FG Management regionaler Energieversorgungsstrukturen
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Carbon Dioxide Removal (CDR) is essential for achieving climate neutrality, and Biochar Carbon Removal through slow pyrolysis is among the most mature options available. Although the number of pyrolysis plants in Europe is growing, research on their business models (BMs) remains limited. In this context, this paper explores three questions: How are current pyrolysis BMs with energy co-production configured? Which BM archetypes can be identified? And what future BM pathways appear promising? Our analysis draws on desktop research covering 39 plants in Germany, Austria, and Switzerland, 11 interviews with operators and manufacturers, and an expert workshop using a backcasting approach. From these data, we develop a taxonomy of BM elements and cluster them into four archetypes: integrated biomass utilizers, energy users, energy suppliers, and specialized operators. Each type differs in scale, product focus, and integration depth. Looking ahead, stakeholders envision expanded roles for pyrolysis in municipal heat planning, oil markets, flexible electricity generation, and hydrogen production. Heat provision appears most advanced, while bio-oil and hydrogen production, and flexibility provision require further technological progress and supportive policy frameworks. The findings underline the diversity of current BMs and highlight the importance of co-products and regulatory incentives for scaling pyrolysis as part of both the energy transition and the implementation of CDR strategies.
Die Elektromobilität hat in den letzten Jahren immer mehr an Bedeutung gewonnen. Der Fokus lag hierbei primär auf fest integrierten Batterien. Wechselakkusysteme stehen in Deutschland noch in einem Anfangszustand. Diese Studie vergleicht austauschbare Batteriesysteme mit konventionellen integrierten Batteriesystemen hinsichtlich technischer, ökonomischer und ökologischer Aspekte, wobei der Schwerpunkt auf dem Segment des elektrischen Pkw liegt.
Die Ergebnisse einer Befragung von rund 2.000 Nutzenden und einer Analyse der Auswirkungen auf Batterie, Fahrzeugbau und Infrastruktur zeigen, dass austauschbare Batteriesysteme mehrere zentrale Herausforderungen der Elektromobilität adressieren können. Sie bieten Lösungen für verschiedene Hemmnisse, die Nutzende derzeit mit der Elektromobilität verbinden – wie etwa die begrenzte Reichweite von E-Autos. Außerdem reduzieren austauschbare Batteriesysteme Spitzenlasten und ermöglichen die Nachrüstung älterer Fahrzeuge mit modernen Batterietechnologien, wodurch die Prinzipien einer Kreislaufwirtschaft gefördert werden. Wechselakkusysteme erfordern jedoch eine hohe Anfangsinvestition, umfangreiche Standardisierungsmaßnahmen und Anpassungen in der Fahrzeugkonstruktion.
Ökonomisch haben austauschbare Batteriesysteme und konventionell integrierte Batteriesysteme Vor- und Nachteile. Während Ladestationen aktuell rentabler sind, könnten Geschäftsmodelle wie „Battery-as-a-Service“ – also Batterien zu leasen – die Wirtschaftlichkeit von Wechselakkus steigern. Die regionalwirtschaftlichen Effekte sind in der Herstellungsphase bei Ladesäulen höher als bei Wechselakkustationen, in der Betriebsphase dagegen deutlich geringer.
Ökologisch sind die Emissionen und der Ressourcenverbrauch beider Konzepte vergleichbar. Wechselakkus bieten jedoch Potenziale zur Ressourcenschonung, da Batterien je nach Mobilitätsbedarf unterschiedlich groß dimensioniert werden können. Eine notwendige Standardisierung könnte zudem zu effizienteren Recyclingprozessen führen.
Eine von der Politik initiierte Taskforce könnte auf diesen Erkenntnissen aufbauen und die Umsetzung von Maßnahmen zur Unterstützung einer erfolgreichen Markteinführung erleichtern. Weitere Forschungsarbeiten sollten Wechselakkusysteme in Leichtfahrzeugen und im Güterverkehr untersuchen.
Die Energiewende ist eine tiefgreifende gesellschaftliche Transformation, die über technologische Lösungen hinausgeht. Im Mittelpunkt des Diskussionspapiers steht die Frage, wie eine gerechte, inklusive und demokratische Energiewende gelingen kann, wenn Diversität als zentrale Ressource verstanden wird.
Die Energiewende bewegt sich in einem Spannungsfeld: zwischen der ökologischen Modernisierung mit Fokus auf Technik und Marktwirtschaft auf der einen und der sozial-ökologischen Transformation, die Machtverhältnisse, Ressourcenverteilung und Lebensweisen hinterfragt auf der anderen Seite. Bürger*innen-Energie ist eine potenziell transformative Praxis, die durch demokratische Mitgestaltung und Gemeinwohlorientierung strukturellen Wandel fördern, jedoch auch bestehende Ungleichheiten reproduzieren kann. Der Fokus der Autor*innen liegt auf Formaten der Aktivierung von Bürger*innen, die bisher eher exkludiert wurden – insbesondere FLINTA (Frauen, Lesben, intersexuelle, nicht-binäre, trans- und agender Personen).
Das Papier entwickelt einen intersektionalen Analyserahmen, der sowohl verschiedene Gerechtigkeitskonzepte (Verteilungs-, Verfahrens-, Anerkennungs- und kompensatorische Gerechtigkeit) als auch feministische, antirassistische und postkoloniale Perspektiven einbezieht. Ziel ist es, die Wechselwirkungen von Machtverhältnissen, patriarchalen Strukturen und androzentrischen Normen sichtbar zu machen.
Die Analyse zeigt, dass bestehende Beteiligungsstrategien genderspezifische Ausschlüsse, etwa in Führungsrollen oder bei Investitionen, bisher nicht ausreichend abbauen. FLINTA sind in vielen Bereichen der Bürger*innen-Energie unterrepräsentiert – von privaten Prosumer-Aktivitäten bis hin zu professionellen Führungspositionen. Strukturelle Barrieren wie ungleiche Sorgearbeit, stereotype Rollenmuster und fehlende Ressourcen spielen dabei ebenso eine Rolle wie mangelnde Förderung und Problembewusstsein.
Ein integrierter Ansatz, der gesellschaftspolitische und organisationsinterne Maßnahmen verbindet, ist notwendig, um diese Ungleichheiten wirksam zu adressieren. Das vorgeschlagene Analyseschema bewertet Projekte nach reflexiven (z. B. Verständnis von Wandel und Gerechtigkeit) und performativen (z. B. konkrete Strategien und Praktiken) Kriterien. So lassen sich Transformationspotenziale sichtbar machen und politische Stellschrauben identifizieren.
User acceptance of battery swapping in battery electric vehicles among private users in Germany
(2025)
The market ramp-up of battery electric vehicles (BEVs) continues to falter in Germany. One reason is missing user acceptance for BEVs, mainly due to insufficient range, inadequate charging infrastructure, and excessive costs. Many of these obstacles could be addressed through battery swapping stations. This study validates existing barriers to e-mobility, investigates whether battery swapping could alleviate existing barriers, and identifies potential concerns associated with battery swapping. This study is based on an online questionnaire completed by 1902 individuals representative of the German population. Results indicate that individuals interested in BEVs particularly recognize battery swapping as a problem solver. BEV owners also recognize the potential of swapping but have fewer concerns regarding e-mobility in the first place. A discrete choice experiment embedded in the survey revealed a willingness to pay an additional €56 per month for a BEV with swapping technology compared to a BEV with an integrated battery.
Die Emissionen im Gebäudebereich in Deutschland konnten im Jahr 2024 kaum gesenkt werden und das festgelegte Emissionsziel wurde erneut verfehlt. Um Klimaneutralität bis 2045 zu erreichen, muss daher das Tempo der Wärmewende erhöht werden. Gleichzeitig sollte dabei die soziale Nachhaltigkeit im Blick behalten werden. Expert*innen von „Energiesysteme der Zukunft“ (ESYS) haben in einer ausführlichen ESYS-Analyse Herausforderungen der Wärmewende analysiert und Lösungsoptionen zum Erreichen einer sozial-ökologischen Transformation im Gebäudebereich skizziert.
The increased expansion of agricultural areas in central Brazil has been cited as a contributing factor to deforestation, soil degradation and water pollution. The impact of this expansion extends beyond the boundaries of the territory of the Xavante indigenous group. These protected areas have experienced a marked decline in available food resources and an unreliable energy supply. The term “indigenous bioeconomy” represents a holistic approach that aims to enhance the well-being of indigenous communities. It recognises indigenous knowledge and promotes the sustainable use of resources. The indigenous bioeconomy contributes to climate protection, by avoiding deforestation and replacing the use of fossil fuels in isolated areas with biogenic alternatives. This paper analyses the local biomass potential of a community within the Pimentel Barbosa Indigenous Territory of the Xavante ethnic group. Participatory research was employed to gain an in-depth understanding of the customary Xavante practices. The theoretical biomass potential was estimated at around 2700 tonnes per year (t/a), which is defined as the total amount of selected biomass types available in the investigated area. Local practical biomass potential considers the per capita consumption of this biomass by the indigenous population. Furthermore, the authors quantified the unused biomass potential, representing biomass that could be used for various purposes including food, medicine and energy. Biomass residues have an untapped potential of around 180 t/a. The paper outlines possible utilisation scenarios for these residues and considers the challenges associated with food and energy security in indigenous territories.
In den vergangenen Jahren konnten die Emissionen im Gebäudebereich kaum gesenkt werden. Der Gebäudebereich ist weiterhin für circa vierzig Prozent der Treibhausgasemissionen in Deutschland verantwortlich, wenn sämtliche anfallende Emissionen eingerechnet werden. Um bis 2045 Klimaneutralität zu erreichen, muss sich die Wärmewende daher beschleunigen. Gleichzeitig sollte die soziale Nachhaltigkeit der Wärmewende im Blick behalten werden, wenn Menschen zu aktiven Träger*innen der Wärmewende werden sollen.
Ein Impuls der Initiative „Energiesysteme der Zukunft“ (ESYS) liefert einen Überblick für Entscheidungsträger*innen, wie dies gelingen kann. Er adressiert dabei unter anderem folgende Fragen:
Inwiefern kann die Konzentration auf Gebäude mit einem schlechten Energiestandard, sogenannte Worst Performing Buildings, die Wärmewende beschleunigen?
Auf welche Weise lässt sich soziale Nachhaltigkeit in der Wärmewende verwirklichen?
Wer ist vulnerabel in der Wärmewende und welche ausgleichenden Maßnahmen für vulnerable Gruppen gibt es?
Wie lassen sich die Qualität und Verfügbarkeit der Daten im Gebäudebereich verbessern?
Welche Rahmenbedingungen sollten für eine erfolgreiche Wärmewende geschaffen werden?
Ergebnisse der Publikation
Der ESYS-Impuls zeigt, dass Worst Performing Buildings – Gebäude in einer schlechten Effizienzklasse – einen essenziellen Hebel darstellen, um die Treibhausgasemissionen im Gebäudebereich rasch zu senken.
Dabei sollten soziale und gesellschaftliche Faktoren berücksichtigt werden, da die Wärmewende unmittelbare Auswirkungen auf den Lebensalltag und die Entwicklung der Energiekosten hat. Dies gilt für selbstnutzende Eigentümer*innen sowie im besonderen Maße für Mieter*innen.
Um Maßnahmen für die Wärmewende zu formulieren und zu evaluieren, muss die Datenlage im Gebäudebereich verbessert werden. Dafür müssen mehr Daten erhoben werden. Hierfür eignen sich beispielsweise Energieausweise. Zudem muss die Bereitstellung der Daten verbessert werden, etwa durch eine Energieausweisdatenbank.
Der ESYS-Impuls fasst die Handlungsfelder zusammen, die Expert*innen in der Analyse „Die sozial-ökologische Energiewende im Gebäudebereich – Worst Performing Buildings, soziale Nachhaltigkeit und Datenbasis“ erarbeitet haben. Beide Publikationen nutzen Ergebnisse zweier Kurz-Studien, die ESYS in Auftrag gegeben hat: vom Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) GmbH, gemeinnützig und vom Buildings Performance Institute Europe (BPIE).
Biomass and bioenergy perspectives of a coal region: status quo, potential and scenarios in Lusatia
(2024)
Coal has been one of the main fuels used in Europe. Its decreasing role due to the ongoing transformation of the energy system will create significant socio-economic challenges. The switch into renewable energy systems could be an alternative to maintain jobs and economic activities within the affected regions. Biomass use and bioenergy can play an important role in the energy transition. Instead of energy crops, forest and agricultural residues should be used as biogenic energy sources in the future to avoid impacts on land use and food security. The main objective of this article is to investigate the biomass potential of a coal region and to provide scenarios for the future development of bioenergy production. Due to the changing framework conditions and, as a result, the different biomass focuses, previous bioenergy potential estimates must be reviewed. The methods for determining the potential of biomass for energy production was used for Lusatia (in German: Lausitz), the second largest coal region in Germany. These methods can also be applied in other regions. As a first step, the regional status quo assessment of cultivated areas and yields had decisive relevance for calculating biomass potential ranges. In a second step, the current bioenergy facilities in the region were identified, with a focus on power and heat production. The third step was the estimation of future regional bioenergy use. Therefore, the regional potential was gathered with the generally supra-regional framework conditions. For this purpose, national scenario studies were used, which contain the relevant target values and framework conditions. Two scenarios were developed for future bioenergy estimations: a conservative path based on the current policies and a progressive path, derived from the goal of climate neutrality by 2045. The results show a qualitative comparison among both scenarios and the previously determined potential ranges. Bioenergy can probably contribute to achieving climate neutrality with an increase in wood-fired systems, while agricultural bioenergy potential is likely to decline. In the discussion section, however, the uncertainty of these results is pointed out, as future use of bioenergy will be heavily influenced by the regulatory framework, competition with material use and the influences of climate change.