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Im Frühjahr 2021 zogen in Hannover 15 ehemals wohnungslose Mieter_innen in das Housing-First-Projekt der Stiftung EIN ZUHAUSE. Hierfür wurde von der Stiftung ein Gebäude mit 15 Wohnungen im Karl-Imhoff-Weg errichtet. Das Housing First-Modellprojekt wurde 2021-2024 im Rahmen einer auf drei Jahre angelegten Evaluation von der ASH Berlin wissenschaftlich begleitet. Ziel der Evaluation war die Überprüfung der Wirksamkeit des Konzepts Housing First im Modellprojekt Hannover. Hierfür wurden quantitative und qualitative Evaluationsmethoden angewandt. Der Evaluationsbericht aus dem September 2024 zeigt, dass auch ein zentral angelegtes Housing-First-Angebot - unter bestimmten, hier vorliegenden – Voraussetzungen erfolgreich sein kann.
Einkommensarme Menschen sind massiver gesellschaftlicher Abwertung ausgesetzt. Folgen dieser Ausgrenzungs- und Abwertungserfahrungen können Scham und sozialer Rückzug sein. Kommen weitere gruppenbezogene Stigmatisierungen hinzu wie bspw. bei erwerbsarbeitslosen oder wohnungslosen Menschen, Migrant_innen oder LGBTIQ*, müssen zudem intersektionale Zusammenhänge betrachtet werden. In einer exemplarischen Fallstudie wurde qualitativ untersucht, welche Ausgrenzungserfahrungen Menschen machen, die als einkommensarm gelten, und was das für die Soziale Arbeit bedeutet.
Eine gekürzte Fassung des Forschungsberichts wurde in der Zeitschrift „Soziale Arbeit“ (Ausgabe 1/2022, S. 2-8) veröffentlicht: https://www.dzi.de/soziale-literatur/soziale-arbeit/
Vom 01.10.2018 bis 30.09.2021 wurden in Berlin zwei Modellprojekte „Housing First“ von der Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales gefördert. Mit der Evaluation der Projekte wurde die ASH Berlin beauftragt. Eines davon ist „Housing First Berlin“ in Trägerschaft der Neue Chance gGmbH sowie dem Verein für Berliner Stadtmission. Die Studie wurde in einem partizipativ angelegten Verfahren mit quantitativen und qualitativen Instrumenten der Sozialforschung durchgeführt. Dabei wurde die Wirksamkeit von „Housing First Berlin“ auch mit dem internationalen Forschungsstand abgeglichen. Ende 2021 wurde der Abschlussbericht vorgelegt, der aufzeigt, dass dieser Ansatz nicht nur funktioniert, sondern eine Lücke im bereits sehr differenzierten Angebot der Berliner Wohnungsnotfallhilfe schließt.
s. auch den Evaluationsbericht "Housing First für Frauen Berlin": https://opus4.kobv.de/opus4-ash/frontdoor/index/index/docId/490
Vom 01.10.2018 bis 30.09.2021 wurden in Berlin zwei Modellprojekte „Housing First“ von der Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales gefördert. Mit der Evaluation der Projekte wurde die ASH Berlin beauftragt. Eines davon ist „Housing First für Frauen Berlin“ in Trägerschaft des Sozialdienstes katholischer Frauen e. V. Berlin. Die Studie wurde in einem partizipativ angelegten Verfahren mit quantitativen und qualitativen Instrumenten der Sozialforschung durchgeführt. Dabei wurde die Wirksamkeit von „Housing First für Frauen Berlin“ auch mit dem internationalen Forschungsstand abgeglichen. Ende 2021 wurde der Abschlussbericht vorgelegt, der aufzeigt, dass dieser Ansatz nicht nur funktioniert, sondern eine Lücke im bereits sehr differenzierten Angebot der Berliner Wohnungsnotfallhilfe schließt. Auch das frauen*spezifische Angebot hat sich bewährt.
s. auch den Evaluationsbericht "Housing First Berlin": https://opus4.kobv.de/opus4-ash/frontdoor/index/index/docId/489
2018 wurde in Kooperation mit dem Evangelischen Bundesfachverband Existenzsicherung und Teilhabe (EBET) e. V. das Instrument „Lebenslagenindex wohnungslose Menschen“ entwickelt. Dies erfolgte partizipativ unter Beteiligung wohnungsloser und ehemals wohnungsloser Menschen. Theoretische Grundlage hierfür war der Lebenslagenansatz. Dieser ermöglicht eine ganzheitliche Sicht auf die Lebenssituation von Menschen, indem die Mehrdimensionalität unterschiedlicher Lebensbereiche in ihrer Wechselwirkung untersucht wird. Anschließend wurden bundesweit in ausgewählten Einrichtungen der diakonischen Wohnungslosen- und Straffälligenhilfe akut wohnungslose Menschen zu ihrer Lebenssituation befragt:
https://opus4.kobv.de/opus4-ash/frontdoor/index/index/docId/246
2021 wurde die 2. systematische Lebenslagenuntersuchung durchgeführt. Die Ergebnisse wurden im März 2022 vorgelegt und auf einer Fachtagung präsentiert. In der Wiederholungsuntersuchung zeigen sich auch die Auswirkungen der Coronapandemie auf wohnungslose Menschen.
Aufbauend auf meinen Studien zur Wirksamkeit von Angeboten der Wohnungslosenhilfe habe ich untersucht, wie Menschen einzelne oder mehrere Phasen von (unfreiwilliger) Wohnungslosigkeit überwinden konnten. Dabei wurden auch Parameter erfasst, die außerhalb des Wohnungslosenhilfesystems bzw. Hilfen angrenzender Arbeitsfelder der Sozialen Arbeit liegen wie beispielsweise Partner/-innen, sonstige soziale Netzwerke oder besondere Lebensereignisse. Insgesamt habe ich 13 ehemals wohnungslose Menschen mithilfe von problemzentrierten, leitfadengestützten Interviews befragt. Zudem wurde die (nur sehr spärlich vorhandene) Literatur zum Thema ausgewertet.
Im Rahmen eines Praxisforschungsprojekts von Prof. Dr. Susanne Gerull im Masterstudiengang „Praxisforschung in Sozialer Arbeit und Pädagogik“ an der Alice Salomon Hochschule Berlin (ASH Berlin) wurde 2020 das innovative Berliner Projekt „Obdachlosen-Uni“ evaluiert. Hierbei handelt es sich um ein Bildungs- und Partizipationsprojekt für wohnungslose Menschen in Berlin. In drei studentischen Forschungsgruppen wurden folgende Fragestellungen mithilfe eines Methodenmixes aus quantitativen und qualitativen Forschungsmethoden bearbeitet:
1. Ist-Soll-Vergleich: Welche Angebote werden von der Zielgruppe gewünscht, welche sind tatsächlich vorhanden?
2. Wie kann die O-Uni bei der Zielgruppe bekannter gemacht werden?
3.Wird bei Teilnehmenden und (wohnungslosen) Lehrenden das Selbstwertgefühl gesteigert (Empowerment)?
2018 wurde in Kooperation mit dem Evangelischen Bundesfachverband Existenzsicherung und Teilhabe (EBET) e. V. das Instrument „Lebenslagenindex wohnungslose Menschen“ entwickelt. Dies erfolgte partizipativ unter Beteiligung wohnungsloser und ehemals wohnungsloser Menschen. Theoretische Grundlage hierfür war der Lebenslagenansatz. Dieser ermöglichte eine ganzheitliche Sicht auf die Lebenssituation von Menschen, indem die Mehrdimensionalität unterschiedlicher Lebensbereiche in ihrer Wechselwirkung untersucht wurde:
https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:kobv:b1533-opus-2465.
2021 wurde die erste Wiederholungsuntersuchung durchgeführt:
https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:kobv:b1533-opus-4961
Mit der dritten Lebenslagenuntersuchung im Jahr 2024 existieren nun Daten zu den Lebenslagen wohnungsloser Menschen vor, während und nach der Pandemie, die Hilfe in den bundesweiten diakonischen Einrichtungen der Wohnungslosen- und Straffälligenhilfe suchen und erhalten. Ihre Lebenssituation hat sich nach 2018 und 2021 weiter verschlechtert. Straßenwohnungslose Menschen sowie solche aus sonstigen EU-Staaten wurden erneut als vulnerabelste Teil-Gruppen identifiziert. Die vorliegenden Ergebnisse, gestützt durch den für die Studie relevanten Forschungsstand, zeigen noch deutlicher als 2018 und 2021 auf: Es gibt kein Erkenntnis-, sondern ein Umsetzungsproblem bei der Bekämpfung unfreiwilliger Wohnungslosigkeit: Je unsicherer die Wohn- bzw. die Unterkunftssituation wohnungsloser Menschen ist, desto unsicherer fühlen sie sich insgesamt in ihrem Leben. Erste Priorität muss also die Versorgung wohnungsloser Menschen mit eigenem, vertraglich abgesichertem Wohnraum haben.