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Spätestens seit der Einführung von Apples Siri im Jahr 2014 forschen alle großen Internetkonzerne an intelligenten, digitalen Sprachassistenten. So sind neben Siri mittlerweile auch der Google Assistant, Microsoft Cortana und Amazon Alexa auf dem Markt. Insbesondere Amazon gelang es mit den Echo-Geräten, größere Marktanteile für sich zu gewinnen und die Technik in viele Haushalte zu integrieren. In einem solchen "Smart Home" lassen sich vernetzte Geräte (Lampen, Heizung, Jalousien) durch Alexa steuern oder Informationen aus unterschiedlichen Quellen einfach per Sprachsteuerung abrufen. In diesem Kontext liegt die Idee nahe, Alexa auch als "Sprachausgabe" für unsere Bibliotheksysteme zu nutzen. Um dies zu realisieren, erweitern wir die Fähigkeiten von Alexa durch einen sogenannten "Skill" für unsere Bibliothek.
Im Lokalsystem der Universitätsbibliothek Bamberg befinden sich sechs über die Stadt verteilte Teilbibliotheken, ein Außenmagazin und die Bibliothek der Erzdiözese. Nutzer können Medien eines anderen Standorts an ihren Wunschstandort bestellen. Dies führt zu einer sehr hohen Zahl standortübergreifender Bestellungen: 2025 wurden über 75.000 Bestellungen in eine andere Bibliothek zur Abholung transportiert. Bisher löste jede Eingangsverbuchung einer Bestellung im Bibliothekssystem SISIS automatisch den Druck eines Bereitlegungszettels aus - zusätzlich zum bereits fürs Ausheben gedruckten Bestellzettel.
Mit dem Umstieg auf das browserbasierte FOLIO sind für diesen Druck pro Medium zusätzliche Mausklicks nötig. Dies würde den Arbeitsablauf in der Benutzung deutlich verlangsamen. In Bamberg wurde der Prozess deshalb grundlegend überdacht: Der separate Bereitlegungszettel entfällt, die Bereitstellung erfolgt ausschließlich mit einem neu gestalteten Bestellzettel, Quittungen werden nur noch per E-Mail versendet. Der Prozess wird in Abstimmung mit den betroffenen Kollegen schlanker, effizienter und papiersparender, ohne mit den gewohnten Abläufen völlig zu brechen.
Technisch wird dies über eine leichtgewichtige Eigenentwicklung auf einem Ubuntu-Server (PHP, REST-Anbindung an FOLIO, MySQL, CUPS) umgesetzt. Bestellzettel werden in HTML/CSS generiert und per Chrome-Engine in PDFs überführt. Automatische Druckläufe in größeren Intervallen mit deutlich verbesserter Vorsortierung pro Standort reduzieren die manuelle Sortierarbeit; eine einfache Weboberfläche ermöglicht es dem Theken- und Magazinpersonal, Fehldrucke selbstständig neu anzustoßen.
Der Vortrag stellt die Ausgangslage und Überlegungen vor und während der Entwicklung, die technische Architektur sowie die Erfahrungen aus den ersten Monaten im Echtbetrieb vor. Perspektivisch soll beim Bestell- und Ausleihprozess ganz auf Papier verzichtet werden. Der Vortrag zeigt einen wichtigen Zwischenschritt auf dem Weg dorthin.