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Die Kunst des Beobachtens / Wie man Digitale Bibliotheken mit ethnografischen Methoden evaluiert
(2007)
Seit 1928 wird an der Humboldt Universität Bibliothekswissenschaft gelehrt und geforscht. Bereits Mitte der 1960er Jahre wurde die Bibliothekswissenschaft mit dem Begriff „Information“ gekoppelt. Seit 2006 orientiert sich das Institut als Mitglied der iSchools-Gruppe auf die internationale Library and Information Science. Derzeit erfährt das Institut erneut einen Generationenwechsel und konzipiert seine Studiengänge – und damit seine fachliche Ausrichtung - neu. Dabei verschieben sich die Rollen von Bibliothek und Information, Forschungs- und Ausbildungszielen. Mit der Bibliotheksfundierung im Rücken erweitert sich die wissenschaftliche Perspektive der Informationswissenschaft. Der Vortrag stellt diesen Prozess dar und veranschaulicht ihn anhand der neuen Studienordnungen.
This presentations gives an introduction in several cooperations between Germany and Noth-America. These are the German-North-American-Ressouce-Partnership (GNARP), the work of Goethe Institut New York, an initiative amongst LIS educators to build up an international e-class and a very short introduction in the US library system.
Ausnahmen gibt es die bekannten LZA-Systeme erst seit einigen Jahren. Tests, ob das System überhaupt eine LZA garantieren kann, werden nur intern durchgeführt und nachher nicht öffentlich dokumentiert. Bibliotheken und Verlage sind außerstande, die Zusicherungen der verschiedenen Systeme zu vergleichen und zu sagen, wie akkurat und vollständig die Behauptungen sind. Tests sind insbesondere für Werke wichtig, die keine reinen Textdokumente sind, wie zum Beispiel Hyperlinks, multimediale oder interaktive Medien. Solche Werke kann man nicht einfach auf säurefreies Papier drucken und lagern. Standardisierungen und Checklisten bieten Normen an, aber sie beweisen nicht die Effektivität der Systeme. Wenn man wirklich wissen möchte, inwieweit wir LZA-Systemen vertrauen können, müssen wir die Systeme sowohl regelmäßig als auch öffentlich mit Fremddaten unter bestimmten Umständen testen. Dieser Vortrag bespricht, wie man solche Tests vorbereiten und durchführen könnte.
Viel Geld wurde in den letzten zehn Jahren in virtuelle Forschungsumgebungen (VFU) investiert; VFUs galten als eine der zentralen neuen Aufgaben bibliothekarischer Services. Die Nutzung der Angebote blieb jedoch häufig gering, und nach Auslaufen der Förderung vieler Projekte wurden in den letzten Monaten erste Stimmen laut, die das Ende der VFUs erklären. Viel wurde über Mehrwerte von VFUs für die Benutzer gesprochen – allzu selten kamen die tatsächlichen Benutzer zu Wort. Dieser Beitrag stellt die Ergebnisse der weltweit ersten qualitativen online VFU-Nutzerstudie vor. Mittels Online-Interviews wurden aktive Benutzer der dänischen virtuellen Forschungsumgebung LARM.fm zu ihrem Nutzungskontext und ihren Anforderungen an die VFU befragt. LARM.fm ist das digitale Archiv der dänischen Rundfunkanstalten und bietet hauptsächlich Audiomaterial, aber auch Programmblätter zur kostenlosen Nutzung an. Zur VFU wird LARM.fm durch die Möglichkeit, Transkriptionen oder Annotationen zu erstellen, eigene Dateien hochzuladen oder Verzeichnisse für Forschungsgruppen anzulegen. Die Studie generierte zahlreiche Erkenntnisse zu den Bedürfnissen der LARM-Benutzer, die für die Entwicklung anderer VFUs relevant sind. Dazu gehören die Themenkomplexe Nutzervertrauen in eine VFU, Übertragbarkeit von Dokumenten und Forschungsdaten in andere Systeme und die Frage der Verfügbarmachung von Forschungstools wie Transkriptionswerkzeugen. Als ein Ergebnis der Erhebung ist festzuhalten, dass das Vertrauen in VFUs und damit die Bereitschaft zur Verfügbarmachung von eigenen Forschungsdaten erstaunlich gering ausgeprägt ist. Der Beitrag geht auch auf die Methodik der Studie ein und skizziert die Vor- und Nachteile einer Erhebung von Nutzerdaten mittels Online-Interviews. Aufgezeichnet wurden Ton, Video sowie ein Screencast, bei dem die Benutzer demonstrieren konnten, wie die VFU auf ihrem Rechner angezeigt wird und wie sie diese benutzen.
Wie barrierefrei sind die Gebäude und Services deutscher Bibliotheken? Wie sieht es mit der Aus- und Weiterbildung zum Thema aus? Können die befragten Bibliotheken der Verpflichtung zur Umsetzung von Inklusion und gesellschaftlicher Teilhabe für alle Menschen in allen Lebensbereichen (UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung in Deutschland, 2009) umfassend gerecht werden? Welche Hindernisse bestehen dabei? Im Vortrag werden Erkenntnisse der im November 2023 von der dbv-Kommission »Kundenorientierte und inklusive Bibliotheksservices« in Kooperation mit dem Institut für Bibliotheks- und Informationswissenschaft der Humboldt-Universität zu Berlin durchgeführten Umfrage präsentiert und zur Diskussion gestellt. Die Umfrage, an der sich über 800 deutsche Bibliotheken aller Sparten und Bundesländer beteiligten, ist national und international die größte ihrer Art.
Die im Vortrag vorgestellte Studie untersucht, wie Menschen mit sichtbaren und unsichtbaren Einschränkungen den Raum der Staatsbibliothek zu Berlin erleben und welche Faktoren ihre Nutzung beeinflussen. Dafür wurden im Sommer 2025 über zwei Wochen hinweg Situative Storywalks durchgeführt. Ziel war es, sowohl offensichtliche als auch bislang übersehene Barrieren für die Teilhabe zu identifizieren und darauf aufbauend Empfehlungen für eine inklusivere Bibliotheksumgebung zu entwickeln.
Ausgangspunkt der Studie war das Anliegen der Bibliothek, die geringe Nutzung durch Menschen mit Einschränkungen besser zu verstehen. Während grundlegende Barrieren bereits bekannt waren, richtete die Untersuchung den Fokus auf bislang unerkannte oder unerwartete Hürden, die potenzielle oder bestehende Nutzer*innen von einem Besuch abhalten könnten. Die Storyteller hatten sehr unterschiedliche und komplexe Hintergründe, darunter ADHS, Autismus, Blindheit, Hörbehinderung, emotionale Regulierung, Hyperaktivitätsstörung, Überempfindlichkeit, soziale Angst, Schwierigkeiten beim Verstehen komplexer Sprache sowie Kombinationen davon.
Der Vortrag führt in die Methode des Situativen Storywalks ein, zeigt ihr Potenzial am Beispiel der Staatsbibliothek zu Berlin und präsentiert zentrale Ergebnisse. Besonderer Schwerpunkt liegt auf Barrieren, die mit konventionellen Verfahren wie Expert*innenbegutachtungen, Interviews, Guided Tours oder Think-Aloud-Ansätzen nicht sichtbar geworden wären.
Was zeigt sich, wenn nicht die Eltern, sondern die Kinder selbst gefragt werden, was ihnen in einer Bibliothek gefällt? Dies wollten Studierende des Instituts für Bibliotheks- und Informationswissenschaft der Humboldt-Universität unter der Leitung von Elke Greifeneder, Ulla Wimmer und Sarah Wildeisen herausfinden. Um die geplante Umgestaltung der Kinder- und Jugendbibliothek mit Lernzentrum in der Amerika-Gedenk-Bibliothek (ZLB) wissenschaftlich zu begleiten, führten das Projektteam insgesamt 138 qualitative Kurzinterviews mit Photovoice-Elementen mit Kindern durch - gewappnet mit Katzenhaareif, Einhornkostüm, Schatztruhe und Piratenhut. Die Interviews sollten herausfinden, was Kinder in die Bibliothek zieht, welche Orte und Medien sie besonders mögen und welche Veränderungen sie sich wünschen. Der Vortrag stellt das an den Bedürfnissen der Kinder orientierte Forschungsdesign vor und präsentiert die zentralen Ergebnisse der Studie.
Alljährlich auf der BiblioCon zeichnet der Team Award Information Professionals (TIP) bis zu drei
studentische Teamleistungen aus, die einen innovativen Beitrag zur konkreten Lösung von Fragestellungen der digitalen Transformation in der Berufspraxis von Bibliotheken und Informationseinrichtungen liefern.
Der Preis wird von b.i.t. Online, Schweitzer Fachinformationen, der Ausbildungskommission der Deutschen Gesellschaft für Information und Wissen (dgi) und der Konferenz der bibliotheks- und informationswissenschaftlichen Hochschulen und Ausbildungseinrichtungen (KIBA, Sektion 7 des dbv) verliehen.
Antragsberechtigt sind studentische Projektteams an bibliotheks- und informations-wissenschaftlichen Hochschulen und Ausbildungseinrichtungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Die Projektarbeit darf nicht länger als ein Jahr zurückliegen. Das Forschungsvorhaben muss in Fragestellung, Zielsetzung, methodischem Vorgehen und Ergebnissen stets den praktischen Anwendungsbezug für Bibliotheken und Informationseinrichtungen aufzeigen.
b.i.t. Online, Schweitzer Fachinformationen und KIBA leisten mit der Auslobung des TIP Award einen Beitrag zur studentischen Nachwuchsförderung und geben den jungen Bibliothekarinnen und Bibliothekaren ein Forum, sich in der bibliothekarischen Community zu präsentieren sowie ihre Flexibilität und Offenheit für zukünftige technologische Herausforderungen in der Bibliothekslandschaft schon als Studierende zu zeigen und diese mit zu gestalten.
Im Namen der Veranstaltenden bitte ich daher freundlich um die Zuteilung eines Raumes für die Verleihung des TIP Award.
- Frag doch mal die Kinder! Wie Kinder den Bibliotheksraum wahrnehmen / Yara Kramer, Henriette Dymke, Julia Stützer, Katrin Ockel, Sarah Krüger, Anna Schwerdtel, Natalia Napiontek, Michelle Jäke, Line Gugeler, Miriam Pagel, Ulla Wimmer und Elke Greifeneder
- DataQuest - ein interaktiver Einstieg in SQL / Johanna Hirsch, Lily Stadler, Antonia Lindner, Anne Rupprecht