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Organisationseinheit der BAM
Manufacturing and Application of Lightweight Aggregates from Construction and Demolition Waste
(2024)
The objective of the REALight project is the development of a thermal process to produce lightweight aggregates in pilot scale and the implantation of a method to recover gypsum. Beside construction and demolition waste, various industrial by‐products are studied as raw materials. The raw materials have so far been unused or used in applications with lower quality requirements. To prove the performance of the lightweight aggregates, their technical properties are tested and their use in different applications is studied, e.g., for lightweight mortars as well as lightweight concretes.
This paper deals with the study of different lime-based repair mortars for the conservation of sandstone objects in the context of monument preservation. New types of lightweight aggregates, which were manufactured from masonry rubble, were used to develop these repair mortars. This allows for recycling of construction and demolition waste while helping to conserve natural resources. As part of this work, the mortars were comprehensively characterised in terms of their chemical, physical, mechanical and hygric properties, such as bulk density, pore structure, strength, water absorption, shrinkage and carbonation. All mortars are lightweight mortars with bulk densities of about 1300 kg/m³. They achieve high porosities of around 50 %. At the same time, the mortars exhibit sufficient compressive strengths ranging from 1.8 to 11.3 MPa. The compressive strength depends on the degree of carbonation of the mortars and increases with sample age. The analysis of the pore structure shows that the mortars mainly contain macropores. The large number of capillary pores, with sizes ranging from 0.1 to 1000 μm, results in a good water absorption behaviour. The evaluation of the results proves that the repair mortars are compatible with Cotta sandstone.
A silica-based protective system modified with rock powder for the preservation of tuff stone
(2025)
Tuffs are lightweight and porous pyroclastic rocks composed of a volcanic ash matrix containing pumice and rock fragments, quartz, sanidine and other individual crystals, zeolites, and clay minerals. Due to their low density and high porosity, tuff stones are easy to work with and transport. They have been used as construction material in many historical buildings in Germany. However, most tuff stones exhibit poor resistance to weathering due to their morphology and porosity. If the physico-chemical degradation of the stones is already well advanced, ensuring the safety of the buildings often requires extensive stone replacement. However, this contradicts the fundamental principle of conservation, which prioritises the preservation of the original material. In a recently completed research project, a silica-based protective system modified with rock powder was developed for the preservation of tuff stone. Suitable colloidal silica dispersions and modified rock powders customised produced from tuff waste were used. The protective system was optimised to reduce the capillary water absorption of tuff while maintaining its water vapour diffusion properties, to build a durable protective system-tuff bond, and to achieve a visual and tactile resemblance to tuff. The protective system was developed at laboratory scale. It was subsequently applied to a test area at a restoration site in Berlin-Zehlendorf, Germany, to assess its performance under outdoor conditions. By applying the new protective system, the historic building structure is better preserved, tuff stone resources are saved, and tuff waste is effectively recycled.
Zielstellung des Projekts REALight war die Herstellung von Leichtgranulaten (lightweight aggregates, LWA) aus mineralischen Bau- und Abbruchabfällen auf einer Referenzanlage zur unter Erweiterung der Technologie für die Nutzung weiterer Einsatzstoffe und zur Gipsrückgewinnung. Dies ist Voraussetzung für die Übertragung der Produkt- und Verfahrensidee in die Praxis und den Nachweis der Sulfatabtrennung und -rückgewinnung aus gipshaltigem Material. Es werden Untersuchungen zur Verbreiterung der Rohstoffbasis durch Einkopplung spezifischer Stoffströme durchgeführt. Im Ergebnis soll das zu einer Reduktion des Blähmittelbedarfs und einer Absenkung der Brenntemperatur führen. Die Herstellung ausreichender Mengen an Leichtgranulaten für die umfassende Charakterisierung nach Norm und die Praxiserprobung in bekannten Anwendungen und neuen Einsatzfeldern war ebenfalls Gegenstand des Projekts.
Das Verbundprojekt wurde durch die Bauhaus-Universität Weimar koordiniert. Am Projekt waren 12 Partner aus verschiedenen Bereichen der Baustoffherstellung und -anwendung, Abfallaufbereitung, Verfahrenstechnik sowie Forschung und Entwicklung beteiligt. Die Leichtgranulate wurden in einer Pilotanlage der IAB - Institut für Angewandte Bauforschung Weimar gGmbH in hergestellt. Untersuchungen zur Anwendung der leichten Gesteinskörnungen erfolgten bei den einzelnen Projektpartnern in hydraulisch gebundenen und ungebundenen Systemen. Die Einbeziehung von mehreren kleinen und mittelständischen Unternehmen trägt unmittelbar dazu bei, den Innovationsgehalt des Projekts in Bezug auf die Wirtschaftlichkeit, die Nutzung und die Eignung der Produkte für marktfähige Anwendungen nachzuweisen. Gleichzeitig geben die Unternehmen Anforderungen an die Eigenschaften der Leichtgranulate vor. Dazu wurden in das Projekt nicht nur zwei unterschiedliche Recyclingspezialisten einbezogen, sondern auch vier Unternehmen, die jeweils für die unterschiedlichen Anwendungsgebiete stehen. Das Projekt war in 12 Arbeitspakete gegliedert, die aufgrund ihrer Komplexität ineinandergriffen. Das Verbundprojekt kann auf der Basis des wissenschaftlich-technischen Innovationsgehalts in folgende Schwerpunkte unterteilt werden:
• Rohstoffassessment zur Erweiterung der Rohstoffbasis über Bau- und Abbruchabfälle hinaus einschließlich Vorbehandlung und Aufbereitung
• Herstellungstechnologie der Leichtgranulate in der Pilotanlage
• Applikation der Granulate in Leichtbetonen, Mörteln, Mörteltrockenmischungen und ungebundenen Systemen
• Sulfatentfrachtung von gipshaltigen Inputmaterialien und Erzeugung von REA-Gips
Das Projekt wurde durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen der Fördermaßnahme „Ressourceneffiziente Kreislaufwirtschaft – Bauen und Mineralische Stoffkreisläufe (ReMin)“ als Teil der BMBF Strategie „Forschung für nachhaltige Entwicklung – FONA“ gefördert.
Die Eignung von heterogenem ziegelhaltigen Bauschutt als Ausgangsstoff zur Herstellung von leichten Gesteinskörnungen in einem mehrstufigen Prozess wurde im Labor und im Pilotmaßstab nachgewiesen. Das Projekt REALight stellt einen weiteren Schritt für das Scale-up der Technologie dar. Erstmals wurde auch die Möglichkeit der Sulfatentfrachtung näher untersucht. Gleichzeitig wird es durch den Einsatz der in einer Pilotanlage hergestellten großen Materialmengen möglich, in einem umfangreicheren Prüfprogramm die Leistungsbeständigkeit als leichte Gesteinskörnung zu untersuchen. Gleichzeitig können vielfältige Anwendungen und Demonstrationen in gebundenen und ungebundenen Anwendungen erfolgen. Die Einbeziehung neuer mineralischer Reststoffe als Ausgangsstoffe oder Blähmittel für den Prozess kann bei positiven Ergebnissen zur Verbesserung der Wirtschaftlichkeit der Technologie beitragen. Die Eignung der LWA wurde im Rahmen von REALight für alle angezielten nachfolgenden Anwendungsgebiete nachgewiesen:
• Trockenmörtel- und Mörtelsysteme
• Leicht- und Infraleichtbetone (ILC)
• Leichte Steinergänzungsmörtel für die Denkmalpflege
• Ungebundene Anwendungen für leichte Körnungen
In allen diesen Einsatzbereichen besteht im Hinblick auf eine nachhaltigere Produktion der Druck, dass natürliche oder aus natürlichen Rohstoffen erzeugte Körnungen, wie Bims und andere Vulkangesteine sowie hauptsächlich Blähton, ersetzt werden müssen. Geeignete leichte Gesteinskörnungen auf Sekundärrohstoffbasis sind mit Ausnahme von Blähglas, das aber nicht für alle Anwendungen per se geeignet ist, nicht am Markt vorhanden.
Im Rahmen des Verbundprojekts erfolgte eine enge Zusammenarbeit zwischen den Industriepartnern und den 4 beteiligten Forschungseinrichtungen Bauhaus-Universität Weimar, IAB - Institut für Angewandte Bauforschung Weimar gGmbH, Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) und der Technischen Universität Clausthal mit dem Institut für Aufbereitung, Recycling und Kreislaufwirtschaftssysteme (IFAD).