Dieses Hands-on Lab setzt die Reihe vorhergehender Veranstaltungen aus dem Jahr 2023 und 2024 fort und ergänzt dabei Ergebnissen aus dem Hands-on Lab 2024 und eines Workshops zu Informationskompetenz (IK) und Künstlicher Intelligenz (KI), allesamt verantwortet von der Fachgruppe Informationskompetenz der KIBA (Konferenz der Informations- und Bibliothekswissenschaftlichen Ausbildungs- und Studiengänge).
In diesem Workshop wollen wir die Entwicklung der TaskCards aus dem Jahr 2024 betrachten und um neue Erkenntnisse ergänzen. Thematisch werden die Ergebnisse des Workshops Informationskompetenz und Künstliche Intelligenz zur Diskussion gestellt und bisherige Ideen weiterentwickelt.
Drei Themenschwerpunkte werde zur Diskussion gestellt:
KI als Coach gegen VerschwörungsmythenKI als Tutor für Lernende zu InformationskompetenzKI als Kreativitätstool zur IdeengewinnungEs sollen beispielhaft Prompts in textgenerierender KI zur Diskussion über Verschwörungsmythen entwickelt und getestet werden, ein KI-Tutor für Lernende zu Informationskompetenz konzipiert und Handreichungen zum Einsatz von KI im Kreativprozess des wissenschaftlichen Arbeitens erarbeitet werden.
Die Ergebnisse werden auf den TaskCards zur weiteren Verwendung, Ergänzung und Aktualisierung bereitgestellt. Wir bitten die Teilnehmenden ausdrücklich darum, bestehende Inhalte zu den Themenschwerpunkten beizutragen.
Die rasante Entwicklung rund um generative KI Systeme führt für Hochschulen und Bibliotheken zu zahlreichen Herausforderungen und bietet zugleich auch diverse Chancen. Für Bibliotheken stellt sich ganz aktuell die Frage, wie diese Systeme in bestehende Angebote zur Informationskompetenz-Vermittlung integriert werden könnten. Dieses Hands-on Lab baut auf einer Anregung Teilnehmender des Workshops „Bibliothekspädagogik, Informationsdidaktik, Medienpädagogik. Aspekte und Handlungsfelder in und aus der Praxis“ (BiblioCon 23) auf, bei dem unter anderem Formate mit direktem Austausch gewünscht wurden.
Im Rahmen dieses Hands-on Labs sollen bereits existierende Best Practices für die Einbindung von KI-Systemen in die Informationskompetenzvermittlung gesammelt werden. Es werden Beispiele gesammelt, die folgende Aspekte einbeziehen: (a) Überblick über relevante KI-Tools und deren Einsatzszenarien, (b) Sammlung von inhaltlich relevanten bereits bestehenden Offenen Lernressourcen (OER) und andere frei zugängliche Lehrmaterialien, (c) Sammlung von bestehenden Praxiserfahrungen und Good Practices aus der bibliothekarischen Nutzer*innenschulungen.
Nach einem kurzen einführenden Eröffnungsvortrag folgt ein praktischer Teil. Methodisch ist ein World Café geplant, um die drei genannten Fragestellungen zu diskutieren.
Das Ziel des Hands-on Labs ist es, bereits existierende und im Einsatz befindliche Best Practices zu sammeln und für andere in einer frei zugänglichen Materialsammlung zugänglich zu machen. Die Teilnehmer*innen werden angeregt, nach dem Workshop weitere Materialien und damit verbundene Erfahrungen zu ergänzen. Es ist geplant, die Materialien breit über verschiedene Kanäle zu disseminieren, wie beispielsweise über OERInfo am DIPF. Der Workshop soll einen Anstoß für einen längerfristigen und nachhaltigen Prozess liefern.
Schulungen zu Informationskompetenz (IK) mit Unterstützung Künstlicher Intelligenz (KI) sind Bestandteil des Veranstaltungsportfolios in öffentlichen und wissenschaftlichen Bibliotheken. Die Fachgruppe Informationskompetenz der KIBA (Konferenz der Informations- und Bibliothekswissenschaftlichen Ausbildungs- und Studiengängen) beschäftigt sich seit drei Jahren mit erforderlichen Studieninhalten zur Befähigung von Veranstaltungsarbeit zu IK und KI [1]. Ein Workshop der Fachgruppe im Oktober 2025 zeigte erste Ergebnisse zu fachspezifischen Besonderheiten, Herausforderungen in der didaktischen Konzeption von Veranstaltungen und der Verzahnung bestehender Frameworks in der theoretischen Begründung von Förderangeboten.
Dieses Hands-On-Lab stellt zentrale Aussagen des Workshops zur fachspezifischen Vermittlung von IK und KI in einer Community-Konsultation zur Diskussion. Teilnehmende diskutieren über die erarbeiteten Statements, ergänzen Erfahrungen aus der Praxis und definieren Fragestellungen zum Entwicklungspotential zukünftiger IK-Schulungen. Die Ergebnisse werden im Anschluss publiziert und in den bereits bestehenden TaskCards [2] integriert.
[1] Wittich, Anke u.a. (2023): Bibliothekspädagogik, Informationsdidaktik, Medienpädagogik. In: o-bib. Das offene Bibliotheksjounal Jg.10., H. 4, S. 1-7. Online unter https://doi.org/10.5282/o-bib/5977; Dreisiebner, Stefan u.a (Hg.) (2024): Informationskompetenz und Künstliche Intelligenz. Konzepte, Herausforderungen und Chancen. Hildesheim. Online unter https://hilpub.uni-hildesheim.de/handle/ubhi/17524; Dreisiebner, Stefan u.a.(2024): Implikationen von generativen KI-Systemen für die Informationskompetenz-Vermittlung. In: o-bib. Das offene Bibliotheksjounal Jg. 11, H. 4, S. 1-7. Online unter https://doi.org/10.5282/o-bib/6072; Wittich, Anke u.a. (2025): Einsatz von künstlicher Intelligenz in Anwendungsszenarien der Förderung von Informationskompetenz. Online unter https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:0290-opus4-194968
Die Konzepte Bibliothekspädagogik, Informationsdidaktik und Medienpädagogik beschreiben sowohl gemeinsame als auch unterschiedliche Grundlagen und Vermittlungsaktivitäten für verschiedene Zielgruppen. In der Praxis werden diese Konzepte mitunter inhaltlich gleichgesetzt, was sich nicht zuletzt in Stellenausschreibungen zeigt, in denen multiprofessionelle Mitarbeitende mit einem breiten Spektrum an fachlichen und überfachlichen Kompetenzen und an verschiedenen Standorten erworbenen Qualifikationen gesucht werden.
In einem Hands-On-Lab wollen Vertreter*innen der KIBA-Fachgruppe Informationskompetenz mit Vertreter*innen der Berufspraxis folgende Fragen diskutieren: Welche didaktischen Handlungsfelder werden in der Praxis von Mitarbeitenden bearbeitet? Welche Lösungen liegen für die bekannten Herausforderungen bereits vor und welche Anforderungen ergeben sich daraus an die Aus- und Fortbildung von Bibliothekar*innen sowie möglicherweise an die Etablierung multiprofessioneller Teams?
Die Diskussion soll Mitarbeitenden in der Praxis in erster Linie Klarheit in der Beschreibung des pädagogischen Handelns bieten und den Blick auf die Berufsfelder Bibliothekar*in und Medienpädagog*in schärfen. Aus-und Fortbildungsverantwortliche können die Ergebnisse nutzen, um die Curricula hinsichtlich der erforderlichen Wissens- und Kompetenzbereiche weiter zu entwickeln.
Dienstleistungsangebote in Hochschulbibliotheken verändern sich im digitalen Zeitalter in
zunehmendem Maße. Sie sind als Reaktion auf ein verändertes Nutzerverhalten zu verstehen.
Hochschulbibliotheken sind daher aufgefordert die Gestaltung von physischen und virtuellen
Lernräumen den veränderten Lernbedürfnissen ihrer Nutzer anzupassen. Wie lernen Studierende
heute und wie können sie dabei unterstützt werden? Auch hochschulpolitische Empfehlungen zu
Digitalisierungsstrategien an Hochschulen sollen in den Blickpunkt genommen werden.
Die Wandlung der globalen Wissenschaftsverlage zu Top-Playern des Geschäftsbereichs Data Analytics und ihre intransparenten Praktiken werden zunehmend als Problem für Informationsfreiheit und -sicherheit wahrgenommen. Es stellt sich daher die Frage, wie Bibliotheken bzw. Bibliothekar*innen darüber informieren sowie zum Schutz der digitalen Souveränität der Nutzenden und zur Stärkung gerechter Informationsmärkte (equitable information markets) beitragen können.
Auf der 111. Bibliocon zeigte das Lab “Datentracking im wissenschaftlichen Workflow” (https://doi.org/10.5282/o-bib/5958) den Bedarf an Aufklärung und praktikablen Handlungsanweisungen für entsprechende Informationsangebote. Hierfür müssen Initiativen zusammengeführt, Lücken identifiziert und Materialien zu einem didaktisch unterlegten, actionablen Wissensschatz geformt werden.
Das Lab beginnt mit einer Rekapitulation der Ausgangslage (U. Wuttke, T. Steyer) und einem Impuls von Y. Fadeeva zu Science Tracking und den Vermittlungsformaten, mit denen sie die Inhalte an Studierende vermittelt. R. Altschaffel lädt in einem interaktiven, technologischen Impuls dazu ein, Datentracking zu identifizieren und zu unterbinden, insb. durch eine Lab-interne-Probierstation, an der Teilnehmende selbst das Tracking auf Verlagsseiten und Gegenmaßnahmen austesten können. A. Petschenka steuert einen Impuls zur Sichtweise der Bibliotheksdidaktik auf die Vermittlung bei. Auch sollen studentische Stimmen und Leistungen einbezogen werden.
Im partizipativen Hauptteil werden die Umsetzungsszenarien für Informationsangebote konkretisiert und die Ergebnisse gesammelt. Die Diskussion wird von Parametern, wie Zielgruppe, Lernzielen, Inhalten, Formaten geleitet. Anschließend werden die für die Umsetzung benötigten Bedarfe ermittelt und eine Roadmap für die zukünftige Arbeit an den anvisierten OER (Content Buffet, Arbeitsgruppen) gestaltet, um diese zur Verfügung zu stellen und gemeinsam mit Unterstützung der Community zu vervollständigen
Die Bibliothekspädagogik gewinnt zunehmend an Bedeutung, da Bibliotheken sich verstärkt als Lernorte etablieren und mit ihren Angeboten den vielfältigen Bedürfnissen unterschiedlicher Nutzergruppen gerecht werden möchten. Insbesondere die Gestaltung moderner Lernräume sowie die Integration medienpädagogischer Konzepte spielen dabei eine zentrale Rolle. Aufbauend auf den Ergebnissen einer Online-Befragung, die Anfang 2026 im Rahmen des 8. Forums Bibliothekspädagogik durchgeführt wurde, sollen zentrale Fragen vertieft werden. Mit dem methodischen Ansatz des Community Consultation sollen die in der Praxis beschäftigten Teilnehmenden als Expert*innen aktiv in Form einer “Bürger*innenversammlung” diskutieren. Sie stellen einander aktuelle Angebote und Herausforderungen aus ihren Einrichtungen vor, tauschen Erfahrungen aus und identifizieren gemeinsam Potenziale sowie Handlungsbedarfe im Kontext von Medienpädagogik und Lernraumgestaltung.
Der geplante Workshop versteht sich dabei als Ausgangspunkt für einen längerfristigen Dialog- und Entwicklungsprozess, der die Weiterentwicklung bibliothekspädagogischer Konzepte unterstützt und die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Akteur*innen im Feld stärkt. Die Ergebnisse sollen gesammelt und für die Community zugänglich gemacht werden.
Beruflicher Quereinstieg als Karriereoption für Wissenschaftliche und Öffentliche Bibliotheken
(2025)
Die Debatte über den Mangel an Fachkräften in Bibliotheken hat sich vor dem Hintergrund des demografischen Wandels deutlich verstärkt. Generell sinken die Bewerber*innenzahlen, auch für Ausbildungsstellen; und die Studienplatzbewerbungen sind ebenfalls rückläufig. Der Bedarf ist da, die Fachkräfte fehlen. Diese Ausgangslage führt im bibliothekarischen Arbeitsfeld zu verstärkten Anstrengungen, alternative Wege zur strategischen Personalbedarfsplanung und -deckung zu finden. In diesem Zusammenhang rückt auch die Öffnung für Quereinstiege zunehmend in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit und eröffnet eine Diskussion über die Chancen und Herausforderungen im Rahmen der Einbindung dieser Zielgruppe.
Im Praxislabor sollen auf der Basis der Ergebnisse einer im Jahr 2024 durchgeführten Online-Befragung zum Thema „Quereinstieg als Karriereoption“ unter Wissenschaftlichen und Öffentlichen Bibliotheken in NRW gezielte Fragestellungen zum Quereinstieg in Bibliotheken vertieft, außerdem weitere Sichten und Erkenntnisse aus der Praxis zum Thema eingefangen werden. Methodisch ist ein World Café geplant, um anhand von Leitfragen zum Thema zu diskutieren und Erfahrungen in wissenschaftlichen und öffentlichen Bibliotheken zu sammeln. Das Ziel ist es, das Thema Quereinstieg in Bibliotheken multiperspektivisch zu betrachten und Ideen zu strategischen Herangehensweisen und Lösungen für die kommenden Jahre im Bibliothekswesen zu formulieren. Der Workshop soll einen Anstoß für einen längerfristigen und nachhaltigen Prozess liefern.
Attraktive und didaktisch wirksame E-Learning-Angebote zur Vermittlung von Informationskompetenz zu entwickeln ist eine der dringlichsten Herausforderungen für Bibliotheken, denn die von allen Wissenschaftsgremien geforderte gute wissenschaftliche Praxis ist ohne Informations- und Medienkompetenz nicht zu haben. Angesicht der wachsenden Relevanz des Themas in Schule und Studium bei bestenfalls stagnierenden Personalkapazitäten in den Bibliotheken ist jedoch klar, dass dieser Bedarf zukünftig immer weniger durch klassische Vor-Ort-Schulungen zu bedienen sein wird. Angesichts dieser Entwicklung liegt es nahe, in der Vermittlung von Informations- und Medienkompetenz verstärkt auf E-Learning-Angebote zu setzen. Einmal erstellt, lassen sich mit diesen Angeboten nahezu beliebig große Personenzahlen zeit- und ortsunabhängig erreichen. Der Aufwand auf Seiten der Bibliothek liegt in der Erstellung und Pflege der Angebote, im Gegenzug muss weniger Personal, zumeist kein Raum und kein zusätzliches technisches Equipment für die Durchführung bereitgestellt werden. Trotz dieser Vorteile haben bislang nur wenige Bibliotheken dieses Angebotssegment systematisch erweitert. Als Gründe für diese Zurückhaltung werden häufig Kosten- sowie zeitliche Argumente angeführt und auf die fehlende Qualifikation der Bibliothekar*innen in der Erstellung von E-Learning-Angeboten verwiesen. Der im Februar 2021 startende Zertifikatskurs "E-Learning für Bibliotheken" hat das Ziel, Teilnehmenden in Form eines Blended-Learning-Angebotes die didaktischen Kenntnisse der Entwicklung von E-Learning-Einheiten sowie eine Vielzahl methodischer Formate – u.a. animierte Lernvideos, Screencasts, Webinare, Filme (auch für den Social-Media-Auftritt), Rallyes und Quizze – und den Umgang mit den hierfür erforderlichen Werkzeugen zu vermitteln. Damit soll ein wesentlicher Beitrag zum zukünftigen Ausbau dieses wichtigen Dienstleistungsbereiches an wissenschaftlichen wie auch öffentlichen Bibliotheken gelegt werden.