken? Und was genau macht unsere Kommunikation dort tatsächlich "sozial"? Wie schaffen wir es, dass sie keine Einbahnstraße bleibt, sondern merklich Reaktionen und Entwicklungsimpulse hervorbringt? Der Vortrag zielt im ersten Teil auf eine aktuelle Bestandsaufnahme und beschreibt Ursachen und Wirkungen von Social Media in Bibliotheken. Im zweiten Teil folgen anhand der Twitteraccounts der SLUB Dresden diverse Praxisbeispiele zu Nutzendenansprache, kollaborativer Wissensarbeit, Cross-Marketing und Netzwerkbildung. Begleitende Überlegungen zu rechtlichen Rahmenbedingungen sowie Dos and Don'ts der Twitter-Kommunikation sollen dabei aufzeigen, was Twitter-Accounts in deutschen Bibliotheken wirklich erfolgreich macht.
In vielen Bibliotheken entwickeln sich Open Science Labs, Offices und Zentren mit unterschiedlichsten Vermittlungs- und Beratungsformaten, die die Transformation des Wissenschaftsbetriebes in Richtung Open Science (OS) unterstützen. Mit diesem Hands-on-Lab möchten wir Akteur*innen zusammenbringen und an vier Thementischen zu Vor- und Nachteilen verschiedener Organisationsformen, inhaltlicher Schwerpunkte und Implementierungsmechanismen der diversen Unterstützungsstrukturen arbeiten.
Tisch 1: Wo?
Unterstützung für OS gibt es in vielen wissenschaftlichen Einrichtungen. Ihre Einbindung in die entsprechende Gesamtinstitution ist dabei vielgestaltig und Rechenzentren, Forschungsförderung und Bibliotheken engagieren sich. Wir möchten die Vor- und Nachteile einzelner Konstrukte, deren Finanzierung sowie personelle Ausstattung diskutieren und nach Sichtbarkeit, Synergien und Perspektive fragen.
Tisch 2: Wie?
OS hat viel mit Digitalisierung zu tun und ist "science done right". Der Wissensstand zu OS in der adressierten Zielgruppe ist divers, die Pallette der gefragten und notwendigen Future Skills breit. Welche Skills benötigt OS und wie können diese so vermittelt werden, dass die Vorteile im Bezug auf Qualität und Effizienz sicht- und anwendbar werden? Wir wollen anhand konkreter Beispiele über die Möglichkeit sprechen, solche Fähigkeiten in der Wissenschaftscommunity zu etablieren.
Tisch 3: Warum?
Wie können wir unser Engagement nach innen und außen zu plausibilisieren? Was sind die Ziele für uns, unsere Einrichtungen und unser Standing in der Wissenschaftswelt, die wir verfolgen, wenn wir OS-Unterstützungsangebote planen und anbieten? Wo sehen wir die Wissenschaft in Zukunft und warum?
Tisch 4: Für wen?
Als Zielgruppe für OS werden oft pauschal Forschende benannt. Lohnt beim Angebotszuschnitt eine tiefergehende Differenzierung? Welche OS-Praktiken sollten bereits im Studium vermittelt werden? Welche Aspekte lohnen besonders der zielgruppenspezifischen Anpassung?
Schon seit einiger Zeit werden in Bibliothekskatalogen nicht mehr ausschließlich Monographien und Zeitschriftenartikel, sondern auch andere Medientypen als Texte verzeichnet.
Bereits ein kurzer Blick auf bisherige Erschließungsmöglichkeiten zeigt, dass eine einfache Übertragung oder lediglich leichte Modifizierung der RDA-Regeln für andere Medientypen nicht greift. Auch klassische Discoverysysteme sind stark auf textuelle Medien fokussiert, die Abbildung anderer Medientypen hilft Nutzenden bei der Recherche wenig weiter. Deswegen sind für spezifische Medientypen separate Erschließungs- und z.T. auch Katalogumgebungen entstanden, die vor allem in Sammlungskontexten eine zentrale Rolle spielen z.B. Kalliope für Nachlässe und Autographensammlungen oder das AV-Portal der TIB.
Ein Bereich, der in bibliothekarischen Discoverysystemen bisher nahezu ausgeblendet wird, ist der der nicht textgebundenen Wissenschaftskommunikation. Wissenschaftskommunikation meint dabei mehr als die Publikation eines Artikels nach Abschluss der Forschung - kommuniziert wird schon während des Forschungsprozesses, was dazu führt, dass sich die Verbreitungswege dieser die Forschung begleitenden Kommunikation diversifizieren und man eher auf Youtube, in Podcasts oder verschiedenen sozialen Netzwerken fündig wird. Der klassische Weg über Erschließungsrichtlinien kommt auch hier an seine Grenzen, denn es handelt sich um Medientypen, die in RDA nicht existieren. Außerdem benötigt es gerade bei diesen modernen Formen der Wissenschaftskommunikation eine Kuratierung, d.h. eine Geschichte, in der erläutert wird, welche Inhalte aus welchen Gründen erschlossen und zur Verfügung gestellt werden.
Im Vortrag werden anhand konkreter Beispiele die Herausforderungen und mögliche Lösungsansätze für den Nachweis nichttextueller Wissenschaftskommunikation in Bibliothekskatalogen aufgezeigt - und auch die Frage erörtert, ob die Erschließung solcher Inhalte überhaupt in den Aufgabenbereich von Bibliotheken fällt.
Im Hands-On Lab untersuchen wir, was Öffentliche (ÖB) und Wissenschaftliche Bibliotheken (WB) in der Einbindung Freiwilliger voneinander lernen bzw. wie sie im besten Fall miteinander kooperieren können. Als Pole sehen wir dabei das Ehrenamt, wie es bswp. in der Leseförderung praktiziert wird, und Citizen-Science-Projekte, wie etwa die Transkription historischer Dokumente.
Ziel ist es, potentielle Themen, Projekte, Ziele, Voraussetzungen, Ressourcen und Wirkungen solcher Kooperationen zu explorieren und zu diskutieren.
Der Erfahrungsaustausch fokussiert auf zentrale Fragen des bürgerschaftlichen Engagements:
- Charakteristika: Welche Profile (Alter, Bildungsgrad, zeitliche Verfügbarkeit etc.) weisen Freiwillige in den jeweiligen Kontexten auf und welche Bedarfe können die Bibliotheken voneinander lernen, zu adressieren?
- Motivation: Was treibt Freiwillige in Citizen Science und Bibliotheksdiensten an? Wie können Projekte gestaltet werden, um intrinsische Motivation und langfristige Bindung zu fördern?
- Management: Welche Erkenntnisse gibt es in den Bereichen Verlässlichkeit, Konstanz und Eigenverantwortung in der Begleitung freiwilliger Arbeit? Wie lassen sich Qualitätsstandards angleichen?
Die Diskussion wird dabei durch den Vergleich und die Analyse existierender Kooperationsmodelle – sowohl aus dem deutschsprachigen Raum (z.B. Colouring Dresden oder Berliner Großstadtgeschichten) als auch international (z.B. The Citizen Science Lab Lending Program) – unterstützt: welche Erfolgsfaktoren lassen sich daraus ableiten und welche Übertragbarkeit auf andere Standorte besteht.
Auf Basis der Diskussion sollen erste Ansatzpunkte für mögliche intensivere Kooperationen zwischen ÖBs und WBs identifiziert werden, die gerade in Großstädten helfen können, die meist getrennten Nutzenden- und Engagiertenkreise zu durchmischen. Dadurch wird die gemeinsame Rolle der Bibliotheken als Dritte Orte gestärkt, an denen Wissenschaft und Gesellschaft unmittelbar zusammenkommen.