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Comics und Graphic Novels haben sich in den letzten Jahrzehnten als wichtige Primärquellen für die Wissenschaft etabliert. Ihre überregionale Bereitstellung fällt damit auch in den Aufgabenbereich der Fachinformationsdienste (FID), die an ihren Einrichtungen bereits bestehende Comicsammlungen erweitern oder Sammlungen mit bestimmten z. B. regionalen Schwerpunkten neu aufbauen. Damit wird nicht nur auf aktuelle Forschungsinteressen reagiert, sondern zukünftige Forschung oft überhaupt erst ermöglicht. Der Interdisziplinarität wissenschaftlicher Fragestellungen in diesem Bereich trägt dabei u.a. die verstärkte Zusammenarbeit einzelner FID im FID-Netzwerk Rechnung.
Ausgehend von ihren Comicsammlungen gehen der FID Anglo-American Culture und der FID Romanistik in diesem Vortrag auf Herausforderungen und Lösungsansätze bei der Erwerbung, Erschließung und Auffindbarkeit von Comics und Graphic Novels ein. Außerdem wird von der Zusammenarbeit mit dem Netzwerk ‚Comics in wissenschaftlichen Bibliotheken‘ berichtet, das sich u.a. die Aufgabe gestellt hat, die verstreuten Sammlungen an deutschen Bibliotheken und Archiven zu kartieren. Als Beispiel für die Vernetzung mit der Forschungsgemeinschaft und die Einbindung bedarfsorientierter Erwerbung wird schließlich das Melden von Kaufvorschlägen über eine Zotero-Gruppen-Bibliographie vorgestellt.
Die stetig wachsende Datenflut der digitalen Welt stellt Forschungseinrichtungen vor die Herausforderung, Informationen gezielt zugänglich zu machen. Dabei leisten Klassifikationssysteme wie die Basisklassifikation (BK) einen entscheidenden Beitrag. Die BK ist eines der am häufigsten verwendeten Systeme im deutschsprachigen Raum für bibliothekarische Ressourcen wie Kataloge oder Repositorien.
Ein wesentlicher Schwachpunkt der BK liegt bislang in der ausschließlichen Verwendung deutschsprachiger Klassenbezeichnungen, was ihre Einbettung in internationale Informationsumgebungen erheblich einschränkt.
Um dieses Potenzial zu erweitern, initiierte die Verbundzentrale des GBV (VZG) und die Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen (SUB Göttingen) das BK-Übersetzungsprojekt.
Ziel ist es, die deutschen Klassenbenennungen zunächst ins Englische zu übersetzen und anschließend in die Normdaten zu integrieren. Hierbei kamen sowohl computergestützte Verfahren als auch das Fachwissen von Expert*innen zum Einsatz.
Jede Klassenbenennung wurde mithilfe verschiedener computerunterstützter Algorithmen übersetzt. Darüber hinaus wurden automatisch weitere Informationen aus dem K10plus-Katalog sowie aus Wikipedia als Hilfsmittel gesammelt, um ein optimales Ergebnis zu erzielen. Die Ergebnisse wurden anschließend von Fachexpert*innen zur Überprüfung bewertet.
Die Fachexpert:innen orientieren sich an Übersetzungsrichtlinien, die in Zusammenarbeit mit dem Fachinformationsdienst Anglo-American Culture (FID AAC) erstellt wurden. Insgesamt haben fast 50 Fachpersonen (viele Fachreferent*innen) aus mehr als 20 Bibliotheken und weiteren Institutionen an dem Projekt mitgewirkt. Viele von ihnen sind in Leibniz-Zentren, FIDs oder NFDI-Konsortien tätig.
Die Präsentation gibt Einblick in den Projektansatz, den Übersetzungs- und Qualitätssicherungsprozess sowie die ersten Ergebnisse und Perspektiven für die zukünftige Weiterentwicklung der BK im internationalen Kontext.
FID Anglo-American Culture
(2018)